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Illegale Abtreibung ohne Betäubung

SAheiClagxh hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe das Bedürfnis hier etwas niederzuschreiben, was ich so nur ganz wenigen Menschen im Laufe meines Lebens erzählt habe.

Bitte nicht lesen falls man von dieser Thematik getriggert wird!

Ich bin jetzt 40 Jahre alt, aber ein Teil von mir ist an diesem Tag gestorben.

Und damit meine ich nicht das Kind.


Leider bin ich mit knapp 15 von meinem ersten Freind schwanger geworden. Wir hatten mit Kondomen verhütet, und ich war sehr überrascht. Wie es zu dem Verhütungsfehler kam, kann ich heute nicht mehr sagen.

Die Lösung meiner Eltern war, einen Gynäkologen (woher meine Eltern wussten, dass dieser soetwas macht, weiß ich nicht) zu bezahlen, das Kind abzutreiben.

Ich wurde nicht gefragt, was ich will, und massiv unter Druck gesetzt. Wie ich mich selbst wohl frei entschieden hätte, das kann ich heute nicht sagen.

Mir wäre von rechts Wegen eine Beratung zugestanden.

Der Frauenarzt und meine Mutter haben mir schließlich gesagt, dass das Kind sowieso nicht gesund sei.

Dass das nicht stimmte, weis ich, weil meine Mutter es Jahre später in einem Streit mal als "Waffe" verwendet hat: " Das Kind damals war übeigens ganz gesund, nur dass du es weißt." Aber das ist eine andere Geschichte.

An jenem traurigen Morgen war ich schon in der 14. Schwangerschafttwoche.

Meine Mutter hat mich auf dem Weg zur Arbeit bei diesem Arzt abgesetzt. In meiner Hand ein Briefumschlag mit 4000 DM.

Das weiß ich, weil ich im Aufzug auf dem Weg zum Arzt hinein gesehen habe.

Der Arzt legte mir nach der Geldübergabe ein Medikament vor die Cervix (vermutlich um diese für den Eingriff vorzunereiten), und ich musste mich für zwei Stunden zwischen all die ahnungslos Wartenden ins Wartezimmer begeben.

Ich glaube ich muss nicht sehr detailliert beschreiben, was dann mit mir auf diesem gynäkologischen Stuhl gemacht wurde.

Es gab keine Betäubung, auch keine Örtliche.

Als ich zu schreien begann wurde ich von zwei Helferinnen an Armen und Beinen festgeschnallt, und mir wurde immer wieder der Mund zugehalten.

1992 mitten in Deutschland, während dem ganz normalen Praxisbetrieb einer Frauenarztpraxis einer Kleinstadt.

Wie lange das Ganze ging, kann ich nicht sagen.

Aber ich kann mich neben unglaublichen Schmerzen und schlimmen Geräuschen, an das Gefühl erinnern, dass irgendwas in mir, in meiner Seele zersprungen, und dann verschwunden ist.

Danach musste ich mir den Inhalt meiner Gebärmutter ansehen, " damit ich so etwas nicht wieder mache".

Ich kann mich an eine winzige Hand erinnern

Als ich danach auf der Toilette war, habe ich in den Spiegel gesehen. Habe mir selbst in die Augen gesehen, und habe festgestellt dass mir nun ein anderer Mensch entgegenblickt.

Mein Freund hat mich abgeholt, als seine Schule zu Ende war.

Antworten
h ag-tysCja


es tut mir unglaublich leid für dich. so etwas hat niemand verdient.

was deine eltern dir damals angetan haben ist unrecht und krank.

@:)

S<heiilagxh


...und dennoch bin ich weiterhin freundlich zu Ihnen. :°(

Sghejilaqgh


Ihnen klein, soll keine Anrede sein, sondern meine Eltern meinen.

SRhei@lagxh


Ich weiß gar nicht so recht, was ich damit will das hier aufgeschrieben zu haben.

Vielleicht will ich einfach nur einen Ort haben, an dem diese Geschichte existieren darf.

d}an=aex87


Aber das musst du nicht sein. Du kannst und darfst wütend sein, unendlich wütend und es wäre völlig in Ordnung nie wieder mit ihnen ein Wort zu wecheln.

Und natürlich gibt es sowas. Irgendjemand findet sich immer, der alles mögliche für Geld tut.

h>ag-ty>sja


du darfst mich auch siezen, das ist in ordnung ;-)

vielleicht muss es aufgeschrieben sein, damit es real existiert und mehr ist als eine erinnerung im kopf.

und richtig, du hast jedes recht, nicht mehr freundlich zu ihnen zu sein. elternsein berechtigt nicht dau, über das kind, seinen körper und dessen wege zu "ihrem besten" zu verfügen.

fIelis} marugarita


Es ist schrecklich, was dir deine Eltern angetan haben. Es tut mir sehr, sehr leid. :)*

Warst du deswegen schon einmal in Therapie?

S>heilxagh


Danke.

Also direkt deswegen als zentrales Thema nicht.

Hatte allerdings lang und immer wieder mit Angst/ und Panikattacken zu tun.

Deshalb war ich in Therapie.

M0aerUad


Manchmal muss man einfach nur alles mal rauslassen. Ohne dafür beurteilt oder gar verurteilt zu werden. Was ich über Deine Eltern denke schreibe ich lieber nicht, man kann es sich denken.

:)* Viel Kraft für Dich. Wie Du mit Deinen Eltern weiter umgehst ist Deine Entscheidung alleine, da wird sich niemand einmischen. Auch hier steht es niemandem an das zu bewerten. Deshalb sage ich auch nichts weiter, ausser, dass ich es gelesen habe und sehr erschüttert bin.

Ich habe Dich wahrgenommen, Dich und Deine Geschichte. @:)

SHunf\lowRer_7x3


Schließe mich danae und Maerad an...

Es tut mir unendlich leid, was Dir da passiert ist. Es muss aber nicht totgeschwiegen werden und DU musst Dich nicht schämen. Es war völlig verkehrt, sowohl von Deinen Eltern als auch von dem Arzt.

Und ich denke, Du solltest doch mehr Verarbeitung anstreben. Und auch für Dich klären, warum Du bis heute schluckst, freundlich bist - statt FÜR DICH einzustehen.

Aber erst einmal: Danke für Deinen Mut & Deine Offenheit! :)_ :)* :)_

ttaJtua


Es tut mir so leid, dass du so etwas durchmachen musstest.

Ich kann es kaum fassen, dass so etwas in den 90ern in DE immer noch geschehen ist.

Es hätte so viele bessere Möglichkeiten gegeben dir zu helfen.

Die Handlungen des Arztes finde ich nicht nur kriminell sondern regelrecht sadistisch.

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