» »

Ist "psychisch krank sein" in Mode?

f#elis! m%a4rgarxita


Und die Bezeichnung "Dramaqueen" trifft es für meine Begriffe überraschend oft - zumindest da, wo ich so unterwegs bin. 80% weiblich und <=20 Jahre

Mal eine Frage, warum bist du dort unterwegs?

Eehemaliger JNutze(r (#6]04823)


Weil ich eine Verbitterungs-/Anpassungsstörung habe und hier und da Austausch suche?! Ich wusste nicht, dass ich vorher um Erlaubnis fragen muss ...

fselisD m5argfarixta


Ich wusste nicht, dass ich vorher um Erlaubnis fragen muss ...

Das habe ich nicht und auch kein anderer User, so geschrieben. Ich fragte dich, warum du dort unterwegs bist, aus dem Grund, weil es dir ja nicht zu helfen scheint.

Du könntest doch hier einen Treat eröffnen und Austausch zu deinem Problem suchen. Meiner Meinung, würde dir das eher helfen, als dich über andere Menschen zu ärgern, irgendwo im Internet schreiben. Du weißt ja auch letztendlich nicht, ob es diesen Menschen wirklich schlecht geht. Du kennst sie ja nicht persönlich. Manche, je nach Persönlichkeit oder auch je nach Erkrankung, beklagen ihre Probleme öffentlich, andere wiederum, möchten überhaupt nicht darüber reden.

S6ho*jo


Und die Bezeichnung "Dramaqueen" trifft es für meine Begriffe überraschend oft - zumindest da, wo ich so unterwegs bin. 80% weiblich und <=20 Jahre.

Ich würde auch sagen: Ganz schlicht anderes virtuelles Umfeld suchen. Ich geh doch auch nicht regelmäßig an einen Kneipenstammtisch und beschwer mich danach dann, dass alle Welt Parolen ins Bier grunzt.

e;stax1


Wenn da jemand einen Suizid ankündigt, geht das gnadenlos in Themen wie "Hilfe, mein Freund spielt stundenlang Playstation - ich bin am Ende" unter. Nur, um einfach mal den Kontrast zu demonstrieren.

Ich nehme an die Leute antworten dort auf die Themen bei denen sie sich auskennen.

Bei einer Ankündigung von Suizid finde ich auch schwierig zu reagieren, vielleicht wird in solchen Fällen auch gleich der Administrator informiert, keine Ahnung.

Das setzt ja schon eine gewisse Erfahrung oder Professionalität voraus, um auf so etwas zu antworten, ich weiß nicht ob man das erwarten kann, von dem Klientel das sich auf diesen Seiten austauscht.

t?atAua


@ knuffelstern

Ich kann immer noch nicht nachvollziehen warum dich das so doll beschäftigt, dieses Verhalten, was du so unter Dramaqueen subsumierst.

Ich hatte dir ja geschrieben, dass ich mich da in gewisser Hinsicht auch einsortieren würde...also nicht jetzt, aber in der Vergangenheit

Es gab zwar noch keine Playstations, aber ich wollte mich ernsthaft umbringen, weil ich als einzige meiner Freundinnen nicht auf einem Geburtstag eingeladen war.

Klingt nach Dramaqueen, oder?

Der Hintergrund war aber, dass ich heftig traumatisiert war durch jahrelangen Mißbrauch und Mißhandlungen, dass ich dadurch völlig neben def Spur lief, von niemanden wirklich gemocht wurde und handfest gemobbt wurde. Hätte es damals schon facebook gegeben und hätte ich da geschrieben, ich bin wieder mal nicht zur Party eingeladen... ich mache jetzt Schluß, Du hättest doch geurteilt, schon wieder eine Dramaqueen, oder Knuffelstern? Und du hättest so falsch gelegen. Das überempfindliche dramatisierende Verhalten war ein Symptom einer schweren und teils lebensbedrohenden Erkrankung.

Mir ist klar, dass ein Beispiel immer nur für einen konkreten Fall steht und dass nicht jede "Dramaqueen" in tiefer Not steht. An dem, was du bei facebook oder sonstwo liest, kannst du aber nicht erkennen, was wirklich los ist.

E=hemaalig+eri Nutzer` (#!604-823x)


Du könntest doch hier einen Treat eröffnen und Austausch zu deinem Problem suchen. Meiner Meinung, würde dir das eher helfen, als dich über andere Menschen zu ärgern, irgendwo im Internet schreiben.

Habe ich doch:

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/746202/]]

Nur verlief das Thema nach wenigen Posts wieder im Sand. Genauso habe ich es in zig anderen Foren und FB-Gruppen versucht ... im Endeffekt steht man trotzdem mit dem seinem Problem da und hat wenig bis kein Input bekommen. Und das passiert zumindest mir ständig - insofern darf doch die Frage erlaubt sein, warum es "spezielle Psychologie-Foren" gibt.

Ich kann immer noch nicht nachvollziehen warum dich das so doll beschäftigt, dieses Verhalten, was du so unter Dramaqueen subsumierst.

Ich bin hochsensibel und beobachte Menschen und ihr Verhalten. Andere beobachten Benzinpreise, Schnäppchen bei Rossmann und Börsenkurse - ich finde das menschliche Verhalten interessant und versuche es zu verstehen. Ich rege mich nicht darüber auf, SONDERN habe jetzt gefühlte 10 Mal gesagt, dass ich es hier besprechen und andere Eindrücke sammeln wollte.

Und ich sagte auch bereits mehrmals, dass ein Freund mich auf das Thema angesprochen hat und es NICHT von mir stammt. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass wir aus einer Musikszene stammen, die viel Melancholie und Depressionen bis hin zum Suizid thematisiert. Und es ist auch einen Tatsache, dass andere Szenen das Thema "Psycho" instrumentalisieren - Marylin Manson wäre hier mal als prominentes Beispiel erwähnt. Filme wie "American Psycho" o.ä. dienen da auch als Vorbild. Und natürlich neigen dann Teenager dazu solche Dinge nachzuahmen, weil "crank cool ist". Es geht also nicht isoliert um Dramaqueens.

FMantixK3


Hallo Knuffelstern

ich antworte jetzt erst einmal auf den letzten Post, ok?

Ich bin hochsensibel und beobachte Menschen und ihr Verhalten. Andere beobachten Benzinpreise, Schnäppchen bei Rossmann und Börsenkurse - ich finde das menschliche Verhalten interessant und versuche es zu verstehen.

Natürlich verstehe ich Deine Begründung für das Beobachten von Menschen und das Interesse an dem Verhalten dieser beobachteten Menschen. Den Blick auf Benzinpreise sehe ich in diesem Zusammenhang als finanziellen Aspekt der Lebensführung, damit lässt sich aber das Beobachten von Menschen nicht gleichsetzen. Es klingt hier mehr nach "Forschung" an sich als um Lebensführung für sich.

Das menschliche Verhalten verstehen zu wollen wird von wissenschaftlich ausgebildeten Fachleuten auf dem Gebiet der Psychologie getätigt. Um diese Hervorstellung aber geht es mir jetzt weniger, sondern einfacher ausgedrückt um den Blick auf das Verhalten von "Beobachtung" an sich.

Dabei denke ich, nimmst Du sehr feine Nuancen des Verhaltens wahr, die z.B. für andere Menschen verschlossen bleiben. Es ist im Grunde eine individuelle Wahrnehmung und hinzu kommt noch das Motiv, dieses zu verstehen suchen. Ein wenig deutlicher ausgedrückt ist es Dir also wichtig, das Verhalten anderer Menschen "verstehen" zu wollen. Verständnis für andere erleichtert den Umgang mit ihnen und ist demnach die Folgerung, die ich zunächst aus Deiner Vorliebe entnehme. Wie es sich wirklich darstellt kann ich nicht wissen.

Was bei dem Blick in dieses Zentrum aus dem Fokus der Wahrnehmung gerät, ist die Fähigkeit, sich in jemanden hinein zu versetzen. Verstehen erleichtert, die weitere Entwicklung mit den "anderen" zu gestalten, Unverständnis würde demnach dann eher distanzieren. "Man" kann aber unmöglich die Motive aller Menschen über eine gewisse Zeit aufmerksam mit den Augen verfolgen, ohne eigene Bedürfnisse hintan zu stellen. Ich denke, es geht Dir weniger um den Beobachterstatus, etwa, um Kontrolle auszuüben - oder vielleicht doch in irgendeiner Weise mit dieser Vorliebe eine Kontroll-"Funktion" (über etwas noch unerkanntes oder unbewusstes) zu tätigen?

Ich habe oft Mühe meinen Alltag zu bewältigen, aber komme klar. Verbittert bin ich insbesondere deshalb, weil ich mit meinen Vorstellungen zu Solidarität und Empathie ziemlich allein dastehe.

Es sind Regeln, die helfen, Deinen eigenen Alltag zu bewältigen. Diese Regeln können zwar zur Norm erhoben werden, lassen sich aber nicht auf alle Menschen anwenden. Vielleicht hast Du sie sogar so weit perfektioniert, dass sie für die Allgemeinheit hilfreich wären, dennoch wäre es unmöglich, bei all den Unterschieden der Menschen von "allen" Gleiches erwarten zu dürfen. Es würde aber, so verstehe ich Dich, Dir selbst sehr große Erleichterung im Umgang mit anderen Menschen ermöglichen bzw. verschaffen. Hier an dieser Stelle möchte ich Dich jetzt einmal fragen, ob ich mit dieser Beschreibung noch im Bereich Deines Themas liege.

Keine Ahnung, ob ihr mein Anliegen versteht?! Ich habe das Gefühl, dass plötzlich jeder psychisch krank ist und wenn ich zum Psychologen gehe, macht der Anspielungen, dass ich "unheilbar" bin und es gut wäre, wenn der Platz für jemanden frei wird, der - sagen wir mal - "erfolgreich" behandelt werden kann.

Ist es wirklich ein "Gefühl", zu denken, es sei plötzlich jeder "psychisch krank" oder ist es etwas anderes, z.B. Angst, stigmatisiert zu werden, ausgeschlossen zu werden (existenzielle Angst, die zwar wirksam ist, aber nicht angemessen zu sein braucht)?

Der (von Dir angeführte) "Psychologe" ist vermutlich ausgebildet und wird meiner Einschätzung zumeist mit Deinen Befürchtungen umgehen wissen. Es scheint Dein eigenes Vertrauen in die realen Gefühle, die eigentlich in der jeweiligen aufkommen, anderen Gefühlen zu weichen (müssen).

Noch anders gesagt sehe ich dein "Gefühl, dass plötzlich jeder psychisch krank ist" als Norm von außen, die sehr großen Einfluss auf Dein Erleben nimmt.

Hier mache ich erst einmal einen Absatz. Gut?

PDersexixda


Wenn da jemand einen Suizid ankündigt, geht das gnadenlos in Themen wie "Hilfe, mein Freund spielt stundenlang Playstation - ich bin am Ende" unter. Nur, um einfach mal den Kontrast zu demonstrieren.

Denkst du nicht, dass diese Jugendlichen trotzdem einem enormen Leidensdruck haben, selbst wenn ihre Probleme dir (und vielen anderen) so unbedeutend erscheinen?

Selbst wenn sie 'nur' nach Aufmerksamkeit suchen sollten, zeugt es trotzdem von einer persönlichen Not.

J}_MB


Denkst du nicht, dass diese Jugendlichen trotzdem einem enormen Leidensdruck haben, selbst wenn ihre Probleme dir (und vielen anderen) so unbedeutend erscheinen?

Selbst wenn sie 'nur' nach Aufmerksamkeit suchen sollten, zeugt es trotzdem von einer persönlichen Not.

Es ist primär ein Fehlverhalten. Aufmerksamkeitssucht sollte man nicht fördern. Aufmerksamkeit können diese Menschen nämlich auch auf anderem Wege bekommen. Der ist nur meistens eben ein wenig anstrengender, weswegen diese Menschen lieber Drama inszenieren.

Ich denke schon, dass Knuffelstern da durchaus richtig beobachtet. Es ist die heutige Geltungssucht, die solche Menschen mit allen Mitteln stillen wollen. Ein Charakterwechsel, das Überdenken der selbstgewählten Prioritäten wäre stattdessen angebracht.

Aber das ist letztlich auch nur Symptom der heutigen Gesellschaft und Erziehung. Hysterisch reagieren, sich in Kleinigkeiten reinsteigern. Alles Verhaltensweisen, die jungen Menschen heute antrainiert wird. Denn sie sind ja alle "special" %-|

TYatjpana647x2


Und die Bezeichnung "Dramaqueen" trifft es für meine Begriffe überraschend oft - zumindest da, wo ich so unterwegs bin. 80% weiblich und <=20 Jahre. Wenn da jemand einen Suizid ankündigt, geht das gnadenlos in Themen wie "Hilfe, mein Freund spielt stundenlang Playstation - ich bin am Ende" unter. Nur, um einfach mal den Kontrast zu demonstrieren.

Aber mit diesem Hilferuf beansprucht doch niemand eine psychische Erkrankung für sich. Wenn in solchen Gruppen ein Suizid weniger Beachtung findet als ein Teenager-Problem, dann ist man eben falsch.

Ich glaube dein Problem ist dass du dich selbst nicht richtig ernstgenommen fühlst, dass dir Aufmerksamkeit fehlt. Anders kann ich mir nicht erklären dass es dich so beschäftigt wieviel Beachtung andere bekommen.

T?atj~ana6x472


Filme wie "American Psycho" o.ä. dienen da auch als Vorbild. Und natürlich neigen dann Teenager dazu solche Dinge nachzuahmen, weil "crank cool ist". Es geht also nicht isoliert um Dramaqueens.

Bateman ist ein mordender Psychopath. Kein halbwegs gesunder junger Mensch, macht sich sowas zum Vorbild.

E;hemalige6r Nhutzrer (#6f04823x)


FantiK3

Ich möchte jetzt ungern das Thema auf eine persönliche Ebene herunterbrechen und meine Verbitterung hat damit auch nichts zu tun. Da ich meine Selbstreflexion seit Jahren bis zur Schmerzgrenze ausübe, sollte es mich arg wundern, wenn mir jemand noch irgendwas "neues" über mich erzählt.

Wie ich sagte, bin ich hochsensibel und wenn man etwas googelt, wird man feststellen, dass solche Menschen überdurchschnittlich empathisch und sozial sind. Ich kann es nicht abschalten. Und deshalb analysiere ich halt Menschen, weil es in mir drin ist ... und eben auch diese unnötige Fürsorge.

Und meine persönliche Meinung ist schon, dass eben durch die hier erwähnte "Aufmerksamkeits-Hascherei" jene, die psychisch krank sind und Austausch suchen, womöglich mit ihrem Thema in der Beliebigkeit versinken. Allein sind. Das tut mir sehr leid, weil ich weiß, wie schlimm z.B. Panik und Angst werden kann. Ich wurde damals selbst von meiner Familie beschimpft, dass ich mich zusammenreißen soll, mein Psychologe war stellenweise auch ratlos. Das Unverständnis gegenüber psychisch Kranken ist immer noch extrem verbreitet und ich möchte da auch nur meinen Beitrag zu leisten. Ich versuche dann fokussiert dort zu helfen, wo ich der Meinung bist, dass es eben mehr als ein banales Beziehungsproblem ist. Jene, die vielleicht auch schon "aufgegeben" wurden - wie ich damals. Nur muss man da mitunter lange zwischen den Themen suchen.

Ich bin kein Psychologe, aber irgendwie doch sehr feinfühlig und viele wollen einfach auch nur reden und keine tolle Ratschlagsliste bekomme, was sie alles falsch machen. Psychische Probleme und Störungen kann man nicht lösungsorientiert bearbeiten. Im Zweifelsfall gibt man dann dem Hilfesuchenden das Gefühl, dass er selbst an seiner Depression/Störung Schuld ist, weil er "ja nicht fähig ist es richtig zu machen" und das bewirkt genau das Gegenteil - man rutscht noch weiter nach unten. Das erlebe ich zig Male täglich in den Foren und gerade bei suizidalen Themen kann das richtig gefährlich werden.

Mir geht es unterm Strich darum, dass wir jenen vielleicht mehr helfen, die wirklich eine helfende Hand brauchen und auf dem Zahnfleisch krauchen. Jene, die vielleicht gar keinen Partner haben, keine Freunde, einsam sind - die niemanden haben und zu den tausenden jährlich gehören, die sich irgendwann das Leben nehmen. Jeder einzelne ist da einer zu viel.

L.ic>htAmHUor7izont


Ich glaube nicht, dass überdurchschnittliche Empathie und sozial sein und Verhalten von Mitmenschen zu analysieren zwingend Hochsensiblen vorbehalten ist. Wenn das so ist, wäre ich das auch, wäre mir allerdings neu. Ich bin einfach jemand, der (wie Du) gern andere verstehen möchte, weil ich es nicht mag, dem eigenen Verhalten und dem anderer verständnislos und hilflos ausgeliefert zu sein.

Mich selbst quälen, indem ich mich gezielt dahin begebe, wo sich überwiegend Menschen aufhalten, die mich nerven, muss ich aber nun nicht. Warum sollte ich auch? Mir macht das aufregen keinen Spaß. Das was einem sowieso schon im Alltag begegnet, reicht mir völlig. Ich unterschreibe dazu mal den Beitrag von Shojo:

Ich würde auch sagen: Ganz schlicht anderes virtuelles Umfeld suchen. Ich geh doch auch nicht regelmäßig an einen Kneipenstammtisch und beschwer mich danach dann, dass alle Welt Parolen ins Bier grunzt.

E|hemalige&r Nu%tzer (#x604823)


Ich glaube nicht, dass überdurchschnittliche Empathie und sozial sein und Verhalten von Mitmenschen zu analysieren zwingend Hochsensiblen vorbehalten ist.

Ich kann mich nicht entsinnen so etwas behauptet zu haben. ":/

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH