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Angst vor Unwirklichkeit

mmfc_)pjx78 hat die Diskussion gestartet


Hallo

Ich leide seit ca. 6 jahren unter panikattacken, mit der zeit entwickelte sich eine ziemlich starke agoraphobie. Ich konnte mich noch knapp in meiner ortschaft bewegen, mehr ging nicht. Habe mich jetzt endlich mal entschlossen einen therapeuten aufzusuchen und habe nächsten donnerstag einen termin. Seit ca. einer woche ist es aber ganz schlimm geworden. Ich mache mir plötzlich ständig gedanke ob alles wirklich ist. Wenn ich dra denke wo ich wohne, dass das mein leben ist, hier in der stadt dann kommt mir alles unwirklich vor. Das macht mir verdammt angst. habe ständig panik und bin nervös. Leider komm ich einfach nicht von den gedanken weg. überleg es mir ständig und alles kommt mir noch unwirklicher vor und ich bekomm noch mehr angst. habe das gefühl ich müsste flüchten aber weiss nicht vor was und wohin. ein ähnliches gefühl wie bei einer panikattacke. Habe mich zuhause und im näheren umfeld immer sicher gefühlt, das ist nun vorbei. Habe angst bekommen dass ich völlig durchdreh, shizophren werd oder sowas. Das dieses gefühl der unwirklichkeit und der angst mich jetzt ständig begleitet. Nur in kurzen momenten wenn ich mal stark abgelenkt war merk ich nacher dases weg war, dann ists natürlich wieder da. ich weiss einfach nicht mehr weiter.

Kennt das hier jemand?

Antworten
M-ar&yafn


re

hallöchen,

du armer das härt sich echt schlimm an, du leidest ja total. hatte auch immer wieder panikattacken, und auch mal diese unwirklichkeitsgefühle... aber lass dir sagen: du wirst nicht verrückt, paranoid oder schiziphren, glaube mir!

geh zu der therapeutin, das schaffst du ganz bestimmt! versuch echt dich abzulenken und denk nich die ganze zeit darüber nach, das macht das nämlich schlimmer, bzw. löst es erst aus.

alles liebe und gute!!!

twime Rtra-ve.llexr


verrückt, paranoid oder schizophren? wohl auch nicht krank, verschnupft oder verkühlt. nein, sorry für meinen rein rhetorischen zynismus. war eh nett von ihr gemeint. sie hat wohl eigentlich auch recht, das wirst du sicherlich nicht. :-)

das mit dem ablenken, ist sicherlich kurzfristig eine praktische taktik, aber auf dauer hat dir das verdrängen anscheinend eher probleme eingebracht.

das gefühl der derealisation, des agierens auf einer virtuellen bühne, das abtrennen der möglichkeit, von erlebnissen gefühlsmässig erfasst zu werden, die angst, einer situation zu wach begegnen, hat sicher seine tieferen gründe.

gut, dass du eine therapie besuchst. auch wenn die symptome im moment vielleicht etwas schlimmer geworden sind, bist du dennoch auf dem richtigen weg, denn es hat bereits begonnen eine veränderung einzusetzen. bring deine erlebnisse auf jeden fall zur sprache.

_ogei-sxt_


tach!

hi!

also ich bin an einem punkt, nach meiner nun auch schon 6 jahre andauernden agoraphobie...bzw. irgendwas anderem undefinierbarem, daß mich meine angst durch DEREALISATION weit entfernt von den wirklichen gefühlen hält, weil sie nach all dem und den 2 letzten therapiefreien jahren einfach zu krass wären...vater gestorben und muter alkoholikerin geworden...ich hätte zum therapeuten gehen sollen...aber irgendwann swchlich sich halt diese DEREALISATION ein und ich bin halt gerade dabei wieder klar zu kommen...ich nehme wieder mehr von meinem medikament trevilor und bin quasi in therapie, wechsel jetzt aber zu einem psychotherapeuten, weg von der pychaterin. ich kenne dein gefühl nicht nur zu gut, sindern ich weiß ganz genau was du meinst und insofen sag ich dir, daß du deinen arsch hochbekommen musst und die verdammte therapie durchziehen musst, weil es anders nicht gehen wird. hab keine angst, denn solange du alles noch anfassen kannst ist es auch da. wenn du das gefühl wieder hast, dann kneif dich oder schrei ganz laut...oder zertrittm einetwegen irgendwas, aber FÜHL, DAß DU DA BIST!!! wenn du fragen ahst maile ich dir gern zurück: abiege@aol.com

slu|garb$abVe7x9


Ich habe auch unter Depressionen und Panikattacken gelitten mit dem Gefühl in einer Luftblase zu sein, auf Watte zu laufen, eben alles so unwirklich und die Angst wahnsinnig zu werden!! Nach Jahren Gesprächstherapie hat mich das Medikament Futuril (Wirkstoff Citalopram) in die Wirklichkeit zurückgeholt. Nach 2 Jahren Behandlung damit habe ich es dann abgesetzt (macht nicht abhängig) und ich habe immer noch keine Symptome seither, obwohl ich schon Angst habe, dass alles wieder Auftritt. (Ich habe auch viele andere Medikamente bekommen und ausprobiert, u.a. auch Trevilor, hat aber alles nur verschlimmert)

Jedenfalls gibt es Lösungen, so sehr wie du jetzt leidest, so sehr wirst du das Glück auch wieder fühlen können!!

Liebe Grüße,

sugarbabe

_5geGisQtx_


inwiefern waren denn die probleme bei trevilor ???

m=fcD_pjx78


Hallo nochmal

Naja, es ist nicht wirklich ein unwirklichkeitsgefühl. eher die angst davor. ihr kennt das bestimmt, wenn man über sich selbst in diesem universum nachdenkt und fast innerlich durchdreht. hatte plötzlich solche gedanken, hab die stadt in der ich wohn und die strasse ganz objektiv, wie von oben betrachtet, für einen moment kann man diesen gedanken dann irgendwie fassen, alles kommt einem ganz unwirklich vor, man grübelt dran rum und dreht innerlich fast durch. Das hat mir total angst gemacht und ich bekam eine panikattacke. Dann hatt ich ständig angst. ständig diese gedanken im kopf und das bild vor augen. eine panikattacke nach der anderen. traute mich fast nicht mehr raus. also ob ich angst hatte dass alles so wird wie in meinen gedanken. ich merk aber dass ich langsam ruhiger werd, weniger dran denk und mich ablenken kann. hoffe es geht wieder weg. ist das sowas wie eine phobie? hatte mal was ähnliches, dachte ständig ich hätte hautkrebs, konnte nur noch an das denken. irgendwan gings dann weg und jetzt kann ich drüber lachen.

patrick

Rvauchsch+walCb:e


Hallo, bei mir ist das ähnlich:

Also, wenn ich im Park od. an einem anderen bekannten Ort spazierengehe, dann bin ich auch für die Dauer von 1 - 2 minuten "anders drauf". Ich sehe dann die Dinge anders, würde aber fast sagen, nicht unwirklicher, sondern auf sonderbare Weise WIKLICH. Z.B. Das Grün der Bäume noch grüner, alles mehr in 3 D usw. Ich dachte auch, das hätte was mit Panik zu tun. Bei mir hat sich aber rausgestellt, das ich Temporallappenepilepsie habe, da sind solche "Absencen" (von to be absent= abwesend sein) ganz normal. Will jetzt nicht sagen, ihr habt das auch alle ;-) sondern es gibt eben viele Auslöser für solche Situationen. Meist ist es eine sogannte generalierte Platzangst, die das auslöst. Hier würde ich den Weg zum Therapeuten nicht scheuen.

Grüße!

_kg_eisxt_


ja also was ihr beschreibt ist auch die form der derealisation, also wenn man über die straße in der man lebt nachdenkt und das universum, dann schreckt man hoch und das herz klopft, weil alles so krass erscheint. wie kann das alles sein, was bin ich und alles drumherum der raum, die zeit, wie geht das.

wie hast du denn die sache mit der epillepsie aufklären können und was gibt es für methoden der beseitigung ???

R/auchscvhwxalbe


Hi Geist!

Eine Epilepsie wird normalerweise im EEG festgestellt. Heilbar ist das nicht, es werden nur Medikamente gegeben, um die Anfallsfrequenz niedrig zu halten. Hab schon 15 Jahre festgestellte Epilepsie. Aber: die dachten, ich hätte eine andere Form davon, deshalb wußte ich auch nicht, das diese "Panikattacken" keine waren, sondern eine bestimmte Epilepsieart. Das wurde erst vor wenigen Tagen festgestellt. Ich habs natürlich zuerst rausgefunden (Internet!!! Ich liebe es!!!), die im Krankenhaus haben das dann bestätigt. Überleg mal: 15 Jahre... >:( und keiner hats gemerkt.

Aber das haben wirklich nicht so viele, man sollte aber aufhorchen, wenn andere Leute oft zu einem sagen: Du warst grad ganz weit weg, und man selber kann sich nicht mehr genau dran erinnern. Oder so komische Muskelzuckungen, die länger anhalten, das ist auch so ein Zeichen.

Im allgemeinen sind es aber eher Angstsyndrome, die solche Beschwerden verursachen. Hab ja weiter oben schon erwähnt: nicht das ihr jetzt denkt, ihr habt das alle, sondern nur als Beispiel, von was das auch kommen kann.

Grüße!

t?ime! trxavellxer


ich denke, nicht die angst hält einen durch die derealisation von den gefühlen entfernt, wie von geist oben interpretiert. sondern die derealisation hält einen vom gefühl der angst entfernt.

klar hat man auch angst vor der derealisation selbst, als unbekannte erlebensweise. aber eigentlich wird dadurch ein ganz anderes gefühl, eine ganz andere angst, verdeckt.

da kann man laut musik machen oder schreien oder sich austoben, wie man will, die ursache muss gesucht werden. in diesem sinne halte ich auch alle medikamentösen behandlungen dabei für rein kosmetische verfahren.

die frage ist, welche gefühle willst du nicht erleben? wie geht es dir, wenn du dir völlig allein im grossen materiellen universum vorkommst?

Mzanue$lGxS


also ich möchte gerne an time travellers kommentar (direkt über mir) anknüpfen. ich kenne diesen geistigen vorgang nur zu gut, sich "mal eben" über alles zu erheben und über alles zu reflektieren. allerdings kommt es darauf an, weshalb man sich "auf einmal" so konzentriert sinnfragen stellt. ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich mit 16 mal 2 wochen nur im bett gelegen bin und alles wissen wollte; ich wollte damals eigentlich nur meine probleme rein rationell beseitigen.

du schreibst, du leidest unter agoraphobie und bist nur noch in deinem ort; ich schätze, am liebsten würdest du dich ganz verkriechen.

aber ich verstehe deine erfahrung mit der "unwirklichkeit" als ausbruchsversuch aus der phobie. es kann auf dauer einfach nicht gehen, sich selbst einzusperren. der mensch ist halt ein strebendes und aktives lebewesen; und auf dauer wird bei einer solchen lebensweise (da reicht schon das sich-gefangenfühlen und passiv-werden-lassen) die gesamt psyche anklopfen und radau machen.

ich würde mir an deiner stelle also keine sorgen machen; deine psyche versucht dir nur mitzuteilen, dass was nicht stimmt. weiterhin würde ich an deiner stelle auch aufhören mir sinnfragen (in dieser weise) zu stellen, da du probleme nur an der falschen stelle suchst. deshalb rate ich dir ebenfalls die therapie zu beginnen und die wahren probleme anzupacken.

vielleicht hilft dir ja mein motto "bescheiss dich niemals selbst"

gruß, Manuel

_Mgeixst_


die aussage, daß die derealisation einen voin der angst fernhält ist so bei mir glaube ich nicht zutreffend, bei mir ist es denke ich genau so wie von mir geschrieben, denn anders ergäbe es keinen sinn. oder ich müsste noch viel länger darüber nachdenken.

Ltun0a75


Panikattacken und starke Angstzustände beinhalten oft das Gefühl, verrückt werden oder sterben zu müssen.

Es gehört zum Erscheinungsbild dazu.

Falls es Dir hilft: Du wirst nicht verrückt, schizophren o. äh.

Wenn Du die Angst/Panik besiegst und auch die Angst vor der Angst, dann hast Du auch die Angst vor dem verrückt werden nicht mehr.

Verhaltenstherapie ist empfehlenswert.

Moie^tzieKaxtze


?

Nochmal 'ne kurze Zwischenfrage.

Maryan schrieb weiter oben:

"...versuch echt dich abzulenken und denk nich die ganze zeit darüber nach, das macht das nämlich schlimmer, bzw. löst es erst aus." (-> es ging um Schizophrenie)

Durch darüber nachgrübeln kann man eine Schizophrenie auslösen?

Das ist für mich eine sehr interessante Frage.

Liebe Grüße...

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