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Was hat "sex" mit "liebe" zu tun?

wbieaucyhismmxer


GeorgeandGeorgy

in all den Jahren ist kein BOESES Wort gefallen, es hat keinen Streit gegeben.

Wir hatten auch einen ausgesprochen liebevollen Umgang miteinander. Es kam mal selten zu Streit z.B., wenn er an meinem Fahrstil rummeckerte, was Männer ja gerne tun ;-), oder weil er mitunter 1,5 Stunden unpünktlich war. Das waren aber auch die einzigen Streitpunkte und mit der Unpünktlichkeit haben wir es dann so gelöst, dass er mich wenigstens pünktlich anruft, dass es später wird, damit ich nicht in der Warteschleife hänge, sondern die Zeit noch nutzen kann. Viel Streit gab es dann allerdings in der Endphase, aber das ist eine andere Geschichte, die die meisten hier sowieso schon kennen.

Es gibt aber auch einen Unterschied zwischen Streit und Auseinandersetzung. Auseinandersetzung kann auch im ganz positivem Sinne erfolgen. Es zeigt, dass man sich für den anderen interessiert, seine Meinung hören will, seine Lebenseinstellung und Weltanschauung. Wir haben z.B. oft über politische Themen diskutiert, auch wenn wir uns da in der groben Richtung einig waren, aber im Detail nicht immer, oder über sonstige Lebensfragen. Das ist eine Auseinandersetzung, die eine Beziehung ebenfalls spannend hält, ein geistiger Austausch. Eine Voraussetzung hat das aber auch: Man muss selber am Leben interessiert sein, in seinem Denken immer beweglich bleiben, damit es auch nach Jahren immer noch etwas Neues gibt zum Auseinandersetzen.

Mit Langweile haben wir wirklich nichts am Hut.

Mir ist es schon mit mir alleine selten langweilig, sodass es einem Menschen, der sich für mich interessiert auch nicht langweilig mit mir sein kann, denn ich bin ein neugieriger und kreativer Mensch und ständig in geistiger Bewegung, sodass es auch immer wieder etwas neues an mir zu entdecken gibt. Ist der Partner auch so geartet, dann gibt es keinen Grund, wieso man sich miteinander langweilen sollte. Es sei denn, man interessiert sich nicht mehr füreinander.

Gheorgye]and%Goeorxgy


wieauchimmer

Sure, es stimmt natuerlich, was Du sagst.

Ich wollte eigentlich garnicht so weit gehen aber nun solls halt so sein.

Meine jetzige Partnerin ist fast gleichaltrig, 3 Wochen juenger als ich und wir haben den gleichen Basisberuf. Ich kenne ihren sehr, sehr schwierigen Background und sie kennt meinen und hat in den letzten 19 Jahren hautnah miterlebt, wie ich mich fuer andere Leute (sie eingeschlossen) eingesetzt und fuer die gekaempft habe ohne dabei den Humor zu verlieren.

Das alles verbindet natuerlich ungemein.

Deswegen Streit sowieso nicht und Aus-einander-setzung indem Sinne eigentlich auch nicht.

Besonders wenns Essen gut geschmeckt hat und ich mit ihr so richtig am politisieren bin, frueher hat sie es wenig geglaubt und wenig dazu gesagt und heute weiss sie, dass ich so falsch nicht liege, dann sagt sie frueher wie heute, aber bitte nicht so laut, sonst gibts einen neuen "roten Strich ins Schwarze Buch". Na OK sie hat ja recht und ich gehe unsere Pflanzen giessen.

In der Oeffentlichkeit faehrt sie mir dann auch schon mal ueber den Schnabel, sie hat ja recht, ein verstehendes Laecheln und das wars. Da muessen wir uns nicht noch gross Aus-einander-setzen.

Dafuer kennen wir uns zu gut und achten einander.

Ich bin ja ehrlich, manchmal "juckts" zwar mal ganz kurz aber es bringt nichts und dann ist es auch schon wieder vorbei. Eine "Friede-Freude-Eierkuchen-Mentalitaet" davon sind wir sehr, sehr weit entfernt.

Ich moechte damit nur aufzeigen, dass frau/man sein Leben sehr wohl auf gutem Niveau aber eben unkompliziert gestalten kann.

Die Einen koennens sich aus dem Aermel schuetteln und die Anderen muessens an sich selbst das erst hart erarbeiten.... ce la wie war das nochmal ??? Ich gehoere zu den Letzteren und es hat sich schon gelohnt. Und dann gibt es ja auch noch die gute und bisher unbeantwortete Frage:

was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?

und projezieren wir das auf unser obiges Thema, dann lautet die Frage:

was war zuerst da, der Sex oder die Liebe?

Auf die Antwort bin ich mal gespannt!!

So, jetzt muss ich aber in die Heia

VLG

George

M|arlxy


hab jetzt nicht alles gelesen, aber...

...ich muss sagen für mich ist der sex wie eine symbiose....

bin jetzt schon 2 jahre mit meinem partner zusammen und wir sind einfach glücklich...

haben gleich am anfang unserer beziehung viele gemeinsamkeiten entdeckt....also nicht nur in punkto sex...

apropos sex....das war damals lustig...als wir beide unser 1.gemeinsames mal hatten, probierten wir mal die missionarstellung....als wir dann zum 2.mal sex kame, meinte er so und jetzt gehst du rauf, damit ich seh was dir gefällt....fand ich in dem augenblick etwas seltsam....aber wir stellten dann fest, dass wir auch bezüglich sex fast gänzlich übereinstimmen....

bei meinem ex hat es mir auch nie gepasst....aber jetzt kann ich es genießen....ich muss ja nie daran denken, ob ichs jetzt auch richtig mach und genauso gibts eigentlich kaum momente, wo ich meine das passt mir aber gar nicht....

ich denke:entweder es passt von anfang an oder es wird nie passen

m=oNon-msoon


@wieauchimmer

Deine Antworten auf meine Beiträge sind interessant und machen mich nachdenklich. Danke für die intensive Auseinandersetzung mit meiner Gefühlswelt, auch wenn Du manchmal etwa schnell "(ver)urteilst" wie z.B. hier

Zitat:

Mein Geheimrezept ist es, Menschen gewissermaßen zu "funktionalisieren",

Willkommen im Roboterzeitalter! In SF-Geschichten ist es ja schon angedacht, Androiden, die wie Menschen aussehen und sich dann auch so anfühlen. Schon allein bei dem Wort "funktionalisieren" vergeht mir jede Lust und ich finde es ziemlich traurig, so zu denken, wie du.

Mit "funktionalisieren" (gebe zu, das Wort ist nicht so glücklich gewählt) meine ich lediglich, dass ich verschiedene Ebenen (seelisch, geistig, körperliche) mit entsprechenden Bedürfnissen eben mit unterschiedlichen Menschen teile / auslebe und nicht mehr nach dem "Märchenprinzen" suche, mit dem ich auf allen Ebenen harmoniere.

hab gerade nicht so viel Zeit, deshalb kurz:

Das hast Du richtig erkannt, dass ich vor dieser Art Symbiose, die Du scheinbar schon erlebt hast, Respekt und vielleicht Angst habe. Ich hätte Angst mich im anderen zu verlieren und fühle mich zur Zeit nicht gefestigt genug, mich ganz hineinfallen zu lassen in den Strudel der Liebe, bzw. mich auch ein Stück weit zu "verschenken". Vielleicht bin ich da auch durch gewisse Erfahrungen "vorgeschädigt" und deshalb vorsichtig.

Es ist bestimmt nicht unmöglich diese ganzheitliche Verschmelzung zu erfahren, aber das Risiko, eine Bruchlandung zu machen, wäre mir zu groß. Ich hab immer das Gefühl ich muss mich ein Stück "bewahren" und wäre nur bereit, diese Sicherheit aufzugeben, wenn ich mir ganz ganz sicher wäre, dass das Gegenüber es wert ist und mich in meinem tiefsten Wesen "ERKANNT" hat (finde gerade nicht die optimalen Worte, irgendwie... aber so in die Richtung stimmts schon).

Es ist so, dass ich Sex schon mit soetwas wie Liebe (finde das Wort zu groß) verbinde; statt "Liebe" würde ich aber eher "innere und äußere Attraktivität" gebrauchen.

Natürlich kenne ich das Gefühl von totaler Besessenheit nach der Aura, dem Geruch usw. des anderen und die Sucht nach dem Gefühl, ihm näher als nah zu sein.

Trotzdem bin ich mit dem Begriff LIEBE sehr vorsichtig.

Wenn man mehrmals erlebt hat, wie austauschbar man ist, nachdem man in "Liebesschwüre für die Ewigkeit" eingebettet worden ist... ist das vielleicht auch verständlich, oder ?

MOON-MOON

wUieau chiammer


GeorgeandGeorgy

Viele Dinge regelten wir mit Humor, zumal unsere jeweilige Ironietoleranzgrenze auch sehr hoch war. Statt: "Bist du schon wieder unpünktlich?", habe ich dann z.B. gesagt:"Na, hatte dein Auto wieder Verspätung?" Die Kritik kommt dann auch an, aber man kann auch gleichzeitig drüber lachen. Oder jetzt, wo er mich nächste Woche vom Flughafen abholen soll, sagte ich "Lass uns lieber in einem Cafe treffen, denn der Flieger könnte ja Verspätung haben" (natürlich weiß er genau, dass ich auf SEINE notorische Unpünktlichkeit anspiele, aber den Spaß versteht er auch und so kann man eben Kritik noch liebevoll lustig verpacken.). Wenn es darum ging, wer von der Tankstelle Cola holen muss, haben wir uns nicht darum gestritten, sondern einen "Gute Ausrede"-Wettbewerb draus gemacht. Wer die beste Ausrede hatte, musste nicht gehen. Da wir uns da ebenbürtig waren, kam es auch in etwa immer abwechselnd hin und es war noch immer lustig. Anstatt mich zu ärgern, wenn er z.B. meinen Geburtstag vergisst, schreibe ich ihm vorher ein Computerfreakadäquates Programm:

[Wink mit dem Wolkenkratzer]

--comment: Für verstrahlte Nerds zum Eintragen in den reminder --

begin

Am .... vor ....Jahren erblickte ich das Licht der Welt;

if status= Geburtstag

then Erwartung= Gratulation und Geschenk

end

[/Wink mit dem Wolkenkratzer]

Das macht mir auch Spaß, also ärger ich mich nicht, dass ich ihn dauernd auf sowas aufmerksam machen muss. Er findet es auch lustig und trägts dann auch in seinen reminder ein und alles wird gut.

w]ieauchuiUmxmer


moon-moon

Ich hätte Angst mich im anderen zu verlieren und fühle mich zur Zeit nicht gefestigt genug

Ich hab immer das Gefühl ich muss mich ein Stück "bewahren" und wäre nur bereit, diese Sicherheit aufzugeben

Das sind wohl die zentralen Punkte. Ich habe allerdings nicht das Gefühl, mich selbst aufzugeben und zu verlieren, wenn ich mich fallen lasse. Das hat sicher mit einem Thema zutun, was wir schonmal an anderer Stelle diskutiert haben. Ich fühle mich unabhängig und "brauche" keine Beziehung um mich vollständig zu fühlen. Wenn ich eine Symbiose eingehe, dann verknüpfe ich quasi ganz viele "Drähte" von mir zu ihm und dieses schöne Gefühl der Verbundenheit bringt mich auch in eine emotionale Abhängigkeit, aber ich kann auch ohne dieses Gefühl zufrieden leben und wenn es zur Trennung kommt, dann verliere ich diese Drähte (und leide sehr darunter), aber von mit selber verliere ich eben nichts, denn ich bleibe ja vollständig. Wenn man aber eine Beziehung "braucht", weil man sich alleine irgendwie nicht vollständig fühlt, dann nimmt eine Trennung natürlich auch ein Stück von mir selbst weg, denn dieser Mensch hat ja ein Loch (nicht im wahrsten Sinne des Wortes ;-) ) in meinem Leben ausgefüllt und wenn er weg ist, dann klafft es wieder auf. Eine Liebe füllt bei mir aber nichts auf, was mir fehlt, sondern es gibt mir etwas hinzu, was mir nicht fehlt, aber was ich dennoch gerne habe und genieße und meine Zufriedenheit zu Glück wachsen lässt.

Wenn man mehrmals erlebt hat, wie austauschbar man ist, nachdem man in "Liebesschwüre für die Ewigkeit"

Das hat aber auch mit der Selbsteinschätzung zutun. In der ersten Zeit fühlte ich mich natürlich auch wie weggeworfen und ausgetauscht. Man ist aber nur austauschbar, wenn man funktional ist. Wenn er mich deshalb liebt, weil ich ihm Geborgenheit gebe, dann können das viele andere Frauen genauso, also bin ich austauschbar. Wenn er mich aber wegen meiner Persönlichkeit liebt, dann bin ich nicht austauschbar. Hat er mich ausgetauscht, dann hat er mich wohl nur wegen meiner Funktion geliebt. (Es ist allerdings absolut ok, wenn er mich AUCH wegen meiner Funktion liebt, aber eben nicht nur)

Das ist zwar enttäuschend, aber im Grunde dann auch nicht traurig drum, dass die Wahrheit endlich ans Licht kam. Deshalb stellt es aber nicht gleich den Wert meiner Persönlichkeit in Frage. Nur, weil er diesen Wert nicht erkannt hat, bin ich doch nicht wertlos. Schließlich habe ich immer noch viele Freunde, die mich zu schätzen wissen. Man macht eben oft den Fehler, seinen eigenen Wert nur noch darüber zu definieren, dass man von dieser einen Person geliebt wird.

Man gibt dieser einen Person die Macht darüber, zu entscheiden, was ich Wert bin. Und das ist m.E. ein Fehler im eigenem Denken, denn ich war auch schon wertvoll, bevor es ihn in meinem Leben gab und bin es danach noch genauso. Es braucht aber natürlich immer eine Weile, bis man sich so wiedergefunden hat. Da ich aber weiß, dass ich mich immer wiederfinde, es ist nur eine Frage der Zeit, habe ich keine Angst davor, mich mal ein Stück zu verlieren, denn ich verliere mich ja nicht wirklich.

m{oon#-mooxn


@wieaúchimmer

also ich finde dass Du dir manchmal widersprichst.z.B hier:

bringt mich auch in eine emotionale Abhängigkeit, aber ich kann auch ohne dieses Gefühl zufrieden leben

Abhängig-sein heißt ja eben auch, etwas anderes (Menschen oder Objekte wie Suchtstoffe) zu "brauchen", gewissermaßen ein symbiotisches Verhältnis mit ihnen einzugehen, weil mir scheinbar etwas fehlt, man nicht "autonom" (eins mit sich selbst) ist. Symbiose (Verschmelzung) beinhaltet eben auch dieses Stück "Selbstaufgabe" von beiden Seiten, zugunsten von etwas größerem, was dann entsteht.

Vielleicht meinst Du, dass Du Dich in Phasen der Abhängigkeit befinden kannst und es aber auch wieder schaffst zu Deiner Autonomie zurückzufinden. Da gratuliere ich Dir, diesen WECHSEL kriegen die wenigsten erfolgreich gemanaged.

Zum Thema "Austauschbarkeit": stimmt, die Erkenntnis, das man wahrscheinlich nur eine Funktion erfüllt hat, die dem Ego des anderen in dieser Phase gedient hat, tut halt weh. PROBLEME ENTSTEHEN DANN, WENN BEIDE PARTNER UNTERSCHIEDLICH VIEL IN DIE BEZIEHUNG INVESTIEREN UND MAN SICH DAS SELBST NICHT BEWUßTMACHT.

Ich bin nicht frustriert, nur vorsichtiger und weniger naiv als früher. Und das ist auch gut so.

Im übrigen bin ich auch gerne alleine und sehe Begegnugen zur Zeit als bereichernde, aber nicht essentielle Bereicherungen.

MOON-MOON

w4ieauchximmer


moon-moon

Abhängig-sein heißt ja eben auch, etwas anderes (Menschen oder Objekte wie Suchtstoffe) zu "brauchen",

Es ist aber ein Unterschied, ob ich mir diese Abhängigkeit selber wähle und weiß, dass ich stark genug bin, aus ihr auch wieder rauszukommen, oder ob diese Abhängigkeit soviel Macht über mich hat, dass ich ohne sie nicht leben kann. Es ist also kein Widerspruch. Es ist ja auch ein Unterschied, ob ich mich freiwillig in eine finanzielle Abhängigkeit zu einem Mann begebe, oder ob mir nichts anderes übrig bleibt, so wie es früher war, weil ich als Frau gar keine Berufsausbildung hatte und wenig Chancen, einer Arbeit nachgehen zu können. Wenn ich dann auch noch weiß, ich habe einen Beruf und kann, wenn die Kinder groß genug sind, oder wenn es zur Scheidung kommen sollte, jederzeit wieder eigenständig für mich sorgen, dann ist es auch etwas anderes, als wenn ich auf Gedeih und Verderb finanziell abhängig bin. Man begibt sich immer in Abhängigkeitsverhältnisse, z.B. auch im Job: Arbeitgeber, Arbeitnehmer. Man handelt einen Abhängigkeitsvertrag aus. Das ist aber ein freiwilliges Verhältnis, solange ich jederzeit die Möglichkeit habe, diesen Vertrag wieder zu lösen und nicht auf Gedeih und Verderb auf diesen einen Job angewiesen bin. Das ist der Unterschied zwischen beidseitigen Arbeitsverhältnissen und Ausbeutung. (Bei zunehmender Arbeitslosigkeit ist genau das Problem, dass ich als Arbeitnehmer zunehmend in eine nicht wählbare Abhängigkeit gerate und daher ist die Möglichkeit, Arbeitslosengeld zu erhalten auch eine Frage der Unabhängigkeit eines Arbeiters zu einem Unternehmer)

weil mir scheinbar etwas fehlt, man nicht "autonom" (eins mit sich selbst) ist.

Warum? Wenn ich 10 Mal ins Kino in den gleichen Film gehe, weil er mir so gut gefällt, bin ich dann gleich nicht mehr autonom? Fehlt mir etwas lebenswichtiges, wenn der Film dann irgendwann nicht mehr im Kino läuft? Kannst du dir nicht vorstellen, dass man etwas will, weil es mein Leben schöner macht und nicht, weil mir etwas fehlt? Wieso fährst du in Urlaub? Bist du abhängig davon, könntest du ohne Urlaub nicht existieren? Oder weil es dein Leben bereichert? Tust du alle Dinge, die du tust, weil du sie dringend brauchst und dir anderenfalls etwas fehlt, oder tust du auch Dinge, weil du sie einfach schön findest, sie dir zu deinem Leben etwas hinzufügen, z.B. mehr Lebensfreude, was du aber nicht so dringend brauchst, dass es dir schmerzlich fehlt, wenn du es nicht hast? Gibt es für dich keinen Unterschied zwischen "brauchen" und "wollen"? Das Stück Schokoladentorte brauche ich auch nicht und mir würde auch nichts fehlen, wenn ich es nicht esse. Ich habe aber Lust es zu essen. Wieviele Dinge von denen, die du besitzt, brauchst du wirklich? Oder hast du dir das fünfte Paar Schuhe vielleicht nur gekauft, weil du es haben wolltest, dich daran erfreust, aber nicht, weil du dringend neue Schuhe brauchtest? Brauchst du es, einen Roman zu lesen, Musik zu hören, etc., oder tust du das, weil es dir zusätzliche Lebensfreude bereitet?

Symbiose (Verschmelzung) beinhaltet eben auch dieses Stück "Selbstaufgabe" von beiden Seiten

Es bedeutet vielleicht, dass man weniger Energie und Zeit für sich selbst verwendet, als vorher, aber Selbstaufgabe bedeutet es nicht. Ich gebe mich doch nicht selbst auf, wenn ich mit einem anderen eine Verbindung eingehe. Ich bleibe immer noch ich selbst als eigenständige Persönlichkeit und das ist auch wichtig so, denn genau diese eigenständige Persönlichkeit, die ich bin, ist es ja, die der andere liebt. Er hat mich in meiner Persönlichkeit kennen gelernt und sich in diese verliebt. Er wird aufhören, mich zu lieben, wenn ich diese Persönlichkeit verliere.

SXonnexnwind


Ein sehr interessantes Thema!

schönheit und intelligenz gehen sehr oft mit extrem hohen ansprüchen an das leben einher, was einem selbiges dann wiederum natürlich schnell ab und an zur qual werden läßt.

Diesen Aspekt finde ich sehr wichtig. Jeder Mensch hat seine eigenen "Ansprüche", und wenn die zu hoch sind, wird es sehr schwer, einen Partner zu finden. Andererseits möchte man sich nicht unter dem eigenen "Niveau" verlieben und wird es auch nicht tun, denke ich, weil es dann einfach nicht passt.

Es ist bestimmt nicht unmöglich diese ganzheitliche Verschmelzung zu erfahren, aber das Risiko, eine Bruchlandung zu machen, wäre mir zu groß. Ich hab immer das Gefühl ich muss mich ein Stück "bewahren" und wäre nur bereit, diese Sicherheit aufzugeben, wenn ich mir ganz ganz sicher wäre, dass das Gegenüber es wert ist und mich in meinem tiefsten Wesen "ERKANNT" hat (finde gerade nicht die optimalen Worte, irgendwie... aber so in die Richtung stimmts schon).

das kann ich sehr gut nachvollziehen. Aber ohne Risiko gibt es keine "ganzheitliche Verschmelzung", ohne vollständige Aufgabe, zeitlich gesehen, kein Verschmelzen. Nur wer ganz, rückhaltlos geben kann, ohne nach dem "Warum" zu fragen, wird diese Verschmelzung auch erfahren können.

Natürlich kenne ich das Gefühl von totaler Besessenheit nach der Aura, dem Geruch usw. des anderen und die Sucht nach dem Gefühl, ihm näher als nah zu sein.

Trotzdem bin ich mit dem Begriff LIEBE sehr vorsichtig.

das ist ja auch keine klassische Liebe in dem Sinne, wie es allgemein verstanden wird. Das ist körperliche Besessenheit, totale erotische Anziehung.

Sonnenwind

L_o#velyg_Yolxa


Sehr interessant..

Ich habe grade einen Beitrag zu diesem Thema zusammengestellt, ihn in der Zwischenablage kopiert, ein bißchen weiter hier im Forum gelesen und was anderes kopiert, tja, und dann gemerkt, dass mein Beitrag weg war.. :-o >:( naja, sowas passiert mir ständig.

Ich probiere vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt, meine Gedanken nochmal zu sortieren und den verloren gegangenen Beitrag nocheinmal zu schreiben, aber in den meisten Fällen gelingt einem sowas ja sehr selten, und dann nicht so, wie man ihn gerne hätte.

Ich wollte hier nur noch schnell einen Satz von wieauchimmer postieren, der meiner Meinung nach sehr viel Bedeutung hat.

Es geht mir nicht um irgendeinen Körper, der mich entsprechend bedient, sondern umgekehrt, es geht mir darum, genau diesem Menschen durch Sex ganz nah zu sein.

Genau das ist wahrscheinlich Sex mit Liebe. Und somit der Schlüssel.

Viele Liebe Grüße, Yola

-verdammt, ich ärger mich immer noch über den Verloren-Gegangenen- %-| naja..

Swydnxey


@Wieauchimmer

Ganz allgemein: Unter einer Symbiose versteht man das Zusammenwirken zweier Systeme zum beiderseitigen Vorteil, die jedoch durch ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis einen Teil ihrer Autonomie verloren haben.

mHoon-mCooxn


Schön, dass so viele etwas mit diesem wichtigen Thema anfangen können.

@ sydney:

gut, dass Du den Begriff Symbiose nochmal richtig definiert hást, ich habe da ein bißchen vage gefaselt.

@ sonnenwind:

ja, das habe ich auch gemeint: die totale erotische Anziehung. Ein Synonym wäre auch eine Art "Magnetismus" oder so.

@wie auch immer:

Du dröselst den Unteschied zwischen brauchen und wollen auf.

Abhängigkeit und Wunsch, Zwang und Bedürniss...

Schön, wenn Du so frei bist nur in bereichernder,

frei gewählter Form zu "konsumieren" und nicht durch eine Art "Abhängigkeit".

Bei mir sieht das so aus: Ich neige zu Fixierungen. Wenn ich glaube, ich muss jetzt unbedingt einen starken Kaffe trinken oder eine Ziggi rauchen oder Alk trinken oder Schokolade essen, dann kann mich dieser Sog zu den Dingen im Kopf schon sehr vereinnahmen und ich merke, dass ich mich nicht mehr richtig auf etwas anderes konzentrieren kann, bis ich dem Suchtdruck nachgegeben habe. Ich habe dann meine "unsichtbaren Fäden" ausgesendet zu dem Objekt. Dort sind sie angedockt oder haben sich sogar eingehakt, so dass die Verbindung sehr stark ist.

Hier beginnt eigentlich auch die Arbeit am Selbst, indem man sich auch mal bewußt enthält und anfängt zu meditieren oder sonstwas. Bin darin noch nicht so gut.

Das gleiche gilt auch für Menschen. Wenn ich Fäden zu einem Menschen gesponnen habe und süchtig nach seiner Aura bin, fällt es mir sehr schwer, loszulassen. D.h. es gab in der Vergangenheit immer lange "Abschiedszeremonien" und ich wollte irgendwie verhindern, dass der Typ nach einer intensiven Begegnung zur Tür hinausgeht.

Weil ich so ein "Suchttyp" bin, habe ich mich jetzt eben so arrangiert, wie in vorherigen postings beschrieben.

Ich teile mein Leben nicht mehr, man(n) kann sich mit mir lediglich "verabreden". Das ist für mich besser so, weil ich den Wechsel von Symbiose und Autonomie nicht ohne Schmerz hinkriege.

MOON-MOON

wui<eau7chwimmer


moon-moon

die totale erotische Anziehung. Ein Synonym wäre auch eine Art "Magnetismus" oder so.

Hab ich ja mit meinem Ex gehabt. Fast vier Jahre lang und ich konnte es kaum glauben, weil bei vorherigen beziehungen bei mir auch nach einem halben Jahr schon zunehmend die erotische Luft ausging. Nach der Trennung hab ich ein halbes jahr ganz über gelitten, aber ich wusste, es geht vorbei. Nach einem Jahr gings schon wieder ganz gut, naja und wie haben uns ja kürzlich getroffen und die Anzeihungskraft war immer noch da und jetzt bahnt sich ein Neuanfang an. Auf 4 erotische Jahre verzichten, wegen einem Jahr leiden? Das wäre so meine Überlegung dabei.

Ich neige zu Fixierungen.

Ich habe mich ja auch fixiert, das gehört wohl zur symbiose dazu, aber tief im Inneren bleibe ich dennoch frei, weil ich weiß, dass ich auch ohne leben kann und zufrieden sein kann. Man sollte natürlich trotz Symbiose drauf achten, dass man nicht alle anderen Verbindungen kappt, zu Freunden oder anderen Interessesn, denn sonst hat man natürlich das Problem, dass er bei Trennung ein Riesenloch hinterlässt.

fällt es mir sehr schwer, loszulassen. D.h. es gab in der Vergangenheit immer lange "Abschiedszeremonien" und ich wollte irgendwie verhindern, dass der Typ nach einer intensiven Begegnung zur Tür hinausgeht.

Es sagt ja keiner, dass es nicht schwer ist, aber der Tod gehört doch zum Leben. Soll ich überhaupt auf menschliche Kontakte verzichten, weil diese Menschen irgendwann mal sterben könnten? Ich möchte mir keine intensiven Dinge entgehen lassen, nur weil ich Angst habe, dass sie irgendwann voebei sind und das dann schmerzt.

weil ich den Wechsel von Symbiose und Autonomie nicht ohne Schmerz hinkriege.

Das bekommt wohl keiner hin, aber der Schmerz vergeht auch irgendwann und es gibt kein Leben ohne Leid und wenn ich mir alle Freuden versage, um dem Leid zu entgehen, dann bin ich doch irgendwie schon so gut wie tot, oder? Mein Leben ist nur noch flach, Flatline. Da bevorzuge ich Höhen und Tiefen.

SKonne:nwxind


moon: Du schreibst, du neigst zu Fixierungen. Es geht aber nicht ohne.

Versuche, deine Angst davor abzubauen (was ja nicht mehr ist als die Angst vor Enttäuschung und/oder dem Ende), dann klappt das auch. So nüchtern, wie du es betrachtest - verschiedene Personen für verschiedene Bedürfnisse - klappt das zwar ganz gut, aber es ist auf Dauer nicht ideal. Du behältst dir im Kopf immer einen Rückzugs(-weg) vor, lässt dich nie ganz drauf ein.

SO kann das nicht funktionieren. Man muss schon bereit sein, sich ganz zu geben, incl. Fixierung. Im Gegenteil, jemand, der sich ganz einlassen kann (und das wärest du ja auch!) ist selten. Du solltest stolz darauf sein und keine Angst haben.

Sonnenwind

w.ieaucPhimmxer


Sonnenwind

Im Gegenteil, jemand, der sich ganz einlassen kann (und das wärest du ja auch!) ist selten.

Allerdings, ich musste 34 drüber werden, bis ich einen getroffen habe, wo das überhaupt ging. Wenn eine Beziehung allerdings so daherplätschert, nix Halbes und nix Ganzes, dann verliere ich sehr schnell die Lust. Anfangs ist es noch spannend, auch ohne verliebt sein, aber natürlich lange nicht so spannend wie mit verliebt sein, aber des Begehren lässt bei mir dann schon beim dritten Mal nach und ich hab dann schnell keinen Bock mehr auf ihn, seine reine Anwesenheit, ohne dass er irgendwas Störendes tun würde, nervt mich schon. Dass ich mich 4 Jahre lang fühlte wie frisch verliebt und dauerscharf auf ihn war, ist mir zuvor auch noch nie passiert. Sowas findet man eher selten und dann wäre man doch dumm, wenn man das nicht mitnimmt.

Klar ist es um so schmerzlicher, wenn es dann kaputt geht, aber wenn ich so an meine Mutter denke, die meinen Vater nie richtig geliebt hat (was er auch wusste), aber sie hatten eine gute Partnerschaft, dann würde ich sagen: Besser, es wenigstens mal erlebt haben, auch wenns kaputt geht, als diese Erfahrung nie gemacht zu haben. Mir ist ja auch klar, dass ich nicht erwarten kann, dass ich auf jeden Fall noch mal so jemandem begegne, aber ganz ausgeschlossen ist es nicht. (Aber da ihm auch klar geworden zu sein scheint, was er da kaputt gemacht hat, nähern wir uns ja wieder an)

Da ich scheinbar "Für Fixierung geeignet" unsichtbar auf der Stirn stehen habe, war bisher immer das Problem, wenn ich das eher locker gesehen habe, dass er dann furchtbar enttäuscht war. Sagen tun die Männer ja meist nix. Die machen dann mit einen auf locker, auch besser gar nicht fragen, ob ich in sie verliebt bin oder nicht, denn vielleicht möchte man die Antwort lieber nicht hören, man sieht sich so einmal im Monat, von "Ich hab dich lieb", geschweige denn "Ich liebe dich" war nie die Rede und entweder wird er mir dann irgendwann lästig, weil er sich ständig bei mir meldet, oder er fällt aus allen Wolken, wenn ich irgendwann Schluss mache, so als hätte er schon irgendeinen Grund gehabt, das Aufgebot zu bestellen. Auch wenn ich immer ehrlich war und gesagt habe, ich will nix Festes, ich hab ihm dann dennoch das Herz gebrochen und das war ja nicht meine Absicht.

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