Symptome für Schilddrüsenerkrankung?

24.04.07  12:15

Hi, mich würde mal interessieren, welche Symptome sich so auftun können, wenn man eine Schilddrüsenüber- oder unterfunktion hat...wer hat damit Erfahrungen (auch, wenn das hier wahrscheinlich schon hundertmal gefragt wurde ;-)

Babse

b%a[bsexpe

24.04.07  15:50

Hi Babse,

da kann ich Dir gerne weiterhelfen.

ÜF: Herzklopfen, Herzrasen, Bluthochdruck, Nervosität, innere Unruhe, Reizbarkeit, Gefühlsschwankungen, Muskelschwäche, Muskelschmerzen, zittern, Schlafstörungen, Schwitzen, feuchtwarme Haut, Haarausfall, Heisshunger, Durst, Gewichtsverlust ohne Änderung der Essgewohnheiten, Kopfschmerzen, Veränderung des Stuhls in öfter und weicher als bisher bis hin zum Durchfall,Übelkeit, Magen- und Darmkrämpfe, Gelenkschmerzen, Druck im Hals (Globusgefühl), unregelmässige oder fehlende Menstruation, erhöhte Leberwerte und Cholesterinwerte, Luftnot bei Anstrengung, Panikattacken, Wärme-Hitzeempfindlichkeit, Schwindel.

UF: Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Depressive Stimmung, Depression, Trockene-struppige-stumpfe-glanzlose Haare, Verstopfung, Myxödem, trockene Haut, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, nächtliches Kribbeln und einschlafen v. Händen und Unterarmen.

Wobei viele von diesen Beschwerden die man bei ÜF haben kann können auch bei UF vorkommen und umgekehrt. Es gibt auch Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, 2 der häufigsten sind Morbus Basedow und Hashimoto Thyreoiditis wobei die 2 oft nicht von einander abzugrenzen sind, da oft ein Hashimoto mit einem Morbus Basedow beginnen kann und dann in Hashimoto umschlägt. Beschwerden hierzu wären: Augenerkrankung( endokrine Orbitopathie), grippeähnliche Symptome, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, Blutdruckspitzen.

Ich hoffe es hilft Dir etwas, wenn Du die Beschwerden bei den Augen noch haben möchtest sag Bescheid.

Hast Du eine SD Erkrankung oder vermutest Du eine? Bei uns liegt ÜF und Morbus Basedow i.d. Familie.Daher kenne ich mich da besser aus.

Liebe Grüsse Mietzelinchen

MBieat2zeli<ncxhen

24.04.07  20:54

Hallo Mietzelinchen,

ich danke dir sehr für die ausführliche Auskunft! Ich vermutete eine SD-Erkrankung (so als letzter Strohhalm), kann sie aber nach der Nachricht meiner Ärztin, welche ich heute Nachmittag bekam, wohl ausschließen....Naja, es wäre naheliegend gewesen, da ich familiär vorbelastet bin in die Richtung. Trotzdem vielen Dank, man lernt ja nie aus...

Liebe Grüße, Babse

bXabs^epxe

24.04.07  21:03

Hi Babse,

ich bins nochmal. Sind denn alle 3 Blutwerte getestet worden TSH, fT3, fT4 ? Nach den Autoimmunwerten will ich gar nicht erst fragen die macht ein Hausarzt fast nie mit.

LG Mietzelinchen

MoietzGelionchxen

25.04.07  07:14

Hi Mietzelinchen,

also, es ist ganz zu Beginn meiner Ärzteodyssee nur ein großes Blutbild gemacht worden, dass ist dann wohl der TSH-Wert? Oder auch die beiden anderen? Kann man also damit nicht unbedingt eine Schilddrüsenerkrankung erkennen?

Babse

bca*bs]e7pe

25.04.07  11:44

Hi Babse,

bei einem normalen grossen Blutbild ist eigentlich auch THS nicht automatisch mitdabei. Nur wenn der Arzt TSH aufm Schein fürs Labor mitankreuzt wird es mitgemacht. Wenn es noch möglich ist lass Dir die Blutwerte ausdrucken. Du hast ein Recht darauf. Kann sein dass Du für die Kopie etwas zahlen musst.

Eine Schilddrüsenerkrankung kann aber nie aufgrund eines Blutwertes beurteilt werden. TSH kann z.Bsp. normal sein und man hat trotzdem ein SD Erkrankung weil fT3 oder fT4 nicht stimmen oder andersrum. Würde ich nochmal abklären lassen gerade wenns i. d. Familie auftritt. Such Dir lieber ein Endokrinologen oder ein Nuklearmediziner dafür. Denn eigentlich gehört zu einer SD Untersuchung auch ein Szintigrphie und ein Ultraschall jeweils v. d. SD dazu.

Was für Beschwerden hast Du denn wenn ich fragen darf? Falls es Dir lieber ist kannst ja ne PN schicken.

Liebe Grüsse Mietzelinchen

Miiet"zelinlcxhen

25.04.07  14:35

Irgendwie

habe ich einen MIx aus den Symptomen, die du oben beschreibst. Öfter Schluckbeschwerden, Gefühl der schweren Atmung, Herzklopfen, Druck im Kopf/Kopfschmerzen, Schlafstörungen (habe ich schon lange, wache oft auf, könnte oft aber vor Müdigkeit schon um 19.00 Uhr ins Bett gehen), zittern, Hände schlafen ein, Gereiztheit, Durchfall/Verstopfung, Übelkeit, Schwindel....nicht jeden Tag und auch nicht jeden Tag gleich stark, aber immer wieder (gute Tage/schlechte Tage). Habe auch Tage, an denen es mir richtig gut und oft geht es mir direkt nach dem Aufstehen am "beschissensten". Werde wohl tatsächlich mal lieber zu einem Arzt gehen, der sich da besser mit auskennt. Kannst du mir die Werte TSH, fT3 und fT4 noch mal genauer erklären? Was sagen sie aus?

LG, Babse

b&ab9ssepe

25.04.07  21:15

Hi Babse,

also ich versuch Dir das mal einigermassen zu erklären, ich hoffe es wird verständlich.

die 3 Werte sind Hormone. TSH wird i.d. Hypophyse gebildet. Die SD wird dadurch angeregt. Der inoffizieller neuer Normwert ist ca.0,4- 2 ( je nach Labor etwas verschieden viele Labore arbeiten noch mit dem höheren oberen Grenzwert statt 2 dann 4).Die gemessennen Blutwerte die unter 0,4 liegen sind ÜF, die Werte über 2 sind UF. Wobei man die Normwertgrenzen nicht immer so genau als abgrenzung nehmen kann. Mach einer fühlt sich z.Bsp. bei 0,3 noch gut ein anderer mit 0,6 schon nicht mehr.

T3 und T4 sind auch Hormone die i.d. SD gebildet werden.Die f bei den Abkürzungen bedeuten dass im Blut die freien T3 und T4 Hormone gemessen werden und nicht die Gesamthormonmenge.Da ist es aber umgekehrt die oberen Grenzwerte sind ÜF und die unteren UF.

Die SD hat Einfluss auf viele Organe i. Körper bei ÜF läuft vieles beschleunigt ab und bei UF ist vieles verlangsamt. Ist aber wie ich oben schon erklärte nicht immer die norm. Vieles vermischt sich.

So ich hoffe Dir damit geholfen zu haben.

Noch eine Frage haben die Beschwerden jetzt seit es wärmer geworden ist sich verstärkt?

Liebe Grüsse Mietzelinchen

M@ietUzeluixnchen

26.04.07  07:17

Hallo Mietzelinchen,

vielen Dank für die Erklärung, ich habe es sehr gut verstanden. Habe gestern auch schon meine Laborwerte angefordert und für nächste Woche Mittwoch nun einen Termin bei einem Nuklearmediziner...also, jetzt, wo es wärmer ist, habe ich verstärkt eigentlich nur die Kopfschmerzen, das Zittern und bin am Abend echt k.o.....sonst ist im Moment symptommäßig eher ruhiger.

Liebe Grüße, Babse

b^abpsxepe

26.04.07  12:55

Hallo Babse,

wow Du hast ja superschnell ein Termin bekommen. Ich drück Dir ganz doll die Daumen. Vergiss nicht, lass Dir eine Kopie der Ergebnisse geben.

Liebe Grüsse Mietzelinchen

M%iet/zeOli]nchen

28.06.09  23:44

Hallo Mietzelinchen ich habe seit mehreren Tagen genau diese merkmale nur ich verliere eher Gewicht als ich zunehme. dazu haben sich meine Fingernägel sehr stark verändert, ich habe Punktuelle vertiefungen. Dadurch habe ich durch meine Recherche im Internet rausbekommen was ich vermutlich habe. :)D

Liebe Grüsse

Leroy

Lrerolydl6and

29.06.09  00:33

@ Leroyland

Es ist unterschiedlich, manche nehmen auch ab bei Schilddrüsenerkrankungen.

[[http://freenet-homepage.de/triarte/hashim/sympt.html]]

[[http://www.top-docs.de/include.php?path=login/arzts.php]]

Jwasi onte

16.12.09  20:23

Hallo Mietzelinchen,es ist schön endlich jemanden gefunden zu haben, der sich so gut auskennt!

Ich hatte vor ca einem halben Jahr in einer etwas aufregenden Situation einen Zitteranfall,Panikattacke, für mich total unbegründet, eine Art Schock und unbegreiflich. Daraufhin hatte ich ein stetig wachsendes Gefühl von innerer Unruhe...Zittern in den Händen und bin ungerne unter Menschen gegangen. Es wurde immer schlimmer: Herzrasen, weiche Knie und das anfangs vor leicht aufregenden Situationen, dann aber wurde es zur "Gewohnheit". Dann hat mein Selbstwertgefühl abgenommen: ich dachte, es wäre Schüchternheit, ich verlor an Selbstbewusstsein, dabei war es wie ich später feststellte, die Angst davor, nochmal einen Zitteranfall zu bekommen. Der Alltag wurde wie eine Herausfordeung.

Jedenfalls bekam ich daraufhin eine Art Depression. Ich konnte nicht mehr lachen, hatte ständig einen Kloß im Hals, wurde geräuschempfindlich und der Hals war leicht angeschwollen.

Dann ging ich vor zwei Wochen zum Endrikonologen und der stellte eine leichte Unterfunktion fest.Zwei weitere Blutabnahmen folgten...

Ich nehme seit zwei Wochen Euthyrox 25mg und habe erst nächste Woche meinen nächsten Termin.

Es geht mir jedoch immer noch schlecht...hinzu kommt jetzt auch noch die ständige Müdigkeit, Lustlosigkeit und leichte Atemmbeschwerden.

Liegt das denn wirklich alles an der SD und wenn ja, wie lange dauert es denn in etwa bis sich alles normalisiert?

Kann die Auswirkung Stress sein? vielen Dank

nJatxl

16.12.09  22:04

kennt sich da noch irgendwer aus?

n}atl

17.12.09  11:14

Hallo natl, wenn Du ein Organ hast, das etwas entgleist ist, dann bringt man erst dieses in Ordnung und guckt dann weiter. Sonst geht ja der kausale Zusammenhang verloren, wenn man an mehreren Baustellen gleichzeitig arbeitet. Wenn man schon Blut für die SD-Werte abnimmt, könnte man gleich noch Eisen/Ferritin bestimen lassen; Mangel daran äußert sich manchmal ähnlich. Wenn Du jetzt 25 µg Thyroxin nimmst, nehme ich an, dass das noch nicht die Endstufe ist. Man geht meistens so vor, dass man die Dosis erhöht, nach 4-6 Wochen die SD-Werte bestimmt (damit man sieht, was von der Dosis im Blut angekommen ist; die sog. Bioverfügbarkeit ist ja normalerweise unter 100%) und dann anhand der Werte und des Befindens des Patienten beschließt, ob die Dosis weiter erhöht werden soll. Dass Deine Beschwerden nicht alle schlagartig bei der ersten Dosisstufe verschwinden, leuchtet ja ein; man nähert sich dem optimalen Wert allmählich, und das kann seine Zeit dauern. Der Körper muß sich ja erst umstellen und z.B. neue Rezeptoren bilden, wenn plötzlich mehr Hormon auf ihn "losgelassen" wird.

Da SD-Krankheiten meistens chronisch verlaufen, empfiehlt es sich, sich die jeweils bestimmten Werte ausdrucken zu lassen und abzuheften. Auch sollte man sich peu à peu etwas mit der SD-Funktion befassen, denn viele Hausärzte sind an dieser Stelle leider etwas unterbelichtet. Am besten weiß man selbst, wo man steht.

Frage bei Deinem nächsten Termin unbedingt nach der Diagnose: Eine der häufigsten Ursachen für eine UF ist die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunkrankheit, bei der das eigene Immunsystem die SD "irrtümlich" angreift; die Zellen entzünden sich schubweise und gehen dann unter. Dadurch verkleinert sich die SD und kann auch nicht mehr so viel Hormon wie früher produzieen. Die Differenz muß dann von außen zugeführt werden. Das setzt natürlich eine regelmäßige Kontrolle der SD voraus.

Falls Du weitere Fragen hast, immer gerne.

Z"wacwk4x4

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