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Einschätzung meiner Symptome und was ich selbst machen kann

Uggi2x5 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich hatte eine relativ schlimme Kindheit gehabt. Viel psychischen Terror durch die Beziehungsprobleme meiner Eltern erlebt, heißt: häusliche Gewalt erlebt, Ehestreitigkeiten meiner Eltern über 21 Jahre mitbekommen (Gott sei Dank sind sie mittlerweile geschieden), teilweise alles in extremster Form. Irgendwann war mir die psychische Belastung zu viel, hab falsche Freunde getroffen, angefangen zu kiffen, obwohl es mir nicht gut tat. Kam dann irgendwann für 5 Wochen in die Klapse, weil ich nach einem heftigen Horrortrip (Panikattacken, dachte ich werde sterben, weinen, alles ganz furchtbar) Suizidgedanken bekam, Zwangsgedanken etc, die nicht vergingen. Wies mich selbst ein, schilderte auch dem Arzt meine Symptome. Erstdiagnose war: drogeninduzierte Psychose. Bekam die ersten 2 Wochen Diazepam, Atosil auf Wunsch und ab der 3. Woche dann Doxepin 100 und Seroquel 100.

Nach intensiver Beobachtung wurde die Diagnose vom Oberarzt korrigiert auf endogene Depression. Der Arzt meinte, ich habe keine Anzeichen auf Schizophrenie etc, solle allerdings die Tabletten weitereinnehmen, das Sero mind. 1 Jahr und das Doxepin max. 1 Jahr. Nach Entlassung bin ich für ein halbes Jahr nach London gegangen. Hab dort die Seroquel ein halbes Jahr weiter eingenommen, danach abgesetzt, da ich Gewichtzunahme bemerkte. In DE wieder zurück hab ich mir einen kompetenten Psycho-Doc gesucht, der das Doxepin absetzte und mir Citalopram verschrieb. Die habe ich eine Zeit lang regelmäßig eingenommen, dann wiederrum nicht, da es Potenzprobleme verursachte. Nebenbei habe ich auch erfolgreich Wirtschaftsingenieurwesen studiert (bin jetzt auch fertig, zumindest mit dem Bachelor).

Mein Problem ist allerdings, dass ich seit Jahren Schlafprobleme habe, gehe sehr, sehr spät schlafen, grübele viel, fühle mich manchmal komplett neben der Spur, habe in Gesprächen auch Angst, dass das vielleicht mal jemand merkt. Versuche dann etwas zu "schauspielern", indem ich so tue, als ob alles wunderbar sei. Auch habe ich seit Jahren so ein komisches Kribbeln im Gesicht, speziell an der Wurzel. Im Kopf verspüre ich so einen ganz dollen Druck, besonders auf der linken, vorderen Kopfhälte. Ich weiß gar nicht, wie ich das genau beschreiben soll. Es ist manchmal ein Kribbeln und oft ist es einfach nur Druck auf einem singulären Punkt. Das ist das schlimmste meiner Symptome. Auch fällt mir gerade ein, dass meine sprachliche Ausdrucksfähigkeit, mein Gedächtnis, mein Merkvermögen, meine Konzentrationsspanne erheblich zurückgegangen ist.

Als ich in Berlin mal bei einer ganz netten Ärztin im Benjamin-Franklin-Krankenhaus war, habe ich ihr in einem 2-Stunden-Gespräch alles von mir erzählt. Von meiner Kindheit, bis zum Kiffen (kiffe nicht mehr, keine Sorge) etc. Sie war der Ansicht, dass die Neuroleptika-Vergabe im Krankenhaus damals zu übertrieben war und ich wahrscheinlich einerseits aus meiner Vulnerabilität zum Kiffen zusammengebrochen bin, andererseits auch aus meiner Familiengeschichte heraus. Beides zusammen waren ihrer Ansicht nach zu viel. Ihrer Einschätzung nach habe ich eine Angst-/Panikstörung mit mittlerer Depression. Ich solle die Citalopram weitereinnehmen und das wirklich ohne Absetzen, wenn ich mich mal besser fühlen sollte, und das mindestens ein Jahr. Zudem sollte ich mal über eine Psychotherapie nachdenken. Eine Psychotherapie hatte ich allerdings mal gehabt, aber der Psychotherapeut war zwar ein ganz Lieber, aber er hat glaube ich mehr geredet als ich :D. War auch keine Verhaltenstherapie. Wir saßen uns halt gegenüber und haben manchmal über das Leben geredet und manchmal über meine Probleme. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass es mir wirklich etwas gebracht hat.

Hattet ihr auch mal solchen Kopfdruck gehabt? Und was kann man dagegen tun? Meditation vielleicht? Yoga? Sport? Gibt es vielleicht bessere Medikamente als das Citalopram? Findet ihr diese Diagnose plausibel? Welche Psychotherapieformen wären für mich geeignet?

Danke für jede Antwort!

Antworten
Z/wacxk44


Gibt es vielleicht bessere Medikamente als das Citalopram?

Citalopram ist ein sehr häufig verschriebenes AD, weil es selten zu unerwünschten NW führt. Daneben gibt es aber eine ganze Palette anderer ADs (Ich habe über 20 probiert). Manchem Patienten hat schon der Umstieg von Citalopram auf Escitalopram geholfen.

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