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Wunsch nach Hodenentfernung

KFnoesxel hat die Diskussion gestartet


Ich habe hier einen Fall, von dem ich hoffe, dass jemand einen Rat geben kann.

Ein Freund (Single) war im Abstand von wenigen Wochen im Krankenhaus und wurde operiert. Er hat aber zunächst nicht gesagt warum. Irgendwann hat er gestanden, dass er zweimal versucht hat, sich den Penis abzutrennen. Im Krankenhaus hätte man alles brav genäht, aber die Ursachen dafür nicht erforscht. Hat die nicht interessiert.

Jetzt sagte er mir, dass er seit ca. 20 Jahren Schmerzen an den Hoden hat. Er war bei diversen Ärzten und auch Psychologen (ich hatte auch auf ein psychisches Problem getippt). Aber die geben seit 20 Jahren immer nur Antibiotika, weil sie unterstellen, das wäre eine Entzündung und würde von alleine verschwinden.

Der hat zwischenzeitlich so einen Hass auf seine Hoden, dass er die am liebsten beseitigen lassen würde. Notfalls sogar selber. Traut sich das aber nicht und schneidet deshalb an seinem Penis rum.

Ich bin da medizinisch und psychologisch völlig überfordert.

Sein Wunsch nach Entfernung der Hoden wird in Deutschland nicht respektiert. Angeblich wären die Holländer da lockerer.

Zwei Fragen:

1. Hat jemand eine Ahnung, woher die Schmerzen kommen können und wie man sie ggf. beseitigt?

2. Gibt es Adressen in den NL, die solche Operationen vornehmen?

Bin ziemlich ratlos, möchte aber gerne helfen, damit der sich nicht Schlimmeres antut.

Antworten
d"agrkwhater


Wenn die Ärzte seit 20 Jahren immer nur Antibiotika geben, würde ich an seiner Stelle dem nächsten Arzt sagen, dass er keine AB mehr haben will, weil er schon alle durch hat.

Offenbar bekämpfen diese die Schmerzen ja in keinster Weise, also sollte er sich mal gründlicher untersuchen lassen. Hat er mal an eine Uniklinik o.ä. gedacht? Dort hat man meist "eher Bock" auf ungewöhnliche Fälle bzw. ist bereit mehr auszuprobieren.. Vielleicht ist er ja auch chronischer Schmerzpatient und brauch gänzlich andere Medikamente.

Wenn jemand seine Genitalien verstümmelt, ist das definitiv ein psychisches Problem – es steht dem Selbsterhaltungstrieb ja entgegen ":/

Was sagen denn die Psychologen dazu? Das hast du noch nicht erwähnt..

W@olfg'ang


Wie alt ist denn der Freund?

Das hört sich nach einer schweren Form der Selbstverletzung an. Abgesehen davon, dass das Schneiden an den Genitalien äusserst blutig enden kann und somit zum Tod durch Verbluten führen kann kann ich mir nur schwer vorstellen, dass ein ernsthafter Psychologe / Psychiater dies Problem so mir nix dir nix abtut. Dein Freund gehört in intensive psychologische bzw. psychiatirsche Behandlung, evtl. sogar stationär.

PSuky


Hallo,

Also ich sehe das ganze NICHT als Selbstzerstörungstrieb, also schließe ich Borderline mehr als aus.

Hodenentfernung wird auch in Deutschland praktiziert und wird sogar durch die Krankenkasse übernommen!

Ich könnte mir vorstellen, das eventuell von geburt aus an Nervenbahnen falschverbunden wurden und nun seit 20 jahren eben spührbar probleme machen.

Er soll einmal bei seiner Krankenkasse anrufen und die passenden Unterlagen beantragen.

Dann wird er höchst wahrscheinlich zum amtsarzt geschickt und zum psychologen.

Und wenn er die "Etappen" geschafft hat, steht seinem wunsch nichts entgegen.

Im übrigen:

Schmerzableitung ist nicht umbedingt selten.

Sowas gibt es bei Kopfschmerzen, dass sich leute deswegen sogar Zähne rausreißen.

Das ist kein "knacks" in der Birne, sondern einfaches schmerzverhalten.

Wogegen man was tun kann.

Ich wünsche deinem Bekannten alles gute und das sich sein Traum erfüllt.

Und so von Frau zu Mann:

Auch Männer ohne Hoden können gut im Bett sein und sind sexuell attraktiv :)^

KlnoeZsexl


Tja, der Mann ist 30 Jahre alt und hat glaube ich zum ersten mal über sein Problem gesprochen. Er war scheinbar sehr froh, dass sich das einer anhört.

Fakt ist, dass er wegen der Schmerzen bei Ärzten und Psychologen war. Die Selbstverstümmelung hat er noch nicht mit einem Psychologen besprochen. Das Krankenhaus hat lediglich behandelt. Nach eigener Auskunft waren beim zweiten Versuch sogar schon die Schwellkörper zu sehen, d.h. die Verletzung muss schon gewaltig gewesen sein. Und im Krankenhaus hat das echt keinen interessiert.

In meiner Verzweifelung habe ich auch schon im Netz recherchiert und habe auch einen Arzt gefunden, der die Nervenstränge durchtrennt und das Problem damit löst. Jetzt versuche ich ihn dazu zu drängen, den Arzt zu konsultieren. Die Telefonnummer habe ich besorgt, er ruft aber nicht an. Ich denke, er tendiert dahin, die Sache in Holland unproblematisch zu regeln.

Das Wissen um die Umstände macht mich zwischenzeitlich selber fertig, weil man nur hilflos ist.

P ukdy


Ich verstehe das es dich auch selber mitnimmt, das die doofen ärzte nicht wirklich drauf eingegangen sind finde ich extrem scheiße.

Versucht es wirklich mal direkt über die Krankenkasse, dann bekommt er es sogar umsonst.

In Holland denke ich nicht das sie das so ohne probleme machen, da ihr keinen wohnsitz dort habt.

Drücke euch die Daumen

CUolch}iccin


Wie wärs denn wenn er eher mal noch weiter daran arbeitet dass nach der Ursache geforsch wird?

Finde das sehr bedenklich – wenn er danach nen normales sexualleben haben möchte braucht er doch städnig medikamente (wegen hormonproduktion etc) oder nicht?

W&olBfgxang


zweiten Versuch sogar schon die Schwellkörper zu sehen

Das was der Freund macht ist – logisch betrachtet – Unfug: Schmerzen an den Hoden sind unabhängig von Schmerzen am Penis bzw. den Schwellkörpern. Es ist Blödsinn, den Penis abzuschneiden, wenn man Hodenschmerzen hat. Ich zweifel hier gar nicht die Selbstverletzungen an. Sie sind aber völlig irrational: Niemand, der Knieschmerzen hat, lässt sich das Bein amputieren. Niemand der Zahnweh hat, verlangt die Entfernung des Unterkiefers. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es für die Hodenschmerzen keine medizinisch unbedenkliche Lösung gibt. (Zweifelnde Frage: Wie real sind die Hodenschmerzen?) Daran muss medizinisch fachgerecht gearbeitet werden.

Darüberhinaus bleibe ich dabei, dass der Freund sehr dringend psychotherapeutischer Hilfe bedarf. Er zeigt schweres sellbstverletzendes Verhalten!!!

Kknoesse!l


Ja, es scheint tatsächlich so zu sein, dass bei einer Entfernung der Hoden Hormone gegeben werden müssen.

Ich habe auch versucht zu erfragen, warum er "am falschen Körperteil" herumschneidet. Darauf gab es aber keine plausible Antwort. Ich kenne Leute, die sind wegen starker Kopfschmerzen permanent mit dem Kopf vor die Wand gelaufen. Aber das ist für mich ja noch ansatzweise zu verstehen.

Ich merke zwischenzeitlich, dass er jetzt immer weniger zugänglich wird. Eine Arztkonsultation wird nicht mehr gewünscht und ich bin mit meinem Latein am Ende. :( ???

jnakobx6


ich nehme an, die angeblichen Schmerzen sind nur ein Vorwand dafür, die Hoden loszuwerden.

Das gibt es gar nicht so selten und wird eine ziemliche dauerhafte fantasievorstellung bei ihm bleiben, die sich auch nicht wegtherapieren läßt.

vermutlich wird er sich irgendwann selbst kastrieren und dann hat die liebe Seele Ruh...

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