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Babyzeit genießen und das nackte Überleben

SPhojo


Deshalb ist für mich ein Kind nach der 36. Woche fertig. So (Dann duck ich mich mal vor der Keule)

Für mich ist ein Kind so mit vier, fünf Monaten allmählich in dem Alter, wo ich es als fertig genug für die Welt betrachten würde, nur auf die Welt bringen würde ich es dann nicht freiwillig. ;-D

Und nach allem, was ich weiß, geht der Geburtsbeginn zum Teil auch vom Kind aus, ich persönlich finde es auch schräg, das Kind ohne medizinische Indikation früher zu holen oder gar die Geburt einzuleiten. Unter anderem deshalb, weil ja der Geburt einige Prozesse vorausgehen, die sowohl Kind als auch Mutter vorbereiten, alles weicher machen, richtige Lage, absenken und so weiter. Eingeleitete Wehen, die nicht von selbst einsetzen, sind um einiges härter und schmerzhafter, und die Geburt dauert oft im Verhältnis länger, wenn ich mich nicht irre.

Warum ist das so dramatisch, wenn ich der Meinung bin, dass eine Geburt keine Woche dauern muss?

Darf sie doch auch gar nicht – bei mir wollten sie den Kleinen nach 24 Stunden holen, weil so ein Dauerwehenbeschuss (eingeleitet, wirklich kein großer Spaß) weder dem Kind noch mir zuzumuten sei. Sobald die Fruchtblase geplatzt ist, gibt es wegen des Infektionsrisikos ein Zeitfenster, mit dem man recht streng umgeht, und sobald die Wehen einsetzen, ja mehr oder weniger auch, weil die Wehen für die beiden Hauptbeteiligten Stress sind.

Keule nicht, nö, nur auch von meiner Seite aus leichte Verwirrung, weil ich im Plan keine Erleichterung erkenne, sondern nur das Potenzial für mehr Stress als nötig.

L\ovxHus


Eingeleitete Wehen, die nicht von selbst einsetzen, sind um einiges härter und schmerzhafter, und die Geburt dauert oft im Verhältnis länger, wenn ich mich nicht irre.

Unsere drei Erfahrungen:

1. Einleitung nach Blasensprung. 36 Stunden Qual, obwohl Blasensprung und leichte Wehen auf eine gewisse Vorbereitung des Körpers hinwiesen und der Geburtstermin überschritten war.

2. Bei deutlichen bis starken Wehen ins Krankenhaus gefahren, keine drei Stunden später war unsere Tochter da.

3. Wehen setzten leicht am Abend ein, meine Frau wollte, dass das Kind kommt, weil "ihre" Hebamme am nächsten Tag in Urlaub fuhr. Aber so ging's nicht, trotz Treppensteigen – Kinder reagieren schon im Mutterbauch trotzig, wenn Mama anders will als sie ;-D . Bad, Entspannung und erst noch die Nacht schlafen (im Geburtshaus). Am nächsten Morgen Wehentropf – und 3 Stunden später war Tochter 2 da. Ich musste die Hebamme noch rufen gehen, weil sie nicht glauben konnte, dass es so schnell geht. Sie meint dann, dass wir uns den Tropf hätten sparen können.

denaben

Warum ist das so dramatisch, wenn ich der Meinung bin, dass eine Geburt keine Woche dauern muss?

Gar nicht dramatisch. Nur das Mittel der Einleitung ist falsch gewählt, weil sie nicht zu der gewünschten Zeitverkürzung führt. Der Hauptzeitfaktor ist übrigens nicht die Geburt, sondern die Erholung danach. Wir haben uns für die ambulante Geburt entschieden (damals zum Ärger des Krankenhauses, weil die noch nach Tagessätzen bezahlt wurden. Also volle Arbeit, kaum Geld :-/ .) Am längsten dauert die Erholung bei Kaiserschnitt oder wenn man sich im Krankenhaus eine Infektion zuzieht. Der zweitwichtigste Faktor ist der Dammschnitt / -riss. Der Schnitt heilt schneller als der Riss, weder noch ist natürlich am Besten. Hier ist der entscheidende Faktor Urteilskraft und Können (Schneiden ja/nein, wie weit; sauberes Nähen) der Ärztin. Auch auf die Geburtshaltung kommt es an. Liegen auf dem Rücken ist am riskantesten. Ein durch Yoga vorbereiteter Körper kommt auch mit geeigneteren Haltungen unter Presswehen klar und ist schneller wieder fit ;-) .

S]hOojo


Bei Deinem Beitrag, LovHus, fällt mir gerade wieder auf, wie lange ich gebraucht habe, um einfach das zu tun, was mir guttut und was ich gern tun möchte, scheißegal, ob irgendwer es empfiehlt oder nicht – statt immer trotzig NICHT das zu tun, was man tun "soll", selbst wenn es eigentlich prima gewesen wäre. ;-D

Chaoi$mKhxe


Ich fand die Einleitung spitze, hatte ne 10 Stunden als Erstgebärende, keine Geburtsverletzung und fand Liegen sehr angenehm.

Und Riss heilt schneller als Schnitt ;-)

EfhemaHliger iNutzerC (#282H8x77)


Und Riss heilt schneller als Schnitt

Hab ich letztens auch noch irgendwo gelesen. Heilung geht wohl schneller weil der Riss dann an der "Sollbruchstelle" liegt.

w#hi_te magxic


Shojo

das mit den Puppen war nicht an dich gemeint.

Und ich kann dich verstehen, ganz so schlimm war es bei mir nicht. Ich war einfach nur, Schlaflos, überfordert, trotzdem gelangweilt, unterfordert, Appetitlos, (1/4 Brötchen am Tag), Stillversagerin, einsam, mein Kind war mir fremd.

ich fand das schon schlimm, deins klingt noch schlimmer.

Ich bin allerdings 8 Monate später nah an einer Depression vorbeigezogen. Mein Glück war das ich wieder arbeiten durfte,

Zu der zeit sah mein Tag wie folgt aus:

Aufstehen 6 Uhr nach unruhiger Nacht, Kind fertig machen zur Tagesmutter, frühstücken ?? (kaffee)

Kind wegbringen, Fernsehen, (haushalt, och kann man später machen)

Mittag (keine Ahnung nix Bock) Kind abholenm, zum Schlafen hinlegen, fersehen, (haushalt? siehe oben)

jemand anruifen? Keine LUst

rausgehen? keine Lust

irgendwas machen ? Keine Lust.

Ich bin so einsam, war mein ständiger gedanke.

Außer meiner Mutter hatte keiner Zeit. Mein mann war viel Arbeiten und sonst am schlafen.

TJa wen ich nicht hätte 4 Wochen früher arbeiten dürfen, hätte ich warscheinlich nicht mehr aus dem schwarzen Loch rausgefunden.

Furchtbare zeit.

Meine Therapeutin, hat mir auch hinterher gesagt, das über 50% aller Mütter eine schwere erste zeit haben und leider nur 5 % es zugeben.

Weil man von der Gesellschaft nur als glückliche - rosa - Wölkchen - Mama akzeptiert wird.

Alle anderen bekommen nur deinen oben schon genannten Srpüche. Das war auch der Grund warum ich niemanden sehen wollte, weil mich irgendwie keiner verstanden hat. Selber die Muttis aus der Pekip-Grupp (gearde die) machten nur solche Sprüche, alle supi-dupi-glückliche-still-und-ohne-schlafnot-mamas. Das hat mich so angekotzt, gleichzeitig so neidisch gemacht, das ich denen alles Rabenkinder gewünscht habe.

BBENAOxH


@ Shojo

Bin zufällig über Deinen Beitag gestolpert, ich kann auch nicht mitreden, da ich keine Kinder habe (deshalb habe ich auch nur den ersten Antwortbeitrag gelesen, den Rest nicht mehr, also sorry, wenn sich da jetzt irgendwas "überholt"), aber das ist genau das, was ich Dir auch sagen wollte:

Es tut mir leid, ich kann dir wirklich überhaupt nichts hilfreiches dazu schreiben, ich wollte dir nur sagen, wenn du mal ein Buch schreibst, sage Bescheid, ich werde es mir kaufen.

Das war mein erster Gedanke: Du hast eine herrliche Art zu schreiben. Schreib doch das "Tagebuch einer verzweifelten Mutter" mit all der Situationskomik, die so ein Tag hat. Wirst sehen, es wird ein Bestseller. Und Schreiben würde Dich sicher ablenken. Ist wirklich ernst gemeint... @:)

S0hojQo


also sorry, wenn sich da jetzt irgendwas "überholt"

;-D ;-D ;-D

Ganz heißer Tipp: Wenigstens den ersten Beitrag plus Datum und das Datum des letzten Beitrags lesen, aber trotzdem vielen Dank! :-D

LPovHuxs


"Tagebuch einer verzweifelten Mutter" mit all der Situationskomik

Das dürfte das Dilemma eines solchen Buchprojektes sein: Wenn der Ernst der Lage spürbar wird, geht der Leser auf Abstand, wenn das Augenzwinkern dazukommt, geht der Ernst verloren. Gar nicht so einfach. Aber wenn das eine schafft, dann wohl Shojo :-D .

LaovxHus


Heilung geht wohl schneller weil der Riss dann an der "Sollbruchstelle" liegt.

Damals (20 Jahre her) war der "Stand der Technik" noch, zu schneiden, bevor es reißt. Es kommt beim Riss wohl sehr auf die Nähkunst der Ärztin an, weil jeder Riss unterschiedlich ist.

Caoimhe

Ist doch schön, dass es gut geklappt hat :-) . Ich vermute aber, dass eine natürlich begonnene Geburt auch nicht schwerer gewesen wäre ;-) .

Vielleicht noch für alle zur Klarstellung: Reißen oder nicht hat nichts mit einleiten oder nicht zu tun. Ich habe das nur gebracht, weil es denaben offenbar um die Woche ging, die oft durch eine Geburt ins Land geht. Und da wollte ich ergänzen, dass diese Zeit vor allem auch zur Wundheilung gebraucht wird. Bzw. alles ohne Riss und bei vorbereiteter körperlicher Konstitution schneller geht. Aber nicht wegen der Einleitung.

Mit der Einleitung kann man den spätesten Zeitpunkt auf ein zwei Tage genau festlegen, aber nicht die Dauer.

gVr6etax_


shojo, dein anfangsbeitrag ist ja schon länger her. ich habe mich oft ähnlich gefühlt wie du. ich empfehle dir das buch "club der rabenmütter" von mink elliott. das hätte gut zu deiner damaligen stimmung gepasst :-)

S~chok$imonqstxer


Hallo! *:)

Ich habe jetzt nicht den kompletten Faden durchgelesen, sondern nur den 1. Beitrag und den Rest etwas überflogen. (übrigens, genial geschrieben shojo :)^ )

Mir ging es genau so! Und auch jetzt werde ich manchmal noch wahnsinnig. (meine Tochter wird nächsten Monat 2 Jahre alt)

Ich fand dieses ehrliche Buch dazu. Vielleicht wurde das hier schonmal gepostet oder du kennt es schon. Ich fand es toll! Mir hat es geholfen zu verstehen, dass dies so doch normal ist und nicht alles rosarot. Ich bin eben eine normale, gute und nicht perfekte Mutter.

LG

C=aoi{mhe


Mit der Einleitung kann man den spätesten Zeitpunkt auf ein zwei Tage genau festlegen, aber nicht die Dauer.

Und nicht einmal das! Bis zum Blasensprung kann man quasi "unendlich" eingeleitet werden. Wenn das Kind nicht raus will, dann bringt alles nichts, dann hilft nur noch ein Kaiserschnitt. Einleiten ohne medizinische Indikation versteh ich aber auch nicht. Ich hatte Schweineglück mit der Geburt (muss man einfach so sagen) & ich würde mein Glück beim zweiten Kind nicht freiwillig provozieren wollen..

g"retxa_


shojo, ich hatte nur die ersten und letzten zwei seiten gelesen, aber ich glaube, ich werde jetzt doch den ganzen faden durchlesen, sobald ich zeit habe. was du hier schreibst:

Aber ich glaube, das ist für jemanden, der nicht auf diese spezielle Weise drunter gelitten hat oder sich gut vorstellen kann, dass es ihm ähnlich gegangen wäre, nicht nachvollziehbar. Nein, ich war nicht nur müde, sondern so tödlich erschöpft, als würde ich über Monate verbluten, nein, es war mir nicht "zu anstrengend", weil ich faul bin, sondern es hat mir alle Kräfte im Zeitraffer entzogen, bis ich so weit im Minusbereich war wie niemals zuvor in meinem Leben, und nein, ich hatte keine schlechte Laune, ich hatte eine postpartale Depression. Und da hilft es eben nur sehr bedingt, "sich einfach zusammenzureißen". Inzwischen habe ich einiges drüber gelesen, und das Kennzeichnende daran ist das Gefühl, es würde nie, nie wieder anders sein, man sei im augenblicklichen Zustand für immer gefangen, es gibt kein Morgen, keine Hoffnung, keine Verbesserung, und es lohnt sich ohnehin alles nicht, weil nicht nur das Leben kaputt ist, sondern auch man selbst.

trifft so hundertprozentig auf meine damaligen gefühle zu. ich wünschte, ich hätte das schon früher gelesen. ich brauchte 2 jahre, bis ich das leben mit meinem kind mehr genießen konnte, als darunter zu leiden. ich brauchte die diagnose depression, eine therapeutin, medikamente und einen klinikaufenthalt, bis ich aus der depression rauskam. jetzt ist mein sohn drei und es ist wirklich sehr sehr schön mit ihm und ich genieße das familienleben. un din 2 wochen kommt unser neues baby. ich freue mich sehr auf sie, aber diesmal gehe ich mit ganz anderen erwartungen in die babyzeit. damals hatte ich nur rosarote bildchen im kopf. jetzt weiß ich, dass es verdammt hart wird und man die erste zeit einfach nur überleben muss. aber diesmal werde ich mir schneller hilfe holen und diesmla weiß ich, dass das grauenvolle vorbei geht. danke für deinen faden.

LhovxHus


wie lange ich gebraucht habe, um einfach das zu tun, was mir gut tut und was ich gern tun möchte,... statt immer trotzig NICHT das zu tun, was man tun "soll", selbst wenn es eigentlich prima gewesen wäre.

;-D Shojo, bestimmt hast du hier irgendwo schon mal meine mir von irgendwoher angeeignete, um hier nicht zu guttenbergern Definition von Erwachsensein gelesen: "Das Richtige auch dann tun, wenn es die Eltern empfohlen haben."

In deinem Satz verliert "das Richtige" auch den moralischen Unterton, der sich in Kombination mit "die Eltern" geradezu aufdrängt o:) .

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