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Borderline und Behandlungsmöglichkeiten

ATliBaxba82 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe mir gerde auf so eine Psychosite alle möglichen Krankheitsbilder angeschaut und mir ist aufgefallen, dass die Heilungschancen bei einer Borderlinestörung ziemlich dürftig ausfallen. Da die Anzahl der Betroffenden jährlich stark zunimmt, werden die Behandlungsmöglichkeiten sich wohl verbessern. Die Psychologen und Pharmaindustrien werden es sich bestimmt nicht nehmen diese Nische auszufüllen und falls ihr euch denkt der ist ja sehr gutgläubig was die Pharmaindustrie angeht, ja das bin ich, aber das gehört jetzt nicht hierher. Trotzdem ist die Krankheit echt so schwer heilbar oder ist mein Gelesenes doch ein wenig überzogen gewesen? Habt ihr da Erfahrung? In meiner jetzigen Phase kann ich irgendwie alles haben, es ist ja alles irgenwie gestört und ich bin momentan voll gestört, also. Mich beunruhigt das immer wenn die Heilungschancen niedrig sind, so wird einem nämlich die Hoffnung genommen, die doch so wichtig ist.

Viele Grüsse

Alex

Antworten
MyilssSEhiva7x8


Hallo!

Ich habe auch eine Persönlichkeitsstörung Typus Borderline.

Bei mir wurde die Krankheit 1999 festgestellt. Damals war ich über einen Zeitraum von 6 Monaten in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie. Ich hatte bei Entlassungen immer wieder Rückfalle. Ich kam mit der Situation damals gar nicht zurecht....Ich und psychisch krank, niemals......

Man gab mir Truxal Tropfen, warum weiß ich bis heute nicht.

Ich kannte damals gar nichts von Borderline, wurde auch vom Arzt nicht darüber aufgeklärt.

Alle zwei Wochen fand ein kurzes Gespräch mit dem Arzt statt, mehr nicht.

Meine ganze Lebenssituation hatte sich von heute auf morgen schlagartig geändert, keine Freunde mehr, Familie kapselte sich ab etc....

Immer wieder Rückfälle.

Ambulant habe ich nie eine Therapie angefangen.

Bis Ende 2001 ging das so, ohne Medikamente.

Dann begann ich Drogen zu nehmen ( Partydrogen).... Meine Krankheit habe ich somit verdrängt...erstmal.

Seit Ende 2003 bin ich ein anderer Mensch geworden, ich habe meinen jetzigen Freund kennengelernt, der selber genug psychische Probleme hatte und auch Drogen nahm.

Zusammen wollten wir daraus und haben es geschafft. Er trinkt zwar viel Bier aber keine harten Drogen mehr...

Ich habe mir geschworen, nie wieder in eine Psychiatrie zu gehen, egal was passiert. Es kann mir sowieso kein Arzt helfen und mit Medis lasse ich mich bestimmt nicht zudröhnen.

Ich habe meine Krankheit ( noch) im Griff, und mein Freund gibt mir die Kraft dazu. Ohne Drogen und Medikamente.

Borderline ist eine der schwerst zu behandelsten psychischen Krankheiten überhaupt. Heute bin ich soweit, dass ich darüber sprechen kann und informiere mich auch darüber.

Das hat mir am meisten geholfen und nicht der Aufenthalt in der Psychiatrie.....

SVte6w


@MissShiva

In den meisten Fällen ist es aber eben andersrum -

dass einem die Psychiatrie mehr hilft.

Übrigens wurdest du auch völlig falsch behandelt ,

kein Wunder dass dir das nichts gebracht hat.

Alle 2 Wochen ein gespräch mit dem Arzt und mehr nicht?!?!

Das ist schon ein Hammer...!!

Normalerweise sollte man grade bei Borderlinern viel mit psychotherapie arbeiten;

Naja, hauptsache dir gehts jetz besser,

lg

stew

ittsJ mxe


meien erfahrung war doie selbe...

PSychiatrie bringt da nichts wenn muss es psycho therapie sein...

da liegen welten dazwischen...

Ich werde auch nie wieder in ne psychistrie gehen, zumindest nicht freiwillig, mir gings da drin nur scheisse. (ebenfalls borderline syndrom)

Borderline syndrom ist urebrigens so keine direkte krankheit sondern eher eine zusammenfassung verschiedener krankheits bilder in einen ueberbbegriff, meinte meine therapeutin immer.

Sie meinte auch dass viele der diagnosen gar nicht hin hauen weil es einfach ne art mode erascheinung ist, wie irgendwann mal magersucht oder bulimie und man unterscheiden muesse zwischen "echten" borderlinern und "nachahmern". das war mir bisher immer nur in bezug auf selbstverletzer klar, wenn ich mir einfach mal angeschaut haben wieviele dass machen und wie wenge es eigentlich gibt, die ohne tatsaechlich fast nicht leben koennten weil ihr inneres sie sonst auffrisst...

im augenblick wird diew diagnose borderline wohl sehr gerne verteilt (habe meine seit 2000, der anfang wo es auffaellig wurde wird auf 1996 datiert), aber es sind weniger Faelle, wo tatsaechlich eine borderline stoerung vorliegt.

Demzufolge werden statistisch auch die heilungschancen steigen :-)

Meine therapeutin sagt, sie hatte Patienten, die waren nach 6 Monaten therapie geheilt. Und das war ihrer meinung nach nie ne Borderline stoerung, auch wenn ein psychiater es urspruenglich bescheinigt hatte

S3t.ew


Ob Borderline

Nur eine "mode-diagnose" ist, wag ich mal zu bezweifeln -

fakt ist eben, dass Borderline eine relativ schwer zu stellende Diagnose ist - Eben zwischen Neurose und Psychose.

deswegen ist es nicht ganz eine modeerscheinung sondern auch eine Diagnose die gestellt wird, wenn der behandelnde Arzt auf deutsch keine Ahnung hat was mit seinem patient wirklich los ist -

aber ich stimm dir zu,

wenn du sagst, dass sich viele schneiden -

allerdings nur relativ wenige nicht mehr ohne leben können.

schwieriges thema,imho

grüße

stew

i/tsU mxe


sag ja auch nicht dass dem nur so ist, sondern dass es heutzutage einfach leicht fertig vergeben wird und es auch genug geben wird die glauben sich die diagnose aus internet tests selber verpassen zu koennen...

Meine therapeutin meinte halt, dass es zwischen symptom und krankheit immer unterschiede gibt.

Nicht jeder knoten ist ein krebstumor, nicht jeder der sich den finger in den hals steckt hat bulimie oder magersucht, nicht jeder der ma paar tage nicht isst ne essstoerung. Sie meinte man muss halt jeden fall einzeln kritisch betrachten und diagnosen vorsichtig abwaegen, bevor man leute in die falsche schublade steckt.

Und sie meinte halt das die modernste aller psychischen stoerungen fuer dieses jahrzehnt die borderline stoerung ist und diese diagnose momentan oft leichtfertig aber ungerechtfertigt vergeben wird...

und das kann ich mir schon vorstellen

Und das mit dem schneiden hab ich jetzt schon ganz oft beobachtet, da sind spezis die sich schneiden, bloss weil es die beste freundin macht und die hat das in nem film gesehn und fand das viel cooler als piercen...

da denk ich manchma, kinder benutzt doch bitte eure koepfe.

(besagter fall kam bei maedels vor, die ich ma in der schule betreut hab, hatte sich aber auch nach klassendiskussion und konfrontation mit einem bericht ueber "echte" faelle ganz schnell wieder erledigt)

SCtew


da

wiederspreche ich dir in keinem Punkt :-)

wollte nur erläutern,

dass die Diagnose Borderline eben oft zu unrecht gestellt wird -

aus den oben genannten gründen.

i2ts mxe


dann simer uns ja einig ;-)

A0liB.abax82


Selbstverletzungsdrang

Hallo Itsme,

du sprichst in deinen Posings von Selbstverletzung im Zusammenhang mit der Borderlinestörung. Welche Rolle spielt die Selbstverletzung bei der Diagnose?

Gruss

Alex

mjarlixne


ich muß damit leben

bei mir wurde "borderlinerIn" mitte 2000 diagnostiziert, nachdem ich 6 monate in der psychiatrie war.

ich würde auch - immer wieder - in ausgewählte kliniken gehen,

wenn ich merke, " es geht nicht mehr".

die diagnosestellung war alles andere als schnell abgeschlossen -

so dass ich auch "gut glauben" kann, dass die diagnose borderliner stimmt.

nach dem marathon - aufenthalt in der psychiatrie hat sich mein ganzes leben verändert.

ich kenne mich und meine grenzen immer besser - kann, ergo, auch besser auf mein wohlbefinden achten.

was allerdings auch nicht immer hilft!

ich weiß was gut wäre, mache aber das gegenteil.

okay, aber damit habe ich - ganz gut gelernt - umzugehen.

ich sehe fast die erkrankung borderliner so, als ob ich diabetes habe , der geht auch nicht weg - ich muß einen oder auch viele wege kennenlernen um den umgang mit der krankheit (oder meiner

persönlichkeit ) umzugehen.

wie auch meine familie oder meine freunde, den umgang mit mir - immer wieder neu - lernen müssen.

selbstverletztendes verhalten lege ich auch an den tag - ich verfalle allerdings nicht mehr in ein moralischesa tief, wenn ich mal wieder selbstzerstörerisch am wirken war.

nein, es ist so - es gehört zu mir.

ich will und kann es nicht abstellen.

es ist wie ein pendel, was ausschlägt, wenn die umstände, zu nervig / zerstörerisch sind und ich diese aber , aus welchem grund auch immer nicht ändern kann.

zur zeit nehme ich trevilor +seroquill +b.B. tavor + zopiclon.

mir ist klar das ich mittlerweile zum benzo -junkie "mutiert" bin -

so what?

es ist relativ günstig - und läßt mich am leben teilhaben und auch freude und leid empfinden- und dafür nehme ich auch die sucht in kauf.

es ist nicht mein ziel 120 lebensjahre voll zu kriegen - nein, mein ziel ist es - trotz aller beschwerlichkeit - gut ( jeder definiert gut für sich anders) zu leben.

marline

i8ts m1e


tavor wirkt bei dir?? habe mir sagen lassen dass es bei borderline patienten nicht so toll sei... hm, ich hasse es, es legt meinen koerper lahm aber nicht meinen geist, ausser die ammer tablette mit der man dann erst mal froehlich rosa maeuschen sieht... (naja, so aehnlich)

Selbstverletzendes verhalten kommt oft vor. mit der diagnosestellung sollte es aber nur einen teil zutun haben, in dem fall geht es aber nicht nur um die klassische variante des ritzen, sondern um eine bandbreite, die reicht von absichtlich verbrennen bis einen auto unfall nach dem anderen verursachen und hat ritzen, bulimie, anorexie etc alles mit drin...

Borderline ist wie gesagt nur ne art zusammenfassung fuer verschiedene krankheitsbilder.

Ich zb hab ein trauma in der kindheit, selbstablenung, SVV, Essstoerungen, dissoziative zustaende, Angst attacken, depressionen und bin unfaehig mein gefuehlsleben mit meinem kopf in einklang zu bringen...

Haette ich ein zwei der oben genannten probleme, dann waere es kein borderline, aber die haeufung, die setzt das dann quasi zusammen

mCa*rl)ine


zu Tavor

ja tavor wirkt bei mir , in sofern , als dass ich nicht mehr diesen "tunnelblick" und diese extreme schreckhaftigkeit habe, also wenn der körper sich so schmerzlich zusammenzieht, bei

geräuschen , bewegungen etc..

ich werde dann - wenn ich in solch einem dilemma - stecke, nach der einnahme ( meist reichen 0,5 mg. Tavor ) wieder "beweglich",

kann externe eindrücke wieder wahrnehmen.

nur wenn ich zuviel Tavor nehme - was mir auch schon passiert ist - werde ich müde und habe das gefühl - meine umwelt durch

die "Tavor-Brille" mitzubekommen.

i`tsx me


0.5, da passiert bei mir nichts.

Ich weiss nicht welchestaerke das in der klinik war, aber als ich am ausrasten war (das sieht so aus dass ich wie ein tiger im kaefig auf und ablaufe und mich beisse, kratze, oder sonstiges) hab ich oefter ma eine von diesen tabletten die auf der zunge aufgeloest werden, bekommen, das war auch tavor, ich glaub 2.5

das legt mich flach, ich bin unfaehig was zu tun aber mein kopf kreist weiter...

Pures Valium hilft bei mir dann abe rsehr gut. ich schlaf dann erst ma wie ein baby. bloss wenn ich aufwache ist alles wie zuvor :-(

ApliBaIba82


Hallo,

wenn wir hier über die Erstellung von Diagnosen im psychischen Bereich sprechen, will ich mal hinzugeben, dass diese Diagnosen zu treffen sowieso ein hohes Verfehlungsrisiko aufweist. Das liegt meiner Meinung daran, dass sich die einzelnen Krankheiten so ähnlich sind. Es fehlen irgendwie die klaren Unterscheidungen an den man sicher festmachen kann eine Krankheit zu haben. Dieser Eindruck ist dadurch entstanden, dass ich mal versucht habe eine Selbstdiagnose zu stellen. Die Anzeichen waren sich dabei so ähnlich, dass ich mir am Ende zahlreiche Krankheiten zuschreiben musste. Vielleicht ist diese ganze Unterteilung ja totaler Quatsch und wenn man psychisch krank ist man eben psychisch Krank und leidet nicht an einer Persönlichkeitsstörung.

Gruss

Alex

i}ts mxe


hmmmm

jein

Allso glatte zustimmung mit den aehnlichkeiten der krankheitsbilder und der eigentlich unmoeglichen selbstdiagnose....

was ne persoenlichkeitsstoerung auszeichnet sind halt zb blackouts in denen man entwedernicht weiss was man tut, oder die kontrolle verliert, oder dissoziative zustaende (es ist als stuendest du neben dir und siehst dir zu wie du etwas machst und denkst zum teil, nee tu's nicht, so wie wenn du n horrorfilm schaust), oder ha;lt wenn man sich komplett anders verhaelt als es das gefuehlsleben oder die situation eigentlich erfordert...

Hingegen Panikattacken oder essstoerungen (ist auch ne psychische krankheit) depressionen oder so ueber ne andere schiene laufen wuerden....

Hmmm, ich denke, wenn man das dann doch wieder unterteilen kann, ist es leichter zu therapieren, da es ja bei bestimmten krankheiten bestimmte therapie formen gibt, und die Medikamente unterschiedlich anschlagen...

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