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Als ich mich einmal selbst aus dem Sumpf befreite ....

D`ok_kxa hat die Diskussion gestartet


Münchhausen hat es geschafft, ich schaffe es jedoch nicht und ich versinke von Tag zu Tag tiefer. Säße ich auf einem Pferd, es wäre schon versunken und umgekommen.

Warum das so ist, warum ich versinke? Weil ich nicht mehr kann, weil ich es alleine nicht schaffe.

Ich sitze seit 2 Stunden in meinem Büro und bin unfähig mein E-Mailpostfach zu öffnen, ich will und kann es nicht. Wenn ich es öffne, dann weiß ich es nur bestätigt, dass ich mit der Arbeit maßlos überfordert und schon lange im Rückstand bin.

Ich bin nicht überfordert weil ich es nicht kann, ich bin es, weil es zu viel ist.

Seit 2 Jahren mache ich den Job alleine, insgesamt bin ich seit 11 Jahren in dem Bereich doch seit 2 Jahren kämpfe ich allein und ich gehe dabei unter.

"Vertrödeln Sie ihre Zeit?" Das waren die Worte vom Chef und ich dachte ich höre nicht richtig. Vertrödeln sie ihre Zeit! Und das von einem Psychologiedirektor!? Ursache seiner Äußerung waren meine Überstunden von knapp 100 und mehr als 20 Stunden darf ich im Quartal nicht aufbauen.

Gerade schlägt es 8 Uhr auf meiner Pendeluhr im Büro und in meinem Hirn werden Erinnerungen an eine Zeit wieder wach. die ich sehr vermisse.

Ich vermisse die Zeit als meine Kinder noch im Haus lebten, ich in meinem Haus noch lebte. Ich habe es immer noch, nur wohne ich nicht mehr dort, da ich es vermietet habe. Mein Frau (2. Ehe) möchte dort nicht wohnen.

Ich trinke jetzt meinen dritten Pott Kaffee und gehe gleich mal durch die Behörde, Menschen sehen, mit Menschen sprechen.

Die 2. Stelle wird neu ausgeschrieben, im kommenden Jahr und wenn ich Glück habe, dann könnte im April ein Neuer da sein. Doch bis dahin stecke ich noch tiefer im Sumpf. In dem Morast, in dem Mein Pferd längst ertrunken, mein Antrieb verloren ist.

Ich war beim Dermatologen, weil ich einen Ausschlag bekam - Schuppenflechte! Eine vererbte Erkrankung ist es nicht, keiner in meiner Familie hat dergleichen erleiden müssen. Als Ursache wurde der Stressfaktor ermittelt und ich soll ihn abstellen, sonst kommt die Bauchspeicheldrüse, der Bluthochdruck mit ins Spiel und letztendlich der Herzinfarkt....

Ich bin 50 Jahre alt, muss noch 10 Jahre dienen und gehe mit 60 in Pension. So war es gedacht, doch wenn es so weitergeht, schaffe ich es nicht. Ich laufe eigentlich Halbmarathon doch kann ich mich zum Training nicht motivieren, ich bin immer müde, immer kaputt und möchte meine Ruhe haben und ich möchte schlafen ...

Wegen meiner Frau wohnen wir zur Miete und in dem Haus ist es laut, die Nachbarn über uns. Jetzt über die Feiertage haben sie besuch und da ist es besonders laut. Das Kind läuft und springt, der Hund kläfft und beide Elternteile laufen auf Socken und treten ordentlich mit dem Hacken auf. Es bollert bei uns ohne unterlass. Ich habe jeden Tag Gehörschutz drin und setze mir Kopfhörer auf. Ich schaue mit meiner Frau nicht mehr fern, ich höre Musik, so kann ich dem Lärm ein wenig entfliehen.

Ich muss da raus aus dem Haus, doch ich finde nichts. Meine Frau will dort eigentlich bleiben, sie stört der Lärm nicht doch ich gehe zugrunde. Wenn mein Haus nicht vermietet wäre, ich wäre schon längst wieder eingezogen auch ohne Frau, nur um ein wenig Ruhe zu bekommen.

Sie will kein Haus, es ist ihr zu viel Arbeit mit Hof, Garten und Straße ....

Eine kur hab' ich beantragt, die Beihilfe stimmte dem zu. Die Krankenkasse möchte noch ein Gutachten! Termin beim Psychologen? Nicht vor Juli 2018!

Ich höre jetzt auf mit dem Schreiben, finde kein Ende sonst. Ich weiß auch, dass mir nicht geholfen werden kann doch tut es mir gut, mein Leid zu klagen. Zu klagen und niemanden damit belasten, einfach mal loswerden das Ganze.

Danke fürs zuhören/lesen.

Viele Grüße

Antworten
BKenintaB.


Ärmel hochkrempeln. Mails lichten, aussortieren, Prioritäten setzen. Was ist wirklich wichtig?

Dann einfach machen, egal ob es Dir nun stinkt oder nicht. 2 Stunden vor dem Mailfach zu sitzen ist jedenfalls völlig kontraproduktiv. Und dazu die Ruhe finden, Eins nach dem Anderen. Das aber büdde sehr effektiv.

Und dann eben klar machen, allein geht eben nicht und das Problem dort lassen, wo es hingehört. Sind zu wenig Menschen für diese Angelegenheiten angestellt, braucht es eben. Aber 100 Überstunden dafür ansetzen beweist doch: da können wir jemanden doch drauf ansetzen, noch mehr zu arbeiten.

Offensichtlich können keine Grenzen gesetzt werden. Und das Leben ansonsten scheint ja auch mit Frust besetzt zu werden. Gleichzeitig scheint es unmöglich, sich in eine andere Wohnung einzumieten oder sein Leben so einzurichten, dass es paßt...

Auch da würde ich eben mal sortieren... Aussortieren. Durch nixtun kommt nix zustande. Und macht Depressionen. Der Blick auf die wirklichen Lebensziele sehe ich hier als halbwegs begraben an. Gegen Burnout hilft eine Therapie. Mal wieder schauen, was wirklich wichtig ist. Neuorganisation. Abgrenzung.

hBeutYe_hiexr


Lieber Dokka,

geh raus spazieren. Da haben deine Ohren keine Ruhe, weil die Natur auch Geräusche erzeugt. Aber der anderen Art.

Die Anforderungen im Leben scheinen dich zu überfordern. Langsam einen Schritt vor den nächsten machen. Die Chinesen sagen: wer es eilig hat, solle langsam gehen.

Wenn dir die Wohnsituation wichtig, gehe sie als erstes an. Deine Frau lässt sich vielleicht leichter auf ein Gespräch ein, wenn Vorschläge zur Diskussion stehen.

Alles Gute Dir @:) @:) @:)

Loew}ixan


Dokka

Es klingt so, als sei die Arbeit so organisert, dass du mehr tun musst, als du (gesunderweise) tun kannst. Hast du das mal angesprochen bei deinem Chef? Du musst verhindern, dass du dich kaputtarbeitest. So lange es fuer den Chef einigermassen so aussieht, dass du klarkommst und was schaffst, sieht er nicht, dass sich was aendern muss. Sowas ist gar nicht so selten. Die Leute arbeiten, kommen nicht klar, sagen aber nichts und suchen sich auch keine Hilfe. Irgendwann haben sie Burnout, und es geht gar nichts mehr; das ist fuer das Unternehmen viel schlechter als vorher die Belastung zu senken. Aber dafuer muessen sie wissen, dass es ein Problem gibt.

Ich denke auch, wenn du so sehr unter der Wohnsituation leidest, solltest du Schritte unternehmen, sie zu aendern. Weiss deine Frau, wie ernst es ist und wie es dir geht? Hier hast du geschrieben, aber Frau und Chef wissen vielleicht gar nicht, wie es dir wirklich geht. Achte auf dich und sorge dafuer, dass die Situation sich verbessert, statt stumm alles zu ertragen!

muond3+stjerxne


Ich höre jetzt auf mit dem Schreiben, finde kein Ende sonst. Ich weiß auch, dass mir nicht geholfen werden kann doch tut es mir gut, mein Leid zu klagen. Zu klagen und niemanden damit belasten, einfach mal loswerden das Ganze.

Ja, das kann ich gut verstehen, weil es mir genauso geht.

Deshalb will ich jetzt auch nicht mehr dazu schreiben.

Ich wünsche Dir viel Glück im neuen Jahr.

:)*

Aju-rora


Deine Arbeit scheint für dich eine zu große Belastung zu sein. Das du so viele Überstunden machst, ist auch nicht zumutbar und anscheinend auch nicht erlaubt. Ich finde, da solltest du ansetzen. Tu das was nötig ist, aber überanstreng dich nicht. Du bist nicht verantwortlich, dass es auf deiner Arbeit nicht läuft und du Arbeit für 2 machen musst. Da hat dein Chef halt Pech, wenn Dinge liegen bleiben. Meckern tut er ja offensichtlich trotzdem. Nimm dir Zeit für dich, mach Spaziergänge, fahr mal raus in die Natur. Zur Ruhe kommt man oft nicht zuhause vor dem Fernseher und schon garnicht bei lauter Musik. Das sind alles Stressfaktoren.

Psychologen können einen auch nur begleiten und ein Psychologe würde dir auch nur Ansätze geben können, wo du anfangen kannst die Dinge zu verändern. Aber verändern musst du selbst sie, da führt kein Weg dran vorbei.

mwofar^ocxker


Entschuldige falls es respektlos klingt. ABER...

Ich lebe genau so angenervt von der Arbeit und der Sinnlosigkeit, man muss einfach sagen "Scheiss drauf".

Ist es deine Firma? Nein, also egal. Sollen sich die Mails stapeln.

Du bist mit 100 Stunden drüber, das macht doch kein normaler Mensch, hör sofort damit auf, soll der sich dahinsetzen der das Geld an der Firma verdient.

Wir dummen deutschen sind so konditioniert, das man es mit uns machen kann.... DU MUSST ES NICHT !

Du hast ein Haus, ne Frau, bist 50 Jahre alt, du hast es doch geschafft, was will Dir denn noch jemand tun? Mit deinem Haus haste ausgesorgt, mach soviel Arbeit wie du magst und den Rest lässt Du liegen!

Das schlimmste ist es zu Arbeiten ohne den gerechten Lohn zu bekommen, mach Dich nicht für Fremde kaputt!

Sorry, aber man muss es so hören.

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