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Ist "psychisch krank sein" in Mode?

e+sWta1


Ich bin mir nicht ganz sicher, inwiefern dein Beitrag eine Antwort auf meinen ist...? ;-D z

Na ja früher war es halt egal, da hat man abends zusammen gesoffen und war nicht so an Weiterentwicklung interessiert und heute versucht man sich zu verbessern und zu optimieren. Die Kinder haben draußen gespielt statt Klarinette und Chinesisch zu lernen. Man hat halt auch sein Leid so hingenommen, heute horcht man in sich rein was man noch verbessern kann, na ja und da findet sich halt immer etwas.

Eigentlich wollte ich Deinem Beitrag nur nochmal mit meinen Worten unterstreichen, das ist mir dann wohl nicht so gut gelungen ;-D .

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Psychische Erkrankungen gab es schon immer. Doch die Masse der psychisch Erkrankten in den letzten zwei Jahrzehnten in den Industrienationen spricht doch m.E. auch dafür, dass das menschliche Gehirn nicht unbedingt (zumindest noch nicht) dafür gemacht ist sich im Alltag mit ganz realen Bedrohungen wie Hunger, Krieg, Krankheit etc.pp. nicht auseinandersetzen zu müssen. So gesehen sind heutzutage in den Industrieländern psychische Erkrankungen in vielen Fällen (aber eben auch nicht in allen) Ausdruck eines Luxusproblems und wachsen auf dem Nährboden einer zunehmenden generellen Unzufriedenheit, trotzdem (oder gerade weil) man doch eigentlich in vielen Fällen alles, was man braucht, oder sogar darüber hinaus hat. Den Menschen wird auch suggeriert, dass der Optimalzustand der Normalzustand sei bzw. zu sein habe, ob nun im privaten oder im beruflichem Leben, und viele hinterfragen diese Vorgabe nicht einmal mehr.

Die größte reale Bedrohung für die Menschen hier sind schwere, nach wie vor ursächlich nicht behandelbare körperliche Erkrankungen, und daher rühren möglicherweise auch die zunehmenden irrationalen Ängsten insb. vor diesen Erkrankungen, während andere, auf längere Sicht auch für den Einzelnen viel realere potenzielle Bedrohungen (wie bspw. Klimawandel) gerne verdrängt werden.

K?nufNfelnsterxn


esta1

Ich habe jetzt nicht den ganzen Thread gelesen, aber behaupte mal Dir könnte eine Therapie gut tun. Keiner zwingt Dich erst am Sterbebett über Dein Leben nachzudenken. Du musst auch nicht materiellen Gütern hinterher laufen, es ist Dein Leben Du kannst machen was Du willst.

Du gibst den anderen die Schuld, weil Du nicht so lebst wie Du möchtest, das ist kurios.

... auch wenns offtopic ist:

Telefoniere doch einfach mal mit meinem Therapeuten ... ich sagte doch schon zig Mal, dass er meinte ich bin anders. Ich bin hochsensibel und vielleicht auch in Teilen autistisch. Und die Illusion, dass man dem Kapitalismus irgendwie entkommen mag ist doch aberwitzig - wo soll das sein? Auf dem Mars? Jeder hat sein eigenes Hamsterrad und da steigt man Montag ein und am Wochenende aus. Woche für Woche, Monat für Monat. Und die, die aussteigen schlafen unter Brücken oder in Baumhäusern. Die Gesellschaft hat keine Optionen. Entweder man spielt mit oder lässt es und geht unter. Ich hätte gern damals mein Leben als Künstlerin bestritten - aber wer kann das ohne sich zu prostituieren? Den Traum habe ich aufgegeben, weil mir Leute irgendwann vorgeschrieben haben, was ich abzuliefern habe. Das hat für mich nichts mehr mit Kunst zu tun ... der Zwang immer im monetären Kreislauf zu bleiben ist eben unausweichlich.

Und nicht ich denke erst im Sterbebett über mich nach, sondern offensichtlich viele andere. Wie ist denn dann der ganze Wahnsinn zu erklären, den wir "Welt" nennen? Mir scheint - nein, ich bin davon überzeugt - dass die wenigsten wirklich vor Augen haben, was hier eigentlich passiert. Diesen Planeten kannst du in 100 Jahren in der Pfeife rauchen. Wir haben die Erde in nicht mal 200 Jahren Industrialisierung total runtergewirtschaftet und solange Gewinne das Primärziel der Menschen sind, geht das so weiter und potenziert sich jährlich. Es ist doch absolut utopisch irgendwann 10 oder 12 Milliarden Menschen satt und zufrieden bekommen. Was passiert denn mit einen Körper, wenn die Viren alles befallen haben? Richtig, er stirbt. Und genau das wir passieren.

Einfach vielleicht mal einen Abend kein Netflix und mal bei Google die aktuellen, wissenschaftlichen Artikel dazu lesen. Macht ja keiner. Die meisten bewegen sich in ihrem Konsum-Job-Family-Kosmos und sind sich in keinster Weise bewusst, dass ihre Lebensweise die Erde zum Tode verdammt. Und mein Dilemma ist, dass ich es hasse in so einer Welt leben zu müssen. Ich möchte nicht täglich die Wahl haben die Erde weiter auszubeuten oder mich zu opfern. Ich möchte der Blume auf dem Feld oder dem Reh sagen, dass ich sie nicht auf dem Gewissen habe, sondern dass ich sie respektiere und mich darüber freue mit ihnen diesen Planeten teilen zu können.

KJnuffPels3tern


Die größte reale Bedrohung für die Menschen hier sind schwere, nach wie vor ursächlich nicht behandelbare körperliche Erkrankungen [...]

Die größte Bedrohung für den Menschen ist er selbst.

Ealeo5nora


Der Witz ist das jeder es weiß, aber keiner oder kaum einer was dran tut.

Und alle denken: 'Hoch, joa.'

W^M? 20x14


@ Perseida:

Ich bin durchaus der Meinung, dass psychische Erkrankungen zwangsläufig eine 'Modeerscheinung' der heutigen Zeit sind, eben durch die Umstände, in denen wir leben.

dann denke ich, dass wir eine unterschiedliche Auffassung haben, wie das Wort Modeerscheinung hier in diesem Kontext gemeint ist. Ansonsten käme ich mit dieser Aussage bicht klar.

Was ist objektiv wirklich schlimm? Ich traue mir zu behaupten, dass das Leben der meisten Jugendlichen - im Gegensatz zu dem der Menschen früher - ein Klacks ist.

Und ich traue mir zu, zu bewerten, dass es bei den jungen Menschen, die ich in der Klinik kennengelernt habe, durchaus Verstänflich ist bei ihrer Vorgeschichte, dass sie psychisch krank geworden sind.

Und das so abzuurteilen wie du es tust, mit "im Vergleich zu früher ist deren Leben ein Klacks" finde ich asozial. Du kennst die Menschen nicht​. Du hast keine Ahnung, was wer wie und wo durchgemacht hat, oder wodurch er so belastet ist. Also würde ich mal anfangen nachzudenken, bevor ich solche Aussagen raushaue...

Ich verabschiede mich​ aus dem Thread, ich werd zu wütend beim Lesen...

SGhowjo


Was passiert denn mit einen Körper, wenn die Viren alles befallen haben? Richtig, er stirbt. Und genau das wir passieren.

Nee. Nicht der Planet wird sterben, er wird sich bloß umwandeln - und ja, das tut er, wir sind eine Art ökologische Katastrophe in ganz eigenartigem Tempo, langsamer als ein riesiger Meteorit; im Vergleich mit anderen Änderungen, die Artensterben in größerem Ausmaß hervorrufen, allerdings im Zeitraffer. Für uns wird es ungemütlich, so wie auch für sehr viele andere Spezies (beileibe nicht alle, viele werden auch weiter prima klarkommen, allerdings nicht zwingend die, die wir am liebsten mögen).
Der Planet selbst hat alles Mögliche schon gesehen, er wird sich weiterdrehen, und das Leben wird sich anpassen, solange die Bedingungen nur ansatzweise konstant genug bleiben, damit sich eine lebende Spezies anpassen kann. Wir löschen nicht den Planeten aus, sondern sorgen dafür, dass er vielen anderen Spezies bereits jetzt und uns selbst mittelfristig dann ebenfalls nicht mehr allzu lange sonderlich bequeme Lebensbedingungen bietet.

ehst%ax1


Knuffelstern

Und die Illusion, dass man dem Kapitalismus irgendwie entkommen mag ist doch aberwitzig - wo soll das sein? Auf dem Mars? Jeder hat sein eigenes Hamsterrad und da steigt man Montag ein und am Wochenende aus. Woche für Woche, Monat für Monat. Und die, die aussteigen schlafen unter Brücken oder in Baumhäusern. Die Gesellschaft hat keine Optionen. Entweder man spielt mit oder lässt es und geht unter.

Das wird Dir vermutlich jetzt nicht helfen, aber Du musst versuchen das Beste daraus zu machen. Früher haben die Menschen bestimmt auch oft gedacht die Welt geht unter, der Krieg wird alles zerstören, aber die Welt wird sich weiter drehen, da stimme ich Shojo zu:

Der Planet selbst hat alles Mögliche schon gesehen, er wird sich weiterdrehen, und das Leben wird sich anpassen, solange die Bedingungen nur ansatzweise konstant genug bleiben, damit sich eine lebende Spezies anpassen kann.

Was hast Du also für eine Wahl? Ich für mich habe gelernt mich an kleinen Dingen zu freuen und es gibt ja auch nicht nur schlechtes in unserer Welt. Versuch einen Weg zu finden, das Du nicht zu viel arbeitest und vielleicht nebenbei Deine Kunst machen kannst?

Freu Dich doch darüber das Du anders bist, schau Dir doch mal die ganzen Hipster an, wollen alle individuell sein und sehen alle gleich aus. Wie langweilig.

E(ulex2


Was ist objektiv wirklich schlimm? Ich traue mir zu behaupten, dass das Leben der meisten Jugendlichen - im Gegensatz zu dem der Menschen früher - ein Klacks ist.

Ich traue mir zu behaupten, dass du das Leben der meisten Jugendlichen nicht gut genug kennst, um das zu beurteilen ":/

Gefühle können durch Gedanken beeinflusst werden.

Wer wirklich immer noch glaubt, Depressionen o. ä. ließen sich durch positives Denken vorbeugen oder sogar heilen, der hat einfach so rein gar keine Ahnung.

S{hojxo


Wer wirklich immer noch glaubt, Depressionen o. ä. ließen sich durch positives Denken vorbeugen oder sogar heilen, der hat einfach so rein gar keine Ahnung.

Kommt immer stark auf die Depression an, aber sobald aus dem Ruder laufende Hirnchemie beteiligt ist und nicht "nur" bestimmte Denkmuster da in eine ungünstige Schleife führen, kann man so positiv herumdenken, wie man will, ohne sich besser zu fühlen, fürchte ich. Und die Denkmuster lassen sich auch nicht einfach mit Fingerschnippen ändern, das Hirn hat ja nun mal eine bestimmte Beschaffenheit und auch bestimmte Gewohnheiten.

tpatuxa


Ein Denkansatz an die, die denken, dass wie eigentlich in jeder Hinsicht imLuxus leben...

Emotionale Verwahrlosung, körperliche und sexuelle Gewalt, sind nach wie vor eine Erfahrung, mit der viele Kinder in ihrem Alltag leben müssen. Die Folgeschäden dieser Erfahrungen sind ein Nährboden für die Entwicklung von pychischen Krankheiten im weiteren Leben. Manche werden mit extremen Traumatisierungen relativ gut fertig, andere kommen nach solchen Erfahrungen einfach nicht auf die Füße. Die Frage wer mehr Resilienz hat, ist möglicherweise auch durch die Genetik oder die Epigenetik bestimmt. Aber zu behaupten, das Leben dieser Menschen sei im Grunde ein Klacks... :-X Das, was ich dazu sagen möchte, würde wohl sofort zensiert werden.

Feiz&z)lypulzzlxy


Shojo

Und die Denkmuster lassen sich auch nicht einfach mit Fingerschnippen ändern, das Hirn hat ja nun mal eine bestimmte Beschaffenheit und auch bestimmte Gewohnheiten.

Genau. Ergänzen möchte ich noch, das die Gewohnheiten zu einem bestimmten Verhalten führen, was nur durch die Bereitschaft und ständiges Training verändert werden kann.

So kann z.B. eine Veränderung nur durch den Kontakt im aussen mit den vermiedenen Situation, den Menschen stattfinden. Alles andere ist nur Kopfarbeit und bleibt mMn Illusion.

Die angeblich so positiven Gedanken sehe ich sehr zwiespaltig. Die Probleme - gleich welcher Art - lassen sich nicht durch pos. Gedanken verändern, wenn das Problem nicht erkannt wird. Hier würde das Problem ignoriert.

Wenn schon pos. Gedanken, dann nach erkennen des Problems. Dann können pos. Gedanken helfen, den neu eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.

Mal ein Beispiel: Mit pos. Gedanken kann man sich oder anderen z.B. nicht verzeihen, wenn die eigene Wut, Trauer, Verletzungen usw. nicht aufgearbeitet wird. Die Ursache, das Problem bleibt.

G2raueF Sxocke


Aber wenn Depressionen durch die psychische Reaktion auf äußere Umstände (Trauer, Überforderung...) ausgelöst werden, sollten sie nicht auch durch entsprechende gegenläufige Reaktionen geheilt werden können? ":/

Flizz9lypuzxzly


Graue Socke

Ich würde dir gerne antworten, verstehe im Moment aber nicht was Du genau mit - gegenläufige Reaktionen - meinst. Könntest Du hierzu etwas genauer schreiben, vllt. ein Beispiel angeben?

WHM 20x14


Aber wenn Depressionen durch die psychische Reaktion auf äußere Umstände (Trauer, Überforderung...) ausgelöst werden, sollten sie nicht auch durch entsprechende gegenläufige Reaktionen geheilt werden können? ":/

Ganz simple Antwort: Nein.

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