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Angst vor dem Alleinsein und tiefe Depressionen, was tun?

mzavxi hat die Diskussion gestartet


hallo,

ich hatte vor ein paar monaten schon mal über meine damalige situation geschrieben (tiefe depressionen), die sich dann auch sehr gebessert hatte.

seit 2 wochen bin ich jetzt wieder sehr depressiv, habe panische angst vor dem alleinsein und weine sehr viel.

ich halte es kaum aus, wenn mein mann und meine kinder alle weg sind und ich alleine bleibe. ich bin nicht in der lage, etwas vernünftiges anzufangen, ich zwinge mich wieder mal zum nötigsten im alltag, aber alles ist eine qual, ich kann nicht konzentriert an einer arbeit dranbleiben. wenn eines meiner kinder heimkommt, geht es mir so lange besser, wie es bei mir ist, mit mir redet, sich um mich kümmert oder einfach nur im selben raum ist. aber schon wenn es sich in der wohnung zurückzieht, werde ich wieder total nervös und kriege magenschmerzen.

natürlich weiß ich, daß es völlig normal ist, daß jeder seiner wege gehen muß, ich gehe ja normalerweise auch, wenn ich das will oder muß und es ist ok. aber für mich ist es im moment einfach schrecklich, niemanden um mich zu haben. selbst einkaufen empfinde ich als tortur, wenn keiner dabei ist. ich belaste ja auch meine familie damit. ich weiß, daß das so nicht weiter gehen kann, daß es völlig krank von mir ist. ich kann die situation schon analysieren, aber ich kann dieses wissen nicht umsetzen, ich finde einfach keinen ausweg.

größer weggehen mag ich auch nicht - irgendwie fehlt mir die kraft und energie, mich aufzuraffen und z.b. verabredungen zu treffen, also bleibe ich zu hause und die panik erfaßt mich. ich weiß auch im moment nicht, was ich mit leuten reden soll, weil alles in mir wieder total negativ ist und ich will niemandem damit auf die nerven gehen, weil es keiner versteht, der nicht selbst schon mal depressiv war.

vor ein paar monaten hatte ich vorübergehend einen kleinen job, der jetzt leider auch beendet ist. ich bin im moment nicht in der lage, mir wieder was zu suchen - ich habe angst, daß alles sowieso nicht funktioniert und kriege es nicht fertig, irgendwo nachzufragen. außerdem weiß ich ja, daß ich keine arbeit zu ende kriege. ich habe angst, dort auch noch zu versagen, wenn mich wieder die angst überfällt.

was kann ich gegen diese panik machen? bei diesen attacken fühle ich mich manchmal wie ein kind, das vor dem alleinsein angst hat - aber ich bin doch eine erwachsene mutter von 3 kindern! eine therapie kommt derzeit nicht in frage, meine krankenkasse übernimmt die kosten nicht mehr.

psychopharmaka will ich nicht mehr nehmen, ich habe schon so viele bekommen und sie haben überhaupt nichts gebracht, im gegenteil, ich habe mich wegen der nebenwirkungen noch viel schlechter gefühlt. johanniskraut nehme ich schon seit ein paar monaten, aber das hilft mir im moment leider auch nicht mehr.

ich wäre sehr froh und dankbar, wenn mir jemand praktische tipps geben könnte, wie ich dieser angst begegnen kann, ich weiß mir keinen anderen rat mehr, als hier im forum nachzufragen - danke schon mal an alle -

Antworten
SAupe;rma:mxi11


Angst

Hallo.

ich kenne solche Ängst auch,hatte sie vor ungefähr 10 Jahren

als praktischen Tip kann ich Dir nur geben: Man muß die Angst zulassen sonnst kann man sie nicht besiegen höhrt sich nicht so toll an ich weis. Oder wenn du weist Du bist in der nächsten Zeit alleine dann mache Sport in deiner Wohnung um Energie abzubauen. z.B Kniebeugen oder Laufe auf einem Fleck. Das hilft auch.

Wünsche Dir viel Glück.

B7ob d|er Ba}umeeistxer


versuche doch mal deine gedanken, gefühle und äusseren eindrücken aus einer etwas weiter entfernten distanz zu betrachten(bei den äusseren eindrücken natürlich im übertragenem sinne ;-)).....kann sein das die ängste dann noch stärker werden, aber dann versuche weiter zu beobachten......das heisst nicht das du nix tu solltest, sondern dir deinen gedanken, gefühlen und sinneseindrücken bewusst bist, aber nicht direkt drauf eingehts, als würden sie dich nix angehen(quasi als würden es nicht deine probs sein)....aber übertreibs nicht ;-)....wenn dir zum heulen ist heule......manchmal kommen durch das bewusst sein die eigenen gefühle/gedanken(vielleicht unterdrückte) noch viel stärker vor -> bewusst bleiben(zumindest versuchen ;-))......alles andere(psychopharmaka, psychologen) sind nur hilfsmittel und verlieren mit der zeit auch an wirkung bzw. sind mehr oder weniger auch eine art sucht.......naja würde mich über dein feedback freuen.....

p.s.: mit dem bewusst sein bzw. bleiben bin ich auch noch am üben....nicht das du denkst du hättest einen guru oder so etwas vor dir ;-)

mfg andre

ahzire:e


Gespräche in einer Selbsthilfegruppe

Hallo,

habe deinen bericht gelesen und kann echt mitfühlen! bedauerlich an deiner situation finde ich, dass die kasse keine thera kosten mehr dafür übernimmt - weshalb nicht? depressionen ist doch eine krankheit und was auch der kasse bekannt sein dürfte, nicht vollkommen heilbar! viele menschen haben oft längere zeit kein problem mit depressionen und dann urplötzlich treten sie wieder auf, also was soll das? laß dich dadurch nicht einschüchtern und gebe in Thema kasse niemals kleinbei oder gar auf, bleib hartnäckig, denn du bist schließlich - krank-

auch solche kämpfe auszufechten und durchzustehen können dir einen kleinen schritt weiterhelfen, du bekommst dadurch mehr selbstbewußtsein und selbstwertgefühl, tue was für dich kämpfe für dich sei dir immer selbst die nächste!

ich habe auch sehr gute erfahrungen gemacht mit selbsthilfegruppe

in jeder größeren stadt bekommst du bei caritativen verbänden adressen und termine von solchen gruppen, dort ist man dir gerne behilflich bei der suche, eventuell kannst du ja sogar in solch einer einrichtung auch gleich einen gesprächspartner oder therapeuten finden - versuche es mal, schaue und höre dich um, nur wenn du raus gehst dich umhörst und auf dich aufmerksam machst, kann dir auch jemand helfen! Ich hoffe, dass ich dir hiermit ein Stück weiterhelfen konnte, verliere nicht den mut denke positiv auch wenn es in einem depri tiefpunkt immer schwerer fällt aber tue es - positiv!

gib mir mal bescheid ob es was gebracht hat

liebe grüße

-NAng&st-


hmm.. so dumm es klingt.. aber: hast du schon mal überlegt, dir ein haustier anzuschaffen? ich weiß, es ist keine lösung, aber immerhin wärst du nicht mehr ganz allein in der wohnung. hatte früher selbst eine katze (leider inzwischen verstorben *snief*), und wenn ich mich einsam gefühlt habe, kam sie zu mir ins bett und hat sich auf meinem bauch zusammengerollt.. bin ebenfalls depressiv und ertrage es nur sehr schwer allein zu sein. es hatte etwas unheimlich befreiendes nach einer schrecklichen nacht aufzustehen und etwas warmes, weiches streift dir um die beine und will aufmerksamkeit.. klingt vielleicht verrückt, aber mir hats immer sehr geholfen..

mDaxvi


Angst, Depris

@ supermami11 - danke für den sport-tip,

werde es versuchen, wenn ich mich überhaupt dazu aufraffen kann, denn allein das fällt mir schon sehr schwer. aber ich probiere es aus. angst zulassen, sonst kann man sie nicht besiegen - wie lange muß ich sie zulassen? geht sie dann von allein weg, wenn man sie zuläßt und dieses negative gefühl annimmt? ich denke im moment, daß ich doch dagegen ankämpfen muß - aber vielleicht ist da ja falsch ???

@Bob der Baumeister - dein tip klingt interessant, aber kannst du mir noch ein bißchen genauer schreiben, wie du das meinst, die eigenen gefühle und gedanken aus einer ferneren perspektive zu betrachten? vielleicht hast du ein beispiel? meinst du, dir vorzustellen, daß jemand anderer diese probs hat und du dich in seine lage versetzt oder so was? ich weiß nicht genau, wie du das meinst.

@aziree - ich habe erst eine längere therapie beendet, deshalb kriege ich jetzt keine neue bezahlt.

du hast ja recht mit dem positiv denken, genau das ist es wohl, was mir fehlt, und weshalb diese angst und panikattacken überhaupt entstehen können. aber es ist so wahnsinnig schwer, in dieser depri-phase positiv zu denken! ich versuche mich schon, zu verschiedenen sachen zu zwingen, damit ich dann ein erfolgserlebnis habe und auch sehe, ich habe es geschafft, obwohl ich angst davor hatte, aber das kostet wahnsinnig viel kraft und gelingt mir im moment nicht gerade oft.

an eine selbsterfahrungs-gruppe habe ich auch schon gedacht, aber ich habe angst, daß es mich noch mehr nach unten zieht, wenn ich auch noch die probs von anderen leuten höre/sehe - aber einen versuch wäre es wohl wert, ich muß ja nicht mehr hingehen, wenn es mir nicht gut tut. vielleicht wäre es aber grade bei meiner angst vor dem alleinsein im moment ganz gut?!

@ -Angst- - ja,

ich habe auch katzen. natürlich ist es schön, wenn sie da sind, aber sie sind leider kein ersatz für menschen.

ich brauche jemanden, der mit mir redet, am liebsten natürlich jemanden, der mich auch versteht, was aber schon recht schwierig ist. nur wer selbst so was schon erlebt hat, kann sich vorstellen, was in einem vorgeht in solchen phasen.

@alle - hat noch jemand mehr praktische tips, was ich noch tun kann, um die depris wieder loszuwerden, außer medikamente zu nehmen? kennt noch jemand aus eigener erfahrung dinge, die man tun kann, um wieder auf die beine zu kommen?

HNarr:iext


Also, ich muß vorab sagen, daß meine Ratschläge ziemlich schlicht sind und da mir dein Problem sehr ernst erscheint, weiß ich nicht, ob dir das jetzt was hilft...aber ok, ich schreib mal auf, was mir immer bei Angst, Kummer, Sorgen und Depris hilft. Vielleicht ist ja was für dich dabei, was dir ein bißchen helfen kann.Also:

- ablenken bis zum gehtnichtmehr, z.B. etwas machen, wo man sich sehr konzentrieren muß, spazierengehen, lesen, mit Freunden und Familie treffen, Filme schauen, Sport machen, irgendetwas unternehmen, was Spaß macht und ablenkt.

- falls du gläubig bist: Beschäftigung mit Religion, Beten etc. hat schon einigen Leuten aus sehr tiefen Tälern herausgeholfen. Allerdings nur, wenn man wirklich daran glaubt.

- ganz bewusst entspannen, Atemübungen usw. Da gibt es tausend Möglichkeiten und auch Kurse und Bücher zu, die gut sind und weiterhelfen.

- es gibt etliche Bücher über alle möglichen psychischen Probleme, die zwar keine Therapie ersetzen können, jedoch oft sehr gute Ratschläge und Anregungen bieten. Vielleicht ist ja das passende Buch für dich dabei!

Ich wünsche dir alles Gute!

L+ucksy86


Hallo,

ich bin zwar erst 18 aber ich denke das ist die größte Angst von jedem Menschen. Nicht der Tot - sondern angst haben vom alleinsein.

Aber merke dir eins: So wie man sich fühlt so wird man sein.

Geh doch einfach mal zu freundinen und unternimmt mal was zusammen. Des Hilft, ich hoffe dir geht es bald besser.

mHavxi


@Lucky86

ja, du hast schon recht mit dem was du sagst - angst haben vor dem alleinsein ist schlimmer als angst vor dem tod.

ich würde mich wirklich gern anders fühlen, als ich es gerade tue, glaube mir bitte - aber diese grauenvollen depressionen bringen leider genau das problem mit sich - man kann nicht gegen diese gefühle ankämpfen, obwohl man weiß, wie schlecht sie für einen selbst sind! ohne depressionen kann man vielleicht noch gegen die angst ankämpfen, aber die depris vernichten jedes bißchen kampfgeist. das wünscht man wirklich seinem ärgsten feind nicht.

aber danke für deinen tip und die besserungswünsche - ich werde auf jeden fall versuchen, daran zu arbeiten.

a~zirtexe


Hallo mavi,

einen ganz "dicken Punkt" für Dich auf der Positiv Liste!!!!!!!

Siest Du,alleine schon Dein Angagement Dich hier im Forum mit den einzelnen Leuten die Dir Tipp's schrieben - zu antworten ist doch schon super. Genau das meinte ich, kannst Du Dir in einer Selbsthilfegruppe an Erfahrungsaustausch und Zuwendung holen. Denn ich bin der Meinung, dass das Alleinesein auch sehr von dem Wunsch auf Zuneigung abhängt und wenn man unter Menschen geht und denen sich mit seinen Probs anvertraut, ist man niemals alleine. Man hat immer jemanden der einem hilft, der einen dann auch gleich noch verstht, denn diese Menschen leiden selbst darunter(ich meine die aus einer Selbsth.gr).

Hast Du nicht vielleicht eine gute Freundin oder jemanden außer Deinem Mann aus der Fam. mit dem Du Dich in solchen Notsituationen unterhalten kannst. Jemand der Dich dann, wenn Du wieder einmal rein zu garnichts Lust hast, rausreißt aus Deiner Depression, der dann zu Dir sagt: auf jetzt tun wir dies oder das, jetzt gehn wir raus machen Sport, gehn zum Essen, ins Kino, lassen Dir garkeine andere Wahl als das zu tun. Ich habe das mit meiner Freundin abgesprochen zu tun und ich kann Dir sagen, es funktioniert, denn sie läßt nicht locker und ich bin ihr dafür dankbar! Handarbeiten oder malen lenken mich z.B auch sehr ab, vor allem weil ich mir immer gleich zu Anfang einen Termin setze, wann ich damit zum Ende kommen möchte. Wenn ich male gebe ich mir ein Thema, das mich gerade ziemlich beschäftigt und es entstehen dann dermaßen tolle Dinge, in denen ich genau erkennen kann, wo mein Problem liegt. Die FArben entziehen mir förmlich den "bösen Geist". Dazu mußt Du nicht einmal künstlerisch begabt sein, nein denn da spricht Dein kindliches Ich.

Versuch es einmal es befreit ungemein.

Kopf hoch, niemals aufgeben das Leben ist zu schön um nur als Nebelwand aneinem vorüberzuziehen!

Freue mich auf "positive Antwort"

liebe Grüße

aziree

ach übrigens, der Tip mit den Haustieren war auch gut! Wenn ich nicht meine 3 Stubentiger hätte, dann würde mich so manches Mal keiner im Kummer trösten, die spüren sofort, wenn es mir schlecht geht sie trösten mich auf eine ganz besondere Art und Weise, die gut tut.

J3ensGxB


Frage:

Könnte Radio hören helfen, nur um das Denken abzuschalten?

Grüße, Jens

J!enusGB


Das Denken durch Musik abschalten!

Ich habe auch mal Depressionen gehabt! Ich habe mir eigene Tricks ausgedacht neben Medikamenten. Zum Beispiel, das mit der deutschsprachigen Schlagermusik. Warum deutschsprachige Schlagermusik? Weil ich deutsch denke! Wenn ich den ganzen Tag das Radio anhabe, teilweise auch Nachts mit Musik einschlafe, ist für mich die Gefahr gebannt mir gedanklich zuviel Sorgen zu machen! Die deutsche Schlagermusik lenkt mich ab. Ablenkung ist meiner Meinung nach, das beste was man bei einer Depression machen kann.

Grüße, Jens

Jludy8x2


Liebe Mavi,

ich kann mit dir mitempfinden. Mir geht es genauso seit einigen Jahren. Es hat lange gedauert, bis ich überhaupt herausgefunden habe, dass ich unter Depression litt und begriffen habe, dass ich mich irgendjemandem mitteilen sollte. Selbst als ich es langsam verstand, war da sie Scham, mit jemandem darüber zu reden, dass ich so fühlte und dass ich eine solche Krankheit bei mir vermutete. Gut, dass du mittlerweile darüber reden kannst!!! Erst als ich wegen ständiger Krankheiten sehr oft zum Arzt musste und irgendwann vor ihm in Heulen ausbrach, diagnostizierte er dies bei mir. Zumindest hatte ich seitdem einen Vertrauten und fühlte mich endlich mal verstanden. Er behandelte mich auch mit Stimmungsaufhellern und riet mir eine Therapie zu machen. Durch die Stimmungsaufheller wurde alles besser – zumindest zu Beginn. Ich begann, ganz viel Tagebuch zu schreiben, um mir über die zu Grunde liegenden Probleme klar zu werden und mich teilweise so mit ihnen auseinanderzusetzen. Es wurde mir bei dieser Schreibarbeit vieles klar. Ich habe erkannt, welche Gründe wohl dazu geführt haben, dass ich ab einem Zeitpunkt in meiner Vergangenheit ständig an mir zweifelte und somit natürlich Angst vor der Zukunft hatte. Auch ein nie geführtes Gespräch mit meinem Ex-Freund habe ich dadurch führen können, weil ich ihm einen mehrmals überarbeiteten Brief schrieb, in dem ich alles losließ, das mir auf der Seele brannte und ich ihm mitteilen wollte, die Möglichkeit aber nie hatte. Danach fühlte ich mich um einiges freier, konnte die Stationen meines Lebens besser verstehen und akzeptieren, wie alles zu unserem traurigen Ende kam, obwohl er so lange die stabile Variable war, die meine Eltern in meiner Jugend nicht waren. Hast du das schon einmal gemacht? Zwar schreibst du, du warst schon in einer Therapie, aber es gibt ja viele davon. Hast du dich mit deinen Ängsten und deinen unangenehmen, ständig wiederkehrenden Gedanken genauer befasst? Dies könnte zumindest mal eine Hilfe sein, Dinge in seinem Leben genauer zu analysieren. Normalerweise geht man in einer Therapie ja schon auf solche Dinge ein, doch eine solche habe ich leider nicht gemacht und mittlerweile habe ich die Medikamente abgesetzt, weshalb ich nach wie vor, oft genau das Gleiche erlebe, wie du es beschreibst:

Dieses unangenehme, schreckliche Gefühl, sobald man alleine in der Wohnung oder im Haus ist. Man sucht die Gesellschaft der Familie, aber diese müssen ja auch ihrem täglichen Leben nachgehen und man selbst bleibt gelähmt zurück und fühlt sich allein, einsam, zu tiefst traurig und voller Selbstmitleid. Ich habe noch keine Kinder, aber ich fühle mich dann auch immer selbst wie eins und das macht mir auch große Angst. Denn einer meiner größten Wünsche wäre, so langsam mal eigene Kinder zu haben, doch wie soll ich für diese Sorgen, wenn ich noch nicht einmal mit mir selbst klarkomme, frage ich mich in solchen Situationen oft. Ich stelle mir vor, dass durch ein Kind ein anderer Umstand geschaffen werden kann, so dass ich wieder eine besondere Aufgabe im Leben hätte. Doch so wie du es schreibst, ist das bei dir nicht der Fall. Stattdessen fühlst du, dass deine Probleme die ganze Familie belasten. Ich kenne den Gedanken nur zu gut, dass man den anderen nicht auf die Nerven gehen will. Es quälen zudem Gedanken, warum man nicht fähig ist, sich einer Aufgabe zu widmen, man fragt sich daher ständig, was der Sinn dieser Quälerei ist und weshalb man überhaupt da ist, wenn man doch keine Lust am Leben erkennen kann. Dinge, die als unbekümmertes Kind Spaß gemacht habe, sind total reizlos geworden. Man kann sich vielleicht mal an einem guten Tag aufraffen, eine frühere Freundin anzurufen, doch meist hat man dann doch nicht viel zu sagen, weil man ja gar nichts erlebt und immer nur negative Dinge erzählen kann. In diesen Situationen ist es vielleicht ein Trick, dass man sich zwingt, nicht negativ zu denken und einfach mal nur die positiven Dinge, in seiner Familie beschreibt, die vorkamen. Letztlich will man ja die Zuhörer nicht abschrecken. So habe ich oft versucht, mich auszutricksen, damit ich diese Leere und die Antriebslosigkeit nicht Überhand nehmen lasse. Glaub mir, ich kenne das Gefühl nur zu gut, dass man nach einem Treffen oder Gespräch denkt: "Oh, mein Gott. Jetzt habe ich wiedermal nur Müll gelabert und die Freunde müssen denken, ich bin voll gestört oder langweilig." Man sagt sich immer vorher, dass man nicht darüber redet, doch irgendwie läuft es dann doch darauf hinaus, dass man das Negative preisgibt oder eben gar nichts zu sagen hat. Jedoch glaube ich eigentlich zum Einen, dass es meist ein falsches Gefühl ist, so wie bei Esskranken, die vor dem Spiegel stehen und sich falsch wahrnehmen. Und zum Anderen denke ich, dass selbst wenn man etwas selbstmitleidig rüberkommt, es wichtiger ist, aus dieser Einsamkeitsenge herauszukommen. Die wirklichen Freunde halten das auch mit einem durch! Man muss sich Highlights in seinen Alltag einbauen, wenn man, wie du schreibst, keine Arbeit hat und sonst nur daheim hockt.

Ich habe auch beim Lesen deines Beitrags daran gedacht, dass es dir helfen könnte, wenn du dir eine ehrenamtliche Tätigkeit suchst oder ein Hobby wie z.B. einen Volkshochschulkurs. Ich habe mir beispielsweise vorgenommen, dieses Jahr in einem Tierheim zu helfen, weil ich meinen Hund so sehr vermisse, der bei meinen Eltern ist, weil ich studiere. Das könnte mir eine Aufgabe geben, damit ich wieder etwas regelmäßig tue. Bist du in einem Verein oder gehen deine Kinder in einen Verein? Dort kann man sich normalerweise gut irgendwo einbringen. Du musst dir aber etwas zumuten, das dir nicht zu schwer fällt und zumindest ein bisschen Spaß macht.

Mir ist in letzter Zeit an mir auch aufgefallen, dass es mich bedrückt, nichts zu haben, was MICH auszeichnet. Früher hatte ich ein Hobby und war überhaupt eine sehr sportliche Persönlichkeit. Heute mache ich fast nichts mehr, außer den Dingen des Alltags hinterher zu hetzen. Doch etwas, das zu mir passt oder das mich auszeichnet, gibt es momentan gar nicht. Das solltest du vielleicht auch mal überlegen. Wenn du etwas findest, das deine guten Eigenschaften noch mehr zum Vorschein kommen lässt, könnte dich das bestimmt besser stimmen.

Letztlich bleibt das Problem, dass man gar nichts anfangen will, wenn man so verschüchtert und traurig daheim hockt, doch dabei könnte es helfen, dass du dir eine Aufgabenliste schon am Morgen machst mit allen Dingen, die es zu machen gibt. Erst wenn man gewisse Dinge abgehakt hat, darf man sich anderen Dingen widmen, die man alternativ machen würde wie z.B. TV schauen. Lesen ist auch eine gute Ablenkung, wenn es einem nicht gut geht und man zu gar nichts Lust hat. Da denkt man sich in andere Geschichten als die eigenen pessimistische rein!

Letztendlich fehlt dir aber eine eigene Aufgabe, würde ich sagen. Du musst wieder ins Leben von anderen miteinbezogen werden und das auch wollen. Wenn ich manchmal solche Tage habe, an denen ich morgens im Bett liege und nicht aufstehen will, weil ich keinen Sinn sehe, dann versuche ich mir zusagen, dass ich nicht "normal" werden kann, wenn ich nicht wie jeder andere mich um ein geregeltes "normales" Leben bemühe. Man fühlt sich dann erst durch einen Sinn belohnt, wenn man etwas schafft. Das kann zum Beispiel sein, dass man einfach zur Arbeit geht, damit man so wie andere Geld verdient und sich selbst ernähren kann. Selbst wenn es keinen Spaß macht, sage ich mir oft. Wenn ich mal soweit bin, dass ich stabiler bin, kann ich dann auch darüber nachdenken, was mir mehr Freude machen würde oder wo ich mich noch mehr selbstverwirklichen könnte.

Das alles sind Anregungen. Doch letzten Endes sitzen wir im selben Boot und ich habe auch oft Tage oder mal eine Woche, wo ich einfach nur weg möchte. Dann wünsche ich mir, ich würde von irgendeinem verständigen Arzt aufgefangen und wir würden mich durch eine Therapie endlich wieder "normal" und so lebenslustig wie früher machen. Doch das hilft alles nicht. Wir haben eben diese Krankheitserscheinungen und müssen genauso eine Lösung finden, damit umzugehen. Die Tage, an denen ich in den Alltag eintauchen kann ohne immer an mein Problem zu denken, zeigen mir, dass es möglich ist! Poesie die ich dann zufällig irgendwo lese, berührt mich sehr und ich versuche mir gewisse Sprüche in Erinnerung zu rufen, wenn ich wieder an Punkte im Leben komme, in denen ich glaube, es bringt alles nichts. Ich sage mir dann solche Dinge wie: " Es ist für jeden etwas da, auch wenn ich nicht besonders viel Geld habe oder manchmal Existenzängste bekomme", "Jeder muss sein eigenes Leben leben, beim einen dauern gewisse Dinge eben etwas länger als bei anderen", " Es geschieht alles aus einem bestimmten Grund"… es gibt für alles einen beruhigenden und wärmenden Spruch.

Ich hoffe, meine ausführliche Antwort kann dir irgendwie weiterhelfen. Und ich würde mich auch über deine eigenen Tipps freuen, die du bisher herausgefunden hast.

Alles Gute!

:)*

YCanOnixi


hey mavi bist du noch im forum? wie geht es dir heute? fand die diskussion sehr interessant und wollte wissen wie es weiter ging... glg yannii

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