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Frauenarztbesuch: Die Gefühle der Frau und ihres Partners

v/er]lorengDegangxen


Man sollte vielleicht auch mal dran denken das die Frau selber auch nicht drauf steht von dem Herrn Frauenarzt an ihren intimsten Stellen beleuchtet, begutachtet und angefasst zu werden...

und nett wärs auch wenn Männer auch ständig zum Arzt müssten um sich da unten anfassen zu lassen... dann würden die auch nicht mehr so große Töne spucken... lächerlich, manche sollten echt mal den Mund halten und einfach froh sein das sie selbst nicht hin müssen.

--mal wieder muss man die ausnahmen lobend aus der kritik raushalten ;-) nicht alle männer sind gleich --

ejhrlichxER


… da werde ich doch gleich mal wieder an meine Musterung erinnert. Schrecklich! Und dann war ich auch noch "tauglich" …

l^ump@ie1x8w


Also mein Freund war zu meinem letzten Arztbesuch mit, weil ich von der Pille zur Spirale umgestiegen bin und Verhütung ihn ja auch was angeht :)z Jedoch war er nur beim Gespräch dabei, was mir auch recht war. Zur Vorsorge war er noch nie mit, warum soll er auch ??? Und auf die Idee dass ich bei dieser Untersuchung irgendwelche tollen Gefühle hätte ist er noch nie gekommen, er musste mal zum Urologen und weiss wohl wie unerregend das ist :-/

N6urSao


nun .nachdem ich den Thread gelesen hab ..finde ich es echt klasse wie manche drauf reagiern.....

Hilft ungemein ...

Dankeschön

Lkul@lu#8s8


Ich glaube man sollte sich da als Partner der Frau keinen allzu großen Kopf drum machen. Es ist nicht der angenehmste Arztbesuch, aber auch nicht mehr als nur ein Arztbesuch. Der Arzt berührt einen ja nicht so, dass man in irgendeiner Weise dadurch erregt wird. Und es ist eh -zumindest bei der Vorsorge- wieder so schnell vorbei, dass man sich da echt keine Gedanken machen muss. Er guckt da eben drauf und rein, man geht wieder, und dann hat er schon die nächste Frau vor sich. Für den Arzt wird das also auch nur Routine sein. Deswegen: Alles halb so wild ;-)

Für mich war es auch noch nie ein wirkliches Thema gegenüber meinen Partnern und dementsprechend hatten sie da wohl auch keine Probleme mit.

Sgtacy


Mein praktischer Arzt ist eine Frau, mein Zahnarzt auch und der Augenarzt ist auch weiblich.

Mein Frauenarzt ist allerdings ein Mann, weil ich es gerade in diesem Bereich überhaupt nicht mag von einer Frau angefasst zu werden. Allerdings hat das überhaupt nichts mit Erotik zu tun. Ich finde diese Untersuchungen eher unangenehm, da geht nur noch der Zahnarzt drüber. Außerdem ist bei den vaginalen Untersuchungen immer eine Assistentin anwesend.

Mein Partner ist da auch nicht eifersüchtig, das würde ich auch nicht verstehen. Weil, da gibt es nix zum eifersüchtig sein. Da hast Du echt zu viel Fantasie. Ausserdem scheinst Du nicht gerade sehr viel Vertrauen zu Deiner Partnerin zu haben. Das gibt mir viel mehr zu denken.

mKed-pxein


Es ist schon ein älterer Artikel hier, den ich durch Zufall gefunden habe. Ich habe mich hier gerade angemeldet, speziell wegen diesem Thema, da es mich in ganz besonderem Maße betrifft.

Ich denke, dass das Thema zu vielschichtig ist, als dass man hier auf richtig oder falsch kommen könnte. Ohne eine Bewertung im Kalkül zu haben muss man feststellen, dass es eine Vielzahl an sexuellen Vorstellungen gibt und ich denke, dass es keinem Menschen mehr oder weniger zusteht seinen sexuellen Vorstellungen nachzugehen als einem anderen. Es steht mir einfach nicht zu, zu sagen, dass ein Ehepaar, dass einen Swinger-Club besucht falsch handelt, nur weil ich mich hier nicht einlassen möchte. Es gibt zwischen Monogamie und Polygamie ein großes Feld unterschiedlicher Strenge. Wer könnte hier einen Pegelstand festlegen, der als Einziger der Richtige sein kann. Es ist also nicht akzeptabel wenn ein gesellschaftliches Konzept übergreifend jedem Mitglied der Gesellschaft als Uniform übergestülpt wird. Nehmen wir also, dem hier besprochenen Thema entsprechend die strengste Form der Monogamie, die die Nacktheit als einen Teilaspekt der Sexualität ansieht, die somit ausschließlich in den privaten Bereich der Partnerschaft gehört. Selbstverständlich wäre unter diesen Voraussetzungen die medizinische Untersuchung ein unzulässiger Eingriff in den Intimbereich einer Partnerschaft. Das Problem, das wir hier haben hat doch nur darin Bestand, dass 2 Partner zusammengetroffen sind, die 2 unterschiedliche Vorstellungen von Sexualität haben. Der Mann ist hier natürlich auf sehr wackligem Boden, denn wie möchte er seine Frau dazu bewegen zu einer Gynäkologin zu gehen, wenn sie das nicht will. Er hat hier genauso das Nachsehen, als würde beispielsweise eine Frau in einem nicht ganz so strengen (die Nacktheit betreffenden) monogamen Verhältnis ihren Mann auffordern mit keiner anderen Frau zu schlafen, wenn er das will. Es ist also nicht die Frage nach richtig oder falsch, es ist die Frage nach Kompatibilität. Kompatibel sind nur Menschen mit gleichen Vorstellungen, was die sexuelle Strenge betrifft.

Mein persönlicher Werdegang dieses Thema betreffend:

Ich wuchs in einem streng katholischen Elternhaus auf. Mir wurde von Kindesbeinen an Nacktheit als Sünde nahegebracht – nur die Eltern durften sich nackt sehen. Meine Geschwister und ich durften weder die Elter noch uns gegenseitig nackt sehen. Mit dieser Vorgabe, nahm mich meine Mutter zu ihrem Gynäkologen mit, wo ich neben ihr im Wartezimmer saß. Vom Wartezimmer aus führte eine Tür direkt in den Praxisraum. Eine Arzthelferin ließ diese Tür weit offen stehen, sodass ich direkt auf den Stuhl sehen konnte, wo eine Frau mit weit geöffneten Beinen saß. Meine Mutter sprach ich darauf an. Sie wiegelte ab, nachdem die Tür wieder verschlossen war, indem sie in Frage stellte, was ich da gesehen hätte. Ich wusste natürlich, dass meine Mutter auch auf diesem Stuhl Platz nehmen würde. Sie hatte also das von ihr implizierte Weltbild selbst hintergangen – sie hatte mich betrogen. Ich fühlte mich hundeelend. Ich war ein sehr verschmustes Kind – bis zu diesem Tag.

Ich bin heute 50 Jahre alt und bin mir bewusst darüber, dass ich mit meinem Problem nicht auf das geringste Verständnis hoffen brauche, im Gegenteil, man hält mich für verrückt oder drückt wenigstens sein Unverständnis darüber aus, dass ich bis heute kein Mittel gefunden habe mich von diesem Trauma(?) zu lösen. Ich setze hinter das Wort Trauma absichtlich ein Fragezeichen. Denn – sind wir nicht Alle von unseren Erlebnissen und Erfahrungen geprägt oder gar zu dem geworden, was wir sind. Weshalb sollte die allgemeine Richtlinie die einzig richtige sein, wenn mich doch etwas ganz anderes geprägt hat? Wäre das nicht so, als würde man von einem Menschen innerhalb einer Gesellschaft, in der Englisch gesprochen wird verlangen er solle englisch sprechen, obwohl ihm portugiesisch beigebracht wurde. Das Verlangen, ich solle an mir arbeiten, um der gesellschaftlichen Vorgabe zu entsprechen ist aber nicht vergleichbar damit, dass ich eine andere Sprache erlernen soll, denn Sprachen schließen sich nicht aus, selbst wenn ich 10 Sprachen erlernen würde. Sexuelle Strenge hingegen kann nicht mehrgleisig gelebt werden, die schließt sich aus. Es wäre also eher damit vergleichbar, als würde man einem monogam ausgerichteten Menschen empfehlen sich damit abzufinden, dass der Partner fremdgeht. Welchen Zuspruch würde eine solche Empfehlung bekommen? Eher keinen, wie ich meine. Und warum nicht? Weil es sich um ein gesellschaftlich etabliertes sexuelles Schema handelt, welches meiner Meinung nach aber keinen Deut mehr Daseinsberechtigung hat als eine weniger etablierte Form. Die Homosexualität hat diese Gratwanderung zum Teil hinter sich gebracht. Aus Steinigung wurde Akzeptanz trotz Unverständnis.

Ich möchte auch noch Einblick geben in mein ganz persönliches sexuelles Verständnis. Für mich ist Sexualität nicht nur ein körperlicher Akt, sondern vielmehr wird die körperlich Ebene unseres Daseins genutzt, um sich auf der seelischen Ebene so nah zu kommen, wie das nur auf diese Weise möglich ist. Für mich ist Sexualität, insbesondere auch durch die dargebrachte Nacktheit ein Willkommens-Gruß ganz speziell an den Partner gerichtet. Je ausschließlicher dieser Willkommens-Gruß dem Partner dargebracht wird, um so wertvoller ist er. Die Scham speziell diesem einen Menschen gegenüber einzutauschen ist für mich die größte Liebeserklärung. Je weniger diese Überwindung dem Partner allein gewidmet ist, umso weniger Nähe ist möglich.

Ich hatte meine Erlebnisse, als sich die Partnerin von einem männlichen Gynäkologen entgegen meinem Bitten untersuchen lassen hat. Es war für mich keine Spur anders, als hätte sie mit einem anderen Mann geschlafen. Ich bin die Wände hochgegangen. Einziger Unterschied: Der Mann, der die Wände hochgeht, weil seine Frau mit einem anderen Mann schläft wird von seinem Umfeld verstanden, der Mann, dem die gynäkologische Untersuchung zu schaffen macht bekommt diesen Zuspruch nicht.

Der medizinische Aspekt:

Lassen wir meine Vorstellungen mal weg und gehen davon aus, dass eine Frau ihr Schamgefühl vor einem männlichen Gynäkologen nicht überwinden möchte und sich deshalb nur von einer Frau untersuchen lassen will. Kann sie diesen Wunsch auch im Krankenhaus einfordern? Inwieweit ist eine Missachtung von Seiten des Krankenhauses ein Verstoß gegen die Menschenwürde? Mir ist aufgefallen, dass eine ortsansässige Gynäkologin ihre Praxis zu einer Gemeinschaftspraxis erweitert hat. Auf dem Praxisschild an der Hauswand standen nur die Titel mit den Nachnamen. Innerhalb kürzester Zeit wurde das Schild um die weiblichen Vornamen erweitert. Es haben offensichtlich einige Patientinnen nachgefragt, ob sich in den Praxisräumen zukünftig auch männliche Gynäkologen aufhielten. Der Wunsch mancher Frauen sich nur von Frauen untersuchen zu lassen scheint also gegeben. Weshalb wird diesem Wunsch in Krankenhäusern nicht entsprochen?

Meine Bedenken zur medizinischen Notwendigkeit von einem Mann untersucht zu werden:

Seit es Gynäkologinnen gibt ist diese Notwendigkeit nicht mehr gegeben. Der einzige Berufszweig, in dem Männer von Frauen gänzlich verdrängt werden können ist die Gynäkologie – innerhalb kürzester Zeit wären sämtliche gynäkologischen Praxen von Frauen besetzt, wenn die Patientinnen das wirklich wollten. Es stellt sich die Frage, weshalb Frauen, die vorgeben sich zu schämen und überwinden zu müssen, einem Mann bei diesen Untersuchungen den Vorzug geben, obwohl sie in jedem anderen Berufszweig darauf plädieren, dass Frauen die entsprechenden Positionen genauso gut ausfüllen könnten.

Fragwürdige Vorfälle:

Meine Schwester wurde von einem Gynäkologen nach der Untersuchung zu einem Kaffee eingeladen. Am Abend des selbigen Tages rief er bei ihr zu Hause ohne dringendem medizinischen Anlass an.

Der ehemalige Schulkamerad meines Bruders, heute Anästhesist, wusste meinem Bruder zu berichten, dass bei Unterleibsoperationen sich in der Ärzteschaft gerne über die Genitalien der Patientinnen lustig gemacht würde.

Die männliche Begeisterung für den anders gebauten Körper:

Kaum ein Mensch wird benennen können, was das andere Geschlecht für ihn so interessant macht und kein Mensch kann nachvollziehen inwieweit es geschlechtsspezifische Unterschiede dieses Interesse betreffend gibt.

Ich frage mich beispielsweise, wie ich als Gynäkologe empfinden würde. Sicherlich würde ich versuchen meine Arbeit gewissenhaft zu tun, meine Begeisterungsfähigkeit gegenüber dem anderen Geschlecht könnte ich ungeachtet dessen sicherlich nicht abstellen und ich könnte durchaus gut unterscheiden, was mir gefällt und was nicht (meine Schwester ist eine sehr attraktive Frau – dies als Beispiel aus der Wirklichkeit). Es ist ohnehin fraglich, ob sich Frauen vorstellen können, was ein Mann beim Anblick einer nackten Frau empfindet. Wieso die Schlussfolgerung aus dem eigenen Interesse der Frauen am männlichen Körper hier womöglich nicht greift? Ein Mann wird zum Mann weil in seinem 23. Chromosomen-Paar ein X- und ein Y-Chromosom enthalten sind. Eine Frau wird zur Frau, weil in ihrem 23. Chromosomen-Paar 2 X-Chromosomen enthalten sind. Der Mann hat also den weiblichen Aspekt in Form des X-Chromosoms in seinen Genen verankert. Die Frau hat hingegen den männlichen Aspekt in Form des Y-Chromosoms in ihren Genen nicht verankert. Dem Mann fehlt somit trotz der genetischen Anlage die körperliche Ausbildung des weiblichen Aspekts. Der Frau fehlt in dieser Hinsicht nichts, da die genetische Anlage in Form eines Y-Chromosoms gar nicht vorhanden ist. Kann es sein, dass der Mann seine Begeisterung für den weiblichen Körper aus diesem "Fehlen" schöpft? Wenn es so ist, dann kann die Frau niemals in ihrem Leben nachvollziehen, was ein Mann beim Anblick der Geschlechtsmerkmale einer Frau empfindet.

BUerNryfxina


Natürlich sind Ärzte nur Menschen. Und das auch ein Frauenarzt die eine Frau attraktiv findet (auch untenrum) und die andere nicht, bezweifle ich nicht.

Ich persönlich habe im Teeniealter mit Frauenäztinnen begonnen, einfach weil es mir suspekt erschien, mich von einem Mann untenrum untersuchen zu lassen. War dann bei zwei verschiedenen Frauenätzen, und musste dann aufgrund einer OP zu einem Mann gehen, der die Operation durchgeführt hat. Meine füheren Ängste, nämlich das es unangenehm sei, wurden komplett ausgehebelt. Es ist bei dem Mann eine ganz normale Ärztesituation, wirklich ähnlich wie beim Zahnarzt. Seit der OP bin ich komplett Patientin bei dem Herrn Doktor.

Angenehm ist ein Besuch beim Frauenarzt nicht. Dabei spielt es keine Rolle ob es ein männlicher oder ein weiblicher Arzt ist. Mir persönlich ist es auch wurscht, was der Arzt sich denkt. Er soll mich professionell behandeln und das wars. Ob er mich dabei positiv oder negativ bewertet, das ist seine Sache. Ich kann keine Gedanken lesen und somit ist für mich nur wichtig, was der Arzt mir nach außen hin für ein Gefühl vermittelt.

Mein Mann hat kein Problem damit das ich zu einem Arzt gehe, obwohl er ansonsten niemals auf die Idee kommen würde mich mit einem anderen Mann zu teilen, oder meine Geschlechtsmerkmale in irgendeiner Weise von anderen Herren der Schöpfung begutachten zu lassen. Es gibt einfach Dinge die muss man akzeptieren. Und beim Arzt kommt es auf seine Kompetenz an und nicht auf sein Geschlecht.

Grundsätzlich empfinde ich es auch nicht als schlimm mich nackt zu zeigen, solange keinerlei sexuelle Interaktion oder Intention dabei ist.

mNed-ppeixn


Nachtrag zum vorausgegangenen Beitrag:

Dass es Unterschiede mit erheblichem Ausmaß zwischen dem männlichen und weiblichen Interesse am anderen Geschlecht geben muss macht das Milliardengeschäft mit den nackten Frauenkörpern und einer dementsprechend geringen Nachfrage im umgekehrten Sinn überdeutlich. Ob Internet, Werbung, Filmindustrie, Magazine etc. – überall nackte Frauen und relativ wenig nackte Männer (und wenn, dann zumeist doch noch das Genital verhüllt).

Ich möchte keine Frau verbiegen und ihr ein ihr fremdes sexuelles Schema aufzwängen. Ganz im Gegenteil, wirklich wohl würde ich mich nur dann fühlen, wenn es eine Frau wäre, die das selbst so sieht. Der Bedrohung durch die Vorgehensweise in Krankenhäusern stünde man freilich immer noch ohnmächtig gegenüber, so als wollte man sich, übertragen auf die etablierte sexuelle Denkweise, vor Vergewaltigung schützen.

Ich komme mir mit meiner Einstellung in etwa so vor wie ein Homosexueller vor 100 Jahren. Die Suche nach einem gleich gesinnten Partner ist wenigstens eine Gratwanderung, denn selbst diejenigen, die sich als offen und tolerant hervortuen haben ein Schema von richtig und falsch. Und wer nicht in das Schema passt wird verspottet, ausgegrenzt oder bestraft. Mit Toleranz hat das leider nicht das Geringste zu tun.

Diese allgegenwärtige Intoleranz ist es, die es für Aussenseiter so schwer macht auf die ihren Wünschen entsprechende Suche zu gehen. Ich bewege mich doch grundsätzlich auf dem Pfad zur Lächerlichkeit, sobald ich dieses Thema zur Sprache bringe. Es wird vielleicht akzeptiert, wenn ein Nichtraucher eine Nichtraucherin sucht. Strenge Monogamie (ich nenne es jetzt einfach mal so) hingegen scheint in ihrer Geltung schlimmer zu sein als Rassismus. Was soll so schlimm daran sein, alle sexuellen Aspekte (auch die Nacktheit) ausschließlich der Partnerschaft widmen zu wollen?

Wenn die Nacktheit ein so starker Reiz ist, dass sie allein zur Erektion führen kann, dann ist Nacktheit ein sexueller Aspekt.

m5ed-lpein


@ Berryfina

Da hätte ich jetzt eine Frage:

Sie schreiben, dass es weder Ihrem Mann, noch Ihnen selbst etwas ausmacht. Dann gibt es selbstverständlich kein Problem. Wie würden Sie handeln, wenn es Ihrem Mann so erginge wie mir?

Um es noch einmal zu verdeutlichen:

Für mich ist der Besuch meiner Partnerin bei einem Gynäkologen unerträglich. Das was passiert betrifft weniger die Ebene des Denkens, es ist die Gefühlsebene. Es geht nicht um Unterstellungen dem Mediziner oder der Partnerin gegenüber, es geht um die Nacktheit und Sexualität und deren Stellenwert. Ich erlebe einen solchen Arztbesuch als tiefgreifendes Leid, es ist keinen Deut anders als würde sie fremdgehen.

Ich weiß nicht, wie sie empfinden würden, würden Sie betrogen. Ich weiß auch nicht, ob sie in einer solchen Situation schon wahren. Doch wenn sie das schon erlebt haben und sie daran sehr gelitten haben, dann können Sie sich in etwa vorstellen, wie ich empfinde.

Unwissend, wie hier gehandhabt wird habe ich vorsichtshalber die Sie-Form gewählt.

Afltai\r


@ med-pein

Erstmal zur Anrede: generell ist eigentlich "Du" üblich, deshalb benutze ich das jetzt mal einfach ;-)

Das sieht mir danach aus, dass Du darunter sehr leidest, dass ein einfacher Arztbesuch deiner Partnerin von Dir so gefühlt wird, als ob Sie dich betrügen würde. Das belastet vermutlich auch Deine Partnerin und auch Deine Beziehung.

Hast Du schon mal daran gedacht, eine Gesprächstherapie zu dem Thema zum machen. Das kann gerade bei solchen irrigen Vorstellungen und fehlgeleiteten Gefühlen helfen, wenn man darüber und über die damit verbundenen Ängste reden kann.

m7edg-pexin


@ Altair

Ja, ich kenne das aus anderen anonymen Netzwerken, Blogs usw., dass man sich per Du anspricht. Ich habe zwar gerade im Schatten dieser Anonymität auch schon erlebt, dass dem Du Beschimpfungen folgen (der Weg vom Du dorthin scheint nicht sehr weit), aber ich passe mich gerne an.

Zur Zeit habe ich keine Partnerin. Frühere Partnerschaften hatten unter meinen Vorstellungen nie gelitten. Die Frauen, mit denen ich zusammen war gingen alle zu Frauenärztinnen. Allerdings ging meine Ehe kaputt, weil meine Frau in einem Krankenhaus entbinden wollte bzw. dies getan hat und wie selbstverständlich ein anderer Mann zugegen war.

Altair: "...als ob sie dich betrügen würde."

Das tut sie, denn wenn sie sich unter diesen Voraussetzungen in eine Partnerschaft mit mir einlässt, dann ist der Gang zu einem männlichen Gynäkologen Betrug.

Altair: "Hast Du schon mal daran gedacht, eine Gesprächstherapie zu dem Thema zum machen. Das kann gerade bei solchen irrigen Vorstellungen und fehlgeleiteten Gefühlen helfen, wenn man darüber und über die damit verbundenen Ängste reden kann."

Das ist das, wovon ich rede. Die Intoleranz gegenüber meinen sexuellen Vorstellungen geht soweit, dass es offenbar nur so sein kann, dass meine Vorstellungen irrig sein müssen und dringend Therapie zur Anpassung an gängige Denkmuster angesagt sind.

Zum einen habe ich solche Therapie bereits hinter mir. Man sagte mir beispielsweise, dass es sehr viele Männer gibt, die ähnlich fühlen wie ich. Der entscheidende Unterschied von mir zu den meisten anderen betroffenen Männern besteht darin, dass ich mich ohne Rücksicht auf die drohende Lächerlichkeit für meine Vorstellungen einsetze.

Es gibt auf diesem Planeten eine Vielzahl von Gesellschaftsformen mit unterschiedlichen Mentalitäten. Stellt sich doch die Frage, weshalb sich unterschiedliche Mentalitäten in bestimmten Regionen bündeln. Der Hauptgrund dürfte wohl darin liegen, dass die Grundzüge des menschlichen Wesens in der Kindheit geprägt werden. So ist es nachvollziehbar, dass eine bereits bestehende Mentalität auf die Kinder übertragen wird und sich somit von Generation zu Generation in einem bestimmten Gebiet manifestiert. Würdest Du beispielsweise einem streng gläubigen Moslem sagen meine Vorstellungen seinen irrig, würdest Du wahrscheinlich auf Widerstand stoßen. Nein, ich bin kein Moslem, ich bin auch kein Christ. In unserer Gegend hat sich mittlerweile ein ziemlicher Mentalitäts-Kauderwelsch entwickelt (Stichwort Multikulti). So ist es nicht verwunderlich, dass sich in dieser Gesellschaft immer mehr Widersprüche breitmachen. So kann es durchaus sein, dass 100 Meter entfernt von Nackten an einem Badesee das Nacktsein strengstens untersagt ist. Was ist der Unterschied zwischen nackt auf dem Marktplatz und nackt am Badesee? Gesehen von den einen Leuten oder gesehen von den anderen Leuten. Ich will ja nicht sagen, dass das Eine gut und das Andere schlecht ist, doch habe ich den Eindruck, dass genau das bei dem Thema Gynäkologe im Allgemeinen nicht so gehandhabt wird. Was ist also an meiner sexuellen Ausrichtung so irrig? Es ist nichts Anderes als die sexuelle Ausrichtung der Monogamie an sich, die mir von Kindesbeinen an vorgelebt wurde, nur dass die Nacktheit und der medizinische Aspekt nicht Aussen vor gelassen werden. Ob hierfür mein Erlebnis als Vierjähriger der ausschlaggebende Grund ist, ist wenigstens zweifelhaft, denn die vielen Männer, von denen besagter Therapeut sprach und die vielen Frauen, die offenbar aus Scham nicht zu einem männlichen Gynäkologen gehen würden, haben sicherlich nicht Alle ein solches Erlebnis gehabt. Scham ist in einer Gesellschaft, in der Kleidung bei früher allen und heute fast allen öffentlichen Situationen gefordert ist eine absolut normale Reaktion. Die hauptsächlich in monogamen Verhältnissen gelebte Sexualität tut ihr übriges. Weshalb die frühere Notgedrungenheit die so entstandene Scham zu überwinden, weil es nur männliche Mediziner gab, heute weiterhin beibehalten wird ist für mich nicht nachvollziehbar. Ein Videofilm der von einer medizinischen Einrichtung ins Internet gestellt wurde zeigt beispielsweise, wie einem Mädchen vor ihrem ersten Gang zum männlichen Gynäkologen die Scham genommen werden soll. Ich weiß besten Willen nicht, weshalb man vorhandene Scham ausmerzen will und muss, wenn es auch einen möglichen Gang zur Gynäkologin gibt.

Ich würde mich keiner Therapie mehr unterziehen, da wirkungslos und weil der Verlust innerhalb einer nach meinen Vorstellungen funktionierenden Partnerschaft enorm wäre. Ich besitze die Frechheit zu behaupten, dass Jemand, der seine Sexualität ganz anders ausgerichtet hat als ich, keine blasse Vorstellung von der erlebten Nähe zur Partnerin hat, die durch meine sexuelle Ausrichtung möglich wird. Weshalb muss der Dunkelhäutige krank oder kein Mensch sein? Weil er anders ist? Die Menschen lernen manchmal dazu. Im Falle der Dunkelhäutigen ist der Drang zum Rassismus mittlerweile einigermaßen abgemildert. In vielen anderen Bereichen ist die mögliche Vorstellungskraft von dem was gültig ist weiterhin stark beschnitten. Das gilt für die Wissenschaft genauso, wie für Religionen oder eben auch für die Sexualität. Dabei ist Alles in einem ständigen Wandel – was gestern noch Gültigkeit hatte ist heute widerlegt und es werden dabei heute wieder die selben Fehler gemacht wie einst – man ist wieder davon überzeugt das einzig Wahre erkannt zu haben. Dort wo so gedacht wird ist für Vielfalt kein Platz, sondern nur für die eine Schublade, die gerade geöffnet ist. Alles Andere wird aussortiert als falsch, minderwertig, krank, irre usw.

Die Unterdrückung von Minderheiten zu Gunsten einer Mehrheit, die sich freilich selbst recht gibt, kann wohl nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Ich möchte lieben dürfen, so wie ich lieben kann und ich möchte Liebe empfangen, so wie ich sie annehmen kann.

M adame1 Cha)rentoxn


du machst dir mit deiner Einstellung und Sturheit nur alles selbst kaputt, oder denkst du du findest eine Frau die zuhause entbindet und nie zu einem männlichen Arzt geht – nur weil du das so möchtest?

m$ed-pelin


@ Madame Charenton

Wenn es Sturheit ist eine Partnerschaft, in der der Partner fremdgeht auszuschließen, dann ist es auch Sturheit eine Partnerschaft auszuschließen, in der sich der Partner in den Intimbereich schauen oder greifen lässt, andernfalls nicht.

Frauen, die nicht zu einem männlichen Arzt gehen gibt es viele und ich hatte mehrere Partnerschaften mit solchen Frauen. Dass der Wunsch von Frauen, die zu keinem männlichen Gynäkologen gehen wollen, in einer Klinik missachtet und übergangen wird ist ein totgeschwiegener Skandal. Es kann nicht sein, dass die Medizin oberhalb der Selbstbestimmung über die eigene Intimsphäre thront und sich hier ungefragt oder gar dem Veto widersetzend Zugang verschafft.

Nicht weil ich das so möchte, schließlich begebe ich mich ausschließlich mit Frauen in eine Partnerschaft, die von sich aus zu keinem männlichen Gynäkologen gehen würden.

M_ada+me% ChFarentxon


Allerdings ging meine Ehe kaputt, weil meine Frau in einem Krankenhaus entbinden wollte bzw. dies getan hat und wie selbstverständlich ein anderer Mann zugegen war

und das findest du normal bzw. ok?!? sry aber in meinen Augen ist das krankhafteste Eifersucht.

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