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Cipralex/ Antidepressiva

STunflo<werx_73


Ich bin Psychotherapeutihn (noch in Weiterbildung, aber egal). Allerdings Verhaltenstherapeutin, daher verkneife ich mir meine Kommentare zur Psychoanalyse bei akuter Depression/Angst und als erste Therapieform jetzt mal.

Aber:

Kein vernünftiger Psychotherapeut rät pauschal von Antidepressiva ab! Im Gegenteil! Klar guckt man erstmal, wie die Therapie so anläuft, aber lt. Leitlinien ist man durchaus angehalten, das Thema AD schnell anzusprechen und die Pt. zum Psychiater zu schicken. Pharmakologie ist ein wichtiger Bestandteil in der Weiterbildung und man muss sich in der Klinikzeit so einiges an Wissen erarbeiten. Ich habe hier zwei Fachbücher, beide mehrere Hundert Seiten dick, nur zu Psychopharmaka.

Grundsätzlich gilt:

Therapie ohne Medikamente ist möglich, aber längst nicht immer sinnvoll. Medikamente ohne Therapie sind aber keine gute Idee, da man auch lernen muss, mit der Erkrankung umzugehen. Und nicht bei jedem wirken Medikamente so perfekt und dauerhaft, dass alle Probleme wie weggeblasen sind.

Es gibt viele Erkrankungen, wo man als Psychotherapeut sehr schnell merkt, dass es nur mit ergänzender Medikation geht. Im Sinne von sinnvoller Medikation, also nicht nur den Angstpatienten mit Benzos ruhig zu stellen.

Und Patienten dekompensieren nicht wegen einer Therapie – sondern wegen Ereignissen in ihrem Leben, dysfunktionalen Bewältigungsstrategien. Oder weil sie sich endlich ihren Problemen stellen – und dem ambulanten Psychotherapeuten das Risiko zu hoch ist. Wenn ich einen Pt. mit Suzidgedanken unr 1x in der Woche für 50 Minuten sehe und schwierige Themen anstehen, will ich ab einem best. Punkt die Verantwortung für die restlichen 6 Tage und 23 Stunden nicht übernehmen. Und manchmal ist es sinnvoll, wenn Leute aus ihrem Umfeld rauskommen.

Also bitte das Ganze etwas differenzierter betrachten! ;-)

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