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Schilddrüse knapp 1ml und 3,5ml Volumen- und Psychopharmaka :-(

S1abi,ne310 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bitte um Hilfe für meinen Sohn (18).

Er hat seit längerem Probleme (Depressionen, Gereiztheit, Antriebslosigkeit, dann auch Selbstmordgedanken :-( ) was wir leider im Zuge seiner Pubertät nicht so erkannt hatten. Er war deshalb vor 1 Monat in der psychiatr. Ambulanz im Krankenhaus. Wurde für ein paar Wochen aufgenommen und bekommt seither ein Antidepressivum (seit 4 Wochen), ein Psycholeptikum, ein Antipsychotikum und Trittico.

Bis jetzt wirkt nichts wirklich ausser das Psycholeptikum (Atarax), welches eine Wirkung von ca. 3 Stunden hat. Mein Sohn hat für den Krankenhausaufenthalt und die nachfolgende laufende Behandlung in der Tagesklinik sein Schuljahr "schmeissen" müssen (muss nächstes Jahr die Klasse wiederholen) und ist sehr verzweifelt, weil noch keine Verbesserung seiner Situation eingetreten ist und er diese Zeit als sinnlos und verschwendet ansieht.

Im Zuge der Erst-Untersuchungen wurde auch die Schilddrüse untersucht, Diagnose lt. Krankenhaus vor 4 Wochen:

-Latente Hypothyreose

-Sonografie:

linker Schilddrüsenlappen Gesamtvolumen von knapp 1ml,

rechter Schilddrüsenlappen Gesamtvolumen von maximal 3,5 ml,

Isthmus mit 2,3 mm schmal konfiguriert,

keine Knotenbildung.

-Blutbefund Schilddrüse:

TSH 5,97 (normal 0,27 - 4,20) und

FT4 1,11 (normal 0,93 - 1,70) sonst leider keine anderen Werte.

Ich bin kein Arzt...aber das Volumen der Schilddrüse stimmt mich doch sehr bedenklich! Angeblich sagte der Arzt zu meinem Sohn, dass sie halt klein sei und nie größer gewesen wäre etc... aber ich möchte mich doch sehr dafür einsetzen, dass gründlich abgeklärt wird, ob nicht eine Schilddrüsenunterfunktion die URSACHE für seine Depressionen (mittel- bis hochgradig) ist. Es gibt bei ihm Gründe in der Vergangenheit, die eine Depression auslösen hätten können, aber soweit ich weiss, hätten die genauso auch Hashimoto auslösen können.

Mein Sohn hatte öfters Halsschmerzen, und Immun-Überreaktionen (eine Vielzahl von Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten).

Bitte..könnt Ihr mir helfen?

Er hat morgen eine "Kontrolluntersuchung" der Schilddrüse im Krankenhaus, welche Parameter sollten da zusätzlich ausgetestet werden, um wirklich ein umfassendes Ergebnis zu erhalten (zB um Hashimoto auszuschließen) ?

Ich hoffe sehr auf Eure Hilfe und Erfahrungen, danke und liebe Grüße!

Antworten
XwiIr|aixn


Vermutlich ist sie EINE Ursache, ob eine Einstellung der Schilddrüse ALLE Probleme der Depression löst, kann niemand vorhersagen.

Für mich haben die Ärzte ordentlich Mist gebaut. Normalerweise macht man erst die körperliche Untersuchung bevor man jemanden auf Psychopharmaka setzt, aber es ist jetzt so wie es ist. Jetzt kann man nur mit dieser Ausgangssituation arbeiten.

Wichtig:

Schilddrüse ist MASSIG zu klein.

Man sollte also eine Sonografie machen für die Schilddrüse um abzuklären ob echoarmes Gewebe da ist. Das lese ich aus deinem Befund der Schilddrüsensono nicht heraus.

Ansonsten sollte man noch die Antikörper bestimmen lassen und eine komplette Schilddrüsendiagnostik. Ihr habt grad nur eine 2/3 Wert-Diagnostik.

TSH

fT4

fT3

(Das ist einfach wichtig um ein Bild über seinen KOMPLETTEN Hormonstatus der Schilddrüse zu haben. Sein fT4 ist schon stark abgesunken...das ist aber nur der Speicher. Wie sieht es beim fT3 dem AKTIVEN Hormon aus? )

und

Die wichtigsten Arten von Schilddrüsen-Antikörpern

Die wichtigsten Antikörper heißen "MAK" (oder TPO-Antikörper), "TAK" und "TRAK":

•"MAK" ist die Abkürzung für "Mikrosomale Antikörper", also Antikörper gegen Schilddrüsen-"Mikrosomen" (= kleine Strukturen innerhalb einer Schilddrüsenzelle). Diese Antikörper richten sich jedoch nicht nur gegen Mikrosomen als Ganzes, sondern vor allem gegen das Enzym TPO. Daher werden die mikrosomalen Antikörper auch "TPO-Antikörper" genannt.

•"TAK" sind "Thyreoglobulin-Antikörper", daher ist hier auch häufig die Abkürzung "Tg-Ak" zu finden. Diese Antikörper greifen also das Eiweiß (das Thyreoglobulin) an, aus dem die aktiven Schilddrüsenhormone T3 und T4 entstehen sollen.

•"TRAK" (TSH-Rezeptor-Antikörper) sind Antikörper, die sich auf die Rezeptoren setzen, die eigentlich für das TSH bestimmt sind. Sie regen die Schilddrüse übermäßig stark dazu an, die Schilddrüsenhormone T3 und T4 ins Blut abzugeben.

Quelle: [[http://www.apotheken-umschau.de/Laborwerte/Schilddruesen-Antikoerper-MAK-TPO-Antikoerper-TAK-TRAK-334001.html]]

Die Krux bei den Antikörpern ist: Es gibt auch Antikörpernegative Hashimoto Formen. Also keine Antikörper heißt nicht automatisch kein Hashimoto.

Ansonsten kann ich dir nur empfehlen so schnell wie möglich mit deinem Sohn einen Endokrinologen aufzusuchen, eben vor dem Hintergrund, dass er Depressive Symptome hat.

Eine L-Thyroxin Einnahme (künstliches T4) kann das deutlich bessern, es dauert aber oft einige Wochen/Monate bis der Patient ideal eingestellt ist.

Allerdings muss ich dir auch noch die Realitäts-Keule überziehen...manchmal hat man Läuse und Flöhe.

Ich bin Schilddrüsenpatientin seit ich 8 bin und bekam 2014 eine Depression trotz gut eingestellter Schilddrüse.

Die Einnahme von Psychopharmaka und Schilddrüsenmedis gleichzeitig sollte vom Arzt abgeklärt werden, ob sie wechselwirken, bei mir funktionierte das super.

SKabi\ne531x0


Liebe Xirain, vielen herzlichen Dank für Deine Antwort und Deine Infos!

Beim Patienten-Angehörigen-Gespräch vor Wochen habe ich gesagt, dass es doch wichtig wäre, die körperlichen möglichen Ursachen abzuklären...das stieß beim Arzt aber nicht auf großes Verständnis ("Es gibt eh genug seelische Gründe für eine Depression"), und beim Sohn auch nicht (der keine körperlichen Ursachen möchte).

Der Arzt hat dann noch beiläufig gemeint, er möchte Hashimoto abklären..aber könne nicht gleich wieder einen Labortest anordnen, weil der nicht in so kurzem Abstand gemacht wird (!!??). Bei diesem Gespräch wusste ich noch nicht, dass die Schilddrüse bei ihm derartig klein ist, die Befunde kamen erst mit dem Entlassungsbrief. Durch nächtelanges Googlen hab ich erst herausgefunden, dass das Mindestvolumen 12ml. bei einem Mann sein sollte und max 25 ml. Und er hat nicht mal 1ml und 3,5ml.

Ich hoffe sehr, dass heute im Zuge seiner ambulanten Betreuung ein umfassendes Laborbild in Auftrag gegeben wurde und mit allen Antikörpern, sonst fahre ich mit meinem Sohn am MI in ein Diagnosezentrum für Nuklearmedizinin, in dem Schilddrüsendiagnostik gemacht wird (Blut u. Sonografie). Wobei mir die Sprechstundenhilfe am Tel. gesagt hatte, "dass der TSH - Wert ja ausschlaggebend wäre", was auf mich keinen guten Eindruck macht. Ob ich nicht besser zu einer privaten Schilddrüsenklinik fahren soll? Der Ersttermin kostet dort 200 Euro inkl. der Untersuchungen.

Doch wenn das andere Diagnosezentrum auch auf dem Standpunkt steht, dass der TSH-Wert ja nur leicht erhöht ist und sonst alles okay ist, schaffe ich es nicht mehr, meinen Sohn zu einer weiteren Untersuchung zu bewegen.

Und ja..es steht tatsächlich nicht mehr im Ultraschallbefund des Krankenhauses, als ich oben geschrieben habe, ausser : "Die Schilddrüse weist ein homogenes Parenchym auf", das ist alles! Bild ist auch keines dabei.

Blutbefund für die Schilddrüse hat überhaupt nur 2 Werte, nämlich TSH und FT4.

Ich finde es schlimm, dass die Schilddrüse nicht vorher umfassend getestet wurde :-( ehe man ihm die Psychopharmaka gegeben hat, die bis heute nicht wirken, aber Nebenwirkungen zeigen. Er nimmt sie jetzt 4 Wochen, man hat ihm gesagt, nach ca. 3 Wochen kommt die Wirkung.

Vielleicht hat ist die Depression ja wirklich unabhängig von der Schildddrüsenunterfunktion (die das Krankenhaus auch noch diagnostiziert, aber als "latent") aber die ganze Sache kommt mir -ich weiss nicht wie ich es sagen soll- unstimmig vor, und ich muss jeden Tag Angst um ihn haben (Selbstmordgedanken, obwohl er Angst vor dem Tod hat, wie er sagt) und er hat keine Kraft mehr.

Ich finde es schlimm, dass man nächtelang im Internet nachforschen muss und die Ärzte, sei es nun wegen Sparmaßnahmen oder Desinteresse, nicht richtig behandeln und man dann auch noch gegen Wände laufen und sich angreifen lassen muss ("Sind SIE der Arzt oder ich?") , um Abklärung zu bekommen.

Sorry, ich bin schon verzweifelt!

Meinst Du die Ord-Thyreoiditis, die keine Antikörper zeigt?

X+iraxin


Moment Moment...ich glaub du verstehst da etwas falsch.

Latent bedeutet, dass die freien werte ft4 und ft3 eben noch in der norm drin sind. Das tsh aber schon erhöht.

Eine latente schilddrpsenunterfunktion mit einem tsh von fast 6 gehört aber meiner meinung nach behandelt.

Wart ihr mit den werten mal beim hausarzt? Also bei einem tsh unter 4 und ohne Symptome kann man noch streiten, ob es behandlungsbedürftig ist.

Aber bei deinem sohn sehe ich alle anzeichen dafür, dass es behandlungsbedürftig ist!

(Kleine Schilddrüse, werte sind nicht gut)

Dazu muss man sagen, dass andere labore schon mit einer tsh Obergrenze von 2,5 arbeiten.

Unabhängig von der ursache, sollte man den behandlungsbeginn mit künstlichem t4 einfach mal starten.

Wenn du es so nimmst ist die unterfunktion ansich ein symptom einer vorhandenen erkrankung. Egal ob hashimoto oder fehlbildung, weil grundsätzlich zu kleine Schilddrüse, man behandelt das mit L-Thyroxin.

Das kann auch erstmal der hausarzt anordnen.

Man muss aber beachten, dass wenn man mit den medikamenten startet man MINDESTENS 6 wochen warten muss damit man aussagekräftige ergebnisse im blutbild sieht (ich mache immer 8 wochen).

Deswegen ergibt es durchaus auch Sinn, dass wenn man nun blut nimmt, keine andren Ergebnisse raus kommen.

Wichtig ist halt das das Blut immer richtig genommem wird. Morgens, nüchtern (ohne kaffee nur wasser trinken, nichts essen) und dass man eine eventuelle L-thyroxin-medikation erst nach der blutabnahme nimmt.

Meiner Meinung nach muss da sowihl die private klinik als auch die normale reagieren, wenn du dich damit besser fühlst, nimm die private.

Ich selbst öasse meine unterfunktion komplett beim hausarzt behandeln und der nimmt immer alle 3 werte (tsh, ft4 und ft3).

Auch das verhältnis der werte zueinander im normbereich kann anzeigen ob man gut eingestellt ist.

Denn im körper wird das speicherhormon t4 in das aktive hormon t4 umgewandelt. Das ft4 deines sohnes ist schonmaö eher niedrig in der norm. Es kann nun sein, dass sein ft3 auch schon niedrig ist und sein körper auf sparflamme läuft. Oder der körper wandelt einfach alles um, was er hat und sein T3 ist noch hoch.

Es gibt zbsp auch Umwandlungsstörungen wo das ft4 hoch ist, das T3 aber sehr niedrig. Dann müsste man T3 dazu substituieren als Medikament. Das ist aber problematischer...eher wie Insulingabe, wohingegen die Einnahme von t4 unproblematischer ist und in den meistens fällen ausreicht. Eine tablette morgens und alle paar monate blutwerte kontrollieren... das ist keine behinderung. Ich lebe seit 19 jahren damit, hab abitur und ausbildung gemacht und arbeite genauso wie alle andren. Es ist zwsr körperlich aber so gut zu kontrollieren, dass man, sofern richtig eingestellt, man wunderbar leben kann!

Es ist weit unkritischer als diabetes oder bluthochdruck!

Und nein ich meine wirklich antikörpernegative hashimoto. Das gibts :)

Der körper ist kein uhrwerk und schilddrpse ist weitaus weniger kompliziert zu behandeln als eine depression.

Aber von deiner schilderung her, würd ich davon ausgehen, dass sein sohn läuse und flöhe hat. Es gibt Situationen im leben, die uns menschen an unsere grenzen bringen. Und das muss man psychotherapeutisch behandeln!

Aber seine unterfunktion sollte er auch behandeln.

Eine latenge unterfunktion mit tsh 6 ist nicht ganz so schlimm wie eine manifeste (wo die freien werte schon unter der norm liegen), die kann aber schon deutliche Symptome auslösen.

Atme einmal tief durch und rede mit deinem sohn darüber. Wenn er möchte kann er ja auch fragen an mich stellen...ich bin altertechnisch 27 und hatte mit 24 eine mittelgradige depression. Und das obwohl ich eingestellt war.

Das passiert! Aber er ist im idealen alter um sein leben nochmal komplett neu zu starten und etwas zu ändern, damit es ihm besser geht! Und meiner meinung nach gehört dazu auch eine kleine schilddrüsentablette morgens...

Tut nicht weh... man gewöhnt sich dran!

Zowac&k44


Hallo Sabine310, an Xirains Kommentaren kann ich nur wenig ergänzen. Das SD-Volumen erwachsener Männer liegt laut Brakebusch/Heufelder bei 15-25 ml. Eine 4.5 ml-SD ist nicht weit von einer "ausgebrannten" Hashimoto-SD entfernt (1-3 ml); es würde mich sehr wundern, wenn diese so kleine SD ausreichend Hormone produzieren könnte. Ich finde es auch unseriös, wenn ein Arzt eine latente UF diagnostiziert, ohne beide freien Hormonwerte zu kennen. Aber auch eine latente UF ist behandlungswürdig, wenn SD-typische Beschwerden vorliegen. Du hast ja sicher schon nach "Symptome Schilddrüsenunterfunktion" gegooglet. Im Prinzip sollte es kein größeres Problem sein, einen kompetenten Arzt zu finden, der Deinen Sohn behandelt. Ich wünsche Euch gutes Gelingen.

Es kommt vor, dass bestimmte Antidepressiva bei manchen Patienten nicht wirken. Dann korrigiert man die Dosis nach oben und wenn das nicht hilft, wird ein Medikamentenwechsel ins Auge gefaßt. Das Warten, ob und wann die erhoffte Wirkung eintritt und ob und wann die unerwünschten NW, wenn sie denn auftreten, verschwinden, kann sehr zermürbend sein. Bevor man sich dieser Prozedur aussetzt, wäre deshalb in meinen Augen mit Vorrang der SD-Hormonspiegel in Ordnung zu bringen.

XUiraxin


Denn im körper wird das speicherhormon t4 in das aktive hormon T3 umgewandelt. Das ft4 deines sohnes ist schonmaö eher niedrig in der norm. Es kann nun sein, dass sein ft3 auch schon niedrig ist und sein körper auf sparflamme läuft. Oder der körper wandelt einfach alles um, was er hat und sein T3 ist noch hoch.

Mein Handy mag T4 und T3 immer nicht gern...deswegen muss ich das dringend korrigieren, weils sonst keinen Sinn ergibt |-o

S"prin%gchilxd


Vielleicht hab ich irgendwas überlesen, aber der Mega-Hammer an Medikamenten wird ganz sicher nicht auf eine Depression draufgeschmissen, egal wie schwer die ist. Da wird entweder ohne Ende übertherapiert oder es ist etwas Schwerwiegenderes, wobei ich dann die kleine Schilddrüse als einzige Ursache für etwas weit hergeholt halte. Eine umfangreiche körperliche Untersuchung sollte aber auf jeden Fall stattfinden.

l$iisaH87


Egal ob autoimmun (Hashimoto) bedingt oder nicht - sowohl die bisherigen Werte als auch die SD-Größe sind alles andere als in Ordnung.

Neben den Blutwerten, die noch vollständig zu erheben wären (fT3, fT4, Anti-TPO, Anti-TG, TSH), sollte auch nochmal ein ordentlicher Ultraschall gemacht werden, der nicht nur die Größe beschreibt, sondern in Hinblick auf den Verdacht auf Hashimoto die potentielle Echoarmut anzeigt oder eben ausschließt, sowie Entzündungsanzeichen (stärkere Durchblutung ist für einen Facharzt sichtbar).

Im Zusammenhang mit Depressionen auch interessant: Vitamin D, das von Menschen mit Autoimmunerkrankungen häufig schlechter aufgenommen wird, und dessen Mangel ebenfalls zu depressionsartigen Zuständen führen kann. Bei meiner damaligen Diagnose von Hashimoto war mein Vitamin-D-Wert bei ca. 7 (Normalwerte: 30 - 80).

Bin selbst Betroffene (autoimmun), und Depression gehört zu eines meiner Leitsymptomen bei wieder beginnendem Abdriften in eine Unterfunktion.

Antriebslosigkeit, Weinerlichkeit, Stimmungsschwankungen und Gereiztheit treten bei mir bereits bei TSH-Werten unter 2,0 (aber über 1,5) auf. An meinem absoluten Tiefpunkt (TSH über 10, Vitamin D unter 10) ging das bei mir auch u.a. bis zur kompletten Teilnahmslosigkeit und eben Suizidgedanken.

Mein optimaler TSH-Wert liegt bei etwa 0,5, also knapp an der Grenze zur Überfunktion.

Das Wichtigste, das ich während der langen Einstellungszeit gelernt habe: Den richtigen Arzt dazu zu finden. (Auch in der Klinik herrschen z.T. wüste (Nicht-)Kenntnisse vor (z.B. 200mg Jodeinnahme bei Hashimoto empfehlen).) Alles andere verzögert die Diagnose und die richtige Behandlung nur. Es muss gar kein Endokrinologe sein, es reicht auch ein auf SD spezialisierter Internist, der nicht ausschließlich nach Laborwerten geht und einen in die Psycho-Ecke steckt, wenn man eben nicht die klassischen Unterfunktions-Symptome zeigt.

S3prjingchxild


Irgendwie versteh ich auch gerade den genauen Ablauf nicht - das Ganze geht seit vier Wochen sagst Du? Wie lange war er denn im Krankenhaus, und in welcher Abteilung überhaupt? In der Psychiatrie? Und er hat gleich alle vier Medikamente neu bekommen oder hat er schon vorher was davon genommen?

S~abine3b10


Hallo und vielen lieben Dank für Eure Antworten!

Zum Ablauf:

Ja..er hat diese 3 Medikamente im Krankenhaus bekommen (stationär aufgenommen Anfang Mai in der psychiatr. Abteilung für 3 Wochen, wegen Depressionen mittel- bis hochgradig und Selbstmordgedanken) und dann ambulant (laufend) noch ein viertes dazu (Atarax). Nur das letztere genannte wirkt bis jetzt (entspannend, angstlösend, für ca. 3 Stunden, ändert natürlich aber nichts an der Ursache). Davor hat er keine Medikamente dieser Art genommen. Aufnahme war mit Depression und Selbstmordgedanken begründet und damit, ihn richtig auf die Medikamente einzustellen. Und ja...zusammen mit der "latenten Schilddrüsenunterfunktion" steht das auch so als Diagnose am Entlassungsbrief und ist der Grund für diese Medikamentation.

Anfangs wurde auch dieser Schilddrüsentest mit den wenigen Werten gemacht.

Beim Patienten-Angehörigengespräch kurz nach der Aufnahme sagte der Arzt noch beiläufig, dass die Schilddrüse etwas verkleinert wäre, noch genauer kontrolliert wird auf Hashimoto, dass ja die Werte falsch und ungenau sein könnten, aber diese Kontrolle nicht gleich erfolgen kann, weil das Labor ihm so kurz danach kein Ergebnis liefern wird (???). Und dass ja genug psychische Gründe vorliegen würden, um eine Depression hervorzurufen. Das ist nun 4 Wochen her.

Den schriftlichen Befund hat er erst nach 3 Wochen bei der Entlassung bekomen, Werte habe ich oben aufgeschrieben. Als ich nachgoogelte, zB nach der Mindestgröße der Schilddrüse bei einem Mann, bin ich fast umgefallen :-O (also von "etwas verkleinert" kann da doch keine Rede mehr sein, dem hätte man viel früher schon nachgehen müssen, finde ich).

Morgen hat er -ausserhalb des Krankenhauses- einen Termin in einem Schilddrüsen-Diagnoseinstitut, die inkl. Sonografie alle Werte inklusive der Antikörper austesten werden, den Rest (zB Eisen, Vit. D, B...etc und ev. auch Hormonstatus) wird er beim Hausarzt machen müssen, und ich hoffe sehr, dass nun mehr "Licht ins Dunkel" kommt und er die richtige Behandlung bekommt. Auch wenn es länger dauern wird, bis die richtige Dosis/ das richtige Medikament gefunden werden kann. Ob es nun "nur" die Schilddrüse ist oder Schilddrüse und zusätzlich eine Depression, wie auch immer.

Ich hoffe, dass die psychopharm. Medikamente, die er seit 4 Wochen bekommt, nicht zusätzlich die Schilddrüse hemmen bzw. negativ beeinflussen, habe aber leider diesen Verdacht: Denn es wird meinem Gefühl nach schlimmer statt besser, von seinen Aussagen über sein Empfinden her, aber auch über die Wesensveränderung (Gereiztheit bis hin zu extremer Bösartigkeit, aufgequollenes Gesicht, wieder mal eine seiner häufigen Halsschmerzen usw. :-(

Psychotherapie macht er auf jeden Fall weiter, das ist klar, und ich bleibe dran ihm zu helfen, auch wenn er schon 18 ist und es im Moment nicht einfach ist ihn zu unterstützen

SBabYine3x10


PS: wegen der Frage, was der Hausarzt zu dem Krankenhausbefund inkl. dem Schilddrüsenbericht sagte:

Sohn war vor 1 Woche wegen der Rezepte für die vom Krankenhaus verordnetetem Medikamente bei ihm (ich war nicht dabei) u. zeigte ihm den ganzen Entlassungsbrief inkl. Befunde. Er erzählte mir, dass der Hauarzt ihm sein Erstaunen mitgeteilt hat, dass er sich stationär aufnehmen hat lassen. Mehr nicht, aber ich war wie gesagt nicht dabei, bin sehr enttäuscht, dass auch er nicht auf den Befund der Schilddrüse eingegangen ist.

Zur Zeit bin ich die einzige, die das tut, und hoffe auf gute Abklärung morgen im Schilddrüsendiagnostikzentrum. Ich werde zur Unterstützung mitgehen

S<priangc'hilxd


Wegen der Medikation würde ich eine Zweitmeinung einholen, mindestens zwei davon sind doch komplett unnötig. "Nur" wegen schwerer Depressionen braucht man kein Antipsychotikum und im Normalfall auch kein Neuroleptikum. Da wird normalerweise erst mal mit Antidepressiva probiert und das reicht meistens auch. Atarax kenne ich nicht.

Und dann so zugekloppt entlassen, obwohl sich keine Wirkung zeigt bzw noch starke Nebenwirkungen, wie es in der Anfangsphase häufig der Fall ist, kommt mir auch sehr merkwürdig vor.

Bei Psychopharmaka braucht man immer sehr viel Geduld, es dauert Wochen bis die Verbesserung einsetzt.

Vielleicht mal vorrangig um das Problem kümmern, gerade solche starken Mittel sollte man nicht nehmen, wenn sie unnötig sind.

Gleichzeitig kann man natürlich die Schilddrüse untersuchen, aber ich versteh den Fokus darauf nicht so ganz. Sicher kann es eine Verbesserung bringen, aber ich habe das Gefühl, dass Du falsche Hoffnungen hast dahingehend, dass das die Lösung ist, die die Krankheit Deines Sohnes wegzaubert.

Du solltest Dich damit auseinander setzen, dass Dein Sohn krank ist. Er hat Depressionen. Er ist aus der Bahn. Und die Genesung wird nicht plötzlich über ihn kommen mit ein bißchen L-Thyroxin.

Kümmere Dich um die Schilddrüsensache, aber kümmere Dich auch um seine Seele.

SWpr8ingchiild


Moment. Seit wann darf ein Hausarzt überhaupt Rezepte für solche Medikamente erstellen? Der darf höchstens ein Antidepressivum verordnen. Für alles andere braucht man einen Neurologen.

SwabinFe31x0


Der Hauarzt stellt die Rezepte für die Medikamente aus, welche das Krankenhaus im Entlassungsbrief angeführt hat. Krankenhaus darf keine Rezepte mehr erstellen, und beim Psychiater/ Neurologen (für weiterführende Behandlung u. Kontrolle) muss man monatelang auf einen Termin warten. Doch..das darf er. Wir wohnen in Österreich, vielleicht ist das in Deutschland anders?

Die Medikamente nimmt er jetzt schon seit fast 5 Wochen, die Wirkung vom Antidepressivum müsste doch zumindest ansatzweise eingesetzt haben?

cxhi


Bei mir hat es volle 8 Wochen gedauert, bis die Citalopram angefangen haben zu wirken.

Der Hausarzt darf auch in D die Rezepte für Medikamente ausstellen, die vom Fachbereich verordnet worden sind.

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