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Was hat "sex" mit "liebe" zu tun?

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moon-moon

die Bewußtmachung dieser banalen Tatsache

Das Problem ist natürlich, dass die Gefühle es nicht so banal sehen. Steckt man erstmal in so einer Liebe drin, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass man zuvor auch ohne den anderen glücklich war, aber es ist möglich, sich nach einer Trennung wieder auf die Dinge zu konzentrieren, mit denen man zuvor auch alleine glücklich war. Dafür muss man sich aber meist regelrecht selber in den Hintern treten, weil die Depression, in der man steckt, einen ziemlich passiv und lustlos macht (Ich hatte aber auch gute Freunde, die mich beim in den Hintern treten noch unterstützt haben. Weil ich vor lauter Depri mit der nötigen Akquise für meinen freiberuflichen Job nicht aus dem Quark kam, hat meine Nachbarin mir irgendwann regelrecht befohlen, dass sie übermorgen von mir eine fertige Eigenwerbebroschüre sehen will, eine andere Freundin ist mit mir WE nach Barcelona gefahren und es ist sehr hilfreich, wenn man Freunde hat, die mithelfen, einen aus dem Tief wieder rauszuziehen.). Mir hat z.B. auch geholfen, mich auf das zu konzentrieren, was ich während der Beziehung vernachlässigt hatte und Dinge zu verwirklichen, die ich schon vorher geplant hatte, aber aus Zeitmangel nie realisiert. "Ach, ich wollte doch schon immer Spanisch lernen und mich politisch engagieren, etc."

Aber wirklich helfen tut es nicht.

Es braucht seine Zeit, aber irgendwann war es doch wieder ok, oder? Ich habe mir einfach gesagt, jetzt ist eben Leiden angesagt, habe das auch "ausgekostet" und mir auch erlaubt, viele Durchhänger zu haben, hab also den Schmerz nicht mit Arbeitseifer verdrängt, habe aber gleichzeitig nach vorne geschaut und mir schöne Dinge vorgestellt und geplant und auch realisiert, die mir wieder einen Lebenssinn zurück gaben. Was machst du, wenn jemand stirbt? Da musst du auch durch und wenn du das Risiko vollkommen vermeiden willst, dann solltest du weder Verwandte haben noch Freunde. Ich möchte ja auch nicht lieber in einem Genlabor gezüchtet worden sein, damit ich keine Eltern habe, um die ich eines Tages trauern muss, wenn sie sterben.

Es ist auch eine Frage danach, wie man mit seinen Lebensenergien "haushaltet" und was einem sonst noch wichtig ist, ausser dieser auf einen Menschen ausgerichteten Focussierung.

Ich habe aber immer schon eigene Dinge gehabt, die mir so wichtig waren, dass sie auch bei einer noch so intensiven Beziehung nicht verloren gingen. Ich brauche auch in einer Beziehung viel Zeit für mich alleine und die nehme ich mir auch, was auf die Intensität der Beziehung aber eher positiven Einfluß hat. Mit NICHTS kann man auch keine Symbiose aufbauen. Je mehr man in seiner eigenen Persönlichkeit zu bieten hat, um so mehr kann man auch mit dem anderen verbinden. Wichtig ist es also m.E. das Gleichgewicht zwischen intensiver Beziehung und intensiver Beschäftigung mit eigenen Dingen zu finden. Vielleicht muss man dafür aber auch ein Mensch mit Power sein, denn das ist dann ein intensives Leben und mal ein paar Tage oder Wochen getrennt in Urlaub fahren, finde ich auch empfehlenswert.

Man muss eben darauf achten, sich nicht selbst zu verlieren, denn dann verliert mich ja auch der andere. Wenn sich in meinem eigenen Leben und meiner Person nichts mehr bewegt, dann werde ich für den anderen auch langweilig und Langeweile tötet jede Liebe. Was soll der auch noch an mir lieben, wenn ich mich so verliere, dass ein großes Nichts übrigbleibt? Auch dem anderen muss man diesen persönlichen Freiraum gewähren. Das fällt mir aber leicht, wenn ich mir vorstelle, dass ich mir anderenfalls einen "Sesselpupser" selber bastel. Den will ich aber nicht haben, also muss ich dem anderen sein Eigenleben lassen und es am besten noch unterstützen, wenn er mal einen Durchhänger hat, weil es ja auch so schön bequem ist, eine Beziehung zu haben (und manche dann so bequem werden, dass sie sogar ihre besten Freunde vernachlässigen und sogar verlieren)

die alltagsuntaugliche, vereinnahmende Liebe, die "Drogencharakter" hat, weil sie berauscht

Es mag zwar schwer sein, aber ich finde es ist durchaus möglich, eine alltagstaugliche Drogenbeziehung zu haben. Da muss man aber manchmal regelrecht die Vernunft walten lassen. "Nein, wir sehen uns heute nicht, auch wenn wir Sehnsucht nacheinander haben, sondern heute macht jeder was für sich!" Das ist so, wie nicht jedesmal eine rauchen, wenn mir danach ist, sondern mir selber Schranken auferlegen. Da muss man aber von Anfang an drauf achten, weil sonst die Gefahr besteht, dass man total ineinanderfällt, sich aufeinanderstürzt, sich iregndwann aber beengt fühlt, wenn man merkt, man verliert sich selbst und wenn es aber schon so extrem eingerissen ist, kann man manchmal das Ruder nicht mehr rumreißen. Man muss sich dann manchmal regelrecht seine Pflicht auferlegen, was man für sich selber tut und ohne den anderen: "Eigentlich würde ich jetzt lieber mit meinem Freund kuscheln, anstatt zum Sportverein zu gehen, aber ich gehe zum Sportverein."

Bei deinen drei aufgezählten Punkten frage ich mich allerdings, was da noch übrig bleibt, was du nun willst.

S/onnen>winxd


moon:

Ich versuche gerade zu analysieren, was ich NICHT will:

* die alltagsuntaugliche, vereinnahmende Liebe, die "Drogencharakter" hat, weil sie berauscht

* eine Art "Gespann" (Zweckgemeinschaft), das evtl. mit Kindern irgendwie den Karren durchs Leben zieht und deren Liebe im Alltagstrott versandet

* Affairen, die nur von sexueller Attraktivität leben und gerade für männliche Zeitgenossen die attraktivste (weil bequemste und unverbindlichste) Form des Zusammensseins sind.

da bleibt wirklich nicht mehr viel übrig ???

Nr. 2 und 3 schließe ich mal aus.

Nr.1 muss eben alltagstauglich gemacht werden. Es soll ja berauschen. Jeder Mensch hat ein Recht auf Rausch. Nur, man muss auch fähig sein, sich aus dem Rausch zu lösen, wenn es nötig ist. Damit ist es jederzeit alltagstauglich.

Vereinnahmung finde ich auch nicht mit Liebe vereinbar. Freiwilligkeit ist hier das Prinzip. Und sex. Attraktivität ist für mich ein Muss. Ohne geht es nicht.

Sonnenwind

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Sonnenwind

Jeder Mensch hat ein Recht auf Rausch.

Und mit Endorphinen kann man sich auch nicht den goldenen Schuß setzen, sondern die sind sogar gesunde Drogen. Was auch immer schön zu beobachten ist: Bei Heroin baut man körperlich und geistig ziemlich ab, bei Endorphinen lebt man auf. Verliebt sein macht einen schönen Teint und ein jüngeres Aussehen ;-) regelrecht eine Schönheitskur von innen. Es beflügelt die Sinne und den Geist (was wäre die Welt ohne die ganzen Liebesgeschichten, Romeo und Julia)

Nur, man muss auch fähig sein, sich aus dem Rausch zu lösen, wenn es nötig ist. Damit ist es jederzeit alltagstauglich.

Sehe ich auch so. Dass es schwer ist, sich von einer schönen Sucht zu lösen, das bestreitet ja keiner.

Vereinnahmung finde ich auch nicht mit Liebe vereinbar.

Es macht ja auch das Subjekt der Liebe mit seiner Persönlichkeit kaputt. Wenn der aktive Mensch, den ich liebe, zum Sesselpupser mutiert und seine Persönlickeit verliert, dann ist ja das, was ich liebe, zerstört. Dass man hier und da auch mal Kompromisse schließen muss, ist in jeder menschlichen Verbindung normal, auch in Freundschaften.

Attraktivität ist für mich ein Muss.

Gefallen macht schön. Er muss in meinen Augen attraktiv sein und Liebe trägt dazu bei, ihn für den tollsten Mann der Welt zu halten. Solange man dabei den Realitätsblick nicht völlig verliert, finde ich das gut.

m(oonU-mooxn


@ sydney:

Du Liebe. Dank Dir für Deine zuversichtlichen Worte.

Ich bin zwar "Single", habe aber dennoch ab und zu kleine "highlights" mit ein paar Männern, die ich schon länger kenne. Der Sex ist unterschiedlich erfüllend, die erotische Anziehung ist zwar da, aber nicht überwältigend und "symbiotisch".

Es ist irgendwie ein bißchen "unverbindlich" und wenn es mir richtig mies geht (wie z.B. vor meinen Tagen) bin ich dann doch mit mir und meinen Depris alleine. Geteilt wird halt nur die "Sonnenseite des Lebens".

Ich kann dennoch sehr gut alleine sein und brauche es auch, viel Zeit zum Nachdenken, lesen, schreiben und träumen. Mein privater Raum ist mir zur Zeit sehr wichtig und ich fühle mich von unsensiblen "Eindringlingen" oft sogar gestört.

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Ojee.. wir schreiben hier alle voll "off topic"- diese Gespräche gehören eigentlich viel mehr ins Forum zu Beziehung und Partnerschaft von med 1. ...egal.

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@wieauchimmer:

Das was Du schreibst über die Wichtigkeit des Erhaltes des Selbst mit allen Interessen während der "symbiotischen Beziehung" sehe ich genauso, kriege es aber nicht so souverän gemeistert wie theoretisch erkannt.

Bei deinen drei aufgezählten Punkten frage ich mich allerdings, was da noch übrig bleibt, was du nun willst.

Das fällt mir auch gerade auf. Ich weiß eigentlich tatsächlich nur, was ich NICHT WILL, aber nicht genau, was ich will. Das muss ich gerade mal aushalten, diese Tatsache.

Es grüßt Euch eine nachdenkliche und zur Zeit etwas konfuse MOON :)D

w~iCeauch}immexr


moon-moon

Ich bin zwar "Single", habe aber dennoch ab und zu kleine "highlights" mit ein paar Männern, die ich schon länger kenne.

Solche Phasen, wo mir was Unverbindliches lieber ist, habe ich ja auch z.B. jetzt nach der Beziehung.

Hatte auch einen netten Mann gefunden, der selber noch an seiner Scheidung knabberte. Wir sahen uns höchstens einmal im Monat, ab und zu telefoniert und gemailed. Ich erzählte ihm von Anfang an offen, was mich noch so wegen meines frisch "verflossenen" Ex bewegte. Es fiel nie ein Wort von Gefühlen zueinander, ich fand es auch nicht sehr innig, aber nett. Ich erzählte, ich wisse nicht, wie ich auf meinen Ex reagiere, wenn ich ihn wiedersehe. Er sagte dazu nichts. Ich erzählte, dass ich meinen Ex bald treffe. Er sagte dazu nichts. Ich erzählte, dass ich ihn getroffen habe und alles wieder so war, als hätten wir uns drei Wochen nicht gesehen. Er sagte dasu nichts, sondern fragte nur, ob mein Ex jetzt nicht auf IHN eifersüchtig sei. Ich erzählte ihm, dass ich meinen Ex jetzt am Samstag besuchen fliege. Er war total sauer, überschwemmte mich mit Liebesgedichten, beschimpfte mich, wie ich überhaupt sowas unverbindliches Oberflächliches eingehen könne, ich war nun der Inbegriff menschlicher Oberflächlichkeit...usw.

Ich hab mal wieder die Schnauze voll von unverbindlichen, lockeren Geschichten. Das klappt bei mir nie und endet meist so, wie beschrieben. Die Männer scheinen einfach in mir nicht die Unverbindliche zu sehen, sind dann aber auch scheinbar zu feige, mal mit der Sprache über Gefühle rauszurücken und verhalten sich selber schön unverbindlich und ich bin dann aber die Böse, die dann sein Herz gebrochen hat. Das ist mir für das bisschen Vergnügen zu viel Stress.

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