» »

Cipralex/ Antidepressiva

I[nBxox hat die Diskussion gestartet


Wer kennt sich aus mit Antidepressiva?

Ganz besonders geht es mir um das Medikament "Cipraplex".

Was waren z.B. eure Erahrungen mit Antidepressiva?

Wie steht Ihr zu angsthemmenden Medikamenten?

Ist das Absetzen ein Problem gewesen(Ad,Medikamente gegen Angst)?

Was hattet Ihr für Nebenwirkungen?

Was würdet ihr machen wenn Ihr noch einmal die Wahl hättet?Also ein Medikament unterstützend benutzen,oder es ohne versuchen?

Würde mich freuen wenn man mir Tips geben könnte-da ich mir in diesem Punkt recht unsicher bin...

Danke

Antworten
T0rimnxyx


Hallo Inbox,

meine Erfahrungen mit Cipralex waren eigentlich ganz gute. Es hat sehr schnell gewirkt (innerhalb weniger Tage), hatte kaum Nebenwirkungen, außer daß ich nach neun Monaten Einnahmezeit so gut wie kein Interesse mehr an Sex hatte. Über das konnte ich aber gut hinwegsehen, weil es mir sonst sehr gut damit ging. Ich spürte nach Jahren wieder einmal wie es ist, wenn es mir wirklich gut geht und nicht einfach nur "nicht schlecht". Ich hatte auch nicht das Gefühl, daß meine Empfindungen unecht waren, sie waren vielmehr der Situation angepasst. Traurige Dinge machten mich traurig, aber ebenso konnte ich mich wirklich über die schönen Dinge freuen.

Ich habe vorher schon mal Seropram (Citalopram) genommen, dessen Wirkung um ein vielfaches schlechter/schwächer war.

Meine Ärztin hat mir auch immer angsthemmende Medikamente verschrieben, die ich aber nie genommen habe. Das ging mir dann doch zu weit - meine Angst wollte ich weiterhin spüren. Weiß auch nicht warum. Die Angstzustände haben aber auch mit der einsetzenden Wirkung des AD schnell nachgelassen.

Das Absetzen war immer schwierig. Bei Seropram hatte ich ein halbes Jahr schlimme Absetzprobleme - vor allem körperliche. Bei Cipralex "nur" 3 Monate.

Als ich Cipralex absetzte und es mir körperlich sehr schlecht ging, habe ich mir geschworen, nie mehr wieder dieses Zeug einzuwerfen. Allerdings weiß ich auch, daß, wenn ich mal an einem gewissen Punkt angekommen bin, es ohne AD für mich unmöglich ist, aus der Krise wieder rauszukommen. Meine jetzige Strategie ist daher, sehr auf mich aufzupassen und schon bei den geringsten Anzeichen entgegenzusteuern, um gar nicht mehr vor die Wahl AD ja/nein gestellt zu werden.

Jetzt, mit ein bißchen zeitlichen Abstand zu den Erlebnissen der Depression und den Problemen beim Absetzen, glaube ich, daß ich nicht zögern würde, wieder ein AD zu nehmen, wenn es denn unbedingt nötig wäre. Ich hoffe aber, daß es nicht mehr so weit kommt.

lg,

LQupo0x49


Hallo Inbox,

im wesentlichen kann ich mich "Trynix" anschliessen.

Solange Du noch für andere Therapieformen zugänglich bist, lieber nicht nehmen. Die Nebenwirkungen, aber vor allem die Absetzproblematik, können weitere, neue Probleme aufwerfen. Wenn die Panik so groß ist, das nix mehr geht, würde ich es (Paroxetin / auch SSRI) aber jederzeit wieder nehmen bzw. empfehlen.

Ich habe einen anderen Beitrag (Schwindel & Panik) von Dir gelesen und würde Dich momentan nicht zu dieser Gruppe zählen.

Viele Grüsse

Lupo

V9anes<sa 8x4


Hallo Inbox!

Ich habe acht Monate lang Citalopram genommen, was ja der Vorgänger von Cipralex ist. Habe es vor kurzem abgesetzt.

Habe es hauptsächlich gegen Depressionen genommen, aber auch gegen eine leichte Angststörung. Früher hatte ich Panikattacken, die aber von selbst weggegangen sind. Aber eine leichte Angststörung hatte ich noch als ich anfing Citalopram zu nehmen. Diese hat sich durch das Medikament auf jedenfall sehr verbessert.

Das Medikament hat mir sehr gut gegen Depressionen geholfen! Ich habe es solange genommen um keine Rückfälle zu bekommen.

Ich hatte die Nebenwirkungen, anfangs manchmal zittrige Hände( war aber nicht schlimm und hat sich dann irgendwann gelegt), in den ersten Tagen manchmal ein bißchen erhöhter Puls. Die größte Nebenwirkung war, dass ich viel weniger Bock auf Sex hatte (aber wenn man starke Depressionen hat ist einem das eh egal)

Das Absetzen hat gar keine Probleme gemacht, habe es aber auch sehr langsam gemacht. Also ich würde die Tabletten jederzeit wieder nehmen.

Liebe Grüße

VKaZnessa x84


Hallo InBox!

Habe noch was vergessen. Wollte noch sagen, dass mir das Buch "Ängste verstehen und überwinden, gezielte Strategien für ein Leben ohne Angst" von Doris Wolf bei den Panikattacken echt geholfen hat.

Liebe Grüße Vanessa

bDeauXmonxt


@alle

ich habe mir die Absetzproblematik mit den SSRIs mal genau angeschaut.

Ich sage immer wenn du es 6 Monate genommen hast solltest Du mindestens 3 Monate ausschleichen, weil meine Erfahrung ist das bei der Reduzierung nicht nur die Absätzphänomene belasten sondern natürlich auch der ganz normale Alltag. Deswegen die Reduktionsdosis so klein wie möglich halten und sich bei einem Rückschlag ruhig eine Stufe sparen kann ohne gleich den Mut zu verlieren. Ich kann das sagen weil ich jede Menge Erfahrung mit Antidepressiva machen mußte.

Vielleicht noch was zum "ohne" versuchen: Depressionen, Angstzustände und Panikstörungen treten oft gehäuft in einer Familie auf, sie haben also eine vererbbare Komponente.

Natürlich wird erst mal jeder auf seine ganz persönliche Art versuchen die Depression zu bezwingen, leider ist das wie ein Hürdenlauf bei dem dann oft die Kraft soweit schwindet das jede positive Regung immer schwerer wird, die Depression auch.

Deswegen sage ich ganz deutlich ,war man schon öfters erkrankt sollte man die Medikamenteneinnahme nicht hinauszögern. Es ist wie bei einer Erkältung die im Kommmen ist, besser man reagiert gleich und schaltet auf Schongang und Medizin, oder der ganze Spaß zieht sich ewig hin (ewig hinziehende Dpression bzw. Angstzustände können bis zum Freitod führen, und das sollte es heútezutage einfach nicht mehr geben.

Ach ja, Psychotherapien (analytische, nicht supportive oder verhaltenstherapeutische) haben in einer akuten Depression nichts verloren, sind kontraindiziert. Das für die ewigen Therapiefans.....

Viele Grüße

beaumont

T7rinSyx


Psychotherapien (analytische, nicht supportive oder verhaltenstherapeutische) haben in einer akuten Depression nichts verloren, sind kontraindiziert. [/]

Ist das so? Hm, da habe ich ja noch mal Glück gehabt ;-)

Ich habe meine Psychoanalyse nämlich genau in einem solchen Moment begonnen. Klar, Spaziergang war das keiner, aber ich habe es bis heute keine Sekunde lang bereut, diesen Weg gegangen zu sein.

TUrKinyxx


so sollte das aussehen ;-)

Psychotherapien (analytische, nicht supportive oder verhaltenstherapeutische) haben in einer akuten Depression nichts verloren, sind kontraindiziert.

Ist das so? Hm, da habe ich ja noch mal Glück gehabt

Ich habe meine Psychoanalyse nämlich genau in einem solchen Moment begonnen. Klar, Spaziergang war das keiner, aber ich habe es bis heute keine Sekunde lang bereut, diesen Weg gegangen zu sein.

b\eavumoxnt


@trinyx

die Aussage ist nicht von mir sondern stammt aus dem Lehrbuch der Psychiatrie von Möller, Laux und Deister.

Im übrigen wird ein Psychotherapeut immer von Medikamenten abraten (außer Fachärzte für Psychiatrie mit der Zusatzqualifikation Psychotherapie) da sie sich damit schon wegen Ihres Studiums garnicht auskennen können.

Die Psychotherapie wird ja als so heilsbringend ohne Nebenwirkungen betrachtet, das ist aber schlicht und einfach verkehrt. Schaut doch mal bei parsimony-endogene Depression, Ihr werdet staunen wie viele Patienten es gibt die aufgrund einer Psychotherapie völlig dekompensieren und in die Klinik müssen.....wer schon mal da war findet das bestimmt nicht als Therapieerfolg.

Viele Grüße

beaumont

IgnBNox


@ all

Hallo,

und Danke erst einmal für eure Beiträge.Kurz zu mir.Ich habe ein stationäre Therapie angefangen,und habe bisher guten Erfolg.Ich nehme Cipraplex nun seit einigen Tagen.Ich habe bisher leichte Nebenwirkungen(leichtes Zittern,leichtes Muskelzucken),aber die positiven Erfahrungen überwiegen.Meine Angst und Aufmerksamkeit ist im Moment leicht erhöht(soll nach ca. 2 Wochen nachlassen und durch das Medikament kommen).Meine ersten Therapiegespräche habe ich hinter mir.Ich mache ein wenig Beschäftigungstherapie und Sport(was mir gut tut).Ich fühle mich dort sehr gut aufgehoben...mal sehen was kommt.Ich kann jedem nur empfehlen der ähnliche Probleme hat...sich meine Lösung zu überlegen,denn dort hat man die Zeit und Ruhe sich wirklich zu entspannen und Ruhe zu finden.Ich werde euch weiterhin berichten wie es läuft,bin aber nicht oft online(da in der Klinik).Ich danke euch für eure "Hilfe und Infos",und wünsche alles Gute...

LG Inbox

Ciihaxd76


Hallo Leute,

nehme seit 4-5 monate cipralex 15 mg, muß wirklich sagen es hat mir sehr viel geholfen seit 4-5 tagen nehme ich keine mehr weil die alle sind(habe heute wider angefangen), seit 3-4 tagen geht es mir voll schleht bin Sehr agresiv, schleht gelaunt, und keine toleranz mehr, meine familie sagt mir das mann es sicht das ich mich verändert habe, habe das gefühl die leute beobachten mich und feindsälig sind......, auf jedem fall möchte ich von euch wissen wie lange es wider dauert das die wirkung wider kommt, wie gesagt seit ca. 5 tage nahm ich es nicht heute wider angefangen!

r ebe<l_pi


Hallo Leute,

habe heute nach einigen Wochen Psychotherapie Cipralex verschrieben bekommen. Ich hab da so meine Angst vor den Nebenwirkungen da ich in 2 Tagen ein Vorstellungsgespräch habe und denen nicht unangenehm erscheinen möchte mit den Nebenwirkungen in den ersten Tagen. Muskelzuckungen, Zittern usw... Den dies ist ein absoluter Traumjob und da würde ich gerne arbeiten. Aber mit meinen Depressionen und den dazugehörigen absoluten null Sellbstbewusstsein und Zweifeln und Ängsten möchte ich da auch nicht hin. Schon wieder Zwickmühle und würde gerne doch zu Hause bleiben und gar nichts tun. Ich habe auch Angst davor wenn ich sie absetze was kommt dann? Gibt es jemanden hier in diesem Forum der eine Depression durch Cipralex geheilt wurde oder der es geschafft hat irgendwie aus dieser Hölle herauszukommen. Den ich möchte wieder gesund sein und das Leben wieder als lebenswert betrachten.

Danke

:°(

G8rototig


Gibt es jemanden hier in diesem Forum der eine Depression durch Cipralex geheilt wurde oder der es geschafft hat irgendwie aus dieser Hölle herauszukommen. Den ich möchte wieder gesund sein und das Leben wieder als lebenswert betrachten.

Naja von Heilung möchte ich nicht sprechen. Allerdings habe ich mit Hilfe von AD (nicht Cipralex, aber das ist ja egal, wirkt eh bei jedem anders) doch ein Stück weit zurück ins Leben gefunden. Diese quälenden Suizidgedanken haben sich doch gebessert, denn waren die Hölle für mich. Ich bin froh über diese Medikamente. Du solltest auf jeden Fall probieren.

Z"whaclk44


Hallo rebel_pi, die Wirkung von ADs tritt meistens mit Verspätung ein (etwa 1-3 Wochen). Deshalb wird Dir Dein AD für die Vorstellung übermorgen wahrscheinlich nicht helfen können. Wie Grottig schon gesagt hat: Psychopharmaka wirken bei jedem Patienten anders; während der eine zunimmt, kann es sein, dass ein anderer mit demselben Medikament abnimmt. Die meisten NW verschwinden nach einer Anfangsphase. Mir hat Cipralex gegen meine Depressionen nicht geholfen, aber das kann bei Dir ganz anders sein. Wenn Dich die Statistik interessiert: Google nach dem Wirkstoff und guck im Referat von sanego.de unter "Nebenwirkungen". Was passiert nach dem Absetzen? Zuerst erinmal die Daumenregel: Man sollte ADs noch 6-12 Monate nach dem Verschwinden der letzten Krankheitssymptome weiternehmen, um Rückfälle zu vermeiden. Beim ersten Absetzen meiner ADs (mit 40) konnte ich ohne Medikamente leben. Mit 57 hat es mich dann wieder "erwischt". Seitdem bin ich (66) permanent auf ADs angewiesen, weil meine Depressionen sonst zurückkommen. Ich führe aber ein ausgeglichenes zufriedenes Leben und war mit ADs immer arbeitsfähig. Falls Du mit Cipralex nicht glücklich wirst: Sprich mit Deinem Psychiater. Es gibt genügend Alternativen.

txhe-cxaver


Wie Zwack schon geschrieben hat: Bis übermorgen wirkt das Cipralex eh nicht (auch wenn es eines der schnellsten Antidepessiva ist, musst Du mit ca. 7 Tagen rechnen, bis sich was tut). Was Nebenwirkungen angeht, ist Cipralex eines der am besten verträgichen Antidepressiva, trotzdem kann es in den ersten Tagen leichte Probleme machen. Wenn es auf 2 Tage nicht so ankommt, könntest Du evtl. die erste Tablette *nach* dem Vorstellungsgespräch nehmen, um da kein Probleme zu haben.

Grüße

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH