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Weiß nicht mehr weiter ...

S/tac;yDu/blxin hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Leser,

ich schreibe, weil ich nicht mehr weiter weiß und mir erhoffe, dass der ein oder andere von euch einen Tipp für mich hat. Es hat mich ziemlich Überwindung gekostet mich hier anzumelden und jetzt versuche ich euch so kurz wie möglich meine Problemlage zu beschreiben. Ich weiß, dass mit mir etwas nicht stimmt, nur was, weiß ich nicht. Fest steht nur, dass es mir nicht gut geht und das nicht erst seit gestern … Vielleicht könnt ihr mir ja in der Hinsicht weiterhelfen, ich wäre sehr dankbar …

Ich bin weiblich und 35 Jahre alt. Auf den ersten Blick sieht mein Leben in Ordnung aus. Ich habe studiert und einen guten Job mit viel Verantwortung, der mir auch liegt und mir meistens Spaß macht. Ich verdiene gutes Geld, lebe alleine und kann mir finanziell einiges leisten. Leider ist das aber nur die eine Seite der Medaille.

Die andere sieht folgendermaßen aus: Alles was ich in meinem beruflichen Leben erreicht habe, hat mich sehr viel Kraft gekostet. Die Dinge sind mir nie zugeflogen und mir wurden oftmals Steine in den Weg gelegt. Ich halte mich nicht für besonders intelligent, ich bin eher der fleißige Typ Mensch und ich glaube, vieles was ich erreicht habe, hätten andere mit weniger Aufwand ebenso schaffen können. Deshalb bin ich auch nicht wirklich stolz auf mich, was das alles angeht. Stolz bin ich nur darauf, dass ich nie aufgegeben habe, obwohl ich zeitweiße rund um die Uhr gearbeitet habe und mich trotz "geheimen" Nervenzusammenbrüchen immer wieder aufrappeln konnte. Manchmal konnte ich nachts nicht mehr schlafen, manchmal habe ich tagelang abwechselnd nur geweint und gearbeitet. Letzten Endes habe ich mein Ziel erreicht, aber zu welchem Preis (?), das ist nicht nur mittlerweile die Frage.

Mein Privatleben ist ein einziges Chaos. Ich bin ziemlich einsam und das ebenfalls nicht erst seit gestern. Ich hatte in meinem Leben bereits einige Beziehungen, die auch über mehrere Jahre dauerten, doch irgendwann immer ziemlich ungut ausgingen. Ich bin jetzt seit 5 Jahren Single und das schockiert mich, weil das nie mein Plan war und ich das Thema "Partner und Kinder" wohl abhaken kann. Ich brauchte lange um meine letzte Beziehung zu verarbeiten, denn diesen Mann habe ich wirklich geliebt. Mittlerweile bin ich wieder offen für neues und da es beruflich seit einiger Zeit ruhiger ist, kann ich mich jetzt auch wieder umsehen. Das Ergebnis fällt allerdings sehr mager aus. Die meisten "guten" Männer sind bereits unter der Haube. Jemand, der seine Frau und seine Familie hintergeht, muss ich mir nicht antun. Ansonsten ist es oft so, dass ich Gefühle für Männer entwickele, die mich nur fürs Bett wollen oder es ist andersrum, dass die Männer Feuer und Flamme für mich sind, aber ich kein Interesse habe. Es ist wie verhext und das deprimiert mich so.

Auch was Freundschaften angeht, ist es problematisch bei mir. Ich wurde zwar nie gemobbt oder ähnliches, allerdings war ich nie sonderlich beliebt und eher der Mitläufer. Meistens fühlte und fühle ich mich in einer Gruppe eher wie jemand am Rande und nicht als eine Person, die tatsächlich dazugehört. Ich habe Probleme Menschen zu vertrauen, weil mir schon oft wehgetan wurde, deshalb habe ich nur wenige Freunde. Auch diesen Freunden traue ich nicht zu 100%, ich bin immer auf der Hut und nicht gerade ein Optimist in der Hinsicht.

Ich weiß, dass ich depressiv bin. Ich war auch schon in Therapie deswegen, aber ich vermute, dass ich noch ein "weiteres" Krankheitsbild habe, das ich bisher noch nicht identifizieren konnte. Ich möchte auf jeden Fall noch mal psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen, um der Sache auf den Grund zu gehen, denn momentan geht es mir besonders schlecht. Ich habe einige Verhaltensweisen, die andere Menschen verwirrend finden und je enger ich mit Personen zusammen bin, umso weniger kann ich diese Verhaltensweisen verstecken. Nach außen hin, wirke ich glaube ich ganz normal. Ich liste mal ein paar Dinge auf, vielleicht hilft das zur Orientierung:

1. Bei mir muss immer alles ordentlich geregelt sein und genau gleich ablaufen. Ist das nicht der Fall, macht mich das extrem unruhig und unzufrieden. Ich kann Stunden damit zubringen, Sachen zu sortieren, obwohl es nicht immer sinnvoll erscheint. Falls ich das nicht tue, komme ich mir wie ein fauler Mensch vor oder als sei ich unfertig.

2. Was meinen Tagesablauf angeht, bin ich extrem unflexibel. Auch hier muss ich alles gleich machen. Das fängt schon morgens im Bad an. Ich muss alles in derselben Reihenfolge tun und genauso viel Zeit investieren. Bin ich auf Reisen, kann das erheblichen Stress für mich bedeuten. Besonders wenn ich nicht alleine bin und auf eine andere Person Rücksicht nehmen muss. Kann ich meine Routine nicht einhalten, bin ich schlecht drauf.

3. Auch wenn ich immer alles genau regle, bin ich oftmals chaotisch. Und zwar immer dann, wenn ich nicht meinen gewohnten Tagesablauf habe. Ich war jetzt mit einer Freundin im Urlaub und vor dem Urlaub habe ich Stunden damit verbracht den Koffer zu packen, Listen zu schreiben und Dinge durchzugehen. Nur um im Urlaub ständig Sachen suchen zu müssen und sogar 2 Dinge verloren habe. Meine Freundin hat mit Sicherheit weniger Zeit fürs Packen gebraucht, aber sie war toporganisiert. Ich verstehe das nicht.

4. Auch auf der Arbeit ist es so, dass ich mich immer sehr konzentrieren muss, damit mir keine Fehler unterlaufen. Ständig schreibe ich Listen, damit mir nichts entgeht. Ich gelte als gut organisiert, aber der Aufwand dahinter ist brutal. Wenn ich mich nicht so reinhänge, geht mit Sicherheit immer etwas schief.

5. Auch wenn ich traurig bin, dass ich solo bin und keinen großen Freundeskreis habe, werde ich verrückt, wenn ich zu lange mit Menschen zusammen bin. Mein Urlaub war wieder das beste Beispiel. Irgendwann konnte ich die Nähe meiner Freundin nicht mehr ertragen, obwohl sie nichts besonders schlimmes gemacht hat. Ich bin manchmal früher ins Hotel gegangen oder alleine unterwegs gewesen, nur damit ich Zeit für mich hatte. Das wirkt wohl zurecht nicht besonders sozial.

6. Ich lese gerne und manchmal habe ich das Gefühl, dass ich lieber lese statt zu leben. Im Urlaub habe ich anstatt mir die Sehenswürdigkeiten anzuschauen (doch ein paar habe ich schon gesehen :-) ), lieber einen Reiseführer genommen und alle Fakten aufgesogen und gelernt. Danach könnte man mich wohl immer als Touristenführer einstellen. Insgesamt ist es so, dass ich eine Vorliebe für Fakten habe und mich immer wieder auf besondere Themen konzentriere und dann Infos dazu recherchiere. Deswegen habe ich glaub eine ganz gute Allgemeinbildung, aber das hilft mir in sozialer Hinsicht auch nicht wirklich weiter.

7. Objektiv betrachtet bin ich nicht hässlich, aber ich fühle mich oft extrem unwohl. Manchmal will ich gar nicht vor die Tür, weil ich mich als unansehnlich betrachte.

Ich könnte noch weitermachen, aber das sprengt dann doch den Rahmen. Wenn ich mir meine Defizitliste anschaue, dann weiß ich, warum ich so isoliert bin. Weiß nur nicht, wie ich das in meinem Alter noch ändern soll. Außerdem ist es so, dass ich mich in der Öffentlichkeit gut verstellen kann, d. h. nicht jeder kriegt meine Macken mit. Ich kann z. B. vor Publikum gut reden und wirke durchaus nicht auf den Mund gefallen. Trotzdem fühle ich mich die ganze Zeit so, als würde ich eine Rolle spielen. Und diese Rolle kostet mich extrem viel Kraft. Zuhause geht dann die Tür zu und ich verwandele mich in ein kleines Häufchen Elend. Mittlerweile kommt auch Verbitterung in mir hoch. Privat klappt so gar nichts bei mir und ich habe ja nicht nur Defizite, aber niemand weiß das so richtig zu schätzen. Ich muss mittlerweile auch richtig aufpassen, dass ich nicht verrückt werde. Mit der Zeit habe ich nämlich angefangen zu glauben, dass irgendeine höhere Macht nicht will, dass ich glücklich werde und deshalb so oft Dinge bei mir schief gehen. Ich könnte euch jetzt viele Beispiele aus dem täglichen Leben von mir aufzählen, aber diese Nachricht muss ja nicht noch länger werden. Jedenfalls … weiß ich, dass so ein Gedankengang nicht normal und gesund ist, aber trotzdem keimt dieser Gedanke immer wieder in mir auf, weil ich trotz meinen Bemühungen immer wieder Bruchlandungen erleide. Im Leben braucht man halt außer Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit auch noch ein bisschen Glück. Dieses Glück ist mir halt nicht gegönnt.

Wahrscheinlich hat nicht jeder durchgehalten, bis hier hin zu lesen. Falls doch, vielen Dank fürs Zuhören. Vielleicht kann mir jemand auch was dazu schreiben, ich bin nämlich gerade sehr verzweifelt und frage mich, was das alles noch für einen Sinn hat. Ich sehe keinen mehr.

Liebe Grüße

Stacy Dublin

Antworten
aQnfangm[ixtfreude


Und diese Rolle kostet mich extrem viel Kraft. Zuhause geht dann die Tür zu und ich verwandele mich in ein kleines Häufchen Elend. Mittlerweile kommt auch Verbitterung in mir hoch.

das kenne ich auch von mir selbst. ich tendiere wohl ein bisschen in richtung asperger, daher kann ich die punkte auf deiner "defizitliste" gut nachvollziehen. ;-D

ich für meinen teil hab mich früher oft genauso gefühlt, wie du - man ackert den ganzen tag und hat dann noch ein fitzelchen sozialleben und dann kommt man nachhause und möchte am liebsten gleich hinter der tür zusammensinken und schlafen/heulen.

wichtig ist, da grenzen setzen zu lernen. also nicht mehr jede herausforderung annehmen, nicht immer überall in jedem punkt alles leisten wollen, sondern durchaus auch mal verantwortung abgeben. die welt dreht sich auch ohne einen selbst weiter.

HRancxa


@ StacyDublin

Ich könnte mir auch vorstellen, dass eine Zwangsstörung dahinter steckt.

Diese Listen und das Abarbeiten der Listen ist sehr zwanghaft.

[[http://www.zwaenge.de/diagnose/zwangsstoerung_formen.htm#ordnen]]

Mich wundert es, dass in deiner Therapie nicht umfassender auf deine Probleme eingegangen wurde.

Welche Art von Therapie hast du gemacht?

S;tacyDuxblin


Vielen lieben Dank für eure Antworten. Das freut mich sehr.

@anfangmitfreude:Ja genau so wie du es beschrieben hast, geht es mir. Ich arbeite und arbeite und arbeite und dann komme ich nach Hause und kann nicht mehr und ich lege mich schlafen. Ich verschlafe und "verarbeite" sozusagen mein Leben. Mir fällt es schwer mich zu entspannen und wenn ich nicht arbeite, habe ich sofort ein schlechtes Gewissen. Wenn es mal vorkommt und ich Freizeit habe, dann analysiere ich mein Leben, befinde es für mies und ziehe mich weiter in mein Schneckenhaus zurück. Nur um am folgenden Arbeitstag wieder die Powerfrau zu geben. Tss, ist schon ein Witz irgendwie. Das ist schwierig mit der Verantwortung abgeben. Ich denke, dann kann ich gleich kündigen. Ich habe rund 120 Leute unter mir und in dieser Position kann ich mich um bestimmte wichtige und verantwortungsvolle Sachen nicht drücken. Außerdem ist es so, dass mein Job noch das einzige ist, was mich ausmacht und ich gutes Feedback bekomme. Was mache ich, wenn ich das nicht mehr habe?

Deine Aussage wegen Asperger ist auch interessant. Hab da mal ne Reportage gesehen, in der ich mich zum Teil wiedererkannt habe.

@ Hanca:

Ich habe damals eine Verhaltenstherapie gemacht. Ich war schon bei mehreren Psychologen. Die nehmen mich irgendwie nicht für voll. Ich kann ziemlich gut reden und mich verstellen und selbst wenn ich sage, dass es mir beschissen geht, kauft mir das irgendwie keiner ab. Ich gehe ja wohl nicht zum Therapeuten, um mich und die andere Person zu veräppeln. Es heißt dann nur immer, ich wäre zurzeit depressiv verstimmt, aber im großen und ganzen funktioniert ja alles. Ich spiele meine Rolle anscheinend so gut, dass selbst die Fachleute keinen Handlungsbedarf sehen. Danke für deinen Link mit den Zwangsstörungen. Ich werde es mir in Ruhe durchlesen.

a(nfangmmitfIreuxde


Ich verschlafe und "verarbeite" sozusagen mein Leben.

das ist doch schonmal eine gute erkenntnis. nimm die doch zum anlass, um dir selbst mal in ruhigen 5 minuten die frage zu stellen, wie du denn eigentlich gern dein leben verbringen würdest?

ich meine, ich lese bei dir ein bisschen raus, dass du bestimmte ziele verfolgt hast und an diesen gearbeitet hast. nun hast du doch diese ziele erreicht und bist nicht glücklich - vielleicht waren es nicht die richtigen?

Außerdem ist es so, dass mein Job noch das einzige ist, was mich ausmacht und ich gutes Feedback bekomme.

kann ich auch gut verstehen. ich bin damals auch aus dem hamsterrad raus und was mich lange davon abgehalten hat war eben genau dieser gedanke. wenn man aufhört das zu tun, was man immer tut, wer ist man dann? aber wenn einen nicht wirklich glücklich macht, was man tut, dann muss man eben damit aufhören und an seinem leben herumarbeiten, bis es wieder passt.

du musst ja nicht gleich alles an verantwortung abgeben. aber sieh es mal so: nichts im leben geschieht ohne ursache und ohne wirkung. du hast deine berufliche position und arbeitest hart. das hat bestimmte ursachen, aber eben auch bestimmte folgen - wenn du lange und viel arbeitest, leidet dein sozialleben, du hast keine hobbies, über die du dich definieren könntest, du hast nichts und niemand anderen mehr, mit dem du dich identifizieren kannst. würdest du da ein bisschen vom gas gehen und weniger leistung erbringen, hätte das dort auf der arbeit sicher erstmal negative konsequenzen für dich. dann würde eben jemand anderes die beförderung bekommen oder die lohnerhöhung und die leute würden sich fragen, wieso du denn auf einmal so geworden bist - dir könnte es aber egal sein, weil du eben auch noch freizeit und sozialleben hättest, durch die du dich stärker definieren würdest.

ansonsten ist es eben so, dass du - falls du wirklich auch asperger sein solltest - nicht so kannst, wie die anderen und wie du selbst es gern wollen würdest. ich bin in sehr vielem was ich anpacke gut. ich lerne schnell, kann hochkonzentriert arbeiten und leistung erbringen. aber nach 6 oder 8 stunden fühle ich mich reif fürs sterbebett. ;-D

da muss man dann einfach selbst auch mal ne pause einschieben und die eigene leistung bewusst etwas drosseln. die anderen um einen herum bringen ja auch weniger leistung oder machen mal ein extra-päuschen oder quatschen morgens erstmal 10 minuten miteinander, bevor sie los legen. vom prinzip später kommen und früher gehen ganz zu schweigen. heisst jetzt nicht, dass ich dir raten würde, ein fauler mensch zu werden. einfach einer, der sich seiner kraftreserven besser bewusst ist.

Hgandca


Mir fällt es schwer mich zu entspannen und wenn ich nicht arbeite, habe ich sofort ein schlechtes Gewissen. Wenn es mal vorkommt und ich Freizeit habe, dann analysiere ich mein Leben, befinde es für mies und ziehe mich weiter in mein Schneckenhaus zurück.

Kennst du das schon aus deiner Kindheit?

Das Gefühl, immer zu wenig zu leisten? Keine Anerkennung zu bekommen?

Pm+sczhbuiesxt


Das was du da beschreibst klingt nach Überforderung durch eine ADS Symptomatik.

[[http://www.adhs-ratgeber.com/adhs-selbsttest.html#test-index=0]]

SPtacy5Duublin


@ anfangmitfreude:

Wie ich gerne mein Leben verbringen würde ... mmh ... wohl nicht mehr so viel arbeiten. Die Umsetzung fällt mir allerdings schwer. Ich denke immer, ich müsste noch dies und das endlich fertigstellen und dann kann/ darf/ muss ich mich entspannen. Leider dauert diese "Fertigstellung" schon 5 Jahre und ich komme überhaupt nicht dazu loszulassen. Wenn ich mal frei habe, dann fange ich an die Wohnung zu putzen oder meine Finanzen zu regeln. Es ist so schwierig mich von Arbeit loszureißen. Mal abgesehen davon, dass ich nicht unendlich viel Freizeitangebote habe. Ich bin 35 und wohne nicht in einer Großstadt. Die meisten in meinem Alter sind verheiratet und haben Kinder. Mit Studenten in der Disko will ich nicht meine Zeit verbringen und für eine Sportart kann ich mich auch nicht wirklich begeistern. Ich mache eher gerne kulturelle Dinge, ins Musem gehen oder ins Theater. Alleine ist das aber auch doof. Es ist nicht so, dass ich gar nicht weggehe und gar niemanden habe, aber es befriedigt mich nicht und entspricht nicht ganz der Freizeitgestaltung, die ich mir gerne wünsche. Sprich: Wir gehen in eine Bar und trinken und reden. Das ist besser als gar nichts, aber ich finde das langweilig und neue Leute lerne ich so auch nicht kennen. Männer schon gar nicht. Das ist schon ein großes Problem für mich, dass ich niemand passendes mehr kennenlerne. Es gibt immer einen Haken. Ich kann berufliche Projekte gut durchziehen - zwar meist mit viel Aufwand - aber es gelingt. Wäre mein Privatleben wie eine Prüfung auf die man lernen muss, hätte ich bestimmt keine Probleme. So ist es leider nicht.

Seit langem wünsche ich mir einige Zeit im Ausland verbringen zu können. Aber das birgt sehr viel Risiken, weil ich dazu alles hinschmeißen müsste. Da habe ich dann auch Angst vor. Ich mache mir über alles mögliche Gedanken und das kostet mich Kraft und macht mich im Endeffekt nur handlungsunfähig.

@ Hanca:

Ja, ich kenne das seit jeher von mir. Es war mal besser, mal schlimmer, aber nie weg. Ich habe früher schon immer große Ängste gehabt, wenn z. B. in der Schule am Ende des Schuljahres zu viele Klassenarbeiten geschrieben wurden. Dann habe ich immer mich und alle anderen um mich herum verrückt gemacht. In meiner Familie sind alle studiert und alle haben das eher mit links geschafft. Ich musste schon immer viel mehr kämpfen und manchmal denke ich, es wäre besser gewesen, wenn ich früh einen anderen Weg gegangen wäre. Aber damals war ich jünger und wollte mit allen mithalten. Nun bin ich evtl diejenige, die beruflich am meisten erreicht hat, aber der es mit Sicherheit am schlechtesten geht. Alle haben Beruf, Partnerschaft und Familie unter einen Hut bekommen. Klar, man kann nicht immer hinter die Fassade schauen, aber sie wirken alle glücklicher als ich. Machen Pläne, Unternehmungen, ziehen ihre Kinder groß,...

Ich wiederrum fühle mich wie tot. Anders kann ich das nicht beschreiben, auch wenn es traurig ist. Mich macht es auch nicht glücklich, dass ich mir ein sog. geiles Auto kaufen könnte oder ne geile Wohnung. Lieber hätte ich nichts davon, aber ein intaktes Privatleben und eine ausgewogene Work-Life-Balance.

@ Plüschbiest:

Danke für den Link. Insgesamt versuche ich nach mal herauszufinden, was Asperger, Zwangsstörungen und ADHS mit mir zu tun haben. Meine Eltern z. B. die wissen um meine Probleme, sind damit aber auch überfordert. Ich denke mal, sie haben sich auch was anderes für ihre Tochter vorgestellt. Meine Mutter hat vor einigen Monaten mal eine Reportage über Asperger angeschaut. Sie meinte, viele Dinge, die da erwähnt wurden, hätten sie an mich erinnert. Wie bereits gesagt, finde ich mich auch in manchen Beschreibungen wieder. Allerdings nicht in allen. Wenn ich beruflich mit Menschen zu tun habe, dann kann ich ohne Probleme drauf losquatschen und sehr eloquent bis entertainermäßig rüberkommen. Das ist nicht meine Aussage, sondern die Rückmeldung von anderen Personen. Ich habe keinerlei Probleme vor großem Publikum zu sprechen und wenn ich weiß, dass ich gut vorbereitet bin, dann macht mir das sogar Spaß. Das spricht eher nicht für Asperger. Für ADHS und Zwangsstörungen sprechen auch einige Dinge. Ich habe z. B. eine Angewohnheit, die viele in den Wahnsinn treibt. Das kriegen aber nur die Leute in meiner näheren Umgebung mit. Mir ist das echt peinlich, aber ich kann dagegen nichts machen. Es ist so, dass ich Föhn und Staubsaugergeräusche total mag. Besonders die Geräusche vom Föhn. Wenn ich ihn laufen lasse, kann ich mich besser entspannen oder konzentrieren. Oftmals ist es so, dass ich ohne Föhn ruhe- und rastlos bin. Dementsprechend oft läuft der Föhn bei mir und ich habe schon einige Föhngeräte kaputt gemacht. Und fragt lieber nicht nach meiner Stromrechnung! Ich finde die Angewohnheit auch etwas skurill, aber es hilft mir halt beim runterfahren und jegliche Versuche dieses Geräusch durch andere, billigere Varianten zu ersetzen, sind bisher gescheitert.

Kann mir jemand sagen, wohin ich gehen kann, damit meine Problematik eingehend untersucht und evtl. getestet wird? Ich war letztes Jahr bei einem Psychiater und es war eine Verhaltenstherapie, aber er hat nie Tests mit mir gemacht. Gibt es irgendwelche Zentren, wo man sich hinwenden kann? Oder muss ich zur örtlichen Pschiatrie? Ich komme mir mit dem Problem bzw. der Lösung alleine vor. Ich habe ja schon mal geschrieben, dass ich von den Fachleuten nicht ernst genommen werde. Hat jemand eine Idee? Ich wäre sehr dankbar.

Ich weiß, meine Mails sind gerade von Wehklagen nur so durchzogen. Ich will eigentlich nicht im Selbstmitleid versinken, aber nach jahrelangem Kämpfen und Durchhalten, bin ich einfach nur desillusioniert und ausgelaugt. Ich hoffe sehr, dass ich wieder neuen Antrieb bekomme, deswegen habe ich mich auch hier angemeldet. Um neue Ideen/ Anregungen zu bekommen. Zumindest schaffe ich es, längere Texte über mich zu schreiben. Wenigstens diese Zeit habe ich nicht mit Arbeiten verbracht. Das ist ja schon was!

SsonjVaMaria7x9


Hallo Stacy,

Dein Beitrag liest sich ein wenig so, als hättest Du bereits ganz genau analysiert, welche Krankheiten denkbar wären. Du zweifelst offensichtlich auch an d bisherigen Diagnose. Ich persönlich würde Dir empfehlen, Dir schnell einen geeigneten Psychiater, am besten eine psychiatrische Klinik zu suchen, die eine umfassende Diagnostik mit zusätzlicher psychologischer Testung durchführt, damit Du endlich Gewissheit hast. Um exakte Aussagen machen zu können, muss man sich umfassend mit Dir beschäftigen. Der Übergang zwischen Persönlivhkeitsakzentuierungen und Störungen ist gewiss fließend. Nicht jedes für andere "sonderbare" Verhalten ist sofort eine Störung. Manch niedergelassener Psychiater hat auch Schwierigkeiten, in diesem Bereich tragfähige Aussagen zu treffen. Universitätskliniken sind sicher eine gute Anlaufstelle. Aber auch sonstige psychiatrische Kliniken verfügen über die Voraussetzungen für eine relativ sichere Diagnostik. Und diese ist ja die Voraussetzung dafür, dass du möglichst schnell richtig behandelt werden kannst.

Aus meinem persönlichen Umfeld weiß ich, wie unbefriedigend es ist, wenn man feststellen muss, dass Jahre lang die falsche Diagnose gestellt und damit nicht richtig behandelt wurde. Daher würde ich selbst auf eine solche umfassende Diagnostik drängen. Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden, ob er sofort "das volle Programm" wählen will.

In jedem Fall wünsche ich Dir aber alles Gute und hoffe, man kann dir bald helfen.

Liebe Grüße

Sonja

H<anxca


Kann mir jemand sagen, wohin ich gehen kann, damit meine Problematik eingehend untersucht und evtl. getestet wird? Ich war letztes Jahr bei einem Psychiater und es war eine Verhaltenstherapie, aber er hat nie Tests mit mir gemacht.

Ein Psychiater ist ja ein Facharzt. Der hätte eigentlich eine Diagnose stellen müssen.

Aber es gibt auch unfähige Psychiater. Darum würde ich in eine psychiatrische Klinik gehen.

Für eine Therapie würde ich mir nicht unbedingt einen Psychiater suchen.

Die haben meistens weniger Erfahrung, weil sie eben auch eine normale Sprechstunde haben, Medikamente verordnen und Diagnosen stellen müssen.

Ich würde mir einen Psychotherapeuten suchen.

[[https://www.therapie.de/psyche/info/fragen/wichtigste-fragen/unterschied-psychotherapeut-psychologe-psychiater/]]

Sehr gut finde ich die Hypnosetherapie.

Damit kommt man besser an unbewusste Probleme heran und kann diese auflösen.

Huancoa


StacyDublin

Wie ich gerne mein Leben verbringen würde ... mmh ... wohl nicht mehr so viel arbeiten. Die Umsetzung fällt mir allerdings schwer.

Seit langem wünsche ich mir einige Zeit im Ausland verbringen zu können. Aber das birgt sehr viel Risiken, weil ich dazu alles hinschmeißen müsste. Da habe ich dann auch Angst vor. Ich mache mir über alles mögliche Gedanken und das kostet mich Kraft und macht mich im Endeffekt nur handlungsunfähig.

Ich kenne einige Menschen, die ein Jahr unbezahlten Urlaub genommen haben und dann ins Ausland gegangen sind.

Sie sind viel gereist und haben sich immer mal Jobs gesucht im Ausland.

Unter "Work & Travel" findest du im Internet viele Informationen:

[[https://www.auslandsjob.de/work-travel.php]]

Aber erstmal muss du wohl seelisch stabiler werden.

HPancxa


neue Leute lerne ich so auch nicht kennen. Männer schon gar nicht. Das ist schon ein großes Problem für mich, dass ich niemand passendes mehr kennenlerne. Es gibt immer einen Haken. Ich kann berufliche Projekte gut durchziehen - zwar meist mit viel Aufwand - aber es gelingt. Wäre mein Privatleben wie eine Prüfung auf die man lernen muss, hätte ich bestimmt keine Probleme. So ist es leider nicht.

StacyDublin dein privates Leben ist nichts anderes wie ein berufliches Projekt.

So wie du beruflich Wege findest und nicht aufgibst, so kannst du das auch privat angehen.

Es gibt ja sehr viele Singles und darum auch viele Plattformen, wo man sich kennenlernen kann.

Singles gestalten ihre Freizeit gemeinsam und reisen sogar zusammen.

Ich habe immer sehr ländlich gewohnt. Wenn ich neu umgezogen war, habe ich Anzeigen aufgegeben und so neue Menschen kennengelernt.

Mit einigen bin ich schon 30 Jahre befreundet.

Ich glaube bei dir wirklich, dass da eine innere Blockade ist, die dich hindert, dein Leben zu ändern.

So etwas zum Beispiel:

Ich denke immer, ich müsste noch dies und das endlich fertigstellen und dann kann/ darf/ muss ich mich entspannen.

Das sind so Glaubensmuster, die man auflösen kann und muss.

SFtacEyDuxblin


Danke an alle Schreibenden! Das hat mir schon mal weitergeholfen!

@ Hanca:

Was genau ist Hypnosetherapie? Ist das was esoterisches ??? Ich weiß, ich könnte es auch googeln, tue ich wahrscheinlich auch gleich, aber es klingt so, als ob du persönlich damit Erfahrung hast. Und das interessiert mich!

P1lFüschxbiest


Ich muss mittlerweile auch richtig aufpassen, dass ich nicht verrückt werde. Mit der Zeit habe ich nämlich angefangen zu glauben, dass irgendeine höhere Macht nicht will, dass ich glücklich werde und deshalb so oft Dinge bei mir schief gehen.

Das hat nichts mit verrückt werden zu tun, eher mit selbst erfüllender Prophezeihung.

[[https://www.psychotipps.com/optimismus-prophezeiung.html]]

Hlanca


Ja, ich habe eine Hypnosetherapie gemacht.

Ich hatte zwar keine psychischen Probleme, aber ich wollte mir meine Glaubensmuster mal anschauen.

Die sind ja oft hinderlich.

Mit Esoterik hat das nix zu tun. Das ist eine bewährte Therapieform.

Hypnose ist eine Tiefenentspannung. Man ist nicht völlig weg und weiß irgendwo noch, was man tut.

Aber die Außenwelt ist völlig ausgeblendet, man kommt mit seinem Innersten in Kontakt.

Das Unterbewusstsein ist der Ort im Gehirn, wo unsere Erfahrungen, Gefühle und Glaubensmuster verknüpft sind.

Mit dem bewussten Verstand kommt man schlecht an die Probleme ran. Darum helfen reine Gesprächstherapien oft nicht.

In der Hypnose ist das viel leichter.

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