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Schilddrüsenunterfunktion, Arzt sagt, Werte seien normal

03.03.10  18:55

Hallo,

ich habe mich heute hier angemeldet, da ich nächste Woche einen Termin beim Endokrinologen habe und hoffe, dass mir jemand von Euch Tipps geben kann.

Ich hatte einen kalten Knoten. Als der festgestellt wurde, gab mir mein Internist von heute auf morgen Tyronajod 100.

Ich erlebte eine totale Stoffwechselschieflage, war hyperaktiv. Ich verlor jedoch nicht an Gewicht. Nach ein paar Wochen schien es, als habe sich mein Körper darauf eingestellt.

Dann wurde die Hälfte meiner SD mit dem kalten Knoten entfernt. Nach der OP bekam ich nur noch Tyronajod 75 und nahm schnell an Gewicht zu, insgesamt 10 kg, von 60 auf 70 kg.

Bei der Kontrolle meiner Blutwerte sagte meine (durch Umzug bedingt neue) Ärztin, meine Werte seien ok. Ich sagte zu ihr, wieso ich nur 75 bekäme, meine halbe SD sei doch nun weg und ich bekam ja schon 100 vor der OP. Sie sagte, das wäre ausreichend.

Dabei lag mein TSH bei 3,84. Für sie in Ordnung. Sie hatte wohl die alten Grenzwerte vorliegen. Sie sagte noch "Sie sind doch schlank".

Das war alles.

Zudem bekam ich kurz nach der OP starke chronische Bauchschmerzen. Ich brachte das zunächst nicht mit meiner SD in Verbindung.

Wann immer ich keine Schmerzen hatte, machte ich Sport, die Hosen wurden jedoch immer enger. Zudem war ich immer müde. Mein Zyklus geriet außerdem total aus dem Lot, ich bekam nun immer öfter und stärker meine Tage.

Später ließ sich meine Ärztin überreden, mir mehr SD-Hormone zu verschreiben, da ich der Überzeugung war, mein höheres Gewicht läge an der zu niedrigen Dosis. Sie gab mir aber nicht Tyronajod 100 oder eine andere höhere Dosierung sondern sagte, ich solle die 75er weiter nehmen und zusätzlich Erythromycin 25.

Gewichtstechnisch tat sich nichts, nur schien ich seelisch mehr und mehr aus dem Gleichgewicht zu geraten. Ich war teilweise aggressiv und hatte depressive Verstimmungen.

Dann ging ich zum Endokrinologen. Die Ärztin schlug die Hände über dem Kopf zusammen und verordnete mir Tyronajod 100. Sie sagte, die beiden unterschiedlichen Präparate dürfe man nicht zusammen verschreiben.

Ich berichtete ihr auch von meinen aggresiven Ausbrüchen und depressiven Phasen und von meinen Bauchschmerzen. Sie brachte das Ganze jedoch nicht mit meiner SD in Verbindung und sagte, ich habe wohl PMS und wollte mir ein Antidepressivum verschreiben.

Als ich nun Tyronajod 100 nahm, pendelte sich mein Gewicht etwas niedriger ein.

Vor der OP hatte ich ja 60 kg gewogen, hatte dann mit der falschen Hormoneinstellung ein Gewicht von 70 kg erreicht und nun wog ich ein paar Wochen nach der Neueinstellung 66kg.

Ich war nicht wieder die Alte aber es ging mir besser.

Die Müdigkeit blieb, aber meine Bauchschmerzen wurden etwas weniger und meine aggressiven Verstimmungen wurden seltener. Mein Zyklus war jedoch weiterhin total durcheinander, manchmal 19 Tage, manchmal 24 Tage, aber nie 28 Tage wie früher. Die Bauchschmerzen kamen verstärkt vor und nach meiner Regel und sind keine Regelbeschwerden.

Ich war weiterhin nicht zufrieden mit meinem Gewicht aber angeblich war ich nun gut eingestellt.

Nun ist seitdem ein Jahr vergangen. Ich war mehrmals zur Kontrolle meiner Blutwerte.

Angeblich bin ich weiterhin gut eingestellt. Mein Hausarzt (ein neuer) sagte, ich müsse mal wieder Sono machen lassen, um zu sehen, ob die SD weiterhin knotenfrei ist. TSH sei aber super, da müsse man nichts ändern. Ich habe einen Wert von 1, das sei auch perfekt um schwanger zu werden. Ich erzählte ihm, dass ich immer noch oft Bauchschmerzen habe, immer noch 6 kg mehr wiege als früher, immer noch immer müde bin.

Er überlegte und sagte, ich solle mal PCO und Endometriose abklären lassen. PCO käme öfter bei SD-Patientinnen vor. Zudem habe ich ja eine leichte Hyperinsulinämie, was auch typisch sei.

Er überwies mich daraufhin an die Endokrinologin, bei der ich schon einmal war. Das war die, die mich damals von den beiden unterschiedlichen Präparaten befreite und mir eine Linderung meines Problems brachte, indem sie mir schlichtweg Tyronajod 100 verschrieb, dieselbe Dosis wie vor meiner OP:

Trotzdem habe ich kein gutes Gefühl zu ihr, da sie vor einem Jahr zu mir sagte, ich sei nun gut eingestellt und doch schlank und meine depressiven Verstimmungen und Bauchschmerzen kämen bestimmt nicht von den SD-Hormonen.

Dabei frage ich mich: Wenn ich vor der OP, mit einer ganzen SD Tyronajod 100 bekam und nun mit einer halben auch, ist es dann nicht logisch, dass mein erhöhtes Gewicht von der zu niedrigen Dosis kommt? Ist es dann nicht logisch, dass man mal 125 ausprobiert? Vielleicht bin ich dann ja immer noch im Normbereich und fühle mich super?

Ich habe nun nächste Woche einen Termin. Darauf habe ich 3 Monate warten müssen.

Ich frage mich, was ich für Fragen stellen kann bzw. um was für Untersuchungen ich bitten kann? Und wie dringe ich vielleicht zu der Ärztin durch und kann sie überzeugen, es mal mit einer höheren Dosis zu versuchen?

Wenn jemand eine Idee zu meiner Geschichte hat oder einen Tipp, dann wäre ich dafür sehr dankbar. :)^

Liebe Grüße,

Vivian

V^ivianx76

03.03.10  19:05

Hallo Vivian 76,

wurde eigentlich jemals eine gescheite SD-Diagnostik gemacht ? Du hattest einen Knoten. Aber sonst ? wie groß war die SD, wie war der Zustand (echoarm ? homogen oder inhomogen ?)

Wurden mal Antikörper genommen um eine Hashimoto Thyreoiditis festzustellen bzw auszuschließen ? In DEM Fall wäre ThyronaJOD falsch, du bräuchtest reines L-Thyroxin.

Die Antikörper heißen TPO-AK bzw TG-AK.

Wurden evtl auch mal freie Werte fT3 und fT4 bestimmt ?

Oder wurde immer nur der TSH-WErt bestimmt ?

LG Silbermondauge

SQilWberjm|ondaugxe

08.03.10  14:59

Wenn ich vor der OP, mit einer ganzen SD Tyronajod 100 bekam und nun mit einer halben auch, ist es dann nicht logisch, dass mein erhöhtes Gewicht von der zu niedrigen Dosis kommt?

Hallo Vivian, klingt zunächst logisch, muß deswegen aber nicht unbedingt richtig sein. Es dürfte dabei doch darauf ankommen, wieviel Hormon-produzierende Zellen mit der halben SD herausgenommen wurden. Je größer der kalte Knoten, desto richtiger ist die Strategie der Endokrinologin; je kleiner der kalte Knoten, desto richtiger ist Deine Überlegung. Dein TSH suggeriert erst einmal, dass sich Deine Stoffwechsellage normalisiert hat; genauer sähe man das an den freien Hormonwerten fT3 und fT4.

Schildere der Endokrinologin Deine Beschwerden und frag sie, wie Du diese loswerden kannst. Signalisiere ihr, dass Du gerne eine höhere LT-Dosis ausprobieren würdest; falls Du dabei ÜF-Beschwerden bekommst, wirst Du das ja merken.

Z/wa+ck4x4

14.03.10  18:26

@ Silbermondauge:

Danke für Dein Feedback.

Der Knoten war echoarm, soweit ich mich erinnere. Er war sehr klein. Mein Arzt sagte mir damals jedoch, es gäbe immer die Möglichkeit, dass sich Krebs daraus entwickelt und riet mir, ihn rausnehmen zu lassen, weshalb ich mich für eine OP entschied.

Ob Antikörper getestet wurden, weiß ich nicht.

Ob fT3 und fT4 bestimmt wurden, weiß ich auch nicht.

Danke für die Hinweise, das kann ich ja bei dem Termin mit anbringen. Der Termin ist geplatzt und ich habe ihn erst in 5 Wochen, die Ärztin war krank (so herum kommt das mit der Terminabsage also auch mal vor).

Überlege, ob ich einfach mal 125er nehmen sollte bis zum Termin, kann mir ja einen Tablettentrenner besorgen. Dann können die gleich testen, ob die Dosis so ok ist.

???

Vdivi>an7x6

14.03.10  18:35

@ Zwack 44

Dank auch Dir für Deine Antwort!

Der Knoten war klein (ca. 1,2 cm Durchmesser).

Ok, ich sehe also, fT3 und fT4 sind sehr wichtig, um genau zu sehen, ob ich gut eingestellt bin.

Ja, dass sich meine Stoffwechsellage normalisiert hat, merke ich auch, denn mir war zu der Zeit als ich 75er nahm, morgens immer übel und ich hatte richtige Erschöpfungszustände. Das ist nun besser, aber ich bin eben immernoch sehr müde trotz ausreichend Schlaf, mein Zyklus ist sehr kurz und heftig und ich habe oft das Gefühl, dass ich überfordert bin mit allem. Naja.

Ich war jetzt lange nicht beim Endokrinologen und hatte in der Zwischenzeit nur beim Hausarzt Blut abnehmen lassen. In Zukunft gehe ich damit nun immer zum Facharzt.

Was meinst Du, ich könnte ja einfach mal 125er ausprobieren und dann in 5 Wochen die Werte checken lassen. Wie Du sagst, wenn ich ÜF-Symptome bekomme, merke ich das ja.

Viele Grüße, Vivian

V!ivpianx76

14.03.10  18:42

@ Silbermondauge

Meine Schilddrüse ist übrigens sehr klein, war im "ganzen Zustand" im unteren Normbereich.

V?ivi6an7M6

14.03.10  19:07

vielleicht magst du dich hier auch mal umschauen: www.ht-mb.de

;)

ansonsten würde ich dir davon abraten, "einfach so" zu steigern. habs auch mit der schilddrüse zu tun (hashimoto) und weiß daher wie ungeduldig man da werden kann. bin 5 jahre nach der diagnose zum ersten mal jetzt gut eingestellt.. zumindest nach meinem gefühl. aber wenn du pech hast kommst du in eine Überfunktion und dann kann es dir trotzdem schlecht gehen oder noch schlechter.

ich würde dir vorschlagen, warte den termin ab. Bitte deine endokrinologin noch einmal alle werte abzuklären (aller allermindestens t3 t4 und tsh) und lass dir die werte auch sagen ;-).

interessant wäre auch noch woher deine schilddrüsenerkrankung kommt, also welche krankheit du da überhaupt hast, denn auch daran lässt sich sehen, ob es da zusammenhänge gibt (zb hashimoto ist ja eine autoimmunerkankung wo oft noch viel mehr dranhängt als schilddrüsenprobleme).

erst wenn dass alles fruchtlos verlaufen ist, würde ich an deiner stelle einen eigenständigen versuch wagen und nach dem versuch die werte messen lassen. :)*

SDacrah{87

14.03.10  19:07

Vivian, ich kann aus Deinen Schilderungen nicht herauslesen, ob mit der 100er-Dosis schon einmal die Laborwerte gemessen worden sind (hoppla, es wurde ja nur TSH bestimmt). Ich bin ein Anhänger des strikten Schemas Dosis erhöhen, Werte bestimmen lassen, dann über neue Dosis entscheiden. Außerdem bin ich wie Silbermondauge skeptisch wegen des Jodidanteils (wäre ja nur bei Jodmangel nötig, aber bei Dir wurde doch gar keine Jodbilanz gemacht, oder? Wo kein Jodmangel, braucht man auch kein Jodid - und bei autoimmunen SD-Entzündungen soll Jodid eher schädlich sein). Wenn Du die Dosis Thyronajod erhöhst, erhöhst Du damit ja nicht nur die Hormonmenge, sondern auch die Jodidmenge! Falls Du Recht hast und Du wirklich 125 mg brauchst, wäre Dein Experiment natürlich OK; aber wenn Du weniger brauchst und nach 2 oder 3 Wochen wieder auf 100 mg zurückgehen müßtest, bist Du zum Untersuchungstermin nicht in einer garantiert stabilen Stoffwechsellage - das wäre doch auch Mist. Du solltest einkalkulieren, dass Du vielleicht 110 oder 115 mg brauchst, und zum Schluß schleicht man sich am besten langsam an die Zieldosis an. Kurz und gut: Ich würde an Deiner Stelle die gegenwärtige Dosis beibehalten und dann lieber in 5 Wochen Nägel mit Köpfen machen.

ZPwac\k44

16.03.10  15:53

@ Sarah87 und Zwack44

Also, ich hatte einen kleinen Knoten in der SD, der sich nach der OP als gutartig herausstellte. In einer OP wurde mir die Hälfte der SD entfernt. Kommt eine Knotenbildung bei Hashimoto vor?

Vielleicht habt Ihr Recht und ich sollte nochmal ein paar Wochen abwarten.

Werde auf jeden Fall darum bitten, alle Werte bestimmen zu lassen.

Habe nun einen Termin im Labor und eine Woche später die Besprechung.

Habe nachgefragt, welche Werte bestimmt werden sollen. Das konnte mir die Terminvergabe-Dame nicht sagen.

Hoffentlich kann ich, wie sie es sagte, vor der Blutabnahme meine Wünsche hinsichtlich des Umfangs äußern. Ich treffe an dem Tag nämlich nicht auf meine Ärztin, sondern bin nur eben im Labor zur Blutabnahme.

Vielen Dank für Eure Tipps! :)^

Vivian

Vnivia^n76

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