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Ängste gegenüber Frauen – VT hat nicht geholfen

S&chükcht;ernerx89 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

mein Problem ist recht banal: Ich traue mich nicht, Frauen "in romantischer Absicht" anzusprechen, d.h. ihnen zu zeigen, wenn ich interessiert bin, sie nach einem Date zu fragen, zu flirten und dergleichen.

Woran das genau liegt, kann ich leider auch nicht sagen (sonst wäre ich wohl weiter), aber ich denke, es läuft darauf hinaus, dass ich den Wunsch, auf Frauen zuzugehen, als absolut "moralisch verwerflich" verinnerlicht habt, und mir zudem jedes Mal, wenn ich mit dem Gedanken spiele, eine Frau anzusprechen, mir Horrorvorstellungen ausmale, was alles passieren könnte.

Sehr gut zusammengefasst wird meine diesbezügliche Gedankenwelt in diesem Comic:

[[https://xkcd.com/642/]]

Dass es dazu sogar einen Comic gibt, der mein Problem beschreibt, hatte mich eigentlich zuversichtlich gemacht, dass das Problem sehr gut bekannt und therapierbar wäre, aber leider war das nicht so.

Weil ich noch einige andere Probleme hatte, habe ich mich vor einiger Zeit an eine Verhaltenstherapeutin gewandt, die mir eine soziale Phobie diagnostiziert und mich dahingehend therapiert hat. Die soziale Phobie hat sich durch die Therapie durchaus gebessert, aber das Problem mit Frauen ist geblieben. Es war recht offensichtlich, wie sie sich diesbezüglich an mir "die Zähne ausgebissen" hat, weil ich mich einfach nicht von meinen Überzeugungen abbringen ließ.

Während ich in Therapie war, hatte ich eine kurze "Beziehung" mit einer Frau, die ich über Online-Dating kennengelernt hatte, aber viel gelaufen ist da nicht, und verschwunden ist das Problem dadurch auch nicht – ich habe so die Neigung, mir stets die schüchternsten Frauen auszusuchen, die ich finden kann, und bei denen ich mich eigentlich nicht wundern muss, dass es nichts wird.

Tja, und wahrscheinlich ist wenig verwunderlich, dass die #metoo-Kampagne mich in meinen irrigen Überzeugungen noch weiter bestätigt hat. Jedenfalls bin ich mittlerweile ziemlich verzweifelt und frage mich, ob ich doch noch irgendwo Hilfe bekommen kann, oder ob ich an dem Punkt bin, wo ich einfach akzeptieren sollte, dass es mit mir und Frauen nichts wird.

Antworten
d=an}aei8x7


Nun, niemand kann in deinen Kopf fassen und dich ändern. Das geht nur wenn du bereit bist deine Überzeugungen in Frage zu stellen, auf die Probe zu stellen und zu revidieren. Ein Therapeut ist kein Magier.

Snchü]chternBer89


Nun, im Prinzip weiß ich ja, dass meine Überzeugungen Quatsch sind, aber irgendwie gehen sie trotzdem nicht aus meinem Kopf raus.

Ich denke, meine Probleme liegen darin begründet, dass ich ein sehr negatives Bild von Sexualität habe. Um daran etwas zu ändern, müsste mir da wohl mal jemand den Finger in die Wunde legen. Leider ist das in meiner Verhaltenstherapie nicht passiert, und ich weiß auch nicht, ob eine Verhaltenstherapie dafür wirklich der richtige Ansatz ist.

djanae_8x7


Na ja, eine Verhaltenstherapie greift ja aktuelles auf, und Sex scheint nicht aktuell zu sein. Alles andere muss man schon ansprechen damit es Thema wird. Es könnte aber auch sein, dass da erstmal Ursachenforschung angesagt ist, also tiefenpsychologie.

S&chü[chternewr8x9


Ja, das war auch mein Eindruck, dass die Verhaltenstherapie nur an der Oberfläche gekratzt hat. Allerdings war ich zum Abschluss der Therapie ja noch in einer "Beziehung", und irgendwie dachte ich, das würde klappen und meine Probleme wären damit gelöst. Dass es sich wahrscheinlich um ein sexuelles Problem handelt, ist mir selbst erst vor kurzem bewusst geworden. In der Therapie war das nie ein größeres Thema, und ich habe es auch nicht von mir aus angesprochen, weil es mir unangenehm war.

Über Tiefenpsychologie muss ich mich erst mal informieren. Ich hatte mich damals für eine Verhaltenstherapie entschieden, weil das ein Konzept war, was mir intuitiv zusagte. Zuvor war ich bei einer psychologischen Beratungsstelle, wo die Therapeutin es viel mit Metaphern und Autosuggestion probiert hat; das hat bei mir leider gar nicht gewirkt.

d9anaex87


Mh, ne, das ist nicht unbedingt typisch für tiefenpsychologie. Es könnte aber auch eine Verhaltensthema zu dem neu aufgekommenen Thema tun. Muss man gucken.

MAae0rad


Das wird das Problem sein, in der Theorie weißt Du alles, hast aber keine Möglichkeit es praktisch anzuwenden.

gehen wir mal von dem Fall aus es schlägt der Watzlawiksche Hammer zu und der worst case tritt ein (und so zickig wie die junge Dame in dem Comic sind wir Frauen nicht - und wenn dann wüsstest Du , dass das NICHT die richtige ist - sie disqualifiziert sich in dem Comic, nicht er!): Was wäre der worst case?

a.) sie dreht sich um und geht wortlos weg?

b.) sie lacht dich aus

c.) sie sagt dir, dass du sie in Ruhe lassen sollst

oder was schwebt Dir für ein worst case Szenario vor?

Und wenn es das schon ist wie in a-c, was genau passiert Dir dann? Richtig....nichts. Du bist dann genau da, wo Du vorher warst, ausser dass Du dann weißt, dass diese eine Frau kein Interesse hat.

Und vor allem: Interesse an was denn? Man kommt ja nicht gleich mit dem Verlobungsring um die Ecke, man will sich doch erstmal kennenlernen, deshalb würde ich über Beziehung und Sex arstmal gar nicht nachdenken. Guck mal erst ob die Dame Dir überhaupt zusagt. Führt ihr gute Gespräche? Habt ihr gleiche Interessen? DAS ist am Anfang wichtig, sonst kann man es gleich knicken.

Wenn später eine Vertrauensbasis geschaffen ist klappt es sicher auch mit der Sexualität. Und wenn Du meinst das vorher "üben" zu müssen, Dich aber nicht an einen ONS traust, wäre dann evtl. ein Besuch bei einer Prostituierten etwas?

d#anTae87


*anmerkung: In dem Comic ist sie in Wahrheit traurig weil er sie nicht anspricht, alles andere da findet nur in SEINEM Kopf statt.

M%aleraxd


Stimmt, womit wir wieder beim Watzlawikschen Hammer wären. Oder auch: Die Anleitung zum Unglücklichsein. ;-)

S|ch#üch9tern|er8x9


Der "Witz" ist ja, dass es eigentlich vollkommen egal ist, wie die Reaktion ausfällt. Ich habe schon mal eine Frau angesprochen, sie hat höflich abgelehnt, und obwohl es keinerlei Anzeichen gab, dass sie mir dafür irgendwie böse gewesen wäre, fühle ich mich auch über ein Jahr später jedes Mal schuldig, wenn ich sie sehe.

Ich finde durchaus, dass das Ansprechen einer Frau etwas sexuelles an sich hat. Wenn nicht von vornherein klar ist, dass es nur um Freundschaft geht, spreche ich eine Frau ja deshalb an, weil ich sie irgendwie attraktiv finde; wenn man das zu Ende denkt, landet man irgendwann zwangsläufig bei Sex. Zwar versuche ich deshalb üblicherweise, meine Absichten erst mal zu verbergen und sie als Mensch kennenzulernen, aber besonders zielführend ist die Strategie nicht ("Friendzone"), und irgendwie ist es ja auch unehrlich.

Häufig versuchen Menschen ja, durch "spielerisches Flirten" herauszufinden, ob sie zueinander passen, aber diese Wortkombination ergibt für mich absolut keinen Sinn... Der Begriff "Flirten" impliziert ja ganz klar eine gewisse sexuelle Komponente, und dementsprechend assoziiere ich es eher mit einem Minenfeld als mit etwas, was Spaß machen soll.

d.ana3e8x7


Na, aber Sex sollte ja Spaß machen und ist ja was schönes. ;-D ;-D

H,ancxa


Schüchterner89 was sind denn deine Überzeugungen, die du in der Therapie nicht losgeworden bist?

Kannst du die benennen?

SPchücVhteirnerx89


@ Hanca:

Im wesentlichen, dass männliche Sexualität (und damit insbesondere meine eigene) etwas verachtenswertes darstellt. Ich gehe davon aus, dass ich, wenn ich gegenüber einer Frau Interesse signalisiere, sie damit grundsätzlich beleidige. Außerdem sehe ich mich in der Pflicht, Berührungen gegenüber Frauen möglichst zu vermeiden, und stets darauf zu achten, dass ich sie nicht durch Blicke auf die falschen Körperstellen belästige.

Interessanterweise fallen mir freundschaftliche Kontakte zu Frauen relativ leicht, aber ich zwinge mich auch hier zur Zurückhaltung, um nicht in den Verdacht unlauterer Absichten zu geraten.

Zwar hätte ich es damals sicher noch nicht so formuliert, aber ich glaube, im Kern habe ich die derartige Gedanken seit Beginn der Pubertät.

HQan?cxa


Im wesentlichen, dass männliche Sexualität (und damit insbesondere meine eigene) etwas verachtenswertes darstellt.

Das ist natürlich eine sehr ungesunde Einstellung.

Darum würde ich dir raten, mal eine Hypnosetherapie zu machen.

Das wird auch von der Krankenkasse bezahlt, wenn der Therapeut eine Krankenkassenzulassung hat.

Solche ungesunden Einstellungen sind meistens tief im Unterbewusstsein verankert.

Da kommt man mit Reden und Verhaltenstherapie nicht ran.

Da ist die Hypnose besser geeignet.

S:chücNhterxner89


Danke, ich werde mich informieren.

Ehrlich gesagt überrascht es mich bereits, von einer Frau zu hören, dass sie männliche Sexualität nicht verachtet. Ich hätte sonst mehr oder weniger ernsthaft angenommen, dass Frauen männliche Sexualität allenfalls als "nützliches Übel" in Kauf nehmen.

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