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Angst vor Diskussionen

m?ejJusrt123x4 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe nächste Woche ein Assessment-Center als Führungskraft. Ich würde mich selbst als eher introvertiert bezeichnen. Kann zwar schon aus mir rauskommen, brauche dafür aber Zeit. Deshalb habe ich absolute Panik vor der Gruppendiskussion im AC.

Habt ihr da Tipps für mich, wie ich mich gut einbringen und überwinden kann?

Antworten
L^uci3x2


Wirke interessiert und stelle dir vor, dass du mit Freunde am plaudern bist.

Achte auf die Fragebögen - da sind Fangfragen dabei. Achte darauf, dass du immer konsistent antwortest. Der Fragebögen ist beim Auswertung in Kategorien geteilt und daraus entsteht das Profil. Es fällt auf, wenn jemand sozial erwünschte Antworten gibt.

Achte darauf, dass du nicht so antwortest, dass die verschlossenheit sichtbar ist.

iqstdoch)MistsFowaxs


Du hast Angst vor Diskussionen? Bist du sicher das Führungskraft das richtige für dich ist? Da gibt es im Verlauf der Arbeit noch viel unangenehmere Dinge als Gruppendiskussionen.

P5la&typxus


Meine Tipps:

- Achte auf die genaue Aufgabenstellung. Wenn nach 20 min ein Ergebnis stehen soll, tue alles dafür, dass ihr nach 20 min auch ein Ergebnis habt.

- Wenn du die Möglichkeit hast, versuche die Rolle des "Moderators" einzunehmen. Das gelingt am einfachsten, wenn Medien bereitgestellt werden (z.B. ein Flipchart-Board) und du dich erstmal "nur" anbietest, die Ergebnisse zu notieren. Danach ist es eigentlich sehr einfach, die Diskussion zu leiten. Achte dann aber darauf, dass alle gleichstark beteiligt werden, d.h. stillere Diskussiondpartner müssen häufiger nach ihrer Meinung gefragt werden und Selbstdarsteller und Allein-Entscheider müssen manchmal auch gebremst werden.

Wirklich wichtig ist, unabhängig von deiner Rolle in der Diskussion, dass ihr am Ende die gestellten Aufgaben erfüllt und nicht nur munter, aber leider ergebnislos diskutiert habt.

Ansonsten viel Erfolg! @:)

P)y8thoneisxt


Kein Mensch kann sich doch in einer Woche wirklich ändern.

Auch in der Vergangenheit hattest du doch schon Diskussionen, egal ob als Führungskraft oder nicht. Ich würde also erstmal den Begriff "Führungskraft" etwas relativieren: auch eine Führungskraft arbeitet in einer Sandwich-Position: mit einer Hierarchie-Ebene "darüber" (also einer gewissen Führung, Weisung) und eben Mitarbeitern/einem Team, für das man Verantwortung hat. Am Ende ist das also eine ganz normale Stelle als Mitarbeiter eines Unternehmens. Und da arbeitet man immer auch mit anderen Menschen, hat verschiedene Meinungen, muss ggf. zu einem Konsens oder Kompromiss kommen. Auch die Stelle bestimmt dann, welchen Anteil und Bedeutung die Tätigkeit "Gruppendiskussion" dann nun wirklich hat.

Also: verhalte dich einfach ganz natürlich, wie du dich eben in einer typischen Arbeitssituation verhältst, der Rest kommt von ganz alleine. Und wer Zeit braucht, naja, der muss ja nicht anfangen oder vorpreschen in der Diskussion. Und wer eben 2 Wochen meint zu brauchen, der kann ja auch selbstbewusst sagen: "In einem 8h Assessment Center habe ich Schwierigkeiten, meine Qualitäten zu beweisen, weil die fremdartige Umgebung, die nicht vertrauten Menschen und der Zeitdruck eben kaum Platz lassen für wirklich überlegte Entscheidungen, Ruhe, Stärke, die reale Probleme ja brauchen. Und diese realen Probleme sind schon in ihrer Struktur anders als die überschaubaren Aufgaben in einem AC.

Ich möchte viele Jahren in dem Unternehmen arbeiten, und es wird sicherlich 2 Wochen, 4 Wochen, vielleicht auch 3 Monate oder ein halbes Jahr dauern, bis ich mich hier angekommen fühle. Meine Stärken liegen nicht in der Schnelligkeit oder Lautheit, sondern in Gründlichkeit, durchdachten Entscheidungen, Fleiß und kreativen Ideen, verlässlichen kollegialen Beziehungen, die aber eine Zeit der Reife und Vertrauensbildung brauchen. Ich arbeite eher so, dass ich mir die verschiedenen Meinungen anhöre oder durchlese, mich dann einige Tage zurückziehe, und zusammen mit meiner Sicht auf die Dinge daraus kluge Schlüsse für das konkrete Problem finde. In der Vergangenheit haben meine ausgearbeiteten Lösungen dann die breite Mehrheit überzeugt, und den Zweiflern/Kritikern Argumente gegeben, warum ihre Zweifel/Kritik zwar Gewicht hatten und in die Entscheidung eingeflossen sind, aber diese Entscheidung dann doch so umgesetzt werden soll, während ihre Tauglichkeit permanent überprüft wird." Es wäre eine Art "Graue Eminenz"-Führung, eine Art "Yoda-Modus" der Führung. Weder schnell, noch spektakulär, aber effektiv und effizient auf seine Art.

Man kann also locker auch mal in Frage stellen, ob nun gerade so ein Assessment Center eine passende Methode der Mitarbeiterauswahl ist. Und sich z.B. auch auf fachliches Know-How wie Zertifikate, Abschlüsse, Beiträge aus der Vergangenheit berufen: Ergebnisse aus einer viel längeren Arbeitsperiode.

Falls du doch noch ein paar motivierende Hinweise brauchst, schau hier mal rein:

[[https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/introvertiert-wissen/-/id=660374/did=18402222/nid=660374/cer6f4/index.html Die Stärken der Stillen]]

[[https://vielbegabte.de/2013/09/04/10-staerken-introvertierter-menschen/ 10 Stärken introvertierter Menschen]]

[[https://www.muenchen-heilpraktiker-psychotherapie.de/blog-2/persoenlichkeit/die-5-groessten-staerken-introvertierter-menschen.html Die 5 größten Stärken introvertierter Menschen]]

Und so ein Assessment Center hat ja nicht nur Gruppendiskussionen oder Gruppenaktivitäten. Sondern das ist wie Zehnkampf. Und wer da im Stabhochsprung seine Anlaufschwierigkeiten hat oder Angst hat, dass der Stab bricht oder dass er sich die Latte zu hoch gelegt hat (puns intended), der hat ja noch 9 andere Disziplinen. :-D

h>eut_e_hixer


Hallo mejust,

ich habe diese Woche auch ein AC. Da gibt es jede Menge vorzubereiten (wir haben bereits im Vorfeld 4 Aufgaben erhalten, auf die wir uns vorbereiten müssen :-/ ).

Zu Anfang war ich schon etwas von dem Leistungsdruck wenig positiv überrascht und dachte einfach: na, das geht ja gut los. Das hat eine Menge negativer Gefühle ausgelöst u.a. auch Angst, völlig überfordert zu sein.

Jetzt am WE habe ich etwas Abstand gewonnen und sehe die Lage viel gelassener. Ich habe viele Fähigkeiten, die ich in meinen Beruf einbringen kann. Habe die ersten beiden Hürden zum AC ohne viel Aufwand geschafft und nun gehöre ich zu den "choosen few" o:) Das wird schon seinen Grund haben, warum man eingeladen wurde.

Tatsächlich geht es im AC nicht darum sich zu verstellen oder zu schauspielern. Bei der Gruppendiskussion geht es auch nicht darum die klügsten Beiträge zu steuern, sondern eher um das Sozialverhalten. Da kommt rücksichtvolles Verhalten und gute Zuhörqualtitäten wesentlich besser an, als Dauerredner.

@ Luci32

Welche Fragebögen meinst du?

@ Phytonist

Dein Beitrag hat mir gefallen. Allerdings würde ich mich nicht entschuldigen in einem AC (ich meine das mit der fremden Umgebung). Alle stehen in einer Prüfsituation.

Ob AC wirklich ein gutes Auswahlinstrument in der heutigen Zeit ist, wage ich zu bezweifeln. Ich empfinde es ein wenig als Relikt aus den 90er Jahren 8_)

Ich muss los - später vielleicht mehr.

PDythonxist


An sich ist ja ein Assessment Center in den Gruppenaspekten und auch sonst eine Art Rollenspiel. Und da kommt es eben auch auf alle Mitspieler an.

Wer nun dort z.B. 8 Geschäftsführer/innen-Kandidaten/innen (Bewerber für eine Führungsposition) versammelt und dann schaut, wer sich in dieser Gruppe am "besten" schlägt, der schafft an sich kein realistisches Umfeld, wenn eigentlich die spätere Arbeitsorganisation so aussieht: 1 Geschäftsführer/in, ein/e Sekretär/in und 15 Mitarbeiter/innen bedeutet. Nur mal als Beispiel. Viel realistischer für Gruppenübungsteile wäre also eine Situation mit 1 GF (der jeweilige Kandidat), eine Assistent, und eben die Mitarbeiter.

Ich denke, dass Assessment Center durchaus brauchbare Teile beinhalten können, aber an sich sehe ich sie eher als kurzer Psychotest mit begrenzter Aussagekraft.

m2e9just1x234


Vielen Dank für eure ganzen Antworten. Die haben mich ein wenig beruhig.

Um es bisschen konkreter zu machen. Es geht hier um kein Unternehmen, sondern den öffentlichen Dienst. Es wird an 2 Tagen ein AC durchgeführt, ich schätze insgesamt 12-16 Leute. Soweit ich weiß gibt es einige freie Stellen (8-10).

Und mir ist bewusst, dass Diskussionen zum Berufsleben gehören. Ich bin erst seit September mit dem Studium durch und damit noch recht unerfahren. Die anderen Kandidaten hatten schon etwas Erfahrung. Und sollte es klappen, werde ich das erste Jahr auch noch fortgebildet.

mJejuwst1w23x4


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