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Gedächtnislücken bei der Arbeit, wie damit umgehen?

Lnunc0i32


Wie wäre es mit eine Reha? So kannst du deiner Abwesenheit gut erklären und auch in die Reha hast du "fremde" Leute (Mitarbeiter und auch Mitpatienten) die dir Feedback geben können, wann, wie oft und wie lange du weg warst.

Mitpatienten sind ideal, da jeder krank ist und nicht negativ urteilt, sondern sich eher gegenseitig unterstützt. Man verbringt in der Regel auch viel Zeit miteinander.

Dort kannst du auch etwas Distanz von der Situation gewinnen. Zu Hause alleine hast du schlecht ein Überblick. Bei eine meiner Patientinnen könnte sie nur sagen, es lag neuen Einkauf auf den Tisch und Sachen wurden in die Wohnung bewegt (Kaffeekanne usw.). Aber mit wem sie telefoniert hat und was sie sonst gemacht hat und für wie lange sie weg war, wusste sie nicht. Wir könnte ihr das erst in der Klinik ( Epilepsie stand im Raum) erklären. Anders wirkte sie während diese Phasen nicht wirklich offensichtlich. Hätte man das nicht gewusst, wäre man vermutlich nicht so schnell darauf gekommen und hätte es eher für Stimmungsschwankungen gehalten (sie war in diese Phasen weniger ängstlich, offener und lockerer).

Alias 749300


Eine Reha geht für mich absolut nicht, Luci32.

Ich habe sehr üble Erfahrungen in einer Klinik machen müssen (es war damals auch eine Reha) und ich habe kein Vertrauen mich nochmal auf so etwas einzulassen.

Bwirke(nzwJeig


bist du noch auf seiten angemeldet, wo andere menschen mit DIS sind?

die müssen ihr leben ja auch irgendwie geregelt kriegen mit ihren fehlenden zeitfenstern. vielleicht kannst du dir da noch tipps holen?

ich kenne eine DIS, die hat 4 hosten und die kommunizieren intern irgendwie. verstanden hab ich das natürlich nie wirklich, aber viele der persönlichkeiten kennen sich und wissen, wann sie dran sind und welche aufgaben sie haben.

sie nehmen sich ihre auszeiten und "sprechen" das mit den anderen ab.

vielleicht wäre das noch ne idee, auf so einer seite nach hilfe fragen

Alias 749300


Ich bin auf keiner weiteren Seite angemeldet.

Bisher habe ich das bewußt vermieden, teils, weil ich am liebsten vor all dem davonlaufen möchte und innerlich zwischen Angst hinzuschauen und auch Zweifeln, dass es wirklich wahr ist zerrissen werde.

Ich habe Angst, wenn ich mich in so einem Forum oder Seite oder was auch immer anmelde, dass ich meine stabilen Anker in der Welt völlig verliere und mich nur noch mit diesen Absonderlichkeiten in mir beschäftige.

Kommunikation und bessere innere Absprache sind ein Ziel meiner Therapie aber wir sind im Moment noch in der Phase überhaupt herauszufinden, wie es in mir drin aussieht, wen es da gibt. Einiges ist schon klar, aber es gibt auch noch viele unerforschte Ecken auf meiner inneren Landkarte.

elstax1


Ich möchte so gern ohne Krankschreibung einen Weg finden. Es fühlt sich an, wie der Anfang vom Ende und ich weiß ja, dass ich nicht in zwei oder drei Wochen eine substanzielle Änderung der Lage erreichen werde. Insofern wäre es kaum mehr als ein Pause.

Eine Pause ist vielleicht mehr wert als Du denkst. Der Weg den Du vor Dir hast ist bestimmt schwer, warum machst Du es Dir nicht etwas leichter, durch eine Pause, dann kannst Du mal Luft holen und Kraft tanken.

S/unflo=wer_7x3


Die Pause würde Dir ermöglichen, Dich in der aktuellen Situation überhaupt erstmal zu sortieren. Es ist auch ein Unterschied, ob man sich von vornherein sagt, dass es nur eine Auszeit dafür sein soll - oder eben komplett

Dass Du so sehr gegen einen Ausfall und Abkehr vom Funktionieren ankämpfst, ist durchaus nachvollziehbar. Aber der Druck, der damit einhergeht, raubt aktuell zu viele Ressourcen und die Chance, das zu Verarbeitende wirklich zu verarbeiten.

Bzirkendzxweig


aber genau das wollen sie ja nicht. dann müssen sie sich mit sich auseinandersetzen und in der arbeit kann man das verdrängen

d[anaxe87


Alias

Würdest du mir bitte kurz schreiben wie du psychische Krankheiten so siehst? Ich meine, ohne allen politisch korrekten Lack, einfach das, was du bisher gedacht hast.

Alias 749300


Eine Pause wäre definitiv etwas wert. Es gibt leider im Moment reale Umstände in Bezug auf meinen Arbeitsplatz, die negative Konsequenzen einer Krankschreibung nicht unwahrscheinlich machen. Ich will nicht näher darauf eingehen, weil ich mit weiteren Hinweisen zu meiner Person eventuell doch erkennbar würde.

Ich habe aber noch Resturlaubsansprüche und Überstunden und vielleicht geht über diese Schiene etwas - nicht sofort aber doch recht bald. Ich werde das am Montag mal vorfühlen.

Ich merke, dass ich einen Tunnelblick entwickle und in Dimensionen von ganz oder gar nicht denke, was eigentlich nicht meine Art ist. In jedem Fall ist eine geplante Pause, wie auch immer gelabelt, besser zu verkaufen, als ein plötzlicher Zusamnenbruch.

Birkenzweig, deinen Beitrag verstehe ich nicht.

Meinst du, ich würde mich lieber mit der Arbeit beschäftigen um mich nicht mit schwierigen Dingen auseinanderzusetzen?

Falls ja - das stimmt nicht! Es ist tatsächlich ganz schwer für mich, diese Dinge anzusehen und es kosten allen meinen Mut. Es geht nur in ganz kleinen Schritten, weil ich ständig an der Schwelle zur Panik kratze. Aber den Mut habe ich, weil ich sehe, dass ich so wie es jetzt ist, nicht weiterleben möchte.

Wenn das Tempo langsam sein muss und wenn ich Wert darauf lege, dass ich mein Alltagsleben, was mir auch Halt und Rahmen bietet, nicht riskieren möchte, darf man mir nicht unterstellen, das ich mich drücke.

Alias 749300


Klar mache ich das Danae, oder zumindest versuche ich es.

Für mich sind psychische Krankheiten eine Reaktion auf nicht aushaltbare Lebensumstände. Eine Anpassung die einem erst mal das Überleben sichert und sich dann so verselbstständigt, dass aus einer eigentlich guten Strategie etwas Destruktives für die Person wird.

Das gilt meiner Ansicht nach für viele, wenn nicht alle psychischen Krankheiten, nicht nur für diese Traumafolgestörungen.

Darf ich fragen, warum du fragst? :-)

dZanza8e8x7


Weil du so klingst als wäre irgendwas daran total falsch und schwach und schlecht. Absolutes Versagen. Etwas mit dem man sich nicht beschäftigt und das vielleicht andere trifft, aber nicht einen selbst.

In dem Falle fände ich es wichtig da erstmal an der Haltung zu arbeiten, aber deine Erklärung klingt so, als tätest du das schon. ;-)

P&l]ü^sc*hb iesxt


Sorry, aber das ist zu kurz gedacht. Es gibt auch psychische Krankheiten, die zu einem gewissen Teil vererbt werden.

Alias 749300


Plüschbiest,

Ich glaube, dass es mit psychischen Erkrankungen nicht viel anders ist, als mit physischen. Eine gewisse Disposition wird vererbt und durch bestimmte Lebensumstände wird dann aus einer "Veranlagung" eine reale Erkrankung.

Das gilt meiner persönlichen Meinung nach für Herzinfarkt und Diabetes genauso wie für Schizophrenie oder Zwangserkrankungen.

Es gibt sicherlich Erkrankungen wo die Genetik eine wichtigere Rolle spielt bzw Lebensumstände oder Belastungen die fast alle krank machen, die ihnen ausgesetzt sind.

Letztlich ist es ja - zumindest für den, der sich am Ende mit der konkreten Erkrankung auseinander setzt, egal, oder?

Danae,

Ich befürchte, ich komme hier abgeklärter oder härter rüber als ich bin. ich finde es auch schwierig als alias zu schreiben, auch wenn ich weiß, dass es sinnvoll ist, so.

Ich möchte mich nicht "verquatschen" und schreibe nicht so locker wie sonst.

Auch wenn meine Arbeit mir wichtig ist, bin ich kein "Karrieretier".

d/anZaex87


Das meinte ich gar nicht. Ich meinte das hier:

Ich habe Angst, wenn ich mich in so einem Forum oder Seite oder was auch immer anmelde, dass ich meine stabilen Anker in der Welt völlig verliere und mich nur noch mit diesen Absonderlichkeiten in mir beschäftige.

(unterstreichung von mir)

Absonderlichkeiten klingt irgendwie als würde es dich abstoßen, als wäre da ein geschwür und zugleich so, als könnte es größer und mächtiger werden, wenn man es ernst nimmt. Es klingt nicht so als würdest du es ernst nehmen, sondern als würdest du tief in dir denken: Wenn ich mich nur genug zusammenreiße, dann ist einfach alles weg und gut und wieso mach ich hier überaupt so einen Aufstand?

Alias 749300


als wäre da ein geschwür und zugleich so, als könnte es größer und mächtiger werden, wenn man es ernst nimmt. Es klingt nicht so als würdest du es ernst nehmen, sondern als würdest du tief in dir denken: Wenn ich mich nur genug zusammenreiße, dann ist einfach alles weg und gut und wieso mach ich hier überaupt so einen Aufstand?

Volltreffer. :°( Ich empfinde das genau so.

Nicht, weil ich psychische Krankheiten als Zeichen von Schwäche sehe. Nicht einmal, weil ich mich in dieser Rolle als schwach oder minderwertig sehe.

Es ist nur so, dass es mir eine Höllenangst macht und regelrecht den Boden der Realität unter den Füßen weg reißt.

Ich hoffe tatsächlich immer wieder phasenweise, dass es vielleicht gar nicht wahr ist oder wieder verschwindet. Stelle dir vor du teilst deinen Körper mit anderen, mit anderen, die Dinge denken und sagen und tun, die du niemals tun würdest.

Es ist keine erstrebenswerte Erfahrung, das kann ich dir sagen.

Ich nehme es ernst, aber gleichzeitig zweifle ich. Ich weiß selbst nicht warum, ich kann es nicht besser erklären.

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