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Erfahrungsberichte Schönklinik Prien am Chiemsee (Anorexie)

DKé*.lxiée


Vielleicht spielt auch der Vergleich und was man als sein persönliches Normalgewicht verinnerlicht hat eine Rolle?

Naja, aber einem ist ja rational wohl klar, dass die unteren BMI-Bereiche nicht Normalgewicht sind, folglich kann man das ja auch nicht als den Maßstab setzen und sagen, alles andere ist dick? Also mir war immer klar, wenn mein Gewicht so aus ärztlicher Sicht zu wenig und bedenklich war, aber das hat an meiner Wahrnehmung nicht viel geändert.

Wobei ich ja an gewissen Körperstellen eben durchaus weiß, dass die knochig waren. Bei mir äußert sich das wohl eher darin, dass ich meine Proportionen unterirdisch finde und nichts zusammenpasst.

Bei mir sind aber auch besonders die Körperstellen schlimm, die früher, als ich tatsächlich pummelig war, besonders bemäkelt wurden. Vielleicht passt das dazu, dass adipöse Menschen sich immer noch nicht als genug finden. Wenn man ständig irgendwas von außen eingeredet bekommt (egal, ob Gewicht, Körper oder überhaupt), glaubt man es irgendwann selbst und das wieder loszuwerden, zu erkennen, genug zu sein, ist ein schwieriger Prozess. Man ist irgendwie so fixiert?

Und mit dem Anschauen von Fotos entsteht eine Distanz, die mir erlaubt, die objektive Realität wahrzunehmen und meine Körperschemastörung zu entlarven.

Genau damit wird bei verschiedenen Übungen zur Körperwahrnehmung gearbeitet. Z.B. Fotos oder Videos, die man danach anschaut. Aber auch durch Bilder. Es gibt da diese Übung, dass man zunächst den eigenen Umriss lebensgroß auf Papier malt, danach lehnt man sich an die Wand und TherapeutIn mal die tatsächlichen Umrisse nach. Dann wird verglichen und danach ganz oft das Bild noch bunt ausgemalt, mit irgendwas verziert, usw. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch Teil der Übung ist, den Körper als etwas positives wahrzunehmen, ihn zu "schmücken".

Habe die Übung allerdings nie gemacht, dafür aber eine andere, die ich voll doof fand. Habe ich aber auch gesagt ;-D .

JIessS lythxerin


Lustige Übung: Körperteile schätzen. ZB den Umfang vom Arm, Bein etc. Ok, nicht gerade lustig, sondern dezent schockierend, wie sehr man sich da verschätzt. Einfach mal eine Schnur, Stück Papier, Kordel, Maßband nehmen, oder formen, was ihr denkt wie dick euer Arm sei. Markieren, und dann mit der Wirklichkeit vergleichen.

Elhemal"iger Nut.zer (#K6118x99)


Naja, aber einem ist ja rational wohl klar, dass die unteren BMI-Bereiche nicht Normalgewicht sind, folglich kann man das ja auch nicht als den Maßstab setzen und sagen, alles andere ist dick?

Ich verstehe deine Schlussfolgerung (von mir gefettet) nicht, weil es inhaltlich an der Stelle darum ging (in meinem Beitrag), was man selbst für seinen eigenen Körper als Normaussehen verinnerlicht hat. Letztlich geht es darum, womit man sich selbst in seinem Körper wohlfühlt und was man selbst mag.

Das hat mit den Körpern anderer Menschen nichts zu tun. Andere sind zudem nicht auf der Welt, um dem ästhetischen Ideal eines Mitmenschen oder ihrer Mitmenschen generell zu entsprechen. Wenn sie sich davon abhängig machen wollen, können sie das andererseits natürlich tun. Schließlich ist jeder für seine höchstpersönlichen Belange sein eigener Herr, was einschließt, dass man im Rahmen seiner Autonomie darauf verzichtet, seine Entscheidungen selbst zu treffen.

Mich interessiert persönlich, ob mir selbst mein Körper gefällt. Das ist für mich das Entscheidende. Für den ein oder anderen ist es wichtiger, was die Leute in seinem Umfeld von seinem Körper halten. ... Wahrscheinlich kommen auch daher Reaktionen von Mitmenschen, die zu anorektischen Menschen sagen, dass sie doch dünn genug wären und mit 5 kg mehr besser aussehen und beim anderen Geschlecht ankommen würden. Ich denke, dass die, die sowas sagen, viel Wert darauf legen, ihr Gewicht davon abhängig zu machen, was andere gut finden und womit sie besser ankommen.

Persönlich gehe ich grundsätzlich nicht davon aus, dass es eine andere Person interessiert, ob ich ihren Körper schön finde oder wie ich den beurteile . Denn es ist ihre Sache, wie sie aussieht bzw. spielt meine Meinung keine Rolle, ob diese Person sich selbst dick, dünn, oder wasauchimmer findet und ob sie sich selbst gefällt. Es ist - um auf deine Fettung zurückzukommen - völlig unerheblich für die andere, was mein persönliches Schönheitsempfinden ist.

E-hemafliger YNutzer (#61,189x9)


Oh sorry - ich sehe gerade dass ich mich bei deiner Aussage verlesen habe und gelesen habe "alle anderen sind dick." Mea Culpa.

Ich nehme meinen Beitrag zurück.

EBhema^liger lNutzder (#6101"899)


verschätzt

Das tun Menschen ständig. :-D

Das finde ich auch sehr normal, dass man seinen oder den Körper anderer Körper falsch einschätzt, wenn man sich oder andere als 3d-Modell versucht zu schätzen (zB Umfang meines Armes - damit habe ich mich noch nie beschäftigt, wie viel das in cm wären, und würde mich da auf jeden Fall verschätzen. Ebenso, wie ich nicht nach Gefühl/Schätzung exakt 100 m gehen könnte, weil ich das noch nie versucht habe und daher keine nähere Vorstellung davon habe, wo in etwa eine Gehstrecke von 100m endet.)

Ich könnte auch die Größe meiner Zähne nicht schätzen. Ein psychisches Problem mit der Größe oder dem Umfang meiner Zähne kann ich jedoch sicher ausschließen.

E~hemUaligerr Nut]zer (#6118x99)


*oder den Körper anderer Körper = oder den Körper anderer Menschen

Dré.lixe


Lustige Übung: Körperteile schätzen. ZB den Umfang vom Arm, Bein etc. Ok, nicht gerade lustig, sondern dezent schockierend, wie sehr man sich da verschätzt.

Stimmt, die haben wir auch gemacht. Oder mit den Händen den Umfang der Taille zeigen und die Therapeutin hat nachgemessen. Meine verhasste Übung war, dass ich mich im Spiegel anschauen sollte und objektiv beschreiben. Aber im Sinne von "Mein Arm passt längs so und so oft nebeneinander in meinen Oberkörper", "Mein Hand passt so und so oft ....". Fand ich vollkommen bescheuert ;-D .

Ich nehme meinen Beitrag zurück.

Passiert ;-) . Aber abgesehen davon finde ich Deinen Beitrag trotzdem gut und wahr. Sich selbst in seinem Körper wohlfühlen und ihn akzeptieren stellt für mich irgendwie eine Art Königsdisziplin dar. In der heutigen Gesellschaft sowieso. Mich berührt das Schönheitsideal durch Medien nicht wirklich, weil es mir schlichtweg egal ist, was andere schön finden, weil ich nur eins will, nämlich durch mein Äußeres abschrecken, aber vielen Menschen ist das äußerst wichtig und da haben die Medien eine ganz schön große Macht. Sieht man jetzt gerade auch wieder: erst tigh gap (Oberschenkellücke), dann bikini bridge (im Liegen herausstehende Hüftknochen), plötzlich ist #strongnotskinny ganz groß. Auf auf, alle ins Fitti, hopphopp. #gainwithbrain ;-D . Nein, ohne Spaß, das beeinflusst manche Menschen gewaltig, Instagram ist da ganz groß drin. Gibt interessante Blogeinträge von Instagram-Models, die "aussteigen", weil da einfach nur ein Fake nach dem anderen passiert und der Druck massiv ist.

J&essS6lythelrixn


Deshalb ja mit Kordel, Papier etc. Es geht nicht darum zu sagen "Mein Handgelenk ist 16,25cm breit." (Fiktive Zahl. Ka wie breit eins wirklich ist ^^). Sondern einfach ein Stück Band nehmen und Kreise legen. Man hat ja seine Körperteile meist zum direkten Vergleich dabei. Und dennoch werden die meisten viel zu große Kreise legen.

DLé.lixée


Ich könnte auch die Größe meiner Zähne nicht schätzen. Ein psychisches Problem mit der Größe oder dem Umfang meiner Zähne kann ich jedoch sicher ausschließen.

Bist du Dir da auch ganz sicher, dass du keinen Vampir-Komplex hast? ;-D ;-D ;-)

Erhem"aliger NuPtzer (#36118e99x)


Vampir-Komplex

]:D das würde alles erklären.

(Aber mal ernsthaft: Ich kenne keinen Menschen in meinem Umfeld, der irgendwelche Objekte (egal obs der eigene Körper, der Körper anderer oder Gegenstände sind) in mathematischen Angaben wie zB dem Durchmesser in cm o. ä. ausgedrückt angeben könnte und sich da nicht verschätzen würde. Das hat aber nichts damit zu tun, dass die Objektverarbeitung bei denen irgendwie gestört ist. Menschen denken und schätzen Objekte eben nicht originär in Zahlen - das ist etwas später erlerntes.)

E9hemaligewr Nutzehr (#6x11899)


Aber im Sinne von "Mein Arm passt längs so und so oft nebeneinander in meinen Oberkörper", "Mein Hand passt so und so oft

Das ist bestimmt eine nützliche Übung für Killer, die menschliche Körper zerteilen und tetrisartig in Kühltruhen oder so verstauen müssen, aber was nützt einem so ein Wissen als Normalperson? ":/

J,essS[lythexrin


Ignorierst du absichtlich, dass ich schrieb, dass es nicht um Einheiten geht?

Stück Paketband, und dann nen Kreis legen. Da brauchste nicht mal zählen können für.

D%é.lgiée


Du sollst das ja auch nicht in cm angeben, sondern wie Jess schon geschrieben hat ein Stück Schnur so hinlegen.

In Bezug auf meine Beine finde ich das immer ganz spannend. Wenn ich in den Spiegel schaue, könnte ich heulen, aber wenn ich mit beiden Händen diese komplett umfasse und dann die Hände genau so mit den Fingerspitzen aufeinander vor meinen Körper halte, denke ich mir, dass das irgendwie nicht sein kann. Da wird mir das immer deutlich, weil dann denke ich mir, dass ich eigentlich doch schlanke Beine haben müsste, so den Händen nach zu urteilen, aber häh, im Spiegel?

Und zu der bescheuerten Übung: Naja, du sollst Deinen Körper nicht werten (Mein Bauch ist dick, meine Beine knubbelig, meine Arme schwabbeln), sondern ein Gefühl dafür bekommen, ganz neutrale Sichtweise. Glaube ich. Wenn ich meine Hände so oft es geht über meine Hüfte lege und das dann vor meinem Körper wieder mache... ach, keine Ahnung, ich sag ja, ich find die Übung doof ;-D .

EWhem$ali`ger9 Nutzher (#6E118x99)


Sondern einfach ein Stück Band nehmen und Kreise legen. Man hat ja seine Körperteile meist zum direkten Vergleich dabei.

Gut, aber der Körper ist ja dreidimensional und der jeweilige "Scherenschnitt", also die Silhouette, damit nicht einheitlich, weil man ein 3D-Objekt in 2D abbilden soll.

Wenn ich mein Bein platt auf den Boden lege, ist die Silhouette etwas größer als so ohne Bodenkontakt. Weil mein Körper nicht aus Metall ist, sondern dann flacher und breiter auf dem Boden als wenn ich so stehe und das Bein nicht aufliegt.

Soll man dann einschätzen, wie die eigene Silhouette wäre, wenn man platt auf dem Boden liegt? Oder wie sie im Stehen aussieht?

Und was ist das Ziel dieser Übung?

EFhemalAigerX Nuntzer (U#611^899x)


Stück Schnur

Dafür muss man handwerklich bzw. künstlerisch geschickt sein. Da muss ich echt passen. Der Körper ist ja nicht viereckig und man müsste die Schnur dann rund legen, eben dem Körperverlauf folgend. Und irgendwie mehrfach fixieren, damit die Schnur nicht einfach gerade von A nach B verläuft. So einen schnurgeraden Körper hat ja kein Mensch.

Und mir wäre das schon für das Legen der Silhouette von einer Tempotaschenverpackung zu viel "Fuckelei" mit der Schnur. Immerhin muss man da nur die vier Eckpunkte bei der Schnur fixieren, das würde ich mir noch zutrauen. ... Gut, und wenn ich das nicht aus dem Kopf machen müsste, sondern die Tempoverpackung direkt daneben legen dürfte, würde das gehen.

Aber bei einem menschlichen Körper? Da ist man ja Stunden beschäftigt - und dann noch mit so viel feinmotorischer Arbeit. :-X

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