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Sind Menschen wirklich monogam?

s)hnippxy hat die Diskussion gestartet


Hi,

ich frage mich oft, ob der Mensch ursprünglich monogam ist, oder nicht.

Ich denke, dass der Mensch natürlich gesehen garnicht monogam ist es mit der Zeit einkultiviert wurde.

Was meint Ihr?

Antworten
wpiea ucxhimmer


shnippy

Stimmt nicht, aber das Thema hatten wir hier schon so oft...

Es gibt Hormone, die dafür sorgen, dass man sich dem anderen verbunden fühlt. Das hat wohl nix mit Kultur zutun, denn dieselben findet man auch z.B. bei monogamen Mäusesorten, bei polygamen nicht. Dieser Mythos, die böse Kultur habe uns zur Monogamie gezwungen, wird aber gerne von unsteten Vertretern unserer Species immer wieder herangeführt. Ein weiterer Grund, wieso Monogamie einen großen Vorteil hat: Menschenkinder brauchen ziemlich lange, bis sie selbständig sind und haben eine höhere Überlebenschance, wenn sich Vater und Mutter gemeinsam drum kümmern. Wenn aber einer von beiden ständig auf der Jagd nach neune Abenteuern ist, wird er der Verantwortung nicht gerecht. Ein weiterer gesellschaftlicher Vorteil ist der soziale Frieden. Da es 50:50 Männer und Frauen gibt, würde es zu Unfrieden führen, wenn ein Mann 50 Frauen hat und 49 andere leer ausgehen. Das geht nur in Ländern, wo die Machtverhältnisse entsprechend sind und da kommen Harems auch nur sehr selten vor.

Was noch zutrifft: Man hat festgestellt, dass monogam lebende Vogelarten (wo allerdings die Weibchen zu 40% heimlich (!) Fremdgehen), dem Männchen über Geruchstoffe vorgaukeln, sie seien die ganze Zeit empfänglich.

Menschenfrauen sind tatsächlich ständig empfänglich (also nicht nur im Frühling). Das Männchen spart sich nun die Energieverschwendung, sich ein anderes Weibchen zu suchen, denn es hat ja ein fruchtbares. Reine Bequemlichkeit also, bzw., ich denke, der Erfolg, Kinder zu zeugen, ist bei Familienvätern auch definitiv höher, weil Frauen es vermeiden, von einem Casanova schwanger zu werden, auf den sie sich nicht verlassen können. Das macht die These mit der Samenstreuung hinfällig, denn was nutzt das bloße Verstreuen, wenn es nicht auf "fruchtbaren Boden" fällt. Das ist Energieverschwendung.

So monogam, dass keine Seitensprünge vorkommen, ist allerdings kein Lebewesen. Sofern man damit aber eine gute Beziehung aufs Spiel setzt, sollte man gut drüber nachdenken, ob das wirklich lohnt. Das tun selbst schon Krallenäffchen.

CXalaJcirDy!a


Ich denke, dass der Mensch natürlich gesehen garnicht monogam ist es mit der Zeit einkultiviert wurde.

das sehe ich auch so. Stichwort: Kirche/Moral.

Partiell monogam, ja, bis der Nachwuchs einigermaßen selbstständig ist. Wobei man das Sterblichkeitsalter berücksichtigen muss, früher waren die Menschen eher erwachsen und eher alt.

Die Tendenz bei Männern zumindest ist es, sich möglichst breitflächig (also nicht nur eine Parnterin) zu vererben.

Grainne

rhanAdy


Es kann der frömmste nicht in Frieden leben, wenn ihn die schöne Nachbarin nicht lässt. ;-D

sYa-xxo


wieauchimmer

Du meinst, daß es nicht an der Kultur liegt, zählst aber trotzdem, bis auf die Sache mit den Hormonen kulturelle Gründe auf. Außerdem gehst Du von der heutigen Kultur aus. Zu Zeiten, wo die Menschen on Horden lebten, kümmerte sich die Horde bzw. die Frauen in der Horde um den Nachwuchs. War er älter, die Männer. Das war noch bis vor 2000 Jahren in Europa so und bis vor kurzem bei verschiedenen Eingeborenenstämmen. Die 50:50-These würde auch nur in der heutigen Kultur stimmen. Wenn es normal wäre, daß die 50 Frauen abwechselnd mit jedem der 50 Männer schlafen, wäre z. B. der soziale Frieden nicht gefährdet.

wuiea(u`chmim2mexr


Calacirya

Das greift ein wenig kurz, aber wer´s unbedingt glauben will, dass die böse Kultur uns da nur auferlegt hat, der solls meinetwegen glauben.

w7ie_auchimmmxer


saxo

zählst aber trotzdem, bis auf die Sache mit den Hormonen kulturelle Gründe auf.

Auch die Sache mit der Fruchtbarkeit und Bequemlichkeit ist KEIN kulrureller Grund und dass im Endeffekt Familienväter bei der Vermehrung mehr Erfolg haben, auch nicht, denn es reicht nicht, um die Eranlagen weiter leben zu lassen, seine Gene zu verstreuen, sondern man muss auch dafür sorgen, dass die eigenen Kinder das Erwachsenenalter erreichen, um die Gene in die nächsten Generationen weiter zu streuen. Eine mithelfende Oma hat laut einer Untersuchung übrigens einen positiven Effekt auf die Menge und Überlebensfähigkeit das Nachwuchs. Der soziale Frieden ist bei einem Lebewesen, dass in "Horden" lebt, auch nicht ursprünglich ein kultureller Grund. Auch bei anderen in Gruppen lebenden Tieren, regelt die Gruppe, wer mit wem Sex haben darf.

Das war noch bis vor 2000 Jahren in Europa so und bis vor kurzem bei verschiedenen Eingeborenenstämmen.

Aber auch da findet man in Aufeichnungen nicht christlicher Frühkulturen oder in Gräbern klare Hinweise darauf, dass sich auch damals schon feste Paare zusammen fanden. In heutigen Eingeborenenstämmen ist es ebenfalls so. Verschieden ist nur, wie sehr Fremdgehen bestraft wird (Eifersucht gibt es in jeder Kultur) und wie locker es mit Trennungen gehandhabt wird.

Aber ihr dürft euch natürlich gerne, ungeachtet all dieser Erkenntnisse, weiter vorstellen, die böse christliche Moral würde euch zu etwas zwingen. Dann nehmt euch doch einfach die Freiheit und lebt polygam und schaut, wie ihr damit (und andere mit euch) zurecht kommt und glücklich werdet. Die bekannten Grundlagen, sowohl biologisch, als auch soziologisch, rechtfertigen aber nicht, dass dies die ursprünglich "richtige" menschliche Lebensform ist. Also sucht nicht nach irgendwelchen fadenscheinigen Rechtfertigungen, sondern verantwortet es selber und tragt auch selbst die Konsequenzen.

G?abriell K^n%ighxt


wieauchimmer

Aber ihr dürft euch natürlich gerne, ungeachtet all dieser Erkenntnisse, weiter vorstellen, die böse christliche Moral würde euch zu etwas zwingen.

Das ist auch so ein Keulenargument - die "böse" christliche Moral. Fakt ist, das man sich noch nie so wenig darum geschert hat, wie heute. Es gab auch noch nie soviele Ehescheidungen wie heute in der Beziehungs-Wegwerf-Gesellschaft. Glücklicher sind die Menschen aber dadurch nicht geworden, ganz im Gegenteil... ;-)

CoalaPci?ryxa


Aus: "Warum wir aufeinander fliegen":

Fremdgehen im Zeitalter von Aids ist an der Tagesordnung. Einer repräsentativen Umfrage zufolge sind bereits 37 % der Deutschen schon einmal fremdgegangen. Schlusslicht sind die katholischen Spanier und Polen.

Wie in einer eigenen Studie mit Studenten und Studentinnen festgestellt wurde, schließen Frauen beim thema Fremdgehen von sich auf andere. Sind sie selbst schon einmal fremdgegangen, dann halten sie es für durchaus wahrscheinlich, dass sie umgekehrt ebenfalls bereits betrogen wurden, wissentlich oder unwissentlich. Nur wenige Frauen, die selbst noch nie fremdgegangen sind, glauben, dass ihr Partner sie betrügt.

Diejenigen, die sex. lockerer sind, und bereits vor der Ehe viele sex.Abenteuer hatten, haben solche Affären auch häufiger dann noch, wenn sie verheiratet sind.

Gründe: Es hängt vor allem von der Qualität der Beziehung ab, ob jemand fremdgeht. Grundsätzlich steigt die Gefahr mit der Länge der Beziehung. Is der Sex mit dem eigenen Partner zur Routine geworden, oder hat er ohnehin mit den Jahren abgenommen, lockt das Neue. Und so ist es für viele die pure Abenteuerlust, die sie zum Seitensprung verleitet. Gerade diejenigen, die von ihrer Persönlichkeit eher extrovertiert sind, gerne neue anregungen aufnehmen und sich impulsiv auf Neues stürzen -Eigenschaften, die im übrigen mit dem Testosteronspiegel zusammenhängen - können Verführungen seltener widerstehen. Mit derselben Begeisterung, mit der sie sich an ein neues Hobby machen, stürzen sie sich auch auf die Verlockungen eines neuen Partners.

Eintönigkeit, das scheint der wesentliche Grund zu sein, aus dem fremdgegangen wird.

Dazu hier das, was man den "Coolidge-Effekt" nennt:

Als C. Coolidge Präsident der USA war, besuchten er und seine Frau eine Farm. Beide wurden getrennt über den Hof geführt. Als sie am Hühnerstall vorbei kamen, bemerkte Frau Coolidge einen stolzen Hahn, worauf sie ihren Begleiter fragte, ob dieser Hahn denn häufiger als enmal am Tag Sex hätte. "Oh ja, Dutzende von Malen" antwortete der. "Bitte erzählen Sie das dem Präsidenten" verlangte die Präsidentengattin herausfordernd. Ein wenig später kam auch der präsident am Hühnerstall vorbei, wo man ihm von dem aktiven Hahn berichtete. "Die gleiche Henne jedes Mal?" fragte er erstaunt. "oh nein, Herr Präsident, jedes Mal eine andere."

Der Präsident nickte verständnisvoll und sagte: "Bitte erzählen Sie das Frau Coolidge."

Eine weitere Untersuchung der am. Zeitschrift "Psychology Today" mit über 62 000 Antworten ergab, dass außereheliche Affären bsonders dann gesucht wurden, wenn einer der Partner das Gefühl hat, in der Beziehung nicht gleichberechtigt zu sein. Diejenigen, die glaubten, in der Beziehung mehr zu geben als zu bekommen, waren unzufriedener mit ihrer Sexualität und suchten sich über kurz oder lang eine Beziehung nebenher.

Evolutionspychologische Erklärungen: Für Männer ist fremdgehen biologisch sinnvoll. Der Mann kann so seinen Reproduktionserfolg erhöhen. Doch auch für Frauen kann Fremdgehen durchaus von Vorteil sein. Getrieben von ihrer begrenzten Reproduktionskapazität - mehr als 24 Kinder pro Frau sind physisch kaum möglich - müssen sie besondere Sorge tragen, ihren Kinder die "besten" Gene mitzugeben. Ist der eigene Mann zwar nett und treu, aber ansonsten nicht unbedingt ein Held, was kraft und Stärke angeht, kann es für sie durchaus sinnvoll sein, einen kleinen Seitensprung zu wagen und dem treu sorgenden Ehemann das Kind eines genetisch besser ausgestatteten Mannes unterzujubeln.

Mindestens 10 % aller Kinder in Südengland stammen - durch Blutuntersuchungen festgestellt - nicht von ihren offiziellen Vätern.

Für ländl. Gebiete Nordhessens reichen die Schätzungen bis zu 17 %.

Muss fremdgehen sein?

Frauen gehen besonders dann fremd, wenn sie ihre fruchtbaren Tage haben. DAnn kommt es auch am häufigsten zu Doppelpaarungen. Dies ist umso interessanter, als dass Frauen mit ihrem eigenen Mann vor allem im unfruchtbaren letzten Drittel des Zyklusmonats schlafen. Auch ihr Orgasmusverhalten ist in dem Zusammenhang interessant: Frauen, die mit einem körperlich attraktiven Mann zusammen sind, haben häufiger einen O beim GV als die, deren Männer weniger attraktiv sind.

Grainne

w?iceXaju.chimmeWr


Gabriel Knight

Das ist auch so ein Keulenargument - die "böse" christliche Moral.

Nicht einmal zu Hoch-Zeiten der "bösen christlichen Moral" hat man sich, zumindest auf Seiten der Männer, darum geschert. Und zu Zeiten der alten Griechen, Ägypter oder Babylonier hat man auch nicht polygam gelebt. Es war eben nur verschieden, wie sehr es geahndet wurde, fremdzugehen oder sich scheiden zu lassen und ob für reiche Mächtige Ausnahmen galten (Harem). Meist wurde es jedoch bei Frauen streng geahndet und bei Männern lockerer gehandhabt. Da liegt vielleicht das viel größere Problem, vor allem bei der christlichen Moral.

weieau&chi]mmer


Calacirya

Eintönigkeit, das scheint der wesentliche Grund zu sein, aus dem fremdgegangen wird.

Gut möglich, ist aber was ganz anderes, als anzunehmen, der Mensch wäre von Grunde her polygam, also gar nicht für feste Zweierbeziehungen geschaffen. Die Lust auf heimliche Seitensprünge ab und zu, wegen des Abenteuers oder Selbstbestätigung, machen noch kein von Natur aus polygames Wesen, was nur durch Kultur in Zweierbeziehungen gezwungen wird.

Für Männer ist fremdgehen biologisch sinnvoll. Der Mann kann so seinen Reproduktionserfolg erhöhen.

Das bezweifel ich, denn Familienväter haben in der Regel mehr Kinder (Kuckuckskinder nur 10%) und bei einem Wesen, wo Kinder viele Jahre brauchen, um alleine überlebensfähig zu sein, reicht eine wahllose Samenspende auch nicht aus, um Reproduktionserfolge vorzuweisen. Was für ein Erfolg, wenn

Mann viel Energie dafür aufwendet, mit 20 Frauen Sex zu haben (denn die muss er alle erst "überzeugen"), aber diese verhüten, weil sie von einem dahergelaufenen Casanova, der keine Verantwortung übernimmt, kein Kind haben wollen (Verhütung gab es auch schon im alten Ägypten und die Chance, dass beim einmaligen Sex ein Kind ensteht, ist selbst ohne Verhütung recht gering, nämlich ca. 3 Tage im Monat jeder Frau und selbst dann nicht unbedingt). Der Reproduktionserfolg ist bei dieser Streuungsstrategie dann gleich Null, hat aber viel Energie gekostet, während es der nette Familienvater vielleicht erfolgreich auf zwei Kinder bringt und nicht jedesmal eine neue Frau erobern muss, sondern im besten Falle regelmäßig jeden Tag ohne Neueroberung, sein Glück versuchen kann. Was ist also für den Reproduktionserfolg definitiv die beste Strategie?

Doch auch für Frauen kann Fremdgehen durchaus von Vorteil sein. Getrieben von ihrer begrenzten Reproduktionskapazität - mehr als 24 Kinder pro Frau sind physisch kaum möglich - müssen sie besondere Sorge tragen, ihren Kinder die "besten" Gene mitzugeben.

Un interessanter Weise gehen eben z.b. bei monogamen Vogelarten, 40% der Weibchen heimlich fremd.

Allerdings sind wir nicht so sehr von der Evolution gesteuert, dass dies eine Begründung wäre. Schließlich entschließen sich zunehmend viele heute, auf Kinder ganz zu verzichten, obwohl wir im Wohlstand leben. Wie lässt sich das evolutionär erklären und wieso sollte eine evolutionäre Erklärung fürs Fremdgehen ausschalggebend sein, wenn sie für den Kinderwunsch nicht gilt?

mA ca r vT i n


*anderenaspekteinwerf*

Niemand bezweifelt die Fähigkeit der Eltern, alle ihre Kinder gleichermaßen zu lieben. Ein Mensch ist also durchaus in der Lage mehrere Personen zur gleichen Zeit zu lieben. Dies ist per Definition Polygamie, also liegt Polygamie in der Natur des Menschen.

C8alac7ixrya


marvin: Das sehe ich auch so. Monogamie ist auferzwungen, von Kirche und Gesellschaft.

Grainne

wJie&auch0immer


m a r v i n

Ein Mensch ist also durchaus in der Lage mehrere Personen zur gleichen Zeit zu lieben.

Ich kenne persönlich niemanden, der gleichzeitig in zwei in gleicher Weise verliebt war. Wenn es hier Durcheinander gab, dann meist, wenn die Liebe zum Partner keine leidenschaftliche, sondern nur noch eine freundschaftliche ist. Der Vergleich mit Mutterliebe hinkt! Denn Mutterlieb hat nichts mit sexueller Libido zutun. Es ist eine andere Form von Liebe. Ob tierarten, die monogam leben, überhaupt sowas wie Liebe empfinden, sei dahingestellt, eher nicht. Sie leben aber dennoch monogam. Also hat das m.E. nichts miteinanander zutun.

o3bli7vion


@marvin

Das heißt zwar alles Liebe, aber die Liebe von Eltern zu Kindern, Kindern zu Eltern, Brüdern zu Schwestern, Menschen zu Haustieren, zu Freunden oder aber von Partner zu Partner variiert doch ein bissel...findest du nicht ? ;-)

Von Natur aus würde ich sagen neigt ein Mensch zur Serien-Monogamie.

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