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Suizid einer Mittschülerin Auslöser für Verlustängste und Panik

Skucxyn hat die Diskussion gestartet


Hallo erst einmal.

Vor einigen Tagen hat sich eine Schülerin meiner Schule das Leben genommen. Ich persönlich kannte sie nur flüchtig, da sie 4 Klassen unter mir war und ich so nicht so viel mit ihr zu tun hatte. Allerdings kennt meine Familie ihre Eltern und mein kleiner Bruder kannte die Schülerin durch eine Jugendgruppe auch näher. Außerdem bin ich mit einigen befreundet die persönlich mit ihr zu tun hatten, unter anderem die kleine Schwester einer sehr guten Freundin, die eine sehr gute Freundin dieser Schülerin war. Das ist auch der Grund wieso ich das ganze gleich erfahren habe noch bevor dem Rest der Schule etwas mitgeteilt wurde (Es wurde eben zuerst nur die Klasse des Mädchens informiert und damit besagte kleine Schwester meiner besten Freundin die das sehr hart getroffen hat). Zuerst wusste ich noch nicht wer genau das Mädchen war und trozdem habe ich im Unterricht aufeinmal ein sehr ungutes Gefühl bekommen (ich kann es nicht sehr gut beschreiben) und ich habe nicht richtig Luft bekommen (zu mindest hat es sich so angefühl). Es hat sich angefühlt wie ein schwerer Stein auf meiner Brust und ich musste immer wieder ganz tief einatmen damit sich der Druck für kurze Zeit löst. Da habe ich schon gemerkt das mit das ganze nicht so gut bekommt, aber richtig schlimm wurde es eigentlich erst nach der Schule. Am nächsten Tag hatte ich eine Arbeit auf die ich mich noch vorbereiten wollte doch das war mir nicht möglich; mitlerweile waren alle Eltern informiert worden und ich wusste nun auch wer das Mädchen war. Und das hat es für mich natürlich schlimmer gemacht, ich konnte/kann an nichts anderes denken als an die Eltern und die Geschwister (die ich Teilweise persönlich oder aus Erzählungen meiner Eltern kenne) des Mädchens. Den ganzen nächsten Tag ging es mir nicht besonders gut v.a weil es anscheinend keinen aus meiner Stufe so mit nimmt wie mich. Zum Teil scheint sogar die Klasse des Mädchens besser damit umzugehen (wobei das natürlich auch noch der Schock sein könnte und sie noch nicht trauern können). Ich habe zunächst mit meinem besten Freund darüber geredet doch auch er kann mich nicht wirklich verstehen, das tue ich ja selbst nicht... ich hatte wirklich nichts mit ihr zu tun. Den Tag über war ich zeitweise wie betäubt und habe es zuhause dann am Abend auch einfach nicht ausgehalten und bin gleich nach der Schule (ich habe lange Schule) noch in die Stadt gegenagen wo ich dann einfach nur ziellos umher gelaufen bin. Als ich schlafen gehen wollte war es dann am schlimmsten ich konnte einfach nicht aufhören zu heulen aber den genauen Grund dafür weiß ich nicht... Ich glaube das ganze hat in mir einfach wieder total viel hochgebracht womit ich grade einfach nicht fertig werde. Ich habe furchtbare Angst die Leute zu verlieren die mir nahe sind und allein wenn ich das sage oder schreibe dann ist mir die Kehle zugeschnürt und mir kommen die Tränen. Ich habe auch das Gefühl das es einfach keinen Platz für mich gibt und gleichzeitig weis ich das das absoluter Schwachsinn ist. Ich habe Angst um meinen Bruder der genauso alt ist wie das Mädchen und nur selten mit mir redet, ich habe Ansgt um meine Freunde, Angst um meine Eltern das sie irgendwann auch einmal so etwas schreckliches erleben müssen wie die Hinterbliebenen der Schülerin (nicht weil ich mir etwas antue aber weil mir etwas passieren könnte). Zu dem ganzen kommt, dass meine Mutter letztes Jahr eine Krebs Diagnose bekommen hat (zum Glück konnte sie geheilt werden) und das ist auch echt schlimm für mich (gewesen) und ich habe immer noch Angst um sie. Außerdem ist meine beste Freundin derzeit im Ausland und ich fühle mich auch in der Schule oft alleine, da ich nur noch wenige enge Freunde habe. Zu alledem kommt jetzt auch meine Angst vor dem Wegfahren / Heimweh (oder doch nur ne andere Art von Verlust Angst?) wieder hoch. Ich hatte bis letztem Jahr stark mit Panik vor dem Wegfahren und anschließendem Heimweh zu kämpfen (so schlimm, dass ich nicht in der Lage war aufzustehen oder etwas zu essen). Diese Panik hat sich damals auch schon durch dieses oben beschriebene Gefühl von einem Stein auf der Brust geäußert. Ich war deswegen 3 Jahre bei einer Beratungsstelle... es hat mich nicht wirklich etwas gebracht nur darüber zu reden war gut. Letztes Jahr hatte ich dann endlich das Gefühl das es besser ist und ich konnte auf zwei Fahrten die ganze Woche mitfahren, was ein riesen Erflog war. Doch jetzt ist diese Angst auch zurück denn in 3 Wochen steht eine Schulfahr an. Ich hatte mir eigebtlich keinen Kopf mehr gemacht aber jetzt kommt irgdendwie alles zurück.

(Es tut mir leid wenn ich zu viele Gedankensprünge habe)

Außerdem macht mich der Slebstmord des Mädchens auch noch auf eine ganz andere Weise furchtbar traurig. Ich habe selbst eine Zeit lang daran gezweifelt ob es mir jemals besser gehen würde (bezogen auf das Heimweh und die Panik) und es gab Phasen in denen ich mich nur taub gefühlt habe. Zwar war ich nie ernsthaft Suizid gefährdet aber ich (habe) den Gedanken daran verstanden. Auch Selbstverletzung konnte/kann ich gut verstehen und hatte auch einige Freunde die damit zu Kämpfen hatten. Bei mir selber war es nie etwas richtig ernstes...

Aufjedenfall nimmt mich allein die Vorstellung durch was die Schülerin gegangen sein muss um so was zu machen total mit, weil ich mich selbst hineinversetzen kann und ich schon das was ich gefühlt habe keinem wünschen würde (und bei ihr muss es um einiges schlimmer gewesen sein)...

Ich weiß einfach nicht was ich jetzt machen soll, ich konnte seid dem ich davon erfahren habe aus besagten Gründen nicht mehr richtig schlafen und essen. Ich habe Phasen in denen ich aufeinmal über alles Lache und Witze mache und dann auf einmal bin ich wie in Watte und alles rauscht an mit vorbei und ich fühle nichts oder nur als ob ich gleich heulen muss... Ich bin gerade in der Klausuren Phase und das lernen fällt mir schwer.

Ich kann mit niemandem darüber reden, da ich nicht möchte dass meine Eltern davon erfahren oder sich Sorgen machen (das würde mich beides nur noch emhr belasten und ich bin ja auch nicht gefähredet). Es gibt an unserer Schule ein Team von Kriesen Lehren (mit Schulpsychologin) das auch alle Schüler dazu aufgerufen hat sich bei Ihnen zu melden falls sie über den Vorfall reden möchten, doch ich bringe es einfach nicht über mich dort zu melden, denn ich kannte das Mädchen nicht und ich scheine mehr mit genommen zu sein als manche die sie kannten. Ich habe Angst die Lehrer könnten denken, dass ich nur Aufmerksamkeit möchte und ich habe Angst dass sie es falsch versetehn wenn sie mich lachend auf dem Gang sehen (ich habe ja beschrieben das ich in so Wellen aufeinmal über alles lache). Und warscheinlich möchte ich mir auch einfach nicht die Blöße vor den Lehren geben (Ich bin ja schon so zusagen ein alter Hase an der Schule und das wäre mir unangenhem).... ich weis nicht was ich machen soll und ich verstehe auch nicht wieso ich mich so fühle oder was ganu ich da überhaupt fühle...

Ich weiß nicht ob sich jemand diesen langen Text überhaupt durchlesen wird aber ich bin dankbar für alle Kommentare und Tipps die ihr mir geben könnt.

Antworten
PNeOddi


Du wirst ernst genommen werden. Bitte gehe zur Schulpsychologin. Glaube mir, sie wird Dich ernst nehmen. GLG

WwM 20x14


Auch von mir der Tipp, dir psychologische Hilfe zu suchen.

Hab keine Angst davor, nicht ernst genommen zu werden. Das wird definitiv nicht geschehen.

Es geht dabei um dich, eine ganz individuelle Person mit individuellen Gedanken, Ängsten, Erfahrungen, Bedürfnissen. Und genau deshalb solltest du auch nicht vergleichen, wie andere Menschen mit der Situation umgehen. Denn du weißt gar nicht genau, ob sie "besser" damit umgehen können, sondern siehst nur von außen wie die Leute sich verhalten. Du weißt nicht, wie es in den Gedanken dieser Leute aussieht - vielleicht verkraften sie es auch nicht so gut, wie sie nach außen hin vorgeben können.

Des Weiteren benennst du ja mehrere Dinge, die dir in der letzten Zeit widerfahren sind. Die Krankheit deiner Mutter, die Entfernung zu deiner Freundin. Etc.

Entsprechend ist es wahrscheinlich gar nicht schlecht, wenn du dir da mal den Rat eines Menschen dazuholst, der sich damit auskennt.

Ich war in Therapie und kann sagen, dass ich alleine damit nicht fertig geworden wäre, was mir widerfahren ist. Mit der Hilfe der Therapeuten ist es jedoch gelungen.

Nur Mut, du wirst es schaffen. @:)

FRa ntniKx3


Hallo liebe Sucyn

ich denke, ich verstehe sehr gut wie es Dir im Hinblick auf diesen - ich schreibe jetzt einmal - Vorfall, geht. Es mag vielleicht einen Unterschied ausmachen, wenn man jemand persönlich kennt, ihr oder ihm nahe steht, dennoch kann das auch Auswirkungen auf andere Menschen ausüben. Gerade wie Du es beschreibst, dass auch in Deinem Freundeskreis Menschen sind, die - oder deren Angehörige sehr betroffen sind, kann dies belastend wirken.

Selbst Deine Familie kennt ihre Eltern, Dein kleiner Bruder und und...

Es gibt auch viele Dinge oder Ereignisse, auf die wir keinen Einfluss nehmen können, das zu wissen hat manchmal eine entlastende Wirkung, kann aber im Gegenteil auch be-lastend sein. Du schreibst "Es hat sich angefühlt wie ein schwerer Stein auf meiner Brust" und du musstest immer wieder auf Deine Atmung einwirken, damit sich der Druck löste. Ja, es hat auch auf Dich große Wirkung, das ist sehr deutlich zu lesen. Jeder Mensch geht mit belastenden Dingen anders um und mit jemandem zu reden ist ein hilfreicher Schritt, doch fühlst Du Dich von Deinem besten Freund auch nicht so richtig verstanden. Vielleicht fällt es auch ihm sehr schwer, mit den Gefühlen, die bei ihm entstanden sind, umzugehen. Ja, womöglich sitzt der Schock in dieser Klasse noch sehr tief.

Professionelle Gespräche sind da wirklich angemessen und ich kann sehr gut verstehen, dass Du nun Angst um manche Menschen in Deinem Leben hast. Übrigens schreibst Du wirklich verständlich.

Es ist Deiner Erzählung in Deinem eigenen Umfeld sehr viel vorgefallen, das kommt ja noch hinzu. Was sehr deutlich erkennbar ist, das beschreibst Du mit dem Gefühl der Panik, dieses Gefühl einer plötzlichen Bedrohung, einer drohenden Gefahr, die übermächtige Angst auslöst, das Denken z.T. lähmt.

Obwohl es bei Dir selber im Gegensatz zu lieben Menschen in Deinem persönlichen Umfeld nichts ernstes ist, beinträchtigt dich die Geschichte so stark, dass ich mich den Vorrednern anschließe in dem Punkt, Dir Hilfe zu suchen. Gerade weil Du mit niemandem darüber dieser genannten Personen reden kannst und die Schulpsychologin ja dafür da ist, um professionell darüber zu sprechen, ist es meiner Auffassung wichtig, dieses Angebot anzunehmen. Die Lehrer dürften meiner Einschätzung sehr wohl sensibilisiert sein und viel mehr Verständnis für die Schüler besitzen, als es vielleicht den Anschein hat. Es geht ja um einen Ausnahmezustand und Deine Lehrer, die Dich im Alltag bislang auch anders kennen, so werden sie da kaum auf einmal eine andere Meinung vertreten.

Auch für einen alten Hasen gibt es immer wieder Situationen, die noch nie dagewesen sind. Die Schulpsychologin ist da meines Erachtens die bessere Ansprechpartnerin für.

Vielleicht magst Du ja noch etwas dazu antworten?

Ganz liebe Grüße an Dich und viel Mut wünsche ich Dir!

Fanti

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