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Auswertung neuropsychologischer Test

Scerggxio7 hat die Diskussion gestartet


Hallo, hätte folgende Frage: beim neuropsy. Test sah man bei der Hälfte der neurologischen Testaufgaben kognitive einschränkungen. Spiegelt meine Probleme nach SHT wieder. Nun würde ich allerding gerne mehr wissen über die psychischen Ergebnisse. Da steht nur folgendes.

Beck-Depressions-Inventar 2 (BDI-II)

Summenwert: 16,

leichte depressive Symptomatik (14-19)

Symptom-Checkliste -90 R von L.R. Derogatis (SCL-90-R)

psychische Belastung: PR 95 Intensität der Belastung: PR 100

Anzahl der Symptome, bei denen eine Belastung vorliegt: PR 78

Was heißt das? Mit meiner Therapeutin wurde abgeklärt dass sich mehrere psych. fragen im test mit den neurologischen einschränkungen überschneiden. Beispielsweise wenn es um den Antrieb oder die Leistungsfâhigkeit geht. Es scheitert also daran dass ich einige Tätigkeiten abbrechen muss wegen Reizüberladung und nicht generell an Antriebslosigkeit oder mangelndem willen. Auf Deutsch- einige psych. fragen musste ich schlecht beantworten wegen den neurologischen Problemen. Würde jetzt trotzdem gerne wissen was die Werte bedeuten.

Antworten
L=ucLix32


Bei die SCL-90: die niedriger der Wert, der niedriger der Symptomatik. Deine ist sehr hoch.

Hast du eine Frontallappen Schädigung?

S`unflPower_x73


Das sind keine speziellen neuropsychologoschen Tests.

Der BDI (Beck Depressions-Inventar) ist ein Test, um depressive Symptome zu erfassen. Mit einem Gesamtwert von 16 Punkten liegt lt. Test eine leichte depressive Symptomatik vor. Das ist die 1. Stufe nach unauffälligen Werten; Steigerungen sind dann "mittelgradige" und "schwere" depressive Symptome.

Die SCL-90 ist ein Test, der mit 90 Fragen diveresste körperlich eund psychische Symptome erfasst. Also kein Test, der auf eine spezielle Diagnose abzielt. Die Abkürzung "PR" steht für Prozentrang und das ist ein statistischer Wert. Die SCL-90 besteht eigentlich aus mehreren Unterskalen, wo es auch um Ängstlichkeit, Depressivität und andere Aspekte geht. Hinzu kommen bestimmte allgemeine Kennwerte, die man auch auswerten kann. Die drei hast Du hier genannt (Psychische Belastung, Intensität der Belastung, Anzahl der Symptome). Deine Werte bedeuten, dass Du eine hohe psychische Belastung aufgr. der Symptome hast. Du hast bei den erfassten Symptomen immer auch sehr hohe Werte (Skala ist ja 4stufig) angekreuzt, d.h. die Belastung durch die verschiedenen Symptome empfindest du als sehr hoch. Der PR 78 bei "Anzahl der Symptome" bedeutet, dass auf Dich relativ viele der erfassten Symptome zutreffen (aber auch nicht extrem viele/alle, dann wäre der Wert höher).

Letztlich muss man aber auch sagen, dass Ergebnisse der SCL-90 bei realen körperlichen Erkrankungen immer verfälscht werden und natürlich auch beim BDI grundlegende Einschränkungen sich auswirken. Man sollte solche Tests eh NIE als die absoute Wahrheit sehen, sondern nur als ein Verfahren, um systematisch Informationen zu erhalten und diese dann mit dem Gesamteindruck abgleichen.

L{ucci`32


Interessanter sind eher die andere Tests. Der BDI ist etwas durch die Stimmung an den Testtag beeinflussbar. Ich benutze es nur im Zusammenhang mit mehrere Gespräche. Es gibt nur ein groben Eindruck.

Die Fragen kann man leider nicht an körperliche Erkrankungen anpassen. Besonders problematisch bei Fragen über Atemnot, Herzrasen usw. wenn jemand Asthma oder eine Herzerkrankung hat. Das muss man dann im Bericht relativieren.

S6ergilo7


Vielen Dank für alle Antworten.

Ich habe bereits beim Ausfüllen geahnt, dass der rein psych. Test eher meine Problematik falsch darstellt. Meine Therapeutin hat gemeint dass sie auch die psychische Verfassung durch einen Test beurteilen muss(wegen Suizidrisiko etc). Ich kenne dieses ganze Szenario.

Bei mindestens der Hälfte der Fragen, vor allem die die auf klassische Depression oder Angst hindeuten, habe ich ihr beim ausfüllen noch gesagt wie man das richtig interpretieren sollte. Im Befund steht leider keine genauere Erklärung zu den oben genannten Zahlen. Geht natürlich auch darum, dass andere Leute die diesen Befund sehen, ein richtiges Bild vermittelt bekommen.

Ich frage mich aber schon wie ich auf die Werte 95 und 100 komme. Ankreuzen muss man ja 1-5 und ich habe eigentlich ganz selten 4 oder 5 angekreuzt. Ich werd sicher nochmal mit ihr reden.

Die aktuellen Zahlen zeigen dass mich meine neurologischen Probleme stark belasten, sehe ich das richtig? Weil eigentlich komme ich relativ gut damit klar.

Kurz noch die kognitiven Ergebnisse:

"Die diagnostische Abklärung der kognitiven Leistungsfähigkeit zeigt eingeschränkte Leistungen in den Bereichen Aufmerksamkeit (allgemeine Aufmerksamkeitsaktivierung, selektive Aufmerksamkeit, längerfristige Aufmerksamkeit), Gedächtniss (kurz- und mittelfristige verbale Merkfähigkeit, verbale Lernleistung), exekutive Funktionen (vorausschauendes planerisches Denken), sowie der räumlich-konstruktiven Fähigkeit.”

"Norm- und Altersentsprechende Leistungen zeigen sich in der geteilten Aufmerksamkeit, des visuellen kurz- und mittelfristigen Gedächtnisses und der unmittelbaren verbalen Merkfähigkeit, sowie der Wortflüssigkeit und der visuellen Wahrnehmung.”

LLuciw3x2


Bei der BDI ist es einfach - die Punkte werden einfach addiert.

Bei die SCL ist das ganze etwas komplizierter. Die Punkte werden zuerst auch addiert. Danach braucht man Tabellen um die Rohwerte (Punktzahl) umzuwandeln.

PR = Prozentrang.

Prozentrang 95 heisst 94% der Bevölkerung mit deinem Alter und Geschlecht hat ein niedrigerer Wert als du erreicht (sind weniger belastet).

Also, es heisst, du bist psychische stark belastet.

S&erg#iox7


Und wie interpretiert man "94% sind weniger stark psychisch belastet als ich?” Gerade in meinem alter(mitte 20) sind die meisten Personen in der Bevölkerung kerngesund. Da ist es doch wenig überraschend wenn ich mit meinen gesundheitlichen Probleme in die 6% Gruppe falle oder?

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