» »

Ist das Böse im Menschen von der Psyche abhängig?

JdensxGB hat die Diskussion gestartet


Ich meine ja! Ich denke es ist nicht nur von dem Naturgesetz abhängig - "Fressen oder gefressen werden" bzw. das Gesetz des "Stärkeren", sondern vorallem von der Erziehung und der Lebenserfahrung. Jemand der in seiner Kindheit oft misshandelt worden ist, wird entweder selbst zum Gewalttäter oder verkümmert in einer schweren Krankheit. Er kann aber auch krank werden und gleichzeitig ein Gewaltverbrecher.

Ich glaube nicht, das ein Psychopath von Natur aus ein Psychopath ist. Ich glaube, das es zwischen der Tierwelt und den Menschen im Verhalten einen Unterschied gibt.

Jetzt könnte man sich fragen, ist der Mensch ein Tier oder nicht? Von der Kirche her ist er kein Tier. Ich glaube nicht an das, was die Kirche sagt; ich glaube, das die Menschen und die Tiere sich in zwei verschiedenen Richtungen entwickeln.

Die Technik, die der Mensch für sich entdeckt hat, spielt dabei eine große Rolle. Wir können Dinge erfinden, die Tiere nicht.

Jens Große-Brauckmann

Antworten
dferin9darslOichtgehxt


Ja, ist ja gut... ;-D

hast du alles fein überlegt.

Und möchtest du nun für den Philosophie-Nobelpreis vorgeschlagen werden? ;-D

K0lexio


Ist das Böse im Menschen von der Psyche abhängig?

Was "Böse" ist, hängt vom Betrachter ab und wie er Böse definiert. Gerade Gut und Böse sind nachhaltig durch die christliche Definition beeinflusst. Wenn man keinen christlichen Hintergrund hat, dann spielen diese Beurteilungen auch keine so große Rolle. Der Mensch unterscheidet sich nur in einem vom Tier - durch seine Fähigkeit abstrakt zu denken und "Gut" und "Böse" sind rein abstrakte Begriffe. Der Mensch ist in der Lage sich abstrakt zu erschaffen und sich zu reflektieren. Ist zwar nett, aber für das Überleben nicht wirklich wichtig. Da reicht die Erfahrung und das habe auch Tiere. Was krank oder gesund ist, muss genauso definiert werden und vor allem, dass gesund "gut" ist. Das sind alles abstrakte Begriffe, die sich das Gehirn erschafft und genauso kann sich das Gehirn erschaffen, dass "krank" gut ist, genauso kann er sich eine Welt erschaffen, in der es weder krank noch gesund gibt.

H?omo !Cont!empluxm


Es gibt keinen Philosophie-Nobelpreis es gibt nur

die Gebiete: Physik, Chemie, Physiologie bzw. Medizin, Literatur und für Friedensbemühungen.

Wenn ich dir nen Tip geben dürfte:

Behalte rohe Gedanken für dich! ^^

Was du da geschrieben hast ist ein Gedankenkonstrukt, es ist nicht fertig und hat keine Fassade. An und für sich ist die Überlegung einer Psychologisch bedingten "Boshaftigkeit" nicht abwegig.

Zunächst:

Es gibt weder Gut noch Böse. Wir müssen uns jenseits von gut und Böse begeben ;-)

ich nehme an mit Böse meinst du Aggressiv, oder Verhaltensgestört (zwar nicht Fehlerfrei aber weniger subjektive Begriffe)

Ich werde dir einen Denkanstoß geben:

Die elementare Frage dahinter steckt "Sind wir frei, oder sind wir abhängig von Naturgesetzen?" Es ist die ewige Frage nach der Freiheit.

Kant kam zu dem Schluss das das eine das andere nicht ausschließt; Es gibt sowohl die Naturgestzbedingten Handlungen, als auch die spontan-freiwilligen.

(e.g: Ein Mensch sieht einen ertrinkenden Mann und rettet ihn. Lag es in seiner Natur ihn zu retten, oder wollte er es?)

Das ist eine sog. Moralphilosophie, weil du ab jetzt für dein Handeln verantwortlich gemacht werden könntest.

Allerdings bremst Kant das ab indem er sagt, das sich vom Verstand her nicht feststellen lässt, ob diese Handlung nun freiwillig oder aus Naturgestzen geschieht (das ist Kritik an der Psychologie und der Gerechtigkeit).

Sooooooo,

nun kommen wir zu den Forderungen die an dich gestellt werden, wenn du die Frage tatsächlich beantworten wolltest:

Du musst dich von allem Empirischen verabschieden und dich "Jenseits von Gut und Böse" begeben.

Denn jede deiner Erfahrungen trügt dich, der Empirismus(Philosophie die auf Erfahrung beruht) hat selbst gesagt das er keine wirkliche Wahrheit finden kann.

Wenn du mich fragst, kann ich dir folgendes antworten:

Schliesst denn das Naturgesetz (e.g der Sozialdarwinismus den du angesprochen hast) ein einwirken deiner Psyche aus?

Es ist beides möglich, jeder Mensch hat ein gewisses Potential zur Gewalt (schau dir mal den Film "Das Experiment" und die dazugehörigen Dokus an). Erziehung und Erfahrungen können das ganze noch schüren und entfachen.

Auch hier kann es wieder keine Absolutheit geben, es kann sowohl das Eine als auch das Andere vorkommen.

K@leiHo


Homo Contemplum

Schliesst denn das Naturgesetz (e.g der Sozialdarwinismus den du angesprochen hast) ein einwirken deiner Psyche aus?

Es ist beides möglich, jeder Mensch hat ein gewisses Potential zur Gewalt (schau dir mal den Film "Das Experiment" und die dazugehörigen Dokus an). Erziehung und Erfahrungen können das ganze noch schüren und entfachen.

Nicht jeder Mensch kommt aber in die Situation, in der sein Gewaltpotential gefördert wird. Ich persönlich bin der Meinung, dass der Mensch innerhalb seiner Veranlagung frei ist. Wo kein Talent, da keine Freiheit, weil das Talent fehlt. Die meisten Menschen würden in der entsprechenden Situation gewalttaten begehen.

H5omo pContempxlum


@ Kleio,

könntest du das nochmal anders formulieren, ich glaube ich habe dich misverstanden

www-3wxeh


Sehr interessante Eingangsfrage und erste Antwortversuche.

Demnach ist Gewaltätigkeit ein legitimes Recht um das eigene Überleben zu sichern?

Je weniger Gedanken wir uns um die Folgen unseres Handeln machen, desto näher sind wir dem elementaren Leben verbunden, oder?

Müssten wir unsere anerzogene Moralvorstellungen und Sozialfähigkeit nicht sogar ablehnen, um zu der Ursprünglichkeit des Lebens zurück zu kehren?

Freue mich schon über eure gedanklichen Verenkungen.

EFin KE5motionxaut


Ja, vermutlich sind wir dem elementaren Leben näher verbunden, wenn wir uns keine Gedanken um unser (v.a. destruktives) Handeln machen, aber IMHO wäre die Folge gelinde gesagt auf Dauer Mord und Totschlag.

Wir leben in einer durchkonditionierten Gesellschaft, was natürlich auch seine Nachteile haben mag, aber in gewisser Weise ist diese Konditionierung ganz gut und unverzichtbar.

dZerinjdaslicAhtgxeht


@ Homo Contemplum

Jepp, für alle Fächer der Naturwissenschaften, außer Mathematik. (weil ein Mathematiker mit der Frau vom guten Nobel was hatte, heißt es) Nun woll'n wir aber sehen, was JensGB zu deinen Worten schreibt. Kant soll übrigens auch an Hustensaft und solchen Dingen gearbeitet haben. ;-D

@JensGB

Ist das Böse im Menschen von der Psyche abhängig?

1. Der Begriff "Böses" kann nur mit einer entsprechenden emotionalen Zuordnung getroffen werden. Eine Handlung ohne diese Emotion ist nicht böse.

2. Emotionen ohne Psyche sind nicht möglich.

3. Die Psyche bildet das Bindeglied zwischen Geist und Körper. Es ist kein menschliches Leben ohne Psyche denkbar.

K5leixo


Homo Contemplum

@Kleio, könntest du das nochmal anders formulieren, ich glaube ich habe dich misverstanden

Ja - war wirklich sehr kurz und unverständlich gefasst von mir.

Ich bin der Meinung, dass der Mensch determiniert ist. Natürlich formt die Umgebung, Erziehung, etc. ihn, aber sie kann nur soweit auf ihn einwirken, soweit es seiner Veranlagung zulässt. Genauso, wie die meisten Menschen in Extremsituationen zu Extremverhalten neigen, gibt es doch Menschen, die es nicht tun. Gerade Experimente, wie im erwähnten Film von Dir, aber auch "die Welle", oder dieser andere Versuch mit den Stromschlägen zeigt, dass der Mensch von seinem Überlebenstrieb gelenkt wird - was er nun auch dafür tun muss - mit oder ohne Moralvorstellungen. Ich finde nicht, dass der Mensch die Wahl hat irgendwie zu sein, nur weil er sich abstrakt mehrere Möglichkeiten ausdenken kann. Jeder Mensch hat seine Bedürfnisse und die sind dafür entscheidend, wie er handelt.

Wie denkst Du darüber? Sind wir frei?

KOlexio


derindaslichtgeht

1. Der Begriff "Böses" kann nur mit einer entsprechenden emotionalen Zuordnung getroffen werden. Eine Handlung ohne diese Emotion ist nicht böse.

Wie meinst Du das?

2. Emotionen ohne Psyche sind nicht möglich.

Meinst Du mit Psyche die Seele?

K6lLeio


ww-weh

Demnach ist Gewaltätigkeit ein legitimes Recht um das eigene Überleben zu sichern?

Legitim oder nicht - das ist das, was der Mensch macht - er sichert sich sein Überleben, wenn es nicht anders geht mit Gewalt, nachdem sein Überlebenstrieb der größte ist. Wobei es sinnvoll ist Gewalt zu definieren und ob nur von körperlicher oder psychischer Gewalt die Rede ist. Ist Willkür und Unterdrückung Gewalt?

Je weniger Gedanken wir uns um die Folgen unseres Handeln machen, desto näher sind wir dem elementaren Leben verbunden, oder?

Handeln wir denn anders, wenn wir uns der Konsequenzen unseres Handelns bewusst sind?

Müssten wir unsere anerzogene Moralvorstellungen und Sozialfähigkeit nicht sogar ablehnen, um zu der Ursprünglichkeit des Lebens zurück zu kehren?

Glaubst Du, dass Moralvorstellungen anerzogen sind?

K;lLeio


Ein Emotionaut

Ja, vermutlich sind wir dem elementaren Leben näher verbunden, wenn wir uns keine Gedanken um unser (v.a. destruktives) Handeln machen, aber IMHO wäre die Folge gelinde gesagt auf Dauer Mord und Totschlag.

Nein, das trifft nicht zu. Nur weil Mord als Böse definiert ist gibt es nicht weniger Morde als, wenn dem nicht so wäre. Das sieht man in Ländern, in denen es die Todesstrafe gibt. "Destruktiv" hängt vom Betrachter und seiner Definition ab und eben der Definition von "gut" und "böse". Voraussetzung für diese Denkweise ist, dass man dualistisch denkt und es gibt mehr als eine Denkweise. :-D

Wir leben in einer durchkonditionierten Gesellschaft, was natürlich auch seine Nachteile haben mag, aber in gewisser Weise ist diese Konditionierung ganz gut und unverzichtbar.

Was wird denn Deiner Meinung nach durch einseitige Konditionierung erreicht, das durch Information nicht erreich werden würde?

Lkottxa


Kleio

Ich finde nicht, dass der Mensch die Wahl hat irgendwie zu sein, nur weil er sich abstrakt mehrere Möglichkeiten ausdenken kann.

Meinst du damit die angeborenen Voraussetzungen des Einzelnen? Oder zählt dazu für dich auch die "Konditionierung" in der Kindheit?

Ich finde, daß beides zusammen den Menschen ausmacht.

Jeder Mensch hat seine Bedürfnisse und die sind dafür entscheidend, wie er handelt.

Seh ich nicht so einfach. Denn auch welche Bedürfnisse ein Mensch hat, und wie er dann handelt, richtet sich doch nach den oben genannten (angeborenen und erworbenen) Voraussetzungen.

:-)

LSottxa


Glaubst Du, dass Moralvorstellungen anerzogen sind?

Natürlich :-)

Wärst du irgendwo im Busch bei den

eingeborenen aufgewachsen, dann hättest

du auch andere Moralvorstellungen.

Du würdest es vielleicht OK finden, wenn ein

Mann mehrere Frauen hat. Oder daß man Menschen ißt.

:-D

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH