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Depressionen oder "Teenie-Schwankungen"?

pxrojtecvtpandxa hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Fremden,

manchmal muss man seine Gedanken, Ängste und all den Frust mal loswerden. Dies soll zwar keine Lebensgeschichte sein, doch ein paar Eckdaten sind schon wichtig. Ich, weiblich, 18 Jahre alt, ohne größere Familienprobleme, nie wirklich selbstverletzend gewesen, eher gut in der Schule und schon recht clever, denke, dass ich seit mehr oder weniger drei Jahren Depressionen habe. Momentan in einer Fernbeziehung, doch auch in der Beziehung sowie nach der Trennung vom (jetzt) Ex-Freund war es nicht anders. Andauernd geht es mir schlecht, ich komme nicht mehr aus dem Zimmer oder an schlechten Tagen aus den Bett. Ich schlafe entweder zuviel oder zu wenig, in ungesunden Mengen. Keine manischen Phasen, nur manchmal mehr und manchmal weniger 'alles doof'. Nun hatte ich seit drei Jahren Probleme aber es war nie sonstwie beeinträchtigend... Doch jetzt mit zunehmendem Stress in der Schule (13te Klasse, Endsprint zum Abitur) wird es immer schlimmer. Was besonders auffällt und beeinträchtigt sind Schlaf- und Konzentrationststörungen. Dies ist bei fünfstündigen Probeabi-Klausuren fatal. Bei ausnahmslos jeder Notenbesprechung für dieses Semester wurde mir gesagt ich hätte nachgelassen, obwohl in die Schularbeit mehr Zeit und Kraft einfloss als es jemals vorher passiert ist. Ich weiß nicht mehr was ich tun soll... Daher der Gang zum Hausarzt. Ich schilderte meine Probleme und wagte dabei nicht die Worte "Depressionen" auszusprechen da meine Mutter mir von klein auf beibrachte, dass Ärzte Selbstdiagnosen hassten. Ich hoffte also auf Kompetenz während besagte Ärztin mich nach meinem Schulstress und meiner Beziehung ausfragte. Ich bat von vornherein um ein Blutbild, ich hatte eh Angst dass etwas mit meiner Schilddrüse nicht stimmt. Besagter Bluttest wurde auch gemacht, ohne nennenswerte Ergebnisse. Kein Vitaminmangel, Hormone ok, Schilddrüse ok. Doch dieser wurde erst nach dem Gespräch gemacht und war dafür noch nicht relevant. Die Ärztin ging sehr auffällig auf meine 'Lernzeit' ein und sagte mir ich solle mehr Sport machen uund generell auch mal eine Pause vom Lernen. Nun, dazu fehlt die Motivation. 'Lernen' ist auch immernoch eher nur vor'm PC sitzen und sich stressen weil man noch nicht angefangen hat. Die Lösung war mehr Bewegung, weniger Lernen sowie zur Unterstützung 'Sedariston-Tropfen' zum Einschlafen. Wie gut sie wirken... Nun, ich schreibe dies um 01:18 Uhr, das darf jeder selbst entscheiden. Ich bekam außerdem den Kommentar, dass jeder Teenager mal durch so eine Phase gehe.

Nun... Diese Phase hält seit über 3 Jahren an und es wird schlimmer, so schlimm dass sogar ich Schisser mal zum Arzt gegangen bin. War mit meiner Angst davor sogar sehr offen, dies schien jedoch an ihren Ohren vorbei gegangen zu sein. Doch das lässt mich jetzt hier stehen, ziemlich alleine, ziemlich ratlos.

Ist das wirklich nur eine Phase und bilde ich mir nur ein da wäre etwas?

Woher weiß ich dass ich krank bin?

Wer entscheidet das?

Wie groß ist der Anteil dieser Krankheit an meiner Persönlichkeit? (Aka bin ich auch ein Grufti ohne Depressionen? ]:D )

Ich fühle mich allein, trotz verständnisvoller Umgebung, allein da keiner wirklich versteht wie es mir geht.

Und wenn ich mir schon albern vorkomme zu sagen, dass alle 'Depressionstests' bei mir schwere Depressionen 'diagnostizieren' oder dass ich einen Verdacht auf Asperger habe, wie soll ich dann einer Ärztin sachlich erklären , dass meine Suizidgedanken immer schlimmer werden? Nicht, dass ich ernsthaft darüber nachdenke, nur werden die 'alles wäre einfacher wenn es mich nicht geben würde'- Gedanken immer häufiger und erschreckender.

Kurzgefasst, ich habe Angst. Angst nicht ernstgenommen zu werden. Angst, albern zu sein - Krebspatienten geht es doch viel schlechter, oder?

Antworten
LiuciF3x2


Für eine Depression tickst du einige Kästchen. Klingt schwer danach.

Du brauchst für einer Therapie keine Überweisung. Du kannst einfach alle Therapeuten in deiner Nähe anrufen und nach Plätze fragen. Da du 18 bist, gehen Jugend sowie Erwachsenetherapeuten.

Sport kann deutlich helfen aber du musst überlegen, ob das dir alleine ausreicht.

mvnxef


Dies ist bei fünfstündigen Probeabi-Klausuren fatal.

Mach dir da mal keinen Stress, ich habe vor jeder Abiklasur 0-2 Stunden geschlafen. Es geht dann trotzdem..

ei ausnahmslos jeder Notenbesprechung für dieses Semester wurde mir gesagt ich hätte nachgelassen

So stark, dass du durchzufallen drohst? Wenn nein: Willst du etwas machen, wofür man einen super Schnitt braucht? Wenn auch nein: Dann mach jetzt bis zum Ende so weiter und in 10 Jahren juckt es niemanden mehr, ob du deinen Schnitt kurz vor Ende noch um 0,x verschlechtert hast.

Ist das wirklich nur eine Phase und bilde ich mir nur ein da wäre etwas?

Einbilden tust du es dir sicherlich nicht. Für mich klingt es ein bisschen so, als würden sich da langsam Existenzängste einschleichen. Evtl. auf eine ohnehin schon eher ängstliche, gestresste, traurige Laune oben drauf. So geht es sehr vielen kurz vor einem neuen Lebensabschnitt (sprich vor Abi/Ausbildungsende/Uni).

Woher weiß ich dass ich krank bin?

Wer entscheidet das?

Letztlich du selbst.

ohne größere Familienprobleme

Aber kleinere...?

nie wirklich selbstverletzend gewesen

... und unwirklich? Gab es SVV oder nicht und wenn ja, ist das noch ein Problem oder Geschichte?

Ich schlafe entweder zuviel oder zu wenig, in ungesunden Mengen.

Ja, das ist beides Gift, wenn die Grundstimmung eh schon nicht so toll ist. Da hilft aber letztlich nur Disziplin, auch wenn das leichter gesagt als getan klingt, aber bei schwankenden, ungesunden Schlafrhytmen kann man sich letztlich nur so selbst helfen.

Daher der Gang zum Hausarzt. Ich schilderte meine Probleme und wagte dabei nicht die Worte "Depressionen" auszusprechen da meine Mutter mir von klein auf beibrachte, dass Ärzte Selbstdiagnosen hassten.

Tun sie auch, aber nur, wenn da jemand vor ihnen sitzt, der null Plan hat und alles besser weiß oder der Arzt einen Schatten hat ;-D Ansonsten ist es durchaus möglich, seine Befürchtungen auch anzusprechen. Gerade bei psychischen Sachen sind Ärzte oft sogar froh, wenn der Patient da selbst ein Problembewusstsein hat, die meisten sperren sich dagegen eher ("Ich bin doch kein Irrer"). Wenn man selbst schon an Depression denkt, dann liegt man damit wahrscheinlich gar nicht mal so falsch.

Ich hoffte also auf Kompetenz während besagte Ärztin mich nach meinem Schulstress und meiner Beziehung ausfragte.

Ja, naja, ich würde man sagen, dass sie als Hausärztin auch nicht wirklich drauf spezialisiert ist. Jugendliche werden da mit Ärger in der Schule und Liebeskummer (=Emophase) gleichgesetzt und das wars. Wenn du meinst, dass es bei dir evtl. nicht nur so ne Phase ist, kannst du dir ruhig mal die Meinung eines Therapeuten einholen.

Ich bat von vornherein um ein Blutbild, ich hatte eh Angst dass etwas mit meiner Schilddrüse nicht stimmt. Besagter Bluttest wurde auch gemacht, ohne nennenswerte Ergebnisse. Kein Vitaminmangel, Hormone ok, Schilddrüse ok.

Weißt du zufällig, was genau bestimmt wurde oder hast sogar einen Ausdruck mit den Werten da? Manchmal heißt es auch "alles ok", obwohl nur ein paar grobe Werte bestimmt wurden, die NICHT ausreichen.

Vitamin D spielt z.B. bei Depressionen auch eine Rolle und wird bei den meisten Blutbildung-Check-Ups nicht einfach so mitbestimmt, ohne dass man es explizit verlangt.

Nimmst du die Pille? Sonstige Medikamente?

mknexf


Blutbildung

ohne - ung. War noch zu sehr gedanklich beim Abithema ;-D ;-)

pIr?ojYectpaxnda


@ Luci32

Danke dir. Ich denke ich werde mir das als guten Vorsatz für 2018 nehmen, hatte bisher zu viel Angst.

@ mnef

Danke auch dir!

Bin grade durch mit den 5h-Klausuren mit jeweils mindestens zwei Stunden völligem Gehirnmatsch und null Konzentration. Ich würde mich freuen wenn ich mein Gehirn malwieder richtig nutzen könnte... Völlig verhauen tut mir das den Schnitt momentan nicht, ich hab jetzt schon locker die Punkte zusammen die ich in meinen Kursen brauche. Das einzige wo's richtig schlecht aussieht ist Mathe, aber man kann ja auch nicht in allem gut sein! ;-)

Existenzängste... Ich weiß nicht. Bei mir ist eigentlich geklärt was ich nach der Schule machen möchte, das ist nicht das Problem. Es ist eher aufregend als beängstigend.

'Kleinere' Familienprobleme, ja definitiv. Aber wer hat die nicht? Fühle mich öfters nicht verstanden, gerade wenn es um meine Beziehung geht. Mittlerweile hat sich das meiste geklärt und ich hatte ein paar ganz tolle Gespräche mit meiner Mutter, Qualitätszeit beim bummeln oder spazierengehen usw. Ist in Arbeit und auf einem sehr guten Weg! :)

Geringere Selbstverletzungen gab es immer, gerade da ich auch mit Aggression/Frustration zu kämpfen habe, da wurde schon öfters die Hand oder der Kopf gegen irgendwas gehauen. Aber ich war meist so clever dass es zwar blaue Flecken gab aber keine Narben. Sagen wir es so - wenn ich einfach meinen Ärmel hochziehen könnte wäre es einfacher es den Ärzten zu erklären. Noch ein Grund weshalb ich Angst habe das mir keiner glaubt... Auch wenn es albern ist, es ist ja kein Mensch gleich, doch ritzen ist und bleibt ein Stereotyp.

Den Ausdruck der Werte möchte ich mir noch besorgen, ich hatte den gleichen Gedanken. Hab's durch den Stress aber nich nicht geschafft. Vielleicht war aber auch das nachmittagliche Schlafen schuld... Soviel zur Disziplin! Aber wenn einem in dem Moment alles egal ist ist es halt schwer. Genau das Gleiche mit Hobbies, meine Reitbeteiligung ist definitiv zu kurz gekommen. An richtigen Sport ist eh nicht zu denken, soll zwar gegen Depressionen helfen aber wenn man es nicht mal bis dahin schafft ist das nicht so hilfreich.

Die Pille habe ich noch nie genommen, dafür aber den Nuva-Ring. Der letzte davon ist seit circa 1,5 Jahren raus, in der Hoffnung dass es mir danach besser geht, Fehlanzeige. Danach dann ungefähr 7 Monate ohne alles und inzwischen habe ich eine Kupferspirale ohne Hormone. Das kann's also nicht sein.

Danke nochmal für die schnellen Antworten! @:)

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