» »

Kann sich Sex verbessern?

msenschLenkxind hat die Diskussion gestartet


In einem anderen Thread schrieb Grainne unter anderem (gesamte Zitate bitte im Thread selbst, s.u., nachlesen!)

Ich habe ihm gesagt, was falsch lief (beim Sex). Geändert hat sich nix. Wiederholt habe ich es nicht. Bin der Meinung, einmal sagen MUSS REICHEN. Ergebnis: Man fühlt sich nicht akzeptiert in seinen Bedürfnissen, die Bedürfnisse sind dem Mann egal.

und

Meist ist es ja so, dass Frau schon lange vorher Signale sendet, dass irgendwas nicht stimmt. Mann denkt dann: "Was will sie bloß nur" oder: "Schon wieder reden" oder ähnliches. Es ist ihm einfach lästig, Hauptsache, der Haushalt funktioniert und er bekommt ein, zweimal die Woche Sex. Alles andere ist Männern meist egal.

außerdem geht es in diesem Thread, wie der Titel schon sagt, um Grainnes vieldiskutierte These:

Guter Sex entwickelt sich nicht, entweder, der Mann kann es, oder er kann es nicht

Sie hat mich gefragt, ob ich andere Erfahrungen gemacht habe, und ja, das habe ich.

Da ich etwas weiter ausholen möchte und das den Rahmen des existierenden Threads sprengen würde, viel Spaß im neuen:

Vorgeschichte

Schon mit 4 habe ich mich von meiner Mutter an meinen Schreibtisch fesseln lassen – ich wollte die Szene nachspielen, in der Dumbos Mutter im Zug in Ketten gelegt wird.

Mit 8 oder 9 habe ich mich selbst gefesselt.

Mit zehn oder elf entdeckte ich, dass bei diversen Handlungen meine Scheide feucht wurde, ungefähr zu dem Zeitpunkt habe ich auch meinen ersten Orgasmus gehabt. Gefesselt, wohlgemerkt, und ich hatte keine Ahnung, was das war.

Mit 14 ging der Familien-PC online, ich entdeckte Porno-Seiten, Bondage, SM und dass ich gar nicht so ungewöhnlich bin, wie ich immer dachte, sondern es für mich sogar (einen) Namen gibt.

Mit 20 kam ich mit meinem jetzigen Freund zusammen. Ich war Jungfrau, er 6 Jahre älter, erfahrener, hatte zwei mehrjährige Beziehungen hinter sich, in der letzten gab es im gesamten letzten Jahr keinen Sex, weil sie nicht wollte.

Ausgangssituation war also ein jungfräulich perverses Mädchen und ein Mann, der Sex in der Löffelchenstellung am schönsten, weil am kuschligsten fand und dessen Ex-en nicht blasen wollten.

Nach zwei Wochen hat er mich aus der "Lehre" entlassen und danach haben wir gemeinsam entdeckt. Dass ich es nicht schlimm finde, zu blasen, oder gar zu schlucken und wie viel Spaß a tergo macht.

Ich hab ihm irgendwann von meinen Phantasien erzählt.

Vorsichtig erst, dass ich es mag, wenn er in der Missionarsstellung meine Hände über meinem Kopf auf dem Bett fest pinnt und mich hart durchfickt.

Dass ich es mag, wenn er mich von hinten fickt und er meinen Kopf am Haar zurückreißt, oder er meinen Kopf festhält und meinen Mund fickt.

Zu Anfang hat er es versucht, aber er konnte sich nicht richtig einfinden. Er schenkte mir eine Peitsche zu Weihnachten, aber wir haben sie nie benutzt.

Es passte nicht in seine Erziehung oder in seine Weltanschauung, eine Frau zu schlagen und sie zu unterwerfen.

Irgendwann haben wir den Film "Wir leben SM" ([[http://www.wirlebensm.de/]]) im Kino gesehen. Zur Hälfte, dann wurden ihm die Szenen zu heftig und wir haben, weil er das wollte, das Kino verlassen (der ein oder andere mag sich an meinen Thread damals erinnern)

Es folgten mehrere erbitterte Diskussionen sehr emotionaler Natur, er fand das alles krank, wollte auf keinen Fall jemals so etwas tun, geschweige denn daran gefallen finden, ich sei krank und pervers und er wisse nicht, ob er so eine Beziehung weiterführen könne.

Aber wir (oder er) sind über diesen Punkt hinweg gekommen.

Wir haben viel geredet, ich habe viel erklärt, er hat erklärt, wir haben beide nachgedacht. Und sind schließlich zu der Überzeugung gekommen, dass wir diese Beziehung weiterführen wollen und können. Dass wir bereit sind, aufeinander zuzugehen, Kompromisse einzugehen und er hat sich mehr mit dem Thema SM auseinander gesetzt.

Irgendwann, nach ein paar Wochen, hat er gesagt, dass sich seine Denkweise geändert hat und er mich nicht mehr krank nennen würde.

Irgendwann hat er mich, anfangs zaghaft, auf den Hintern geschlagen und festgestellt, dass er dadurch kein schlechter Mensch ist, und dass er mag, wie ich reagiere.

Lange Rede, kurzer Sinn – wir haben immer noch "normalen", zärtlichen Blümchensex.

Ich bin auch manchmal die aktive, kontrollierende, und reite ihn.

Aber es ist durchaus nicht selten, dass er mich nimmt, mich schlägt, während ich ihm einen blase, mich dreckige Fotze nennt, wenn er mich fickt – alles dinge, die noch vor einem Jahr undenkbar gewesen wären.

Haben wir harten SM-Sex? Sicherlich nicht. Vielleicht werden wir auch nie etwas haben, was Grainne als "besten Sex" bezeichnen würde. (Herrgott, wir haben noch nicht mal Analsex "geschafft"…) Aber wir befinden uns in einer Entwicklung, die es nicht gegeben hätte, wenn wir nicht lange und oft geredet hätten, uns aufeinander eingelassen hätten und uns gegenseitig zweite und dritte Chancen gegeben hätten.

Wir wollten die Beziehung nicht aufgeben, und das nicht aus Angst oder aus Gewöhnung, sondern aus Liebe.


Man kann mir natürlich jetzt vorwerfen "Menschenskind, du bist noch so jung, eure Beziehung besteht erst so kurz, komm erst mal in mein Alter, warte mal 10, 20, 30 Jahre" usw usw.

Trifft auch zu. Allerdings ging es um eine sehr pauschale Aussage, die durch Erfahrung begründet wurde.

Ich setze meine Erfahrung und Überzeugung dagegen, das Reden natürlich nicht alles, aber dennoch sehr sehr viel verbessern kann und es sich lohnt, es (das reden) ein paar mal öfter zu versuchen.

Ich glaube nicht, dass pauschal bei einer (der männlichen) Seite die Schuld für fehlgeschlagene Kommunikation zu suchen ist, und schon gar nicht daran, dass die andere Seite daran kaputt geht. Dafür ist immer noch jeder selbst verantwortlich.

Danke für’s Lesen.

Threads mit ähnlicher Diskussion:

[[http://www.med1.de/Forum/Sexualitaet/119840/1/]]

[[http://www.med1.de/Forum/Sexualitaet/119447/1/]]

Antworten
E)xtremsp}ätzündxer


Bravo!

Leider gibt es hier keine klatschenden Smilies :-(

S-quiz@zel676


Beides trifft zu. Guter Sex entwickelt sich zu einem aus der Erfahrung im Allgemeinem und zum anderen speziell wenn man in einer Beziehung ist. Im ersteren werden die persönlichen Vorlieben geprägt und verfeinert und im zweiten Fall stellt man sich auf den Partner ein, wird auf die Vorlieben des anderen "geeicht".

Aber man kann noch soviel Erfahrung sammeln, wie "gut" man letztendlich wird hängt von der Persönlichkeit ab. Wie beim Talent eines Pianisten, wird er mit noch soviel üben nie virtuos, wenn er unmusikalisch ist. Es ist jedoch falsch zu glauben, es gäbe nur begabt und unbegabt. Die einen sind bereits beim ersten mal technisch perfekt und absolut einfühlsam. Die letzten werden immer Grobmotoriker bleiben und nie auf den Partner eingehen. Dazwischen gibt es aber eine Menge (die meisten) die mit der Zeit dazulernen.

Hinzu kommt der Faktor der äusseren Einflüsse. Der Lernprozess verläuft bestimmt nicht linear. Änderung der Lebensumstände und neue Bekanntenkreise und letztendlich auch der Partner wirken sich positiv oder negativ auf den Fortschritt aus.

S9quiVzz|el76


PS: da sich Verbesserungen bei deinen Freund erkennen lassen, wenn auch nur langsam, kannst du sicher sein, dass es über die Jahre besser wird - für euch beide. Mit der Zeit werden sich aber weder die Vorstellungen deines Freundes noch deine Erfüllen, besser noch, ihr werdet euren eigenen Weg der Sexualität finden. Es kann sich nur produktiv auf eure Beziehung auswirkungen wenn ihr an euren Aufgaben und Zielen wächst.

m(ensch<ensk$ind


squizzel

Aber man kann noch soviel Erfahrung sammeln, wie "gut" man letztendlich wird hängt von der Persönlichkeit ab.

natürlich.

aber mir ging es vor allem um die these, dass guter sex zwischen zwei Menschen beim ersten mal schon passieren müsste, da es nur dann etwas taugt und dass Männer kein Interesse daran haben, an beziehung oder Sexleben zu arbeiten.

mein thread ist also eine Ausweitung der bestehenden, verlinkten Diskussionen :-)

m)enscJhen)kinxd


mit anderen Worten

die "frage" im Titel ist keine "Frage", bzw ist eine rhetorische.

SIqui?zzJel7x6


Ich habe zu dieser These mit meinem Statement stellung genommen auch wenn ich nicht direkt darauf eingegangen bin. Denn meine Aussage schließt diese aus.

mmenyscheenkixnd


deine aussage

schließt die these aus? *verwirrt*

es war so übergekommen, als hättest du mit deinem PS versucht, mir zu beantworten, ob sich unser Sex verbessern würde.

S<qu"izzOexl76


Ich habe nicht ohne Grund beide Statements in zwei Postings gesplittet :-)

mvelnschbenkxind


du verwirrst mich.

also hast du doch versucht, eine nicht gestellte Frage zu beantworten?

Und du findest, dass dein posting der These, dass Sex sich verbessern kann, widerspricht?

S1quilzzel76


also hast du doch versucht, eine nicht gestellte Frage zu beantworten?

Nein. Das Lesen kann ich dir an dieser Stelle nicht abnehmen ;-)

Und du findest, dass dein posting der These, dass Sex sich verbessern kann, widerspricht?

Bitte, lies nochmal genau durch was ich geschrieben habe.

m>ensch6enxkind


ich lese

aber nur das, was ich schon gesagt habe... :S

Ich habe zu dieser These mit meinem Statement stellung genommen auch wenn ich nicht direkt darauf eingegangen bin. Denn meine Aussage schließt diese aus.

auf welche "These" beziehst du dich, welche (kursive) Aussage ist gemeint und worauf bezieht sich das fette "diese" ?

und wenn du keine Frage beantwortest, was bezweckt dann dein PS?

C0alacki'rya


Ausgangssituation war also ein jungfräulich perverses Mädchen und ein Mann, der Sex in der Löffelchenstellung am schönsten, weil am kuschligsten fand und dessen Ex-en nicht blasen wollten.

o.k. völlig andere Ausgangsposition.

Auf den Rest brauche ich nicht einzugehen. ICH habe geredet. Er ist NICHT darauf eingegangen. Dabei ging es NICHT um irgendwelche BDSM-Praktiken. Sondern darum, dass der Sex für mich wieder erfüllend (sprich: Befriedigend) wird. Um sonst gar nix.

Das hat ihn nicht interessiert.

Darum ging es mir, um sonst gar nichts.

Später (kurz vor ende der Ehe) haben wir es nochmal versucht. Auch mit fesseln etc. Hat mir nix gebracht, denn: Solche Praktiken bringen nix, wenn der Unterbau, sprich: Der gute "normale" Sex fehlt. Sprich meinetwegen: Die Befriedigung.

Grainne

Spqu-izz$el76


auf welche "These" beziehst du dich, welche (kursive) Aussage ist gemeint und worauf bezieht sich das fette "diese" ?

Wenn man keine näheren Angaben macht, bezieht man sich immer auf die Überschrift, bzw. der Kernaussage des Textes (die immer in der Überschrift enthalten sein sollte). So habe ich es zumindest gelernt.

und wenn du keine Frage beantwortest, was bezweckt dann dein PS?

Im zweiten Teil gehe ich nicht auf die Kernaussage als Allgemeines, sondern im Bezug auf deinen speziellen Fall ein.

m+enscfheYnEkixnd


grainne

ich habe mich nicht auf deinen konkreten Fall bezoegen, sondern auf deine allgemeinen aussagen

schade zwar, dass dud ich nicht weiter damit befassen willst, aber ich wollte trotzdem einen gegenpol zu deinen Thesen hier im Forum setzen.

squizzel

dann erklär mir bitte, wie es zu verstehen ist, ich kann nur den von mir bereits erklärten Sinn sehen.

zum beispiel verstehe ich nicht, warum du dich auf meinen konkreten Fall beziehst.

egal, gehört nich wirklich in den Thread, kannst mir ne Mail schreiben, wenn du magst.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Sexualität oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sexualanatomie · Selbstbefriedigung · Sexualtechniken · Homo, Hetero, Bi · Gynäkologie · Urologie · Beziehungen · Schwangerschaft · Verhütung · HIV und Aids


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH