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Sind Menschen wirklich monogam?

blonneorigxel


@ m a r v i n

Dennoch halte ich sie (unsere Gesellschaft) nicht für liberal genug

Extrem liberale Gesellschaften existieren nicht von Dauer oder sind zumindest in ihrer Existenz stark bedroht.

Warum?

Weil es in der noch so liberalsten Gesellschaft der Welt immer ein genug großes "Sprengpotenzial" von Mitbürgern gibt, die die eigene Gesellschaft und den Staat durch ihre antiliberalen Strömungen bedrohen oder (im extremen Fall) umstürzen wollen.

Das beste Beispiel ist unser geliebter Nachbar die Niederlande.

Ich bin sehr positiv gegenüber unserem nord-westlichen Nachbarn eingestellt, aber seine liberales Gesellschaftsbild wurde z.B. durch das Attentat an Theo van Goch und die Nachwirkungen im Land auf eine harte Bewärungsprobe gestellt.

Ich will jetzt keine Bevölkerungsgruppe direkt angreifen, aber es ist immer gefährlich, wenn eine Gruppe von Menschen zu einer großen Zahl im Land sind, die sich einen Dreck für demokratische Werte und ein liberales Gesellschaftsbild interessieren.

Deutschland ist übrigens auf dem besten Weg, dieses "Sprengpotenzial" Stück für Stück zu erhöhen.

Ich halte unser Land im Gegenteil für viel zu liberal.

Es kann z.B. nicht angehen, wenn sich 50.000 Angehörige einer nicht-christlichen Religionsgemeinschaft in einem Bundesligastadion versammeln, um einem antidemokratischen Prediger zuzuhören, der offen und für jeden vernehmbar zum Umsturz der demokratischen Grundwerte der Bundesrepublik Deutschland aufruft.

In dem Land, indem sie leben und sich eigentlich integrieren sollten. Das, was jeder Deutsche in Kanada, den USA oder England auch machen muß, indem er aufgefordert wird, die Landessprache zu erlernen. Ansonsten wird er aufgefordert, daß Land zu verlassen. Oder er wird gar nicht erst ins Land vorgelassen.

In Deutschland dagegen ist es gang und gebe, daß ausländische Mitbürger 30 Jahre im Land leben und keine 5 Wörter Deutsch sprechen können.

Ergo: Nicht jeder Mensch begeistert sich dementsprechend für die Demokratie, Toleranz und liberale Werte. Diesen kann man dann auch nicht durch Schulung oder Geld für die eigenen Werte gewinnen.

Diese Menschen haben dann in unserem Land nix, aber auch rein gar nix zu suchen.

In diesem Fall lautet dann der Grundsatz:

Keine Toleranz für die Intoleranz.

bonnerigel

sxhnixpxpy


Kennt Ihr das: Man beschäftigt sich abends mit Freunden mit Dart, Billiard, Bowling oder man geht z.B. ins Kasino. Oder das Kind möchte nur zur Playstation im Karstadt, während die Mutter sich andere Sachen anguckt.

Alles hat etwas gemeinsam: Solange es begrenzt ist, es Geld kostet, es Zeit kostet die man nicht hat möchte man es am liebsten nicht mehr aufhören.

Doch hat das Kind die Playstation Zuhause, hat man eine Villa mit Billiardtisch, Bowlingbahn, oder vielleicht eine eigene Rennbahn für Sportautos ist der Reiz verloren sich mit diesen Dingen so intensiv zu beschäftigen wie vorher.

Das kann man denke ich auch auf das Sexverhalten von Menschen zurückführen. In der Regel ist es doch so, dass die Frau sich nur hergeben muss und der Sexpartner in windes Eile auftaucht. Man siehts ja immer wen mal man Abends weg ist. Jede Frau wird mal kurz oder lang von einem angemacht. Sie hats viel leichter und deshalb ist dieses Fremdpoppen nicht so ausgeprägt wie bei den Männern. Es kann aber auch sein, dass die Frau unzufrieden mit Ihrem äußeren ist und sich deshalb einredet, dass Sie auch drum Kämpfen muss. Das sind dann die Frauen, die ständig andere Geschlechtspartner haben und nicht merken, dass sie garnicht drum kämpfen müssen.

Als Mann muss man eher darum kämpfen eine Frau ins Bett zu kriegen. Man hats einfach schwerer das hat den Effekt das Männer stärker veranlagt sind anderweitigen Sex zu haben.

Der schöne Ausdruck "schwanzgesteuert" zu sein ist garnicht so verkehrt. So ein oft verwedeten Ausdruck für Frauen gibt es nicht.

Ich bin auch der Meinung, dass attraktive Männer, die oft von Frauen angesprochen werden und ihre Jugend mit vielen Mädels im Bett in Erinnerung haben, eher Treu sind als nichts so Attraktive Männer.

Mkant#ixs


Ich denke nicht, dass der Mensch ursprünglich monogam war. In Matriachaten bestand/besteht keine Notwendigkeit zur Monogamie, da die Vaterschaft sowieso keine Rolle spielte. Es stand eher das Wohl der Gemeinschaft im Vordergrund, das kann man übrigens bei den wenigen, noch heute bestehenden Matriachaten gut beobachten. Beispielsweise gibt es bei den Mosuo in China eine sog. "Besuchsehe", dh die Frauen haben für einige Zeit einen Liebhaber, gehen aber mit diesem keine fixe monogame Beziehung ein. Meiner Meinung nach macht die Theorie, dass Monogamie erst mit dem Aufkommen des Patriacharts enstanden ist, Sinn. Ein Mann kann eben nie sicher sein, dass er der Vater ist, und deswegen galt/gilt es, die genetische Herkunft der Nachkommen zu kontrollieren.

Im Tierreich gibt's viele Variationen, wie auch die mit uns am nächsten Verwandten gut veranschaulichen: Bei den Gorillas herrscht zB Polygynie, bei den Schimpansen lässt sich das Weibchen u.a. von Männchen einer anderen Sippe befruchten (um Inzest vorzubeugen) und bei den Bonobos herrscht Promiskuität (übrigens ein Matriachat).

Dass die Gesellschaft noch immer einen sehr starken Druck auf die Art des Zusammenlebens ausübt, brauchen wir wohl nicht zu diskutieren. Warum sind zB homosexuelle Ehen in vielen Staaten nicht erlaubt, und warum spielt es bei der Scheidung eine Rolle, ob ein Partner außerehelichen Geschlechtsverkehr hatte? Ich finde es nur seltsam, wenn von der Gesellschaft die Monogamie gepredigt wird und sich fast keiner daran hält. Realistisch ist sicher eine Art serieller/partieller Monogamie, wo der Partner schon eine fixe Bezugsperson für eine bestimmte Zeit darstellt, jedoch Seitensprünge vorkommen. Das würde ich jedoch nicht als Monogamie bezeichnen.

Ich persönlich bevorzuge auch, für einen bestimmten Zeitraum mit einem Partner zusammenzuleben, ich lebe auch in einer langjährigen monogamie-ähnlichen Beziehung. Abgesehen davon halte ich eine männliche Bezugsperson in der Erziehung für wichtig. Auf der anderen Seite kann ich mir auch andere Arten von Beziehungen vorstellen, nur gibt's halt wenig Erfahrungsberichte darüber, weil sie eben gesellschaftlich nicht akzeptiert sind. Aber da wird sich in Zukunft akzeptanzmäßig noch einiges tun. Früher waren zB Scheidungen nicht wirklich akzeptiert, heute sind Patchwork-Familien oder alleinerziehende Mütter glücklicherweise schon fast selbstverständlich.

Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass bei unserer Lebenserwartung reine Monogamie bei zwei gleichberechtigten, finanziell unabhängigen und glücklichen Partnern beim Großteil der Bevölkerung lebenslang funktioniert. Deswegen ist es illusorisch, es als Ideal hinzustellen. Es wäre interessant, welcher Threadteilnehmer, der schon etwas älter ist, tatsächlich monogam lebt (das heißt erst ein Sexual/Bezugspartner über einen langen Zeitraum).

Heute hat jeder die Möglichkeit, auch promiskuitiv oder polygam zu leben, wenn er möchte. Wenn er auch eine polygame Beziehung gesetzlich nicht legitimieren kann (Ehe) und die gesellschaftliche Doppelmoral nerven kann.

@ wieauchimmer

So monogam, dass keine Seitensprünge vorkommen, ist allerdings kein Lebewesen.

Dann kann man aber nicht mehr von Monogamie sprechen :-/

Meist wurde es jedoch bei Frauen streng geahndet und bei Männern lockerer gehandhabt. Da liegt vielleicht das viel größere Problem, vor allem bei der christlichen Moral.

Da geb ich dir Recht. Das ist allerdings heute noch so, der Seitensprung einer Frau wird gesellschaftlich noch eher verurteilt als der eines Mannes.

Frag doch mal, wie viele Menschen sich eine stabile, monogame Beziehung wünschen, weil sie ein Bedürfnis nach einer solch vertrauten Nähe haben?

Zwischen Wunsch und Realität ist leider ein Unterschied. Warum ist die Scheidungsrate dann so hoch?

@ Calacirya

Frauen gehen besonders dann fremd, wenn sie ihre fruchtbaren Tage haben.

Das ist wissenschaftlich erwiesen. So gesehen sollten wir die biologischen Verhaltensmuster sehr wohl berücksichtigen.

@ bonnerigel

Ich denke, Seitensprünge gab es schon immer - zumindest von Männern -, auch die Möglichkeit dazu, sie wurden nur besser vertuscht. Sicherlich haben heute mehr Menschen (zB auch Frauen) die Möglichkeit zum Seitensprung. Aber es wird auch offener darüber gesprochen.

w"ieawuchimxmer


shnippy

Das kann man denke ich auch auf das Sexverhalten von Menschen zurückführen.

Das ist wohl von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wie sehr konsumorientiert er immer wieder neues haben muss und nie zufrieden ist oder wie viel er mit eigener Phantasie, Leidenschaft und Konzentration aus dem, was er hat, immer wieder neues ziehen kann. Das kannst du nicht verallgemeinern.

Allerdings wird das Konsumieren natürlich gefördert, indem man ständig vermittelt bekommt, man hat noch nicht genug, das neuste Handy hat noch viel mehr und bessere Funktionen und man muss dringend immer das Neuste vom Neusten haben, denn das kurbelt die Wirtschaft an. Die Sexindustrie macht einen Riesenumsatz und sie schürt die Unzufriedenheit, um dann gleich die Lösung zu präsentieren: Mehr kaufen!

Das hat aber nichts mit Polygamie und Monogamie zutun, sondern mit Konsumgesellschaft, wo das ständige Schaffen von Unzufriedenheit und neuen Bedürfnissen den Absatz nach Produkten und Dienstleistungen fördert. Dass aber immer mehr und immer neues tatsächlich zufriedener macht, wag ich sehr zu bezweifeln. Es macht eher unzufrieden, denn kaum hat man etwas Neues, ist es schon wieder nicht das neuste und es werden neue Sehnsüchte geschürt.

m, a pr Xv i xn


@ bonnerigel (off-topic)

ich habe auch ein paar Meinungen über die Gesellschaft, die man unter rechtskonservativ einstufen könnte... aber im Großen und Ganzen fehlt mir Liberalität... auch wenn es mir in den fingern juckt, gehe ich nicht im Einzelnen auf deine Punkte ein, da dies ja kein Politikforum ist.

ACspaVsia


Monogam? Nein!

Wie kommst du den darauf, dass Menschen monogam sein sollten ???

Streng genommen bedeutet monogamie doch, dass man bei ein und demselben Sexualpartner für immer bleibt. Und das nicht, weil es ein (Ehe-)Vertrag vorschreibt, sondern ganz freiwillig!

Das ist bei den Menschen ja nun offensichtlich nicht so!!!

Natürlich haben Menschen ein Interesse an der Monogamie des PARTNERS - aber nicht an der eigenen. Daraus ergibt sich der ganze Konflickt.

w*ieau}chcimmxer


Mantis

In Matriachaten bestand/besteht keine Notwendigkeit zur Monogamie, da die Vaterschaft sowieso keine Rolle spielte.

Aber auch in Matriarchaten wird die serielle Monogamie gelebt.

Beispielsweise gibt es bei den Mosuo in China eine sog. "Besuchsehe", dh die Frauen haben für einige Zeit einen Liebhaber, gehen aber mit diesem keine fixe monogame Beziehung ein.

Doch es ist eine monogame Beziehung, aber eben nicht bis ans Lebensende. Sie hat ja nicht zwei Männer gleichzeitig, sondern nacheinander. Sie geht mit ihm eine monogame Beziehung ein, aber nur, solange es funktioniert, genauso, wie es ja hier auch zunehmend üblich ist, Lebensabschnittsgefährte. Polygam heißt, dass man gleichzeitig mehrer Partner hat. Nacheinander heißt "serielle Monogamie".

Realistisch ist sicher eine Art serieller/partieller Monogamie, wo der Partner schon eine fixe Bezugsperson für eine bestimmte Zeit darstellt, jedoch Seitensprünge vorkommen. Das würde ich jedoch nicht als Monogamie bezeichnen.

Ja, allerdings werden diese Seitensprünge auch im Tierreich heimlich vollzogen, denn auch da gibt es Eifersucht. Das ist Monogamie, weil Monogamie als Begriff sich auf den aktuellen Zustand bezieht und nicht heißt: Lebenslange Monogamie.

Heute hat jeder die Möglichkeit, auch promiskuitiv oder polygam zu leben, wenn er möchte.

Das kann er. Er muss aber dann auch die Konsequenzen ziehen. Möchstest du einen Mann haben, der gleichzeitig noch andere Frauen neben dir hat? Wer möchte einen notorischen Fremdgänger haben? Eine gewisse Verläßlichkeit ist nunmal auch ein großes Bedürfnis, oder glaubst du, dass Trennungskummer, Eifersucht, etc. nur durch die Kultur geschaffen wurden? Trennungskummer hat man ja schließlich auch außerhalb von Beziehungen. Wer nicht monogam leben will, der muss sich entsprechende Partner suchen oder die Konsequenz tragen, dass die Beziehung durch einen Seitensprung kaputt geht.

Dann kann man aber nicht mehr von Monogamie sprechen

Doch kann man, denn es geht darum, dass man nur gleichzeitig einen festen Partner hat.

Zwischen Wunsch und Realität ist leider ein Unterschied. Warum ist die Scheidungsrate dann so hoch?

Das stimmt, aber bei wievielen Menschen führt es heute schon dazu, dass sie durch die vielen Trennungen enttäuscht sind, Angst haben, sich überhaupt nochmal fest zu binden und irgendwie beziehungsgeschädigt sind und sogar ewig Sinle bleiben und sich gar nicht mehr binden. Ständige Trennungen und Wechsel hinterlassen eben auch negative Spuren in der Psyche der meisten. Daher würde ich das nicht als die ideale Lösung sehen, dass man nun ständigen Partnerwechsel, etc. propagiert. Dass es in Ordnung ist, dass mna eine nicht funktionierende Beziehung ohne gesellschaftliche Schwierigkeiten lösen kann, das ist eine Sache. Ob es aber glücklich macht, dieser ständige Wechsel, Trennungsschmerz, wieder auf einen neuen Menschen einstellen, etc. ist eine ganz andere Frage.

Monogamie sollte kein Dogma sein, dass bei Nichtenhalten unter staatlicher Strafe steht. deshalb muss ich aber noch lange nicht mit einem Partner leben wollen, der Polygamie bevorzugt. Polygamie aber stattdessen zum Dogma erheben, ist genausowenig die Lösung, denn Menschen sehnen sich nun mal auch nach festen, verlässlichen sozialen Bezügen, was sich ja auch z.B. bei langjährigen Freundschaften niederschlägt. Diese Sehnsucht ganz außer Acht zu lassen und so zu tun, als sei sie unnatürlich, kann m.E. auch nicht richtig sein.

wYieaGuchi|mmexr


Aspasia

Streng genommen bedeutet monogamie doch, dass man bei ein und demselben Sexualpartner für immer bleibt.

Nein, das bdeutet es nicht, sondern es bedeutet, dass man gleichzeitig nur einen Partner hat und nicht in Gruppenehen oder Harems lebt.

A5spaxsia


wieauchimmer,

was du meinst, ist die "serielle Monogamie" - man hat immer nur einen Geschlechtspartner zur gleichen Zeit.

Aber nacheinander beliebig viele.... nun ja... - dann wäre auch der monogam, der jeden Tag eine(n) andere(n) hat....

GAabriel KAnighxt


wieauchimmer

Ich bin beeindruckt - ehrlich beeindruckt.

Wenn man sich die Mühe macht und einige angeführte Quellen näher betrachtet, muss man dir einfach Recht geben.

whieau,chixmmer


Aspasia

dann wäre auch der monogam, der jeden Tag eine (n) andere (n) hat...

Nein, denn das kann man wohl kaum als Partnerschaft bezeichnen.

M;anXtis


@ wieauchimmer

Das ist Monogamie, weil Monogamie als Begriff sich auf den aktuellen Zustand bezieht und nicht heißt: Lebenslange Monogamie.

Ich denke, zwischen sog "serieller" Monogamie und Promiskuität sind die Grenzen fließend. Monogamie bedeutet schon den gleichen Partner lebenslang oder zumindest über einen sehr langen Zeitraum. Als Monogamie entstand bzw. gesetzlich abgesichert wurde, war aus Zeitgründen gar nicht mehr als eine Beziehung drin, gerade die Menschen der Antike wurden nicht sehr alt. Aktueller Zustand kann ja zB nur ein paar Tage sein. Im aktuellen Duden wird monogam übrigens mit

1. von der Anlage her nur auf einen Geschlechtspartner bezogen 2. (Völkerkunde) nur die Einehe kennend

übersetzt. Das heißt, reine Monogamie, wie es zB auch die Kirche/Gesellschaft sieht, bedeutet tatsächlich eine Beziehung, die bis zum Tod eines Partners andauert. Handelt es sich um Monogamie, wenn ich alle 3 Monate einen neuen Partner habe? Alle 6 Monate? Wo ziehen wir die Grenze zwischen Promiskuität und serieller Monogamie? Bei 10 Jahren? Bei 30 Jahren? Wenn ein Partner innerhalb einer langjährigen monogamie-ähnlichen Beziehung einen Seitensprung macht, dürfen wir eigentlich auch nicht mehr von serieller Monogamie sprechen, es handelt sich dann eher um "partiell-serielle" Monogamie.

Doch es ist eine monogame Beziehung, aber eben nicht bis ans Lebensende. Sie hat ja nicht zwei Männer gleichzeitig, sondern nacheinander. Sie geht mit ihm eine monogame Beziehung ein, aber nur, solange es funktioniert, genauso, wie es ja hier auch zunehmend üblich ist, Lebensabschnittsgefährte.

Abgesehen davon, das es in Matriachaten durchaus üblich war/ist, die Sexualpartner häufig zu wechseln (also eher Promiskuität, das war hier gemeint), handelt es sich bei der sog. "Besuchsehe" um eine eher sexuelle Beziehung, das würde ich nicht mit serieller Monogamie vergleichen. Eine Ehe/langjährige Beziehung würde ich schon anders bewerten als eine Affäre/Fickbeziehung.

Das stimmt, aber bei wievielen Menschen führt es heute schon dazu, dass sie durch die vielen Trennungen enttäuscht sind, Angst haben, sich überhaupt nochmal fest zu binden und irgendwie beziehungsgeschädigt sind und sogar ewig Sinle bleiben und sich gar nicht mehr binden.

Warum heute? Ich glaube nicht, dass das früher einmal besser war. Ich denke eher, dass man heute offener darüber spricht. Seitensprünge gab's früher genauso. Früher war eine Scheidung rein wirtschaftlich (vor allem für die Frauen) nahezu unmöglich, vom rechtlichen/sozialen/gesellschaftlichen Aspekt ganz zu schweigen. Ich bin ehrlich gesagt froh, nicht vor 100 Jahren als Frau leben zu müssen, es war vor 50 Jahren noch schlimm genug.

Polygamie aber stattdessen zum Dogma erheben, ist genausowenig die Lösung, denn Menschen sehnen sich nun mal auch nach festen, verlässlichen sozialen Bezügen, was sich ja auch z.B. bei langjährigen Freundschaften niederschlägt.

Ich denke, da war eher nicht Polygamie, sondern Promiskuität gemeint. Und zum "Dogma" hat es bestimmt keiner erhoben. Sicher ist Monogamie zu einem Teil kulturell geprägt, aber das würde ich eher positiv sehen. Menschliches Zusammenleben ist immer auch kulturell geprägt.

Er muss aber dann auch die Konsequenzen ziehen. Möchstest du einen Mann haben, der gleichzeitig noch andere Frauen neben dir hat? Wer möchte einen notorischen Fremdgänger haben?

Wie bereits gesagt, ich persönlich bin eher für monogamie-ähnliche Beziehungen, das heißt aber nicht, dass andere Beziehungen nicht funktionieren können. Beispielsweise sind polygame Beziehungen in manchen Völkern aus reinen Überlebensgründen entstanden und haben durchaus einen Zweck. Wenn man sich frei entscheiden kann und viel Wert auch eine emotionale Beziehung legt, ist man aber wahrscheinlich überfordert. Ich erinnere mich gut an ein Interview mit einer Frau, die in einer polyandrischen Beziehung lebte (ist in Teilen Tibets aus wirtschaftlichen Gründen so üblich), sie meinte mit verzweifeltem Gesichtsausdruck, dass ihr 2 Männer "zuviel" wären. Und sie war nicht die einzige.

Wenn man über das Sozialleben in Matriachaten liest, klingt das auch durchaus plausibel, das Zusammenleben scheint tatsächlich sehr friedlich zu sein. Allerdings steht das Wohl der Gemeinschaft sehr im Vordergrund, es spielt sicher eine größere Rolle als Eifersucht. Sicherlich, das können wir uns heute nicht mehr vorstellen, heute sind wir eher vom Individualismus geprägt. Letzteres ist wahrscheinlich der Grund, warum das zB in Europa nicht mehr funktionieren würde, wir sind viel zu egoistisch und individualistisch. Das ist jetzt übrigens nicht wertend gemeint, sondern einfach Tatsache, heute steht eher die Kleinfamilie im Mittelpunkt unseres Lebens, die Großfamilie/Sippe spielt nicht mehr so eine große Rolle. Ich sehe das positiv, ich könnte mir so ein Zusammenleben nur schwer vorstellen.

wvieauFchimxmer


Mantis

Ich denke, zwischen sog "serieller" Monogamie und Promiskuität sind die Grenzen fließend.

Fließend: Ja

Aber ich denke, jeder hat da seine Grenze, ab wann man etwas als Partnerschaft/Beziehung betrachtet oder nur als Affaire oder Sonstiges. Früher war das einfach. Man fragte: "Willst du mit mir gehen" und wenn der andere "Ja" sagte, wars eine Beziehung. Ich denke, in der Regel klären die Partner es untereinander ab, was es ist, was sie da miteinander haben. Da kann auch ein stilles Einvernehmen mitunter reichen. Die Grenzen sind also im allgemeinen fließend, aber die einzelnen einigen sich auf einen festen Grenzpunkt. Herrscht da ein Mißverständnis, dann führt das zu Konflikten. Ganz klar wird dieser Punkt gesetzt, wenn man heiratet. Damit bekundet man offiziell und sogar gesetzlich, dass man ein Paar ist.

gerade die Menschen der Antike wurden nicht sehr alt.

Bist du da sicher? Im alten Testament wurden sie angeblich zeitweise 1000 Jahre alt und da wurde auch geheiratet. Moses wanderte 40 Jahre durch die Wüste. Da war er vorher bereits verheiratet. Im Mittelalter wurde man nicht sehr alt, allerdings täuscht die Statistik, weil eine hohe Säuglingssterblichkeit sie nach unten drückt. Im alten Asien wurden sie, soweit ich weiß, recht alt und da herrschte auch keine Polygamie. Ich kenne von keiner Kultur, wo Polygamie die gängige Lebensform war (also auch bezogen auf breite Bevölkerungsschichten). Bei Indiandern war es z.B. so, dass Bigamie dann erlaubt war, wenn der Ehemann gestorben war. Dann konnte ein anderer Mann diese Witwe noch zusätzlich heiraten. Hierzu einen guten Link:

[[http://mitglied.lycos.de/Gruenewald/4_kult.htm]]

Das heißt, reine Monogamie, wie es zB auch die Kirche/Gesellschaft sieht, bedeutet tatsächlich eine Beziehung, die bis zum Tod eines Partners andauert.

Darum nennt sich das andere auch "serielle Monogamie", aber das ist eben noch lange keine Polygamie, so wie eben einige hier behaupten, dass der Mensch von Natur aus polygam sei und Monogamie generell kulturell aufgezwungen.

Handelt es sich um Monogamie, wenn ich alle 3 Monate einen neuen Partner habe?

Ist das nach drei Monaten schon für dich ein fester Partner ???

Wenn ein Partner innerhalb einer langjährigen monogamie-ähnlichen Beziehung einen Seitensprung macht, dürfen wir eigentlich auch nicht mehr von serieller Monogamie sprechen, es handelt sich dann eher um "partiell-serielle" Monogamie.

Meinetwegen, obwohl man natürlich einen einzigen Seitensprung auch als zu vernachlässigende Ausnahme von der Regel sehen kann. Wenn ich Anstreicher von Beruf bin, aber auch mal eine Lampe repariere, bin ich ja nicht gleich partieller Anstreicher und Elektriker.

Ich denke, da war eher nicht Polygamie, sondern Promiskuität gemeint.

"In allen Kulturen hüten Frauen und Männer eifersüchtig ihre sexuellen und Fortpflanzungspartner.[ Selbst in einem Harem gibt es eine Hauptfrau mit besonderen Privilegien] Bekannterweise gibt es einige Ausnahmen wie Partnertausch, doch weltweit betrachtet und in den Dimensionen unserer eigenen Gesellschaft spielen solche Verhaltensweisen eine sehr geringe Rolle. Bisweilen wird von Völkern berichtet, in denen es keinerlei sexuelle Eifersucht gegeben habe oder gebe. Nach neuen ethnologischen Forschungen kann man aber davon ausgehen, dass solche Darstellungen auf einer ungenügenden Faktensammlung beruhen und daher unrichtig sind. Die Polynesier werden in der Literatur häufig als Menschen beschrieben, bei denen es weder sexuelle Scham noch sexuelle Eifersuchtsreaktionen gegeben habe. In der Südsee reagiert man aber auf einen »Seitensprung« des Ehepartners oder der Ehepartnerin ähnlich verletzt wie bei uns. So unterschiedlich, wie man meinen möchte, sind die Kulturen im Hinblick auf die Sexualität also nicht.

Sexuelle Scham ist in der Tat ein universelles Phänomen, und der Geschlechtsverkehr findet nirgendwo, bis auf sehr seltene Ausnahmen, in aller Öffentlichkeit statt. Dieser intimste aller Akte ist biopsychisch offenbar so gesteuert, dass wir die Intimität, die Abgeschiedenheit von den anderen suchen und im Normalfall nicht wünschen, dass es Zeugen dabei gibt. Doch warum das, warum nicht die Kopulation auf dem Dorfplatz? Evolutionsbiologen erklären das so: Bereits bei manchen Affenarten gibt es die Tendenz, dass ein Weibchen und ein Männchen eine relativ feste Bindung zueinander aufbauen. Das heißt, sie suchen die Nähe des anderen, teilen Nahrung und verstehen sich offenbar insgesamt gut. Aus dieser Beziehung ergibt sich häufig ein sexuelles Verhältnis. Wenn, so die Vermutung, die »Verliebtheit« der beiden und ihre sexuellen Akte in der Gruppe stattfänden, wäre die Chance groß, dass ein mächtiges Alpha-Männchen die Zweisamkeit durch einen Angriff stören würde. Auch hochrangige Weibchen könnten das tun. Solche Interventionen kommen in der Tat oft vor, einschließlich regelrechter Bestrafung der Betroffenen. In der Abgeschiedenheit hätten die beiden eine größere Chance, ungestört zu bleiben. Eine solche Präferenz für Intimität käme vor allem den Weibchen zugute, die ihre Partnerwahl unbeeinflusster von einem oder mehreren dominanten Männchen treffen könnten. Die menschliche Sexualität ist das Ergebnis unserer langen Stammesgeschichte und gleichzeitig eine ganz spezifische Lösung der Frage »Wie finde ich einen Partner, eine Partnerin, mit dem/der ich Kinder haben möchte?"

Sicher ist Monogamie zu einem Teil kulturell geprägt

Und was ist mit der Psychologie, z.B. der Bindungstheorie? Wunsch nach Sicherheit, Intimität, Verlässlichkeit.

Das wird hier völlig außer Acht gelassen. Schau auch mal ins Beziehungsforum, wie sehr viele Leute darunter leiden, einen Partner zu verlieren oder es eben als Vertrauensbruch empfinden, betrogen zu werden.

Die psychologischen Aspekte gehören genauso zur Natur des Menschen.

Ich habe den Eindruck, dass hier gerne die Promiskuität als natürliche Sache von denen vorgebracht wird, die damit ihr Fremdgehen rechtfertigen wollen und das Spielen mit den Gefühlen anderer. Sie lassen dabei aber aus, dass es eben noch andere menschliche Gefühle gibt, außer geil sein und poppen wollen, was nicht schnell genug weglaufen kann.

Beispielsweise sind polygame Beziehungen in manchen Völkern aus reinen Überlebensgründen entstanden und haben durchaus einen Zweck.

Da spielen aber in der Regel Gefühle keine Rolle und Eifersüchteleien gibt es auch unter den Frauen im Harem, nur dass es keinen intereressiert, wie sie ein Leben im Harem so finden.

Wenn man sich frei entscheiden kann und viel Wert auch eine emotionale Beziehung legt, ist man aber wahrscheinlich überfordert.

Ja, erstens das und zweitens gibt es auch schon Eifersucht unter Geschwistern. Die Überforderung liegt zu einem Teil sicher auch daran, dass die Frau mit zwei Männern drauf achten muss, dass sie beide gleichwertig behandelt, beiden die gleiche Aufmerksamkeit gibt, damit sich nicht einer zurückgesetzt fühlt. Das heißt aber auch, dass sie auch nicht wirklich frei ist. Sie muss, um der Gerechtigkeit Willen, z.B. abwechselnd und genauso oft mit jedem von beiden Sex haben, ob sie Lust hat oder nicht, damit es nicht zu Streitigkeiten kommt. Die totale Freiheit habe ich nie, sobald ich mich auf andere Menschen einlasse. Auch gegenüber Freunden kann ich nicht rücksichtslos tun und lassen, was ich will, sonst hab ich nämlich nicht lange welche.

Allerdings steht das Wohl der Gemeinschaft sehr im Vordergrund, es spielt sicher eine größere Rolle als Eifersucht.

Habe noch nirgens gelesen, dass es dort keinen Trennungsschmerz oder Eifersucht gibt. Nach einer Studie über drei Kulturen (Deutschland, Mexiko und matriarchale Juchitan) ist Intimität das, was kulturübergreifend von allen gewünscht wird. Sich von einer Person lösen, mit der man eine intime Beziehung hat, tut m.E. überall weh. Wenn ich aber eine Großfamilie im Rücken habe, mit der ich mich mehr verbunden fühle, als mit dem Partner, dann tuts vielleicht nicht ganz so weh.

Mit zwei gleichzeitig Sex haben heißt, die Intimität zu teilen und das führt zu Eifersucht. Eifersucht ist einfach ein normales Gefühl, was auch in anderen Zusammenhängen auftritt, wenn man sich im Punkt Aufmerksamkeit und Nähe benachteiligt fühlt. Hat wohl sicher etwas damit zutun, dass es ein normales menschliches Bedürfnis ist, von anderen Anerkennung zu erhalten. Habe ich zuvor die ungeteilte Aufmerksamkeit meines Partners gehabt und dann nicht mehr (wobei noch hinzukommt, dass jemand Neues, weil neu und interessant, erstmal noch mehr Aufmerksamkeit bekommt), dann geht mir eben etwas verloren, worauf ich vielleicht kein Recht hatte, aber mich dabei wohlfühlte und daher auch das Recht habe, Verlust zu empfinden.

DUer_UNewitxon


In der Natur des Menschen liegt sicher beides, so wie auch bei nichtsexuellen Dingen: Hängen an alten Gewohnheiten vs. Abwechslung + Reiz des Neuen. Da muß Mensch sich halt entscheiden was ihm wichtiger ist.

w*ieayuclhiXmxmer


Der_Newton

Ja, genau. Allerdings ist durch den Wunsch nach Zusammengehörigkeit zu anderen Menschen eine Entscheidung auch nie von der Reaktion anderer unabhängig. Wenn ich mich entscheide, fremdzugehen, dann kann ich aber nicht erwarten, dass mein Partner da nicht emotional drauf reagiert. Da muss ich mich dann eben im Zweifel fragen, ob mir das Fremdgehen wichtiger ist, oder die Harmonie in der Beziehung.

"Polygamie ist sicher eine Lösung, wenn kein Nachwuchs erwartet oder gewünscht wird. Die Menschen begegnen sich hier vielleicht in größerer Freiheit und Toleranz, als dies in der Monogamie möglich ist. Erleichtert wird diese Lebensweise in unserer heutigen Situation noch durch Verhütungsmöglichkeiten und durch die Tatsache, daß sich die Frauen durch Emanzipation unabhängiger gemacht haben. Doch das Ideal, daß sich alle lieben und keiner eifersüchtig ist, bleibt eben eines. Es ist nicht vollkommen umsetzbar, und auch neuere kulturelle Entwicklungen haben hierauf keinen Einfluß. Es gab genügend Beispiele in der Geschichte, in denen versucht worden ist, eine polygame Lebensweise duchzusetzen, und nirgendwo konnte Haß und Eifersucht vermieden werden. Auch hier ist die einzige Möglichkeit, eine solche Lebensweise zu erzwingen, die Verdrängung. Der Mensch ist also von seinem Wesen her nicht ausschließlich polygam.

...Der Konflikt zwischen monogamen Bestrebungen und außerehelicher Beziehungslust bleibt ungelöst. Wo das eine favorisiert wird, wird das andere verdrängt, und beides gleichberechtigt nebeneinander kann nur schwer existieren, da sich Monogamie und Polygamie im Prinzip ausschließen. Es bleibt (leider) nur eins zu sagen: Der Mensch muß mit diesem Konflikt leben. Jeder muß für sich entscheiden, wie er diesen Konflikt löst. Es gibt kein Patentrezept. Eine annähernd intelligente Lösung ist die Akzeptanz der anderen Seite. Entscheidet sich ein Paar für die Monogamie, muß es akzeptieren, daß die Lust auf andere Sexualpartner oder gar Beziehungen nicht zu vermeiden ist. Entscheiden sich mehrere Menschen für die Polygamie, müssen sie auch Eifersucht als festen Bestandteil annehmen. Insgesamt ist es wahrscheinlich sinnvoll, sich selbst und den anderen nicht mit Idealen zu überfordern, wobei es wiederum nicht unsinnig ist, nach einem solchen zu streben. Man muß versuchen, für sich einen Mittelweg zu finden und die menschliche Unvollkommenheit zu akzeptieren. Niemand kann vollkommen monogam oder vollkommen polygam sein. Weder Lust noch Eifersucht können vermieden, weder Treue noch Toleranz erzwungen werden."

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