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Therapie/Psychologisches Erstgespräch selbst bezahlen

E=den_Rosxe


Ich habe damals als Selbstzahler für 45 Minuten je 120 Euro bezahlt. Ich wollte aus dem selben Grund wie du nicht, dass die Behandlung irgendwo erscheint.

Ich musste damals für die Bewerbung eine Schweigepflichtentbindung unterschreiben. Zudem musste ich Krankheiten und Therapien angeben. Ich hab meine Therapie und meine psychischen Probleme dann nicht angegeben. Ich habe einen Job mit viel Verantwortung, wusste aber auch, dass mich meine Erkrankungen dabei nicht beeinträchtigen bzw. zumindest keinen Einfluss auf meine Arbeit hat. Von daher kann ich mit meiner Entscheidung gut leben.

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Ehrlich gesagt, fände ich dein Vorgehen dann wirklich extrem egoistisch und sollte unterbunden werden!

Leider triffst Du damit einen Punkt. Ich werde mir da natürlich intensiv Gedanken zu machen (müssen).

Na ja, niemand hier weiß was genau der TE für Probleme hat

Nun. Meine Probleme liegen in meiner Denkweise, die ich als völlig ungeordnet bezeichnen würde. Es lässt sich da keine wirkliche Struktur erkennen. Das schränkt mich insbesondere im Zwischenmenschlichen enorm ein (Wem kann ich trauen? Was denkt die andere Person gerade über mich? Mag sie mich überhaupt? Will sie den Kontakt zu mir überhaupt? ...). Zudem schätze ich viele Situationen teilweise sehr unrealistisch ein und mache mir sehr viele Gedanken, welche konkrete Handlung ich daraus ableiten soll. Bis ich nicht alle Punkte evaluiert habe, handle ich nicht und genau hier liegt dann schon die zweite Einschränkung: Die Unfähigkeit, sich für Dinge zu entscheiden, weil ich mit fast jedem gedanklichen Durchgang ein Argument/eine Situation anders beurteile. Während z.B. ein verpasster Telefonanruf mit einer Nummer, die ich nicht kenne, beim ersten Durchdenken als völlig harmloser Wahlfehler interpretiert wird, denke ich beim zweiten mal, dass es eine Ping-Call war oder ein Krankenhaus, das mir mitteilt, dass irgendjemand, der mir lieb ist, einen (tödlichen) Unfall hatte. Beim dritten Durchdenken ist es dann wieder "Ach nein, bestimmt nur verwählt oder ich habe die Rufnummer irgendwann mal gelöscht). Ich bin selbst überrascht, dass das bei meinem Berufswunsch nicht der Fall ist (doch bis zu dieser Erkenntnis war es ein langer (Irr-)Weg ...). Depressive Episoden kenne ich auch. Im Studium führt das oft dazu, dass ich wochenlang einfach nicht in die Vorlesung gehe, nur im Bett liege und dann irgendwann den Drive hatte, um in zwei/drei Wochen alles (erfolgreich) nachzuholen und dadurch trotzdem "ganz oben" mitspielen kann. Egal welche Uhrzeit, egal welches Wetter: Mein Ziel war Note x und bis zum Erreichen dieses Ziels habe ich in dieser Zeit alles gegeben. Alles. In solchen Zeiten merke ich auch nicht, dass ich teilweise z.B. von 20:00 bis 8:00 durchpower und dann trotzdem scheinbar ausgeruht in die Vorlesung fahre ... allerdings fordert das gesundheitlich irgendwann seinen Tribut und ich fange wieder bei 0 an.

HFancQa


Lars, welche Diagnose hast du da im Kopf?

Das hört sich alles relativ normal an. Du hast eine schlechte Denkgewohnheit.

Das kann man sich abtrainieren.

BmenritaxB.


Weil ich Angst habe, dass ich durch eine Diagnose (was auch immer das sein wird; eine Befürchtung habe ich allerdings) nicht meinen größten Berufswunsch werde verwirklichen können. Ich weiß, dass ich dafür sehr gut geeignet bin und werde mich nach meinem Studium dafür auch bewerben (also in ca. 1.5 Jahren). Allerdings würde, sollte ich diese Diagnose tatsächlich gestellt bekommen, das ein KO-Kriterium sein :-/ Am Geld soll es nicht liegen ... ich zahle auch 150€-200€ pro Therapiestunde, wenn es sein muss.

Das ist ja ganz toll. Du weißt eigentlich schon, dass der Berufswunsch mit der Befindlichkeit vermutlich nicht vereinbar ist,

aber auf Teufel komm raus, soll das trotzdem umgesetzt werden.

Das ist in meinen Augen völlig unverantwortlich.

POUsch!biexst


Extrem depressiv klingt das alles nicht. ":/

doch mittlerweile färbt mein Verhalten negativ auf andere ab,

was ich absolut nicht verantworten kann und will.

Kannst du dazu mal etwas mehr schreiben?

Irgendwie hege ich den Verdacht, dass du dich in etwas reinsteigerst.

lEars_2)017


@Hanca

Lars, welche Diagnose hast du da im Kopf?

Ich befürchte, dass das erste Anzeichen einer bipolaren Störung sind.

Das hört sich alles relativ normal an.

Wochenlang nicht in die Vorlesungen gehen, sich mit niemandem treffen (wollen) und so lange wie möglich schlafen wollen finde ich jetzt nicht "normal". Auch wenn das einige als normal empfinden, ist das kein Zustand, in dem ich verharren möchte. Es ist ja auch nicht immer so, "nur" so ca. 2-3 Mal im Jahr (und das reicht völlig!).

@Plüschbiest

Extrem depressiv klingt das alles nicht. ":/

Das ist auch nicht der Dauerzustand (siehe Anmerkung an Hanca). Unabhängig davon, wie man das nennen würde, ändert das nichts daran, dass ich diesen Zustand nicht mehr haben will (aktuell geht es mir ja auch nicht so).

Kannst du dazu mal etwas mehr schreiben?

Nun ... bis vor einem Jahr konnte ich meine Down-Phasen noch relativ gut kaschieren. Das funktioniert mittlerweile nicht mehr. Auch, wenn ich in meiner Drive-Phase bin nicht. Dann bekomme ich immer Dinge zu hören wie "Hast Du im Lotto gewonnen oder warum stahlst Du so?" oder "Mach mal langsam, nicht dass Du Dich noch überarbeitest". Negatives Abfärben wäre z.B. dass ich mich entweder gar nicht mehr melde oder behaupte, dass ich viel zu tun habe und deshalb keine Lust auf etwaige Aktivitäten habe, was natürlich nicht stimmt ... das weiß mein Umfeld allerdings auch (oder zumindest vermuten sie es).

Irgendwie hege ich den Verdacht, dass du dich in etwas reinsteigerst.

Mir wäre nichts lieber als das. Allerdings ändert das nichts an meiner aktuellen Lage. Klar, ich würde mich freuen, wenn ich einfach nur ein paar Gespräche mit einem/einer Therapeut/in führe muss und mein Leben dann "normal" ist (aber was heißt schon "normal"). Verstehe mich nicht falsch. Ich bin offen und lese mir gerne durch, was Du darüber denkst. Vielleicht brauche ich wirklich einfach eine dritte Meinung.

Viele Grüße *:)

JVessSlyNth`erixn


Klingt für mich nach normalen schwankenden Motivationsphasen. Und evt etwas Hypochondrismus.

Aber schau dir doch mal Stephen Fry′s The Secret Life of the Manic Depressive an, gibts bei YouTube. Da siehst du Erfahrungsberichte von Bipolaren und mögliche Behandlungen.

lHarsk_20x17


@JessSlytherin

Danke, ich werde mir das mal anschauen.

Klingt für mich nach normalen schwankenden Motivationsphasen.

Okay, mir war nicht bekannt, dass das jedem so geht.

Und evt etwas Hypochondrismus.

Woran machst Du das fest?

*:)

L+u#civ32


Also, ich finde die depressiven Phasen nicht normal. Wochen lag im.Bett liegen, menschliche Kontakt vermeiden.

Ganz konkret: wie stellst du dir das im Beruf vor? Das Berufsleben ist wesentlich stressiger und nicht so flexibel, als wenn du studierst. Wenn du in der Probezeit zu oft fehlst, bist du raus.

Wie lange hältst du diese Phasen wo du nicht schlafst durch? Geht es über Tagen am Stück?

laarsQ_20137


Ganz konkret: wie stellst du dir das im Beruf vor?

Um ehrlich zu sein habe ich da richtig Angst vor. Ich arbeite derzeit auch schon als Werkstudent, allerdings sehr viel als Home Office Tätigkeiten ... für Programmierarbeiten muss ich nämlich nicht im Büro oder so anwesend sein. Natürlich gibt es auch Abgabetermine bzw. Besprechungen, an denen ich teilnehme; das ist aber sehr unregelmäßig.

Wie lange hältst du diese Phasen wo du nicht schlafst durch?

Es ist eigentlich kein wirkliches "Durchhalten", da ich dann gar nicht merke, wie schnell die Zeit vergeht. Schlafen kann ich dann auch nicht, weil ich einfach zu viele Ideen habe, lerne und Projekte für mein Studium anfange. Ich bin nicht 72h am Stück wach oder so ... mir reichen dann meistens so 2-4h Powerschlafen und dann geht es direkt weiter. Den fehlenden Schlaf hole ich ja quasi in den Down-Phasen nach. Diese Phasen halten meist so 3 - 5 Wochen an ... bisher glücklicherweise immer passend zur Prüfungszeit. Wie gesagt, wenn ich den Stoff unter dem Semester nicht in der Zeit nachholen könnte, hätte ich wirklich ernste Probleme.

Ich möchte das nächstes Jahr abklären lassen, was man da machen kann.

J%essSKlyKthxerin


Ich nehm jetzt nicht mich als Beispiel, aber fast alle meiner Komillitonen haben solche Phasen. In der Lerngruppe werden mitten im Semester gefühlt mehr Serientipss getauscht als wirklich gelernt. Selbst jetzt haben manche ihre Unterlagen noch nicht ausgepackt. Weil das Wetter so dunkel, das Bett so warm, noch genug Zeit...

Wir haben keine Präsenszeiten und kaum Abgabetermine, da hangelt sich die Motivation nur von einem Termin zum nächsten.

Im März beginnt bei uns die primäre Klausurphase, dann machen wieder alle die Nächte durch um den Stoff vom gesamten Semester nachzuholen

Ich bin ja garnicht dagegen, dass du das Ganze vom Facharzt abklären lässt. :-) Ferndiagnosen und Glaskugeln sind nicht ganz so effektiv.

Ich bin jetzt eher interessiert, was ein ITler für nen Job macht, dass seine Krankenakte eingesehen wird. Ausser bei der Bundeswehr. Und die suchen auch händeringend ITler ;-)

L2uci3x2


Die Polizei haben auch viele ITler. Das habe ich als Beruf vermutet. Da gibt es natürlich eine volle Gesundheitscheck. Firmen ist das völlig egal.

In Krankenhäuser usw. auch nicht. Da wird nur nach ansteckende Erkrankungen wie Hepatitis oder Tuberklulose gesucht. Und ein Drogentest wird gemacht und Fragen zu Alkohol gestellt. Das warst. Man muss nur zum Betriebsarzt und muss keine Schweigepflichtsentbindung unterschreiben. Habe ich in 3 verschiedene Krankenhäuser durch.

Verbeamtung gibt es immer seltener. Diagnosen verfallen da auch. Sofortige Beamtung ist sehr selten und gilt nur für bestimmte Organisationen.

Mit die Bundeswehr - schwierig als ITler darein zu kommen. Gibt nur 2 Ausbildungsstätte mit höhen Anforderungen. Was auf der Webseite bzgl. Hauptschul- oder guten Realschulabschluss steht. Man hat keine Chance. Mein Sohn hat es versucht. Sie nehmen nur Abiturienten. Studium braucht man auch nicht. Man studiert dort in München auf ein Uni. Der TE wäre überqualifiziert.

Lju=cix32


Andere Möglichkeit sind Ämte wie der BND usw.. Da wird auch genau geschaut.

Bei Microsoft usw. als Sicherheitsbeauftragte nicht (ein Freund von mir arbeitet dort. War jahrelang vorher krankgeschrieben und kifft ordentlich).

JZess`Sl*ytherxin


Mit die Bundeswehr - schwierig als ITler darein zu kommen. Gibt nur 2 Ausbildungsstätte mit höhen Anforderungen. Was auf der Webseite bzgl. Hauptschul- oder guten Realschulabschluss steht. Man hat keine Chance. Mein Sohn hat es versucht. Sie nehmen nur Abiturienten. Studium braucht man auch nicht. Man studiert dort in München auf ein Uni. Der TE wäre überqualifiziert.

Meine Schwester ist Berufssoldat und versucht seit Monaten mich abzuwerben. Sie suchen vorallem fertig studierte ITler. Sogar die Anforderungen wurden herunter geschraubt.

F]orGensixker


Naja, ist die Frage, was anzugeben ist. "Therapien" oder "psychische Krankheiten".

Anzugeben sind "Therapien". Was natürlich wirklich interessiert, sind "psychische Krankheiten". Der Gedanke hinter dem Konstrukt ist, dass Therapien in der Vergangenheit statistisch mit psychischen Krankheiten in der Zukunft korrelliert sind. Das ist einfach nur Mathematik.

Das führt allerdings zu den absurden Konsequenzen, dass man als Gesunder nach einer Therapie schlechter gestellt ist als ein Kranker, der keinen Therapeutenkontakt hat und damit das allergrößte Risiko darstellt, für sich und für andere, mit denen er dann in seinem Beruf zu tun hat, dem dann ja nichts im Wege steht %-|

Na ja, niemand hier weiß was genau der TE für Probleme hat und welchen Beruf er ergreifen möchte.

Der TE wird schon wissen, warum er dazu keine genauen Angaben macht.

Er wird ja wissen, bzw. ahnen was die Gesellschaft darüber denkt.

Er weiß ja jetzt schon, dass die "Gesellschaft" (in dem Fall du) ihm eine schlechte Gesinnung unterstellst. Warum soll er da noch den Beruf nennen, den er ggf. zum Schutz der Privatsphäre ohnehin für sich behalten will, auch gerade, weil's ein heikles Thema ist?

Ehrlich gesagt, fände ich dein Vorgehen dann wirklich extrem egoistisch und sollte unterbunden werden!

Leider triffst Du damit einen Punkt. Ich werde mir da natürlich intensiv Gedanken zu machen (müssen).

Ist's nicht absurd, wenn der Staat, Arbeitgeber oder eine Versicherung Zugriff auf Informationen verlangt, die man quasi selbst und höchstprivat teuer bezahlt hat (und damit noch die entsprechenden Solidarkassen entlastet)? Darüber würde ich mir gar keine Gedanken machen, sondern eher um die folgenden Fragen:

- Könntest du in deinem zukünftigen Beruf jemanden gefährden, falls du psychisch krank bist?

- Wie sieht deine Situation juristisch aus und welche Maßnahmen musst du ggf. ergreifen, um deine Therapeutenbesuche geheim zu halten?

Mir wäre nichts lieber als das. Allerdings ändert das nichts an meiner aktuellen Lage. Klar, ich würde mich freuen, wenn ich einfach nur ein paar Gespräche mit einem/einer Therapeut/in führe muss und mein Leben dann "normal" ist (aber was heißt schon "normal"). Verstehe mich nicht falsch. Ich bin offen und lese mir gerne durch, was Du darüber denkst. Vielleicht brauche ich wirklich einfach eine dritte Meinung.

Viele Grüße *:)

So kann es auch laufen, oder du stellst mit Hilfe des Therapeuten fest, dass du jetzt schon "normal" bist, dann wird es auch nicht so teuer. Auch das wäre ja etwas wert.

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