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Hermaphrodit/Intersexuell...(?)

P6luesc}hqfrosxch hat die Diskussion gestartet


Hallo Ihr,

Ich habe eine 12 Tage alte Tochter (?).

Gestern bin ich mit ihr ins Krankenhaus weil die den Verdacht auf einen eingeklemmten Leistenbruch hatte.

Aber weder beim Sono noch beim Abtasten konnte man feststellen ob die Eierstöcke oder der Darm eingeklemmt war.

Es wurde ein Sono nach dem anderen gemacht, und irgendwie kamen immer mehr Ärzte zusammen gelaufen.

Man entschied sich die Leiste Operativ zu eröffen um zu sehen was denn nun dort drin steckte (Eine Schamlippe war geschwollen).

Die OP dauerte länger als geplant (knapp 3 Stunden), und danach erfuhren wir folgendes: In den Schamlippen rechts und llinks sind Hoden angelegt....

Sie hat weder eine Gebärmutter noch Eierstöcke etc.

Alles weitere soll jetzt eine Chromosomenanalyse ergeben.

Ehrlich gesagt bin ich mit der Situation im Moment ein wenig überfordert, weiß nicht was ich davon halten soll.

Hat jemand Erfahrung mit "sowas"?

Was kommt auf uns und unsere Tochter zu?

Wie schaut das eigentlich aus: Rein Äußerlich ist sie ein Mädchen (Schamlippen, Klitoris sind vorhanden), aber wenn sie Hormontechnisch ein Junge ist ???

Herrjeh, wie Wirr alles :°(

Hoffe mir kann hier jemand weiter helfen....

Antworten
w1atdeEnnu


@ Plueschfrosch

:)_ das wird denke ich nicht so einfach. Früher glaubt man die geschlechtliche Identität wäre überwiegend von der Erziehung abhängig. Darum wurde Menschen mit nicht eindeutigem Geschlecht (Intersexualität) so früh wie möglich "normalisiert". Das führte aber später im ungünstigsten zu Fall psychischen Störungen und manchmal sogar bis zum Selbstmord. Heute versucht man eher die Betroffenen in die Entscheidung mit ein zu beziehen. Von daher würde ich sagen ist es vielleicht sogar von Vorteil, dass es so spät entdeckt wurde. Ich denke du solltest dich zu allererst informieren und vielleicht sogar mit anderen Betroffenen reden. Vor allem bitte keine Panik. :)* Die anstehenden Entscheidungen sind weder dringlich - auch wenn dir Ärzte vielleicht etwas anderes erzählen - und sollten vor allem von deiner Tochter (?) getroffen werden. Hier noch ein paar Links, die ich auf die Schnelle gefunden habe.

[[http://www.intersexuelle-menschen.net Intersexuelle Menschen e.V.]]

[[http://www.xy-frauen.de XY-Frauen Selbsthilfe]]

[[http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,517983,00.html Bericht im Spiegel]]

[[http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2009/07/10/Intersexualitat-sexuelle-Identitat-und-Lebensweise-Grune-VereinnahmerInnen-immer-noch-nichts-gelernt Stellung in der Gesellschaft ?]]

N5acht/ge6stalxt


watdennu

12 Tage alt ist spät entdeckt? Das Kind ist noch ein Baby. Das wird man jetzt wohl kaum schon mit einbeziehen können.

Plueschfrosch

Erstmal: Keine Panik. Tief durchatmen. Warte erst einmal den Chromosomentest ab. Wie watdennu bereits geschrieben hat, informiere dich, sprich mit Betroffenen.

w[atdxennu


Uuups, Entschuldigung. @:)

Irgendwie habe ich heute morgen 12 Jahre gelesen. {:(

Doch bitte lasse dich nicht von den Ärzten überfahren. Nur wenn man eine 100%-ige Aussage zur geschlechtlichen Identität machen kann, würde ich angleichende Operationen in Betracht ziehen.

:)* :)* :)* :)* :)*

Pdlu)e^schfrbosxch


Danke Euch :-)

Wir haben uns entschlossen es die Kleine später selber entscheiden zu lassen.

Mein Mann sagte gestern: "Ich möchte die Kleine nicht in Rosa Strampler "drängen" obwohl sie eigentlich in Blaue gehört - Oder eben anders rum."

Recht hat er....

Die Ärzte meinen das man das Geschlecht fördern sollte was man "sieht".(In dem Fall also das Weibliche Geschlecht).

Ob sie damit glücklich werden wird ist natürlich eine andere Sache.

Deswegen sind wir eben zu dem oben genannten Entschluss gekommen....

Nächste Woche ist das Ergebnis der Chromosomenanalyse da und dann gucken wir mal weiter.

C3ol#chipcin


Die Ärzte meinen das man das Geschlecht fördern sollte was man "sieht".(In dem Fall also das Weibliche Geschlecht).

Ja, das ist natürlich die "einfachste" Lösung, aber wie du schon shreibst, damit wird sie eventuell nicht glücklich werden. Vielleicht solltet ihr eben einfach das als normalität vermitteln, dass sie so ist. Nicht erst irgendwann erzählen, dann sie irgendwie beides - Junge und Mädchen ist, sondern nie ein geheimnis draus machen, dass es Jungen, Mädchen und eben solche Menschen wie eure Tochter gibt.

Klar wird es schwierigkeiten geben (Kinder können manchmal grausam sein wenn sie merken dass einer anders ist) aber solang sie bei euch rückhalt findet dann wird sie daran wachsen. Sind ja auch nicht alle menschen so, dass sie gleich alles verurteilen was sie nicht kennen!

P7luFescEhfroQscxh


"aber solang sie bei euch rückhalt findet dann wird sie daran wachsen."

Ja as wird sie.

Wir haben den Ärzten auch gesagt das uns egal ist "was" sie ist, Hauptsache sie ist gesund!

EChema0liger _Nutzer (#3282x877)


Ich habe vor ner halben Ewigkeit mal ne Doku zu einem ähnlichen Fall bei Phoenix gesehen. Alleine seit ihr mit der Problematik auf jeden Fall nicht.

Ich würde mich mal im Internet nach einer Selbsthilfegruppe umschauen oder mal bei der Krankenkasse nachfragen ob die euch da was vermitteln können.

k:riskeFlvi4n


Die Ärzte meinen das man das Geschlecht fördern sollte was man "sieht".(In dem Fall also das Weibliche Geschlecht).

Klingt etwas nach Willkür, aber sicherlich auch mit der Überlegung nach der "Machbarkeit"... was ist operativ möglich, und was nicht?

Nicht erst irgendwann erzählen, dann sie irgendwie beides - Junge und Mädchen ist, sondern nie ein geheimnis draus machen, dass es Jungen, Mädchen und eben solche Menschen wie eure Tochter gibt.

Naja. Ein Kind, das sich irgendwann in der Phase der "Orientierung" befindet, muss wissen, was es ist - und nicht erst mit 10 oder 12 Jahren. Das ist das schwierige daran, wenn man sagt, es soll irgendwann selbst entscheiden. "Zwischen den Geschlechtern" aufzuwachsen dürfte für das Kind nur zu UNsicherheit und zur Ausgrenzung führen.

EYditQion


@ Plueschfrosch

Wir haben uns entschlossen es die Kleine später selber entscheiden zu lassen.

Und wie wollt ihr bis dahin mit eurem Kind umgehen? Man kann sicher über die Genderfrage an sich streiten und der Meinung sein, dass das eigentliche Geschlecht eher unwichtig ist, aber schauen wir uns doch mal die Realität an: Männlich- und Weiblichkeit werden im kulturellen Raum relativ klar definiert. Man kann sich diesen Kategorien nicht so leicht entziehen.

Wie wollt ihr das Kind beispielsweise nennen? Ist vielleicht nicht die wichtigste Frage, aber durchaus eine wegweisende. Ich stelle es mir ziemlich schwierig (bis unmöglich) vor, das Kind gewissermaßen "neutral" zu erziehen, so dass es sich später wirklich selbst entscheiden kann. Das fängt schon beim alltäglichen Sprachgebrauch an. Redet man über "ihn" oder "sie" usw.

CNoZlchicoixn


Das was Edition schreibt ist schon richtig. Es kommt sehr selten vor und ist auch heutzutage noch ein Tabuthema!

Leider. Viele werden das natürlich auch nicht verstehen und ab eiem gewissen alter wird euer Kind wohl auch eher zu einem Geschlecht tendieren und dann auch sicher niht jedem auf die Nase binden, dass es eig nicht eindeutig weiblich oder männlich ist.

Ja es wird sicher schwierig werden und zu probleme führen die man sicher sonst nich thätte... Aber man kann es nicht ändern!

Name ist schon wichtig... Am besten wäre natürlich ein Name, den man als Mädchen und Junge tragen kann^^

Wie zBsp Alex oder Kim. (Oder auch Andrea - ist in italien ein männlicher name und hier eher weiblich..)

PDluesschfr.osch


"Und wie wollt ihr bis dahin mit eurem Kind umgehen? "

Sie hat die Äußerlichen Geschlechtsmerkmale eines Mädchens, sieht aus wie ein Mädchen und heißt auch so (Pia).

Das es jetzt schon so früh entdeckt wurde war reiner Zufall, die Ärzte meinten das dass wirklich selten der Fall ist und es meist erst in der Pupertät entdeckt wird.

Was ich damit meinte als ich schrieb das wir es dem Kind selber überlassen wollen ist: Sie sieht aus wie ein Mädchen, trägt aber Männliche Anteile in sich (Chromosomen / Hormonanalyse steht ja noch aus).

Wir werden sie nicht operieren lassen, das soll sie später sür sich entscheiden.

Ach ja,die Ärzte legten sich jetzt hier drauf fest: TESTIKULÄRE FEMINISIERUNG.

Das wäre das was sie hat.

C\olcFhicixn


Testikuläre feminisierung heißt aber dass sie quasi ein Mann ist, und nur die äußeren geschlechtsmerkmale wie eine Frau hat. Da ist irgendein schritt im Hormonstoffwechsel zu Testosteron kaputt. Testosteron bewirkt normalerweise die Entwicklung zu männlichen geschlechtsmerkmalen, fehlt es, werden einfach weibliche ausgebildet...

Das ist halt aber auch eher eine Störung der geschlechtsentwicklung und hat nicht so viel mit Hermaphroditen zu tun... Allerdings ist hier auch natürlich fraglich, ob durch das fehlende Testosteron auch noch die persönliche Entwicklung vllt beeinflusst ist und sie sich ohnehineher als Frau fühlen würde, oder ob sie sich trotzdem als Mann fühlt später.

P luehschfrxosch


"und sie sich ohnehineher als Frau fühlen würde, oder ob sie sich trotzdem als Mann fühlt später. "

Eben, das ist ja die Frage der Fragen....

Aber wie gesagt,Anfang nächster Woche bekommen wir die Ergebnisse der Chromosomen und Hormonanalyse, dann wissen wir mehr.

k4riskexlvin


Das ist halt aber auch eher eine Störung der geschlechtsentwicklung und hat nicht so viel mit Hermaphroditen zu tun...

Hermaphroditismus bedeutet, dass ein Mensch keine eindeutigen Geschlechtsmerkmale hat, und das ist hier der Fall. Ob man es nun "Pseudohermaphroditismus" oder wie auch immer nennt, das Problem bleibt das gleiche...

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