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Zwangsgedanken ausser Kontrolle

pDlays#tatMionxn hat die Diskussion gestartet


Guten Abend

Dieser Text wird etwas lange aber ich hoffe, dass sich jemand die Mühe macht und diesen Text liest und mir vielleicht einen Rat geben kann.

Ich, männlich und 25 Jahre jung leide seit vielen Jahren unter HIV Angst. Ich war 7 Jahre mit meiner Freundin zusammen, die mich aufgrund meiner Zwangsgedanken verlassen hat. Ich wollte immer ehrlich sein und habe mit ihr über meine Probleme gesprochen - leider hatte die Beziehung aufgrund meiner Phobie keine Zukunft mehr :(

Ich lebe ständig mit dem Gedanken, dass ich meiner Freundin fremdgegangen bin und hatte Angst, dass ich dies verdrängt oder vergessen haben könnte. Wenn ich Morgens zur Arbeit fahre oder Abens Nachhause gefahren bin hatte ich Angst, dass ich eine Prostituierte besucht haben könnte und dies dann vergessen habe. Ich habe meine Freundin immer geliebt und würde sie niemals betrügen. Es geht schon soweit, dass ich jeden Schritt auf meinem Iphone aufnehmen muss um mir dann bestätigen zu können, dass ich nicht im Bordell war. Ich habe nie Bargeld bei mir und nehme meine Bankkarten geschweige denn meine Brieftasche nie auf mir. Ich habe mehrere Psychologen und Psychiater besucht. Leider wurde es nie besser. Neulich habe ich es sogar mit Hypnose versucht. Auch hier kein Erfolg.

Wenn ich in meinen jungen Jahren zurückblicke, dann erinnere ich mich auch daran, dass ich mit 18 Jahren die eine oder andere Prostituierte besucht habe und daran konnte ich mich auch noch erinnern. Des Weiteren habe ich auch vor meiner Ex-Freundin diverse Sexualerlebnisse oder Küsse und auch daran konnte ich mich erinnern.

Nur jetzt ist es komplett ausser Kontrolle und ich habe keine Lebensqualität mehr. Ich habe mich ach meiner Mutter anvertraut und sie sagt mir auch, dass sich das Gehirn nicht ändern kann und wenn ich diese Erlebnisse mit 18 Jahren noch wüsste, dann wüsste ich dies heute auch noch!

Nach rund 6 Jahren Beziehung habe ich erfahren, dass ich betrogen wurde. Daraufhin war ich so verletzt und habe mir dummerweise eine erotische Massage besucht. Kein Sex sondern nur eine erotische Massage und auch daran mag ich mich heute noch gut erinnern wobei ich nach der Massage Angst gehabt habe Sie hätte an den Händen geblutet und mich so mit HIV angesteckt. Als mich die Deutsche Aidshilfe dann aufgeklärt hat, dass ich keinem Risiko ausgesetzt wurde, bildete ich mir dann ein, dass ich mit dieser Frau ungeschützten Sex gehabt habe.

Ich bereue es sehr und wollte womöglich meiner Partnerin eins auswischen, was eigentlich nicht zu mir passt.

Nun habe ich folgende Fragen an euch:

Gibt es jemand mit einem ähnlichen Problem? Wenn ja, wie hast du dies gelöst?

Glaubt Ihr, dass man ein Fremdgehen/Bordellbesuch (ich trinke nicht und nehme keine Drogen) einfach so vergessen oder verdrängen kann und man das unter keinen Umständen mehr weiss?

Klar wäre ich während der langen Beziehung gerne einmal ins Bordell aber da ich Angst vor HIV habe würde mein Gehirn doch nicht zulassen, dass ich dorthin fahre und das vergessen!?

Ich brauche Rat und wünsche mir so sehr, dass ich nur einmal wieder lachen und glücklich sein kann!

Ich habe das Internet durchgestöbert und habe gesehen, dass ich nicht alleine bin und ich würde mich sehr gerne austauschen.

Antworten
pglays@tatixonn


Kann mir jemand helfen?


Lust, Ängste, Zwänge, Verdrängung - das sind große Motive bzw. Mechanismen, zwischen denen ein Psychiater Zusammenhänge (und Lösungsansätze) herleiten können sollte. Was haben die denn dazu gesagt?

p}laynstat-ionxn


Danke für deine Antwort.

Ich habe jeweils nur Antidepressia verschrieben bekommen, welches nichts gebracht hat. Auch nach vielen Gesprächen fanden wir keine Lösung


Das kann ich gar nicht glauben - keine Fragen nach möglichen Auslösern? Keine Erklärungen und Therapievorschläge für die Zwänge? Und selbst falls das zutreffen sollte, müsstest du dir selber doch schon mal die Frage gestellt haben, woher deine Angst vor HIV kommen kann?

F/an[t)iK3


Hallo playstationn

Ich habe Deine Geschichte gelesen. In etwa der Mitte Deines Textes beschreibst Du einen Rückblick hin zu Deinen jungen Jahren. Die Angst vor HIV nimmt einen großen Teil Deines Erlebens in Anspruch.

Ich habe jeweils nur Antidepressia verschrieben bekommen, welches nichts gebracht hat. Auch nach vielen Gesprächen fanden wir keine Lösung

Die Verschreibung von ADs setzt ja eine Diagnose voraus. Psychologische Psychotherapeuten dürfen keine Medis verschreiben. Folglich liegt nahe, dass die vielen Gespräche, von denen Du berichtest, eher als (psychologische) "Beratung" gesehen werden dürfen, denn als Psychotherapie durch eine Psychologische Psychotherapeutin oder einen Psychologischen Psychotherapeuten.

Es geht schon soweit, dass ich jeden Schritt auf meinem Iphone aufnehmen muss um mir dann bestätigen zu können, dass ich nicht im Bordell war.

Die Suche nach Personen mit "ähnlichen" Problemen ist verständlich, dennoch können diese Probleme aus unterschiedlichen Ursachen resultieren. Vorübergehend mag eine solche Vorgehensweise wie im Zitat oben Beruhigung verschaffen. Es zeigt aber auch, welches Vertrauen in die eigene Wahrnehmung besteht. Die Beobachtung dessen, was Du siehst und zudem auch die Versicherung durch Profis scheinen da wenig zu einer Öffnung bzw. einer Änderung der eigenen Sichtweise beizutragen.

Ich lebe ständig mit dem Gedanken, dass ich meiner Freundin fremdgegangen bin und hatte Angst, dass ich dies verdrängt oder vergessen haben könnte.

Was aber, wenn die Verdrängung eines (unbewussten) inneren Konflikts genau zu dem führte, was Du hier beschreibst?

Nach rund 6 Jahren Beziehung habe ich erfahren, dass ich betrogen wurde. Daraufhin war ich so verletzt und habe mir dummerweise eine erotische Massage besucht.

Ich denke, ich verstehe, was Du meinst. Eigentlich ist ja nichts gegen einzuwenden, wenn auf diese physische Weise eine Linderung verschafft werden kann. Dabei ist aber nicht zwingend eine psychische Bewältigung gleichgesetzt.

"Betrug" an sich bedeutet die bewusste Täuschung bzw. Irreführung einer anderen Person - etwa mittels eines raffiniert angelegten Plans, so die Definition. Unausgesprochen wird der an der Situation beteiligten Person nebenbei vorsätzliche Täuschung unterstellt. Infolge wird es dann auch ein "Opfer" in dieser Dynamik geben - und als Gegenpart auch einen "Täter". Hierzu könntest Du Dich fragen, was genau Du an dieser Frau geliebt hast. Wenn - wie Du im Ansatz davon sprichst - von der Psyche ausgelösten Abwehrmechanismen ausgegangen werden darf, kann es auch Anteile geben, die in Dir liegen.

Hier bieten sich Sichtweisen an:

a

Hat also Deine Ex Freundin den Vorsatz gefasst, Dich von vornherein zu täuschen, dann darf auch ein Motiv mit einbezogen werden, für das sie 6 Jahre in einer Beziehung verharrt, wenn sie wohl "seit Anbeginn" daran denkt, die Beziehung zu gefährden oder sie irgendwann wieder zu verlassen.

b

Deine Freundin (hypothetisch: als die Du sie vermutlich noch immer gerne betrachtest) hat diesen Weg gewählt, aus der Beziehung auszusteigen.

c

Sie hat einen Fehler gemacht, der offenkundig gemacht wurde. Ersichtlich ist hier nicht, wie z.B. mit der Information umgegangen wurde, ob dies nur ein Ausschnitt aus einem größeren Kontext war..., welche Personen vielleicht Einfluss auf die Beziehung hatten, wie der Umgang mit Gefühlen war, wie die Beziehung geführt wurde, welche Prioritäten das Zusammenleben bestimmten, ...ob auch sie dabei glücklich war (dies nicht nur bestätigte, sondern auch so empfinden konnte) - oder etwa ein bestimmter Punkt im (Beziehungs-) Verhalten dem Zwang ausgesetzt war usw...

Wenn ich Morgens zur Arbeit fahre oder Abens Nachhause gefahren bin hatte ich Angst, dass ich eine Prostituierte besucht haben könnte und dies dann vergessen habe. Ich habe meine Freundin immer geliebt und würde sie niemals betrügen.

In diesem Zusammenhang ist es sehr schwer vorstellbar, Deine Ex Freundin würde hinsichtlich der beschriebenen Wahrnehmungsprobleme nichts bemerkt haben.

Ich bereue es sehr und wollte womöglich meiner Partnerin eins auswischen, was eigentlich nicht zu mir passt.

Ich glaube Dein tiefes Bedauern über Deine Reaktion, es klingt aber ähnlich eines Verbotes, einem Versuch, die Vergangenheit nachträglich verändern zu wollen. Daraus könnte durchaus seelischer Schmerz entstanden sein, doch in dem Zusammenhang lässt sich nur in der Gegenwart eine neue Entscheidung treffen und künftig eine andere, wohl möglich bessere Lösung herbeiführen.

Klar wäre ich während der langen Beziehung gerne einmal ins Bordell aber da ich Angst vor HIV habe würde mein Gehirn doch nicht zulassen, dass ich dorthin fahre und das vergessen!?

Ein positiver Befund von HIV hätte eine offensichtliche Gefährdung der Beziehung nach sich gezogen. In dem Zusammenhang stelle ich mir die geführte "Beziehung" als Ausgleich - wenn Du so möchtest: Kompensation - eines anderen Konfliktes vor. ;-)

Einen Besuch bei einer Psychotherapeutin oder eines Psychotherapeuten angesichts des offensichtlichen Leidensdrucks könnte ich mir als nächstliegende Option vorstellen. Leider sind die Wartezeiten sehr lang.

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