» »

Auf der Reeperbahn, nachts um halb eins,

mxeerxman


Bei mir kommt da eher der Gedanke:" Was ist denn das für einer, der sich so ein Auto kaufen muss, um aufzufallen, wieso braucht der das? Ist da sonst nix dahinter?"

Es soll auch Männer geben, die einafch Spaß an "solchen" Autos haben ;-) oder qualifizierst du die alle gleich ab ???

-,Fxiz


ach ja nochwas

wenn du dir schon die Freiheit nimmst, wieauchimmers nick mal eben so auf drei Buchstaben zu verkürzen, dann gib dir doch wenigstens die Mühe, diese drei Buchstaben in die richtige Reihenfolge zu bringen.

Fände ich angenehmer.

Ainaxis


Es soll auch Männer geben, die einafch Spaß an "solchen" Autos haben oder qualifizierst du die alle gleich ab

Wo hab ich da jemanden abqualifiziert? Ich hab nur gesagt, dass das meine Gedanken sind und sonst weiter nix!

Ja es soll Männer geben, die Spass an solchen Autos haben, aber die sind für mich eben nix. So what?

dWj elemengt oqf crixme


Wenn man nun davon ausgeht, dass Sexualität sozial überformt wird (und das muss man) dann spricht das aber wieder für die These, dass doch vielleicht große Autos auf manche Frauen eine Wirkung haben könnten. und es ist ja unbestreitbar, dass sie dass haben. Auf manche Frauen eben. Das finden wir alle nicht gut im Grunde (da sind sich ja alle einig) womit der streit beigelegt wäre!

Danke für eure Aufmerksamkeit.

neues Thema.

-TFi;z


anais

"aber die sind für mich eben nichts"

das würde ich so jetzt nicht sagen.

Für mich käme es eben drauf an, woraus der Spaß am Fahren eines solchen Wagens besteht.

Wenn mir jemand erzählt, er hätte einen Tag lang einen E-Type durch den Schwarzwald gefahren und das klasse gefunden, dann kann ich das schon nachvollziehen.

Aber warum sich jemand in Schulden stürzt, um mit dem Popel-Porsche vor die Disco zu stehen, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen. Da geb ich dir Recht. Muss ich auch nicht haben.

;-D

Gruß,

dWisappxoinxted


@Fiz

Gibt dir das denn nicht ein bisschen zu denken?

Da hab ich so noch nie drüber nachgedacht, netter Ansatz...aber ich komme zu dem Schluss...wenn SIE das SELBST nach einer gewissen Zeit ( die meisten Jungmänner sind sich sehr wohl sexuellen Ausrichtung und Identität bewusst auch wenn sie diese nicht ausleben können, viele mid-twens oder gar älter ) MÖCHTE dann würde ich ihr nicht dazu raten, genausowenig wie ich einem Jungmann dazu raten würde, wenn dieser im Bordell seine erste Erfahrung machen möchte. Allerdings !!!!! könnte ich es nachvollziehen und akzeptieren...alle die hier posten sind alt, genug haben einen eigenen FREIEN WILLEN und unterliegen keiner Vormundschaft, soweit ich das beurteilen kann. Laßt sie doch ihre Erfahrungen machen, solange sie darauf achten daß sie nicht gegen Recht und Gesetz verstoßen. Ethik und Moralvorstellungen muss jeder vor seinem Gewissen ausmachen. Mein Grundsatz war, daß ich nie dafür bezahlen würde Sex zu haben.....aber jeder ist anders. Punkt, aus. Es ist ein Prozess..vielleicht ist es ihr Prozess zu sehen, daß es NICHT ist was sie wollen. Vielleicht auch doch.

Da ich keine Erfahrungen habe, ob es was bringen würde...rate ich weder ab..noch zu...ich nehm es zur Kenntnis, sage wie ich es für MICH seh und rate ihnen auf sich selbst zu hören....denn so wird man am individuellsten und damit irgendwann auch interessant ohne dafür zu bezahlen.

*:)

dBisap4poGintexd


@Fiz

wenn du dir schon die Freiheit nimmst, wieauchimmers nick mal eben so auf drei Buchstaben zu verkürzen, dann gib dir doch wenigstens die Mühe, diese drei Buchstaben in die richtige Reihenfolge zu bringen.

Fände ich angenehmer.

Danke an dich und sorry an WieAuchImmer, scheiss autoformfill ;-)

einmal falsch immer falsch..............

natürlich WAI statt WIA , mein Fehler |-o

*:)

AhnaDis


-Fiz

Ja so ähnlich, hab mich etwas verkürzt ausgedrückt. Für mich wirkt ein protziges Auto erstmal wie ein Statussymbol, und ich kann damit nunmal nix anfangen. Ich hab andere Werte und möchte eine Beziehung mit einem Partner haben, der ähnliche Werte hat. Jetzt klarer?

Wenn sich Männer so ein Auto anschaffen, weil sie meinen sie könnten (manche) Frauen damit beeindrucken, nun gut, dann beeindrucken sie eben genau diese "Sorte" Frau und genau diese bekommen sie dann auch und können sich hinterher wieder beschweren ;-D

Ausserdem find ichs schon bezeichnend, dass mir eine einzige Aussage so um die "Ohren gehauen" wird (nicht von Dir!) und das andre, wesentliche Wichtigere, anscheinend geflissentlich überlesen werden.

-oFiz


siehste

das gefällt mir jetzt.

Meine Kritik war zugegebenerweise etwas rüde formuliert, aber du hast sehr souverän drauf reagiert.

Das ist übrigens auch eine Eigenschaft, die mir an Männern sehr gefällt und die sich auch nicht kaufen lässt.

Gruß,

wwieaOuchYimxmer


disappointed

DU... aber wieviele "DU" laufen da draussen rum?

Geh mal auf einen Parkplatz in einem Gebiet, wo viele Firmen sind. Da wimmelt es nur so von schicken Autos. Da fällt die olle verrostete Karre auf. Selbst hier, wo ich wohne und eher ärmere Leute wohnen, stehen dicke Kisten vor den Sozialwohnungshäusern, wahrscheinlich auf Pump gekauft. Auffallen tut der von meiner Nachbarin, weil er knalltürkis ist.

Guck dich doch um wieviele Frauen da draussen wirklich so selbstbewusst auftreten, so klar für ihre (aussergewöhnlichen) Wünsche, Interessen und Ansichten eintreten und dazu wieviele Manager mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

Hier ist die weibliche Zielgruppe eher Frauen um die 30 und wenn ich mich unter denen umgucke, dann finde ich überwiegend Frauen wie mich. Ich kenne nicht eine Frau über 30, die sich von einem tollen Auto beeindrucken ließe und hier im Forum wird es von den Frauen doch auch nicht gerade bestätigt. Das tut vielleicht eine 20 Jährige.

aber es ist ein Unterschied, denn bei "ein bißchen feucht" kann man leichter nachhelfen als bei "ein bißchen hart" und ausserdem schlägt eben auch hier immer noch die Konditionierungsmaschinerie voll zu.

Der Unterschied ist aber m.E. nicht so wesentlich, dass Männer scheinbar einen erheblichen Teil ihrer Persönlichkeit darüber definieren, ob es mit der Errektion klappt. Und wie hier schon erwähnt wurde, wird keine Frau, die ihren Mann liebt, ihn verlassen, weil er mal Errektionsprobleme hat.

diese schwindelerregenden Erwartungshaltungen in den Köpfen

Diese Erwartungshaltung haben aber nicht Frauen an Männer (ausser Grainne), sondern Männer machen sich selbst und gegenseitig bekloppt damit. Auf Frauen wirkt das oft eher wie abstoßendes Potenzgehabe, die ganze Angeberei, wieviele Frauen mann denn schon flachgelegt hat.

Es wär auch vermessen ein Jahrtausende aufgebauschtes Klischee, das von der Sexindustrie weiter angeheizt wird innerhalb weniger sexuell aufgeklärter Jahre zerschlagen zu wollen.

Ich frag mich nur weiterhin, wieso es vielen Frauen in dieser kurzen Zeit gelungen ist, sich von diesen Klischees frei zu machen und Männern nicht. Da kommt der Verdacht auf, dass dieses Klischee für Männer irgendwelche Vorteile haben mus. Ich tippe, es hat mit Macht zutun (Potenzgehabe und Macht liegt jedenfalls nah beieinander). Statussymbole haben ja ebenfalls mit Macht zutun, denn der Status soll ja die gesellschaftliche Machtposition darstellen. Wer eine leitende Position hat, demonstriert das eben durch ein schickes Auto. Diese "Was lacostet die Welt? Das spielt keine Rollex" ist doch auch nichts weiter als Machtgehabe und was soll man davon halten, wenn Männer meinen: "Wenn keine Frau freiwillig mit mir Sex hat, dann kauf ich mir eben eine"?

Heute wollen aber zunehmend die Frauen, so wie es Annais ausdrückte, gleichberechtigt auf selber Augenhöhe sein. Daher wirkt auf sie dieses Machtgehabe eher abschreckend und unattraktiv, wie die Serafina es ausdrückt:" Wenn ich einen Typen kennenlerne und der zeigt mir seinen megateuren Protzschlitten (womöglich noch mit der Andeutung, wie viel das gute Stück gekostet hat), fährt der sich ganz schön Minuspunkte ein."

Aber der Spruch geht dir schon nah

Das ist ein typischer Spruch gegen Frauen, die eine emanzipierte Meinung vertreten. Er unterstellt diesen Frauen, dass sie nur diese Meinung vertreten, weil sie sexuell frustriert sind und uanattraktiv und bei Männern nicht ankommen. Das mir das gerade ausgerechnet von Jungmännern gesagt wird, ist nun echt zynisch. Da frag ich mich dann wirklich, ob derjenige überhaupt eine einzige Gehirnzelle zum Nachdenken hat. Attraktiv macht er sich damit aber sicherlich nicht und wenn er sich zu anderen Frauen auch so verhält...

Fehl liegt er damit auch noch, weil ich weder sexuell frustriert bin, noch ein Problem damit habe, dass mich Männer nicht attraktiv finden. Wenn mir ein JM aber mit so einem Dumpfbackenspruch kommt, dann ahne ich, wieso er nicht bei Frauen ankommt. Leider merkt er es scheinbar nur selber nicht.

-]Fixz


das eben war an disappointed

@anais

Ausserdem find ichs schon bezeichnend, dass mir eine einzige Aussage so um die "Ohren gehauen" wird (nicht von Dir!) und das andre, wesentliche Wichtigere, anscheinend geflissentlich überlesen werden.

da steckt Methode dahiinter. Man kennt es auch als "Vogel-Strauss-Taktik": wenn ich so tu, als sehe ich nix, ist da auch nix.

Oder vielleicht auch: wenn ich so tu, als sehe ich das Unrecht nicht, sehen auch die anderen nicht, wenn ich es begehe.

Ist schon ziemlich durchsichtig, das Ganze.

Gruß,

w]ieLaguch*immVer


dj element of crime

Aber als eigenständiger Wert kann es erst später betrachtet werden, wenn Partnerbildungsprozesse zur aufrechterhaltung der ökonomischen Ordnung nicht mehr gebraucht werden.

Ich muss die wohl doch die babylonischen Liebesgedichte posten, oder?

Was die ökonomischen Ehen anging. Das war gerade eine Folge daraus, dass man Frauen lange verwehrt hat, für ihr Überleben unabhängig von einem Mann sorgen zu können, außer, sie wurde dann Prostituierte. In gleichberechtigten Gesellschaften (ja die gibt es), wird nicht aus ökonomischen Gründen geheiratet. Dass Frauen sich also entweder als Hure oder Ehefrau verkaufen müssen, das ist die patriarchale Tradition, die aber heute, wo Frauen selber Berufe erlernen und ihr eigenes Geld verdienen, nicht mehr nötig ist, also suchen sie sich die Männer auch nach anderen Kriterien aus.

Das ist die Umstellung vom "wir" auf das "Ich". Die Gebur der Individualität!

Das stimmt nicht. Es gibt gleichberechtigte Gesellschaften, wo der Grundbesitz oft gar den Müttern gehört und auf die Töchter vererbt wird und nicht von den Vätern auf die Söhne. Das sind vorwiegend sehr kooperative Gesellschaften mit sehr hohem Gemeinschaftssinn. Die kennen sowas wie Machtgehabe und Reichtümer anhäufen gar nicht. Individualistisch sind sie dennoch, weil jeder dort in seinen Eigenarten respektiert wird.

Nicht die Individualität ist Schuld, sondern die Individualität im Zusammenhang mit einer kapitalistischen, nach Macht strebenden Konkurrenzgesellschaft. Dass man da die Individualität nutzt, um gegeneinander zu agieren, anstatt sie zu nutzen, um die verschiedenen Fähigkeiten verschiedener Menschen kooperativ einzusetzen, wird mittlerweile auch schon in der Wirtschaft kritisch gesehen und es gibt Ansätze zu kooperativen Teams ohne Chef, weil man festgestellt hat, dass das viel effektiver ist, die individuellen Fähigkeiten des Einzelnen zu nutzen, als alle gleichzuschalten.

Zum Thema Kooperation versus Konkurrenz gibt es ein nettes Computerexperiment von Axelrod: "Tit for Tat".

m$ a+ r v xi n


re: -Fiz

ein kommunikationstraining kann man kaufen. man kann sich es aber auch selbst beibringen. ist wesentlich guenstiger.

@ dj element of crime

Wenn man nun davon ausgeht, dass Sexualität sozial überformt wird ...

was bedeutet denn dies?

@ Anais

tja, ich hoffe dass auch andere gelesen haben. Henry klingt irgendwie suess.

ich denke es liegt an einem selbst zu lernen mit Frust umzugehn und den auch auszuhalten, sein Selbstwertgefühl als Erwachsener eben nicht davon abhängig zu machen

Im Noble House hat der Vater des Jungen, der einmal das Geschaeft uebernehmen sollte eine Prostituierte(zumindest wuerden wir es so nennen) fuer den Jungen angestellt. Sie hat sich "zufaellig" mit ihm getroffen, und natuerlich immer wieder und weiterhin getroffen. Und im Prinzip hat sie ihn angeleitet, wie er sich mit Frauen zu benehmen habe. Ging er zu weit blockte sie ab; war er zu unbeholfen, hat sie nachgeholfen. Dies beschraenkte sich nicht nur auf die Kennenlernnummer, sondern beinhaltete eine kurzzeitige Beziehung an derem Ende Sex stand. Ehrlich gesagt, fand ich dies faszinierend und ich kann mir durchaus vorstellen, dass dies dem ein oder anderen Jungmann helfen koennte.

Bevor jetzt wieder eingeworfen wird, ich wuerde nicht an Frauen denken: (1) Eigentlich geht es doch um Jungmaenner, oder sehe ich das falsch?

(2) Ich kenne eine Frau, die von sich behauptet, Spass am Sex zu haben, egal mit wem. Warum soll sie ihr hobby nicht zum Beruf machen?

(3) Im damaligen Hong Kong genossen diese Frauen den gleichen, sehr guten Ruf, wie jede andere Frau, die ihr eigenes Geld verdiente.

@ wieauchimmer

ich habe die anderen jungs nicht auf ihre beleidigenden worte hingewiesen, weil ich verstehen kann, dass man beleidigend wird, wenn einem staendig schwerste straftaten unterstellt werden. niemand, der in seiner personalitaet nicht gefestigt ist, haelt so etwas lange aus.

natuerlich hast du recht: es kann nicht sein, dass du sagst, dass du fahrradfahrer willst und dir jemand anders dir dann jegliche entscheidungskompetenz abzunehmen versucht, in dem er meint, er muesse dir einreden, dass du auf mercedesfahrer stehst.

aber deswegen auch meine vorangegangene frage, die ich jetzt ein wenig modifizere: Kennst du Prostituierte oder Stricher, die diesem Berufswunsch nachgehen und nicht "zum menschlichen Wrack" wurden?

dwj elemenst of ecrimxe


okay

wir sind uns eh fast einig.

Allerdings sehe ich den Begriff Individualität völlig unabhöngig von Kooperation oder Kompetition. Es gibt beides. Auch setzt Individualität nicht zwingend gleichberechtigung voraus. Wie man in unserer Kultur sehen kann.

Und in einem Punkt sehe ich es ganz anders. Ich denke, dass Individualitätä und (moderner) Kapitalismus aufs engste Verknüpft sind.

Abgesehen davon könnte es aber sein, dass wir "Individualität" unterschiedlich verstehen. Ich sehe das wertfrei. Individualität ist nicht unbedingt besser als traditionelle eingebundenheit, z.B. in eine Großfamilie und einen Stand und eine Zunft. Die Entwicklung des modernen Kapitalismus dürfte der Motor für die Freisetzung der Individuen ausn ihren traditionellen Bindungen gewesen sein. Wie wir wissen war das eine sehr unangenehme Phase für die meisten der damals lebenden Individuen. Der Marxismus kam dann als Antwort auf die neuen Probleme.^

wAieauQchiNmmer


meerman

OFF TOPIC!

Das hätte ich gerne erläutert

"Biologie und Kultur stehen sich nicht gegenüber, sie gehen von Anfang an miteinander einher."

Ganz einfach: Es gibt nicht diesen Widerspruch zwischen Kultur und Natur, so wie es Freud mit seinem "Es" und "Über ich" implizierte. (Diese freudsche These ist schon lange überholt) Warum nicht? Weil die Kultur nichts weiter ist, als eine sehr erfolgreiche Überlebensstrategie des Menschen und somit vollkommen "natürlich". Wieso können Menschen sowohl am Äquator als auch in Grönland überleben? Weil sie sehr anpassungsfähig und lernfähig sind. Tiere erfrieren eben, wenn es plötzlich kalt wird. Menschen hingegen schaffen sich Kleidung und Häuser und Feuer und überleben. Ein wichtiger Grund, dass dies finktioniert, ist aber die Arbeitsteilung. Alleine kann kein Mensch einen Mammut erlegen. Dazu war eine gut koordinierte Teamarbeit nötig. Das Soziale ist also Teil der Kultur. In jeder Gesellschaft wird auch die Sexualität mehr oder minder geregelt. Hier ist z.B. Bigamie verboten. Das hat sicher den Sinn, dass es nicht zu sozialen Streitigkeiten kommt, denn das Verhältnis Frauen/ Männer ist 50:50 und wenn mehrere Männer mehr als eine Frau heiraten, gehen andere Männer leer aus. Auch Moral hat nur den Sinn, Regeln vorzugeben, die verinnerlicht werden, damit das Gemeinschaftsleben funktioniert, denn ein funktionierendes Gemeinschaftsleben ist wichtig für das Überleben.

Dazu auch noch interessant:

"Groos (1899, S. 478-491) geht zunächst davon aus, dass der Mensch zwar über eine beträchtliche Anzahl von in der Evolution entstandenen Instinkten verfügt, die "vielleicht größer als bei irgend einem anderen Lebewesen" ist. Gleichzeitig komme der Mensch jedoch in einem "Zustand völliger Hilflosigkeit" zur Welt. Dieser Zustand steht nach Groos mit folgendem Sachverhalt in Zusammenhang: Im Unterschied zu vielen niederen Tierarten, bei denen die Instinkte "gar keiner oder nur geringer Übung bedürfen, um ihren Zweck zu erfüllen", seien die "Instinkt-Mechanismen" des Menschen bei der Geburt noch "unfertige Anlagen". Sie bedürfen erst noch "der Überarbeitung und Ausgestaltung ... während einer durch den Schutz der Eltern ermöglichten Übungsperiode", bevor sie in zweckmäßiger Weise funktionieren und das Individuum dann von seiner Hilflosigkeit entbinden. In heutiger Terminologie stellen die Instinkte des Menschen Groos zufolge offene Verhaltensprogramme (Mayr, 1974) dar. Als "offen" bezeichnet man diese Programme deshalb, weil sie eine plastische neuronale Struktur aufweisen, die es erlaubt, aufgrund von Lernen erworbene Informationen durch strukturelle Veränderungen in das Programm einzubauen. Instinkte als offene Verhaltensprogramme können also aufgrund von Erfahrungen, wie Groos es nennt, "überarbeitet und ausgestaltet" werden. Geschlossene Verhaltensprogramme auf der anderen Seite sind dadurch gekennzeichnet, dass sie die genannte neuronale Plastizität nicht aufweisen. Solche starren Mechanismen finden sich insbesondere bei niederen Lebenwesen. Je komplexer, wechselnder und unvorhersagbarer die Umwelt eines Lebewesens ist, desto mehr sind für angepasstes Verhalten offene Verhaltensprogramme erforderlich, die den Einbau indivueller Erfahrungen erlauben, welche dann die Steuerung des Verhaltens mitdeterminieren. Groos fragt sich weiter, zu welchem Zweck denn in der Evolution eine auf den ersten Blick "so wenig vorteilhafte Einrichtung" entstanden sein kann, nämlich dass der Mensch zunächst als ein "unfertiges Wesen" auf die Welt kommt, das in der Jugendzeit "erst zu einem Individuum von selbstständiger Lebensfähigkeit auswachsen muss". Seiner Ansicht nach beruht das darauf, "dass bei den Lebewesen, die eine ausgesprochene Jugendzeit besitzen, die fertig auftretenden Instinkt-Mechanismen [als geschlossene Verhaltensprogramme] zum Teil nicht mehr genügt haben ... Je mannigfacher die Lebensaufgaben sich gestalteten ..., desto bildsamer mussten die ererbten Anlagen [als offene Verhaltensprogramme] werden. Die so durch die Einrichtung einer Jugendzeit ins Leben gerufene Einübung unfertiger Anlagen ist das Spiel. Wir können also von unserem biologischen Standpunkt sagen: in dem Moment, wo die Intelligenzentwicklung einer Spezies hoch genug steht, um im <struggle for life' >nützlicher zu sein, als vollkommene Instinkte [geschlossene Verhaltensprogramme], wird die natürliche Auslese solche Individuen begünstigen, bei denen jene Anlagen in weniger ausgearbeiteter Form [als offene Verhaltensprogramme] während einer durch den Schutz der Eltern möglich gemachten Übungsperiode (der Jugendzeit) ohne realen Anlass, rein zum Zwecke der Einübung und Ausbildung betätigt werden"

Klingt dioch ganz logisch, oder?

Philosophisch ausgedrückt, klingt das dann so:

"Der Mensch hat seine selbstverständliche Mitte des Lebens verloren und muss sein Leben deshalb bewusst führen. Er ist sein eigenen Regisseur, Drehbuchautor und Steuermann (Selbstorganisation als grundlegendes Prinzip des menschlichen Wesens)

"Bildung" erfasst die wechselseitige Erschließung von Mensch und Welt. Zu ihr gehört die Entwicklung eines bewussten Verhältnisses des Menschen zu sich, zu seiner natürlichen und sozialen Umwelt, zu seiner Geschichte, Entwicklung von Raum- und Zeitbewusstsein, die Bildung von Identität, die Reflexivität seines moralischen, theoretischen und ästhetischen Verhaltens, das Entwerfen von Bildern von sich. Die inzwischen weitgehend akzeptierte und gut begründete These von der "kulturellen Verfasstheit des Menschen" bedeutet, dass der Mensch sich als Gattungswesen in einem Prozess der Selbstschöpfung von den Naturgesetzen der Evolution befreit hat: Der Mensch gestaltet seine natürlichen (und sozialen) Existenzbedingungen und schafft sich dadurch zugleich selber. Er vergegenständlicht seine je aktuellen Wesenskräfte, schafft so die Möglichkeit eines objektiv vorkommenden kulturellen Gedächtnisses, an dem nachfolgende Generationen in der Alltäglichkeit ihrer Praxis sich diesen Grad an Selbst- und Weltbeherrschung aneignen können… So ist mit dem Freiheitsgewinn gegenüber bloßer Naturgesetzlichkeit die Notwendigkeit verbunden, in aller Verantwortlichkeit sein Leben selber führen zu müssen. Der Mensch tritt aus seiner Mitte heraus und kann sich und seine Lebensbedingungen zum Gegenstand der Reflexion und Gestaltung machen. Die Medien, die er hierfür braucht, nennt Ernst Cassirer "symbolische Formen". Es sind Sprache, Religion und Mythos, Kunst und Wissenschaft, Staat, Technik und Wirtschaft. Diese Zugangsweisen zu sich und zur Welt machen in ihrer Gesamtheit Kultur aus. Die Tatsache, dass "Kultur" wesentlich das Gemachtsein menschlicher Existenz reflektiert, führt dazu, Kontingenz als wichtige Bestimmung des Kulturbegriffs zu erkennen. Kontingenz meint, dass alles, was ist, auch anders sein könnte. Erst aus klaren Ordnungen heraus kann das Leben Halt, Ausrichtung, Sinn finden. Diese Ordnungen, das sei an dieser Stelle eingefügt, entstehen durch kommunikative Prozesse. Wir geben jeder Wirklichkeit, der wir begegnen einen Sinn und eine Erklärung. In Experimenten wurden Menschen völlig sinnlosen Situationen ausgesetzt, die sie sich subjektiv sinnvoll ordneten. Sie waren hinterher nur sehr schwer wieder davon abzubringen, an das Konstrukt eigener Sinndeutung (Interpunktion) zu glauben."

(Quelle Max Fuchs: Was ist Kunst?")

Man könnte auch den Konstruktivismus anführen. Es gibt keine natürliche menschliche Wirklichkeit, sondern wirklich ist das, worauf sich Menschen im Kommunikationsprozess einigen. Es git daher auch keinen "natürlichen" Sex, sondern Sex ist das, was wir gelernt haben, was es ist. Es wird im gesellschaftlichem Kurs definiert, was "männlich" "weiblich" oder "sexuell" ist. Es kommt dabei immer darauf an, was für das kooperative Überleben einer Gesellschaft nützlich ist. Würden aus irgendwelchen Gründen die Hälfte der Männer sterben, würde sicher bald die Bigamie erlaubt sein, weil sie in diesem Fall nützlich wäre. Würden alle Frauen eine Allergie gegen die eigenen Kinder bekommen, würden sich in Zukunft die Väter um die Kinder kümmern und die Frauen arbeiten gehen. Es wäre ja auch dumm, wenn man stattdessen lieber aussterben würde, als die Rollen einfach flexibel umzuverteilen. Das funktioniert genauso wie das evolutionäre Selektionsprinzip, nur dass es sich nicht um Selektion der besten Gene handelt, sondern der besten Meme, also Ideen, Denkmuster und Strategien.

Letztens war noch im TV so eine wissenschaftliche Gesprächsrunde, wo es hieß: Der größte Überlebensvorteil des Menschen ist seine Flexibilität und flexibel kann er nur sein, wenn nichts "natürlich" oder durch Triebe unweigerlich festgelegt ist, sondern er lernfähig ist und sich auch anders entscheiden kann, wenn es die Situation erfordert.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Sexualität oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sexualanatomie · Selbstbefriedigung · Sexualtechniken · Homo, Hetero, Bi · Gynäkologie · Urologie · Beziehungen · Schwangerschaft · Verhütung · HIV und Aids


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH