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Babyzeit genießen und das nackte Überleben

S?hoj[o


Er ist ein Unfall-Wunschkind. ;-D Hartnäckige Gedanken an eine winzige Hand in meiner seit zwei oder drei Jahren, aber dann war es doch ein Schreck, weil nicht so geplant. Trotzdem sehr schnell furchtbar gefreut. Allerdings fangen Kinder für mich irgendwie erst an, wenn sie mindestens krabbeln können, Babys haben mich schon immer eher erschreckt in ihrer vollkommenen Abhängigkeit und Hilflosigkeit. Habe mich dann ohne tieferes Nachdenken zum Gedanken verstiegen, dass es vielleicht beim eigenen irgendwie was anderes sei, und mich einfach gefreut, auch wenn ich ausgesprochen intensiv genossen habe, noch keins zu haben. Was es dann tatsächlich bedeutet und wie es mir damit geht, das ... uff. Haut mich echt um.

Sicher lassen sich Kinder besser in einen Alltag mit Hausarbeit oder "ich mache es dann, wenn ich Zeit habe" integrieren, aber warum nicht auch in einen Schreibtischjob?

Wir reden hier nicht von einem Kind, sondern von einem Baby, und das widersetzt sich der Integration in meinen Schreibtischalltag mit Nachdruck. ;-) Ich hatte ihn heute den halben Tag im Tragedingens und habe gekocht, aufgeräumt, Musik gehört, getanzt, war mit dem Hund draußen, einkaufen - ging super, er hat geguckt oder gepennt und war sehr zufrieden mit mir. Konzentriert an einem Text arbeiten? NÖÖÖÖT! Frag ihn, "warum nicht auch" das geht, es geht eben nicht, nicht in diesem Stadium. Er ist keins der Babys, die es ja angeblich auch gibt, die nur irgendwie noch kaum jemand live gesehen hat, die mit drei, vier Monaten zufrieden auf ihrer Decke liegen und zwei Stunden lang ihre Hände begucken, wenn man nur alle halbe Stunde ein neues Spielzeug dazuwirft.

Später wird es vermutlich großartig gehen. Aber das dauert noch. Weil es eben für ein Baby nicht interessant oder entspannend oder sonst was Reizvolles ist, wenn ein Erwachsener stupide vor sich hintippt oder etwas liest.

aber am Ende aller Dinge bis DU immer noch DU und dein Kind ist Gast in DEINEM Leben so wie du in SEINEM. Je eher du das in dir selbst begreifst, desto eher kannst du DEIN Leben weiterleben, OHNE das Gefuehl zu haben, einer von beiden muesste zurueckstecken.

Aber natürlich muss man zurückstecken. Nicht komplett und nicht für immer, aber eine ganze Weile. Aber dass ein Baby - je nachdem, wie pflegeleicht oder eben nicht, in sehr individuellem Grad - das Leben auf den Kopf stellt, das ist doch keine neue Erkenntnis und sogar eine Binsenweisheit. Selbstverständlich ändert es erst einmal nahezu alles. Jetzt erst einmal kreist mein Leben überwiegend um die Bedürfnisse meines Babys, weil jemand sie erfüllen muss und meistens ich diejenige bin, die gerade dafür zuständig ist. Ich kann nicht täglich bei freier Zeiteinteilung acht bis zehn Stunden arbeiten. Ich kann auch nicht einfach mal bis tief in die Nacht durchmachen und den Schlaf morgen nachholen. Momentan und noch eine ganze Weile geht das eben nicht. Es ist zwar halbwegs absehbar, dass es ab nächstem Jahr geht, wenn er in die Krippe geht, zumindest sehr viel besser als jetzt, aber jetzt für den Moment stecke ich sehr zurück, und es fällt mir schwer. Besonders, wenn ich zu wenig geschlafen habe und vor Müdigkeit nicht mehr klar denken kann.

genug Beispiele, in denen die Muetter das auch schaffen, wenn sie ihr "altes" Leben quasi voll wieder aufnehmen

Das ist doch Blödsinn - das GEHT nicht. Es ist nicht möglich. Das ist diese perfide Heidi-Klum-Lüge, die Leuten suggeriert: "Kriegt ruhig Kinder, ändern muss sich nichts." Äh, ja klar, weil der Tag nämlich auf einmal doppelt so viele Stunden hat, oder was? Oder weil Babys sich Aktivitätszeiten zuverlässig einspeisen lassen? Oder weil man sich um ein Baby nur drei Stunden täglich kümmern muss, die man dadurch rausholt, dass man etwas weniger Fernsehen schaut und das Surfen in Internetforen unterlässt, außerdem öfter mal was bestellt, statt zu kochen?

Eine Freundin von mir arbeitet im Internetbereich als Freiberuflerin, und tat dies vorwiegend nach 18 Uhr bzw zu den Schlafenszeiten des Kindes, bis nun hin zur Kindergartenzeit etc und das vom Tag der Geburt weiterhin. Sie hat keine "Babypause" gemacht, sondern eben so weitergearbeitet, mit den Modifikationen, die sich eben durch das Kind ergaben, OHNE dass sie sich davon aber haette beeintraechtigen lassen. EINFACH ist das bestimmt nicht immer, aber meiner Meinung nach liegt dann darin die Kunst.

Herzlein, ich arbeite weiter, und zwar habe ich bis wenige Stunden vor der Geburt gearbeitet, und wenn ich nicht gerade so gut im Zeitplan liegen würde, dann würde ich auch jetzt arbeiten, wie ich es seit der Geburt tu. Und? Es geht irgendwie, ich weiß nicht, wie ich das eigentlich schaffe, aber mit oder ohne die Arbeit, es ist ein ganz anderes Leben als vorher, und es ist für mich ausgesprochen anstrengend, und die Arbeit ändert rein gar nichts daran, dass ich nicht mehr annähernd frei über meine Zeit verfüge und darunter sehr leide, zumal ich viele "Babydinge" einfach nur bedingt lohnend finde. Andere wiederum sind sehr schön, aber insgesamt schlaucht es mich ganz übel.

Und schlafen muss man ja auch irgendwann, nicht wahr?

arbeite am Wochenende oder wenn dein Mann da ist, und lass die beiden sich ebenso miteinander beschaeftigen, wie das alle Welt von der Mutter erwartet

Tu ich längst. Ändert nichts daran, dass ich mich momentan phasenweise nicht wohl mit der Situation fühle, verstehst Du das nicht?

Aber versteh mich nicht falsch, in vielen Beitraegen kommt (meiner Meinung nach) zum Ausdruck, dass du partout ANDERS sein willst als andere Muetter...

Ich würde gern besser mit dem Muttersein klarkommen. Anders als andere Mütter sein zu wollen wäre ja völlig albern - es gibt tolle Frauen mit Kindern und welche, mit denen ich mich nicht mal für viel Geld länger unterhalten würde. Ich glaube tatsächlich, da verstehst Du mich nicht.

Und sich auch darauf einzulassen, dass es MEHR brauchen wird, dass es NICHT "wieder weggeht" oder "pflegeleichter" wird... das wird ein paar Jahre dauern (oder auch nie so sein ;-) )

Um nicht pflegeleichter zu werden in den Punkten, die mich belasten, müsste mein Sohn ein Pflegefall werden, und das hoffe ich mal einfach nachdrücklich nicht. ;-)

Und wenn es nicht leichter und vor allem anders würde, wenn das hier jetzt für immer mein Leben wäre, dann würde ich mich umbringen. Das meine ich todernst. Unter dem gesichtspunkt, dass es (sogar schnell) vorübergehend ist, komme ich recht gut klar und finde vieles auch sehr schön, aber wäre es für immer, dann würde ich mich irgendwo einschließen, ein letztes gutes Buch lesen und dann die Reise über den Jordan antreten. Wer tot ist, kann nicht geweckt werden. Klingt derzeit recht reizvoll.

Snhojxo


Ich moechte fast wetten, dass, wenn du erstmal auf andere Muetter zugehst, OHNE zu befuerchten, dass sie dich missionieren wollen, du sehr schnell feststellen wirst, dass es vielen aehnlich oder sogar genauso geht.

Mhm. Sicher. Grundlegend finde ich aber von hundert Menschen normalerweise nur einen halben wirklich interessant, und das gilt für Mütter ebenso wie für andere Leute. Und ich kenne doch andere Mütter, herrje ... von meinen sechs "nahestehendsten" Freundinnen haben drei selbst Kinder. Ich habe keine generelle und pauschale Mütterphobie, sondern ich weiß, dass unter zehn Müttern, die man in einem Kontext trifft, in denen nur das Müttersein ausschlaggebend für die Begegnung ist (also auf dem Spielplatz, im Kindergarten, im "Babyladen", in der Elternschule etc.), rein statistisch etwa zwanzig sein werden, die mich nicht interessieren bis ankotzen (die Rechnung ist kompliziert und wird bei Bedarf aus Zeitgründen nur eventuell nachgeliefert). Mich nerven ja nicht Mütter generell, sondern es nervt mich, wenn Leute aufgrund einer tatsächlichen oder angenommenen rein äußerlichen Gemeinsamkeit mit mir - äh. Wie drücke ichs aus? Na, jedenfalls habe ich einen Hund, und trotzdem kumpele ich nicht automatisch mit lauter anderen Leuten herum, nur weil die auch einen haben. Ich mag Leute, die ich mag, ob sie nun Hunde, Hühner oder Kinder haben, und die, die ich nicht mag, mag ich nicht. Und bei letzteren will ich nicht, dass sie mir auf den Füßen herumtrampeln und so tun, als hätten wir sonst was gemeinsam. Vielen Leuten geht irgendwie die gesunde Distanz flöten, die ich sehr schätze, nur weil sie sehen, dass da ein anderes Kind etwa so alt ist wie ihr eigenes, plus minus zwanzig Jahre.

Sohojxo


in einem Kontext trifft, in denen

Die Grammatik erschließt sich, wenn man einräumt, dass "Kontext" vorher "Situationen" waren.

gSin5aagiSrellOixi


:)D

LMicrhtKr;is?tallxxX


:)D

c:ha=ttie


passt nicht zum thema ich weiß.

du könntest echt toll so kolummnen schreiben.

irgendwie erinnert das voll an sex and the city nur eben mit babys.

D|umJal


chattie

irgendwie erinnert das voll an sex and the city nur eben mit babys.

Das liest sich jetzt weniger schön. :-o

;-D

c`hat|tixe


kennst du das buch "wie ich meinen eltern den letzen nerv raubte"?

also falls du irgendwie zum lesen kommen könntest könnte das was sein. da gehts um ein baby das ein kleiner satansbraten ist und aus seiner sicht die dinge erzählt.

glaube du würdest dich wieder finden in dem buch. grad wenn es drum geht es wieder zu haben wie vorher etc...

cnhattxie


@ dumal,

ich meinte diese kolumnen. vom stil her ist es wie dort über männer und beziehungen geredet wird. ach weiß auch nicht. vileicht irr ich mich auch ist ja ewig her.

D]um#axl


chattie

Ich weiß was du meintest. :-D :-D

etngsi62


Sohjo

sorry habe nicht alles gelesen aber was ich gelesen reicht mir um Dir diese Frage zu stellen .

Warum hast Du ein Kind bekommen ?

Von deinem alten Leben wie du schreibst wirst Du dich verabschieden müssen das kommt nicht wieder Du wirst bis an dein Lebensende Mutter sein.

LyicvhtKrkisxtallxX


Warum hast Du ein Kind bekommen ?

Les mal weiter oben,da steht es ;-)

Und ausserdem,was soll diese Frage?

Muss man als Mutter sein Dasein immer freudestrahlend toll finden und ewig bester Laune sein?

e ngSi62


Lichtkristall

nein muß man nicht ich, vesteh das gejammer nicht ist halt meine meinung.

L&ich3tKriist?allxxX


das gejammer

Wo ist denn das Gejammer?

LOexwi>an


Shojo

Weil es eben für ein Baby nicht interessant oder entspannend oder sonst was Reizvolles ist, wenn ein Erwachsener stupide vor sich hintippt oder etwas liest.

Muss es denn fuer das Baby interessant, entspannend oder reizvoll sein?

Ich frage das nicht bloss, um dir damit irgendwas zu sagen, sondern aus dem eigenen Gefuehl heraus, dass ich an der ganzen Kinderchose das Beaengstigendste finde, dass ich irgendwie als Entertainer gefordert waere, worauf ich nicht fuer 2 Cent Bock habe... das Wort "bespassen" ist mit Abstand das furchterregendste, dass es bei dem Thema zu hoeren gibt... und dann frage ich mich aber auch: Wer sagt denn das, dass es darum geht? (Isabell hat frueher in diesem Faden mal gegengesteuert, das hat mir gut gefallen.)

Meine Grosseltern haben meinen Vater mit Sicherheit nicht "bespasst", und aus dem ist was Gutes geworden (auch wenn er sich zugegebenermassen schon ueber seine strengen Eltern beschwert hat). Ich nehme mal an, vor 30 Jahren gab es das Wort noch gar nicht. Hatten die es gut! (Die Eltern, meine ich.)

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