Anatomie der weiblichen Brust

Einleitung

In Anbetracht der Aufmerksamkeit, die die weibliche Brust auf sich zieht, ist es erstaunlich, dass so wenig Informationen über ihre Anatomie und Funktion verfügbar sind. Ich musste schon einige Literatur durcharbeiten, um ein Buch zu finden, das bei diesen Themen ins Detail geht. Überraschenderweise haben Bücher, von denen man annehmen würde, dass sie diese Themen behandeln, so gut wie nichts zu bieten. Ein Buch über das Stillen enthielt wenig, wohingegen etliche Bücher zum Thema Brustkrebs diese Themen überhaupt nicht ansprachen. Vielleicht, weil in der amerikanischen Gesellschaft die weibliche Brust anderen Zwecken dient als ihr ursprünglich zugedacht waren: als Nahrungsquelle für unsere Kinder, zur Stärkung ihrer Abwehrkräfte und um emotionale Geborgenheit zu vermitteln. Bedauerlicherweise war die detailreichste Quelle ein Buch über plastische Chirurgie der Brust!

Anatomie

Jede Brust besteht aus fünfzehn bis zwanzig Lappen Drüsengewebe. Die Anzahl der Lappen ist unabhängig von der Größe der Brust. Jeder Lappen besteht aus tausenden kleiner Drüsen, den Alveolen. Diese Drüsen sind über Kanälchen miteinander verbunden, wie Weintrauben an einer Rebe. Die Alveolen produzieren während der Stillzeit Milch und andere Substanzen. Jeder Lappen endet in einem Milchgang, der zur Brustwarze führt. Es enden fünfzehn bis zwanzig Milchgänge an der Brustwarze, und folgerichtig hat diese auch so viele Öffnungen. Hinter der Brustwarze erweitern sich die Milchkanäle und bilden eine kleine Kammer, den Sinus lactiferi. Jeder Sinus hat 2-4 mm (0.08-0.16 Inch) Durchmesser. Fett- und Bindegewebe umgeben die Lappen aus Drüsengewebe. Die Menge des Fettgewebes ist von einer Reihe von Faktoren wie z.B. Alter, Körperfettanteil und genetischer Veranlagung abhängig. Durch Coopers Ligamente ist der Brustkorb mit der Haut der Brust verbunden, was ihr ihre Form und Elastizität gibt.

Brustwarze und Warzenhof sind ungefähr in der Mitte der Brust zu finden. Sie haben meistens eine andere Farbe und Struktur als die umgebende Haut. Die Farbe variiert von zartrosa nach schwarz und vertieft sich während Schwangerschaft und Stillzeit. Die Struktur kann von ganz glatt bis faltig und verbeult reichen. Der Warzenhof ist die pigmentierte Fläche, die die Brustwarze umgibt. Die Größe beider variiert beträchtlich von Frau zu Frau, und ein kleiner Unterschied zwischen den Brüsten einer Frau ist durchaus normal. Brustwarzen und Warzenhof sind aus glatten Muskelfasern und einem dichten Geflecht aus Nervenendungen zusammengesetzt. Die Brustwarze richtet sich durch eine Muskelanspannung auf, nicht durch Einströmen von Blut (im Unterschied zum Penis, Anm. d. Ü.) Steife Brustwarzen sind nicht notwendigerweise ein Zeichen sexueller Erregung. Die Warzen richten sich durch eine Vielzahl von Reizen auf, die nicht sexueller Natur (z.B. Kälte, Anm d. Ü.) sind, und sie müssen nicht steif sein, wenn die Frau erregt ist. Auf der Fläche des Warzenhofes finden sich die Öl produzierenden Montgomerydrüsen. Diese Drüsen können kleine erhabene Hügel bilden und reagieren auf den Menstruationszyklus. Sie schützen die Brustwarze während der Stillzeit und halten die Haut geschmeidig. Die Brustwarze ragt üblicherweise aus der Brust heraus. Einige Brustwarzen zeigen aber auch in die Brust hinein oder sind gänzlich flach. Erstere heißen invertierte Brustwarzen, aber weder diese noch die flache Form hat negative Auswirkungen auf das Stillvermögen einer Frau.

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Empfindlichkeit

Die Empfindlichkeit der weiblichen Brust für eine Stimulation variiert beträchtlich von einer Frau zur nächsten. Es gibt Frauen, deren Brüste extrem empfindlich auf ihre eigenen Berührungen oder auf die ihres Partners reagieren. Genauso viele spüren dabei überhaupt keine angenehmen Gefühle. Die Gründe dafür werden sowohl als psychischer wie auch physischer Natur angesehen. Einige Frauen haben mehr Sinneszellen in ihren Brustwarzen als andere. Auch die Beziehung einer Frau zu ihren Brüsten hat einen Einfluss auf deren wahrgenommene Empfindlichkeit. Wenn sie ihre Brüste mag und eine positive Einstellung ihnen gegenüber hat, ist sie offener für die physischen Empfindungen, die diese produzieren. Schließlich wird sie diese Gefühle dann auch als angenehm wahrnehmen. Wenn eine Frau, warum auch immer, unzufrieden mit ihren Brüsten ist, wird sie weniger offen gegenüber den Gefühlen sein, die die Brüste hervorrufen, und diese nicht bewusst wahrnehmen. Wenn sie überhaupt Gefühle wahrnimmt, wird sie diese viel seltener als angenehm erleben. Der Menstruationszyklus beeinflusst die Empfindlichkeit ihrer Brüste oft, die Brüste vieler Frauen werden so empfindlich, dass jede sexuelle Stimulation unerträglich wird. Die Empfindlichkeit der Brüste auf Stimulation kann sich während der Schwangerschaft und Stillzeit aufgrund von psychischen und physischen Veränderungen, die eine Frau in dieser Zeit durchläuft, extrem verändern. Eine Frau kann einen Orgasmus haben, während sie ihr Kind stillt, und ihre Brüste sind eine Viertelstunde später nicht mehr empfänglich für eine Stimulation durch ihren Partner, oder umgekehrt. Es gibt einfach keine allgemein gültige Regel für die Empfindlichkeit der Brust, die für alle Frauen zutrifft.

Der Zusammenhang zwischen Stimulation der Brust, sexueller Erregung und genitalen Empfindungen, den einige Frauen erleben, ist das Ergebnis der bereits erwähnten nervlichen und hormonellen Verbindungen. Die beiden Hormone werden während der Stimulation der Brustwarzen ausgeschüttet, unabhängig davon, ob eine Frau schwanger war oder gestillt hat. Dies wird durch die Tatsache deutlich, dass die Brüste einiger Frauen von der Pubertät an immer ein wenig Milch produzieren oder es Frauen gibt, die ihre adoptierten Kinder stillen können. Wurde die Brustwarze einer Frau häufig in einer Weise stimuliert, wie es ein Säugling an ihrer Brust tun würde, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie Milch produziert. Eine Frau muss dafür die Stimulation nicht als angenehm erleben. Einige unserer körperlichen Reaktionen sind sehr komplex und entziehen sich unserer Kontrolle.

Brustgröße und Empfindlichkeit

Die Größe der Brüste einer Frau hat keinen Einfluss darauf, ob sie deren sexuelle Stimulation genießen kann oder nicht. Seit Brüste in der westlichen Gesellschaft Sexualobjekte wurden, wurden große Brüste als Zeichen stark ausgeprägter Sexualität angesehen. Eine Frau mit großen Brüsten wird oft als sexuell aktiver angesehen als eine Frau mit kleinen Brüsten. Bedauerlicherweise werden die kleinen Brüste einer Frau auch von deren Partner, wohl aufgrund falscher Erwartungen, häufig unbeachtet gelassen, wohingegen bei Frauen mit großen Brüsten diese oft zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Abgesehen von der Erwartung sind große Brüste nicht empfindlicher für sexuelle Stimulation. Jüngste Studien fanden heraus, dass Frauen mit großen Brüsten weniger empfindliche Brustwarzen und Brüste haben als solche mit kleineren, vielleicht weil die Nervenenden auf einer größeren Fläche verteilt sind. Wahrscheinlich spielt aber die emotionale Einstellung einer Frau zu ihren Brüsten eine größere Rolle in Bezug darauf, ob sie die Stimulation genießen kann, als deren Empfindlichkeit auf physische Stimulation an sich. Ihr Partner tut gut daran, die Empfindlichkeit der Brüste einer Frau nicht allein aufgrund der Größe zu beurteilen.

Stimulation der Brust

Wie stimuliert man die Brust einer Frau? Das hängt natürlich von der Frau ab, aber generell ist ein sanftes Vorgehen sicher der richtige Weg. Frauen genießen es oft, wenn ihre Brüste mit Liebe überschüttet werden, was in diesem Zusammenhang sanftes Lecken und Knabbern sowie Zärtlichkeiten mit Lippen, Zunge und Finger bedeutet. Befassen Sie sich mit der ganzen Brust, nicht nur mit den Brustwarzen. Nehmen Sie sich Zeit dafür. Verwenden Sie Körperlotion oder Öl und massieren Sie es in die Brust ein. (Bitte in diesem Zusammenhang die Unverträglichkeit von Öl und Latexkondomen beachten. Anm. d. Ü.) Ihre Genitalien können auf die Bruststimulation reagieren; wenn sie es tun, ist das eine gute Möglichkeit, die sexuelle Freude zu verlängern. Es ist nicht wahrscheinlich, dass sie allein davon einen Orgasmus bekommt, aber es kann außerordentlich genussvoll für sie sein. Denken Sie an ihren Menstruationszyklus, wenn sie Spannungen in der Brust spürt. (Einen Menstruationskalender zu führen ist eine gute Idee für Frauen, die ihren Partner über die periodischen Veränderungen in ihrem Körper informiert halten wollen.) Beachten Sie auch, dass es Frauen gibt, die gleichzeitige Stimulation von Brustwarze und Klitoris benötigen, um zum Orgasmus zu gelangen.

Es gibt Frauen, die intensive bis hin zu schmerzvoller Bruststimulation genießen, aber das muss vorher besprochen werden, bevor es ausprobiert wird. Der Genuss der intensiven Stimulation dürfte auch mehr mit der Freisetzung von Oxytocin und Prolactin zu tun haben als mit dem Genuss von Schmerz an sich. Die Hormone, die beim Sex freigesetzt werden, senken die Schmerzempfindlichkeit beträchtlich. Intensive Stimulation der weiblichen Brustwarzen kann zu einem Anstieg dieser Hormone führen, was einen deutlichen Effekt auf die Genitalien haben kann. Einige Frauen entdecken, dass es ihnen gefällt, ihre Brüste grob zu behandeln, wenn sie masturbieren, und sie werden ihren Partner oder ihre Partnerin darüber informieren und ihm oder ihr zeigen, wie sie das mögen. Gehen Sie mit den Brüsten nicht wie mit Teig um, den sie kneten, und beißen Sie weder in die Brust noch in die Brustwarzen, es sei denn, Ihre Partnerin sagt ausdrücklich, dass sie diese Stimulation schätzt. Einige Frauen genießen so etwas, aber es ist definitiv nichts, was alle Frauen mögen, und selbst die, die es wollen, müssen in der richtigen Stimmung dazu sein, um es genießen zu können.

Frauen erleben ihre Brüste als extrem wichtig. Manchmal können sie es sogar genießen, stimuliert zu werden, selbst wenn dies für sie selber nicht besonders erregend ist. Der Genuss für ihren Partner und seine Freude an ihren Brüsten kann einer Frau emotional sehr viel bedeuten. Das ist der Grund, warum es wichtig ist, die Brüste auf dem Weg zu Vulva und Klitoris nicht zu übergehen. Einige Frauen tabuisieren ihre Brüste aus emotionalen Gründen, meistens aus Unsicherheit über deren Größe. Frauen mit kleinen Brüsten, die wattierte oder Push-up-BHs tragen, mögen davor zurückscheuen, ihren Partnern deren wahre Größe zu enthüllen. Diese BHs sind, wenn sie aus Unzufriedenheit mit der eigenen Brustgröße täglich getragen werden, für die sexuelle Intimität ungefähr so förderlich wie vorgetäuschte Orgasmen.

Welche Brustgröße wird bevorzugt?

Aber jeder zieht doch große Brüste vor, stimmt’s? Falsch. Ja, große Brüste sind Sexsymbole und sie ziehen enorme Aufmerksamkeit an, aber sie werden nicht von jedermann in gleicher Weise geliebt. Erstens ist Größe relativ. Für die einen ist groß alles über Cup A, für andere ist alles unter Cup D klein. Der statistische Durchschnitt liegt zwischen B und C. Aber natürlich will in unserer Konkurrenzgesellschaft niemand nur Durchschnitt oder darunter sein. Bedauerlicherweise setzen wir Cup A mit der Note ungenügend, Cup D mit sehr gut gleich. Dies führt zu Fehleinschätzungen und zu falschen Selbsteinschätzungen bei Frauen.

Welche Größe bevorzugen Männer und Frauen denn nun wirklich? Nun, das ist wirklich individuell verschieden. Im Gegensatz zu dem, was viele Magazine berichten, ändern sich persönliche Vorlieben nicht monatlich. Eine Studie fand heraus, dass 25% der Männer große Brüste bevorzugen, der gleiche Anteil kleine. Die verbleibenden 50% bevorzugten andere körperliche Eigenschaften oder hatte keine Präferenzen. Einige werden von Brustwarzen angezogen, insbesondere wenn sie groß und erigiert sind. Andere bevorzugen Frauen mit kleinen oder gar nicht entwickelten Brüsten, mehr als man erwarten würde.

Meiner Erfahrung nach finden Männer Frauen aus vielen Gründen attraktiv, aber die Größe der Brust hat wenig Bedeutung. Tatsächlich hatte die Mehrheit der Frauen, die meine männliche Kollegen attraktiv und begehrenswert fanden, kleine Brüste. Als ich mit diesen Frauen sprach, entdeckte ich manchmal, dass sie sich selbst nicht begehrenswert fanden und dies an ihrer geringen Brustgröße festmachten. Das war sogar bei überaus begehrten Frauen der Fall. Was an einer Frau als attraktiv empfunden wird, ist ein komplexes Thema und hängt vom Einzelnen ab. Große Brüste ziehen viel Aufmerksamkeit auf sich, aber nicht notwendigerweise Frauen mit großen Brüsten. Da besteht ein großer Unterschied!

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@Lachzasa

Für diese hochinformative und bestimmt mit viel Mühe recherchierte Zusammenstellung hat sich bisher niemand interessiert. Doch steht hier alles, was andauernd nachgefragt wird, zum Teil ohne Sinn und Verstand. Ohne nach rechts und links zu schauen. Als ob alle alles wüssten, was Du zusammengestellt hast. Und anzuwenden oder zu berücksichtigen wüssten, wenn es die praktische Anwendung gilt.

Selbst der primitivste Einzeiler gilt hier – wie in allen Foren – pro forma als Beitrag und wird sogar in den Rang eines Diskussionsbeitrages erhoben: weil überall eben "Diskussion" darüber steht. So hat das wohl zu heißen. Deswegen möchte ich die Arbeit, die Du Dir gemacht hast, nicht einfach nur einen Beitrag nennen.

Einer von vielen ist er nicht.

Gehört daher unter die [[http://www.med1.de/Forum/Cafe/79615/ Top Ten!]]

Der dortige Eröffnungsbeitrag wurde vor zehn Monaten geschrieben.

Das soll wohl seinen guten Sinn haben.

Wenn ich der Forum-Generalüberschrift Glauben schenken darf, hast Du hier eine Diskussion eröffnet.

Für die sich, Lachzasa, bisher deshalb niemand interessiert hat, weil Lesen Geduldssache ist.

Neues habe ich nicht erfahren.

Gelesen habe ich gern!

Sehr gern!

Danke!

Auch meine Brüste hatten vor und nach Mitternacht zwei kundige Herren in Händen. Herren, die hier ebenfalls nichts wirklich Neues erführen. Aber im Laufe des Tages an ihren PC daheim in Deiner Zusammenstellung lesen – und ihre theoretischen Kenntnisse auffrischen werden.

LG

TOiKzica

Na dann bin ich ja beruhigt :-)

Andere bevorzugen Frauen mit kleinen oder gar nicht entwickelten Brüsten, mehr als man erwarten würde.

K.arni~nhall

Öhm, ist das echt verwunderlich?

Zitat: "Tatsächlich hatte die Mehrheit der Frauen, die meine männliche Kollegen attraktiv und begehrenswert fanden, kleine Brüste. Als ich mit diesen Frauen sprach, entdeckte ich manchmal, dass sie sich selbst nicht begehrenswert fanden und dies an ihrer geringen Brustgröße festmachten. Das war sogar bei überaus begehrten Frauen der Fall"

In meinem Umfeld gibt es niemanden, der nicht entweder von der pubertierenden Meinung "meine Frau muss große Titten haben" abgewichen ist, oder diese Meinung nie hatte. Ich laufe immer Männern über den Weg, die mich belabern wollen, meine Brüste doch nicht vergrößern zu lassen.

Also ich finde das ist total normal. Und die Standardaussage, wenn man Männer zu Brustgrößen befragt lautet stets: "die Proportionen müssen stimmen."

Und genau das sage ich auch...und daher lasse ich meine Deformation korrigieren und mir einen hübschen, nicht zu großen, zu mir passenden, wohl B bis C-Busen machen (Den ich ohne die Deformation auch bei der jetzigen Größe belassen und nicht operiert hätte)

Und danke nochmal an die Verfasserin für die Mühe und die schönen Infotexte :-)

Corinna

tfauraxX

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