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Wieso bekommen Neuroleptika eine Arzneimittelzulassung ?

hGikleixnes


Klar. Aber es werden auch die falschen Beine amputiert und unschuldige lebenslang als Mörder inhaftiert. Das passiert. Solange der menschliche Faktor involviert ist - also Entscheidungen von Menschen getroffen werden - wird es zu Fehlern kommen.

Hier geht es ja aber um eine strukturelle Kritik. Dass es "so wie es läuft" nicht richtig sei.

mRnexf


Früher hat man randalierende, tobende und somit gefährliche Patienten fixiert, eingesperrt - Gummizelle, Zwangsjacke.

Heutzutage werden diese Patienten mit Medikamenten ruhiggestellt. Das ist doch ein Fortschritt.

Fixierung gibt es auch heute noch, wenn auch seltener als in vergangenen Tagen.

Ich rage mich schon seit ewigen Zeiten, wieso Kritik an der Psychiatrie und den Medikamenten fast ausschließlich von psychisch Erkrankten kommt.

Das ist auch nicht richtig. Diese Kritik kommt genauso von Leuten, die nie in der Psychiatrie saßen sowieso von Ärzten und Fachpersonal. Nur schreiben die nicht solche undifferenzierten Kram in Foren.

Es kommt aber so gut wie nie vor, dass sich Angehörige, oder Freunde eines psychisch Erkrankten über die Psychiatrie und deren Medikamente beschweren.

Doch. Wie kommst du darauf, dass das so gut wie nie vorkäme, was ist da der Maßstab!?

Ich rege mich immer auf, wenn Laien dann auf den Zug "Ich bin vollkommen gesund, und böse Richter haben mich in die Geschlossene gebracht, um mich auszuschalten" aufspringen.

Da brauchst du dich nicht aufregen, das gab es bereits, das gibt es bereits und es gibt auch kerngesunde Fachleute, die dir bestätigen, dass viele Diagnosen und folglich EInweisungen falsch sind. Bei Interesse einfach mal googlen. Wenn du diese Stimmen komplett ignorierst und auf deinem Standpunkt oben im Zitat beharrst, dann bist du selbst eine solche Person, die in ihrer eigenen Welt lebt und und Fakten nicht wahrhaben will ;-)

rirc201x7


Wobei man durchaus sagen kann - gerade den TE finde ich da sehr beispielhaft.

Das, was ihm passiert ist, kommt mir in der Tat nicht gut vor, und völlig übertrieben von den Ärzten. Andererseits erkennt man ein heftiges Baden in der Opferrolle bei so einigen Aspekten, was ebenfalls nicht gut ist. Also keine Spur von "die Wahrheit liegt in der Mitte" sondern hin und hergerissen zwischen den Extremen. Das bringt natürlich auch nichts.

Was die strukturelle Kritik angeht würde ich halt auch nicht unbedingt sagen dass es so, wie es läuft, wirklich gut ist. Nur "nicht so schlimm wie behauptet". Aber da ist schon noch Luft nach oben. Aber ist wohl auch ein rein statistisches Problem. Viel zu viele psychisch Kranke als das unser Gesundheitssystem jeden davon adäquat vesorgen könnte. Gerade menschliche Zuwendung dürfte DER Faktor überhaupt sein und gerade der kommt viel zu kurz.

Und ja, ich kenne auch eine psychose-Patientin wo ich das Gefühl habe, die ganzen Medikamente haben ihr alles in allem mehr geschadet als die Psychose an sich, und dass man diese auch mit einer Gesprächstherapie in den Griff hätte bekommen können (wobei es fraglich ist, m.M. nach, obs überhaupt eine "richtige Psychose" ist).

Hier kann man noch den Film "a beautiful mind" in die Waagschale werfen.

Neuroleptika sind zumindest ein gravierender Eingriff in den Hirnstoffwechsel und wenn man es irgendwie schafft, ohne auszukommen, ist das besser, daran dürfte kein Zweifel bestehen.

Bdat er WU.


Gerade menschliche Zuwendung dürfte DER Faktor überhaupt sein und gerade der kommt viel zu kurz.

Ja, menschliche Zuwendung ist sicher IMMER wichtig, aber ob sich damit psychiatrische Erkrankungen heilen lassen?

Es würde doch auch niemand auf die Idee kommen, dass sich ein Herzinfarkt nur durch freundliche Worte heilen lässt.

rUr20x17


Ja, menschliche Zuwendung ist sicher IMMER wichtig, aber ob sich damit psychiatrische Erkrankungen heilen lassen?

bei allem, was "diesseits des Wahns" ist, ist es mit Sicherheit ein sehr sehr wichtiger Faktor. "jenseits" vom Einzelfall abhängig aber auch hier verspüre ich bei den Betroffenen vor allem den Wunsch, als Mensch verstanden und ernst genommen zu werden.

Beispiel Herzinfarkt - Risikopatient mit Bluthochdruck und ungesundem Lebenswandel geht zum Arzt, wird eher kurz und von oben herab behandelt, bekommt Betablocker, nimmt die und "gut". Später kommt der Infarkt (weil der ungesunde Lebenswandel beibehalten wurde). Anderes Szenario - Arzt nimmt sich Zeit, geht auf den Patienten ein, macht ihm klar dass er zuerst seinen Lebenswandel ändern muss (Sport, fettes Essen, Rauchen..), dann erst evtl Medikamente, Patient fühlt sich gut behandelt und motiviert, dies in Angriff zu nehmen, schafft es, Infarkt bleibt aus.

Das Beispiel ist nicht fiktiv sondern die Geschichte meines Vaters (erstes Szenario, aber er hats gut überstanden).

Buater xW.


Und der Kranke muss die Zuwendung, Hilfe, Gespräche natürlich auch annehmen können bzw. wollen.

So einfach ist es leider nicht, dass man mit PSYCHIATRISCHE Erkrankungen nur mit Liebe heilen kann.

mSnef


- Arzt nimmt sich Zeit, geht auf den Patienten ein, macht ihm klar dass er zuerst seinen Lebenswandel ändern muss (Sport, fettes Essen, Rauchen..), dann erst evtl Medikamente, Patient fühlt sich gut behandelt und motiviert, dies in Angriff zu nehmen, schafft es, Infarkt bleibt aus.

Wobei da aber auch so viele Patienten dermaßen empfindlich reagieren, dass ich teilweise auch nachvollziehen kann, wenn Ärzte das für vergebene Liebesmüh halten. Kenne etliche Leute, sowohl in Foren als auch im Reallife, die sich mächtig aufregen, wenn der Arzt sie z.B. auf ihr Übergewicht anspricht. Frechheit! Deshalb war ich nicht da! Der soll sich mal angucken ey, er ist hässlich ich bin dich, ich kann abnehmen, was macht er ??? Ich will gar kein Hungerhaken sein!!! Bok bok bok bok

EBhemali,ger NutSzer #(#616`263)


Antworten auf die Seite 2:

Heutzutage werden diese Patienten mit Medikamenten ruhiggestellt. Das ist doch ein Fortschritt.**

Jup, statt physischer Freiheitsberaubung wird man nun innerlich eingesperrt. Echt guter Fortschritt Daumen hoch.

Es kommt aber so gut wie nie vor, dass sich Angehörige, oder Freunde eines psychisch Erkrankten über die Psychiatrie und deren Medikamente beschweren.**

Jup, weil die auch nicht in den Kopf des Patienten hineinsehen können.

Weil bei diesen Patienten keine Krankheitseinsicht vorliegt, was zu manchem Krankheitsbild dazugehört.**

Ich weiß dass ich krank bin, aber das in der Psychiatrie, das war ja nur noch ein großes Chaos dort.

E5hema^lige]r NutYzer r(#616x263)


Hmm dieses Zitatedingens scheint bei mir nicht zu funktionieren, wäre auch schön, wenn man die Buttons mit den kryptischen Symbolen mal benennen würde.

Fixierung gibt es auch heute noch, wenn auch seltener als in vergangenen Tagen.

Als ich in der geschlossenen war, Akutstation gabs 3 Fixierbetten, die oftmals auch komplett belegt waren.

Nur schreiben die nicht solche undifferenzierten Kram in Foren.

Wo denn sonst, wenn nicht in einem Medizinforum ?

Hier kann man noch den Film "a beautiful mind" in die Waagschale werfen.

Ja, der ist echt gut.

Dieses Thema und alle von mir erstellten Antworten bezüglich der Psychiatrie spiegeln nur meinen Stand des Wissens, persönliche Erfahrungen und Eindrücke dar. Ich bin Informatiker und kein Medizinprofi.

Pklüschb]iesxt


Es kommt aber so gut wie nie vor, dass sich Angehörige, oder Freunde eines psychisch Erkrankten über die Psychiatrie und deren Medikamente beschweren.

Hier in diesem Forum liest man so gut wie nie von Angehörigen oder Freunden Kritik an der Psychiatrie oder den

Medikamenten.

P'lüscUhbiexst


Diese Klammern brauchst du zum zitieren.

Wenn du einen Satz markierst, er blau wird, dann musst du nur noch auf die Klammern drücken.

Die sind direkt UNTER dem F:

I_cho_Txolot


> > und < <

Ohne die Leerzeichen dazwischen.

LVichptAmHoxrizont


Ich glaube, eine richtige Psychose bekommt man nicht mit Gesprächstherapie in den Griff…

Und je nach Ausprägung der Psychose beißt man mit Zuwendung manchmal auch einfach auf Granit.

Ich habe selbst keine Psychiatrie-Erfahrung und "kenne" Kliniken nur als Besuch. Mein Eindruck ist: Man gibt sich dort wirklich Mühe, aber mit den vorhandenen Mitteln (und Personal) kann man dort einfach nicht jedem gerecht werden. Und was manchen "Zombie", den ich in der Geschlossenen gesehen habe, betrifft, weiß ich einfach nicht, ob der Grund die Erkrankung oder die Medikamente waren (oder beides). Was ich mich frage, ist, wie man als grundsätzlich Normaler der z.B. aufgrund eines Suizidversuchs in der Geschlossenen landet, dessen Verstand aber normal tickt zwischen lauter schwer Gestörten heilen soll. Aber es geht wohl einfach nicht anders.

Zwangsfixierung habe ich als Besucher in der Geschlossenen nur in Form von Einsperren im Zimmer mitbekommen…

Bcater xW.


Hier in diesem Forum liest man so gut wie nie von Angehörigen oder Freunden Kritik an der Psychiatrie oder den Medikamenten.

Ja, weil die Angehörigen eine Verbesserung - zumindest von außen - bemerken.

Und natürlich auch durch den Psychiatrie-Aufenthalt des Erkrankten entlastet werden.

Sie wissen den Kranken in Facharzt-Händen und können selbst wieder ein bisschen Atem schöpfen.

@ Beautiful mind

Naja, ein Hollywood-Film. Solche Filme prägen unser Bild von der deutschen Psychiatrie im Jahr 2017. Das ist nicht gut.

P&lüsc0hbAiest


Die Menschen in der Psychiatrie stehen unter dem Einfluss von Neuroleptika.

Die wirken da ganz anders, als "draußen" in der akuten Psychose.

Da kann man als Mitpatient doch gar nicht sagen, wieso bekommt der Neuroleptika, der ist doch voll harmlos?

Du weißt da doch gar nicht, wie die Menschen drauf sind, wenn sie kein Neuroleptika nehmen.

Singen im Speisesaal ist sicher harmlos, aber so etwas kann auch ein Anzeichen dafür sein,

dass da noch was anderes "nachkommt".

Das kannst du als Neuling nicht wissen, das Personal was die Patienten ständig vor Augen hat aber schon.

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