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Auf der Reeperbahn, nachts um halb eins,

W&üstensNoxhn


Ernüchternde Selbstanalyse (wieauchimmer kann auch anregen)

Aber wieso über sich selber nachdenken, wenn man sich hier so schön gegenseitig bejammern kann?

Gut, ein paar deiner Beiträge haben tatsächlich den richtigen Nerv getroffen. Zum ersten wäre da die Sache mit der sexuellen Sozialisierung, die du erwähnt hast. Bei meinen Eltern war es tatsächlich so, dass sie, während ich aufwuchs, nur noch eine Zweckbeziehung geführt haben, um sich dann scheiden zu lassen, als die Kinder alt genug waren. Ich habe nie Zärtlichkeiten oder Liebe zwischen den beiden wahrgenommen. Das Desinteresse ging dabei vorallem von ihr aus. Eigentlich nur von ihr. Ich frage mich, wie prägend dieser Sachverhalt für mein Sexualverhalten war. Wären sie ein besseres Vorbild gewesen, hätte ich vielleicht intuitiv besser gewusst, was man mit einer ersten Freundin so anfangen könnte, abgesehen von mit ihr auf die Schlittschuhbahn zu gehen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich muss meine Sexualität richtiggehend mit einem Pickel herausschlagen. Eine Frau müsste mich wahrscheinlich mit geschlossenen Augen 'Küss mich!' anflehen, damit ich es wirklich wagen würde. :-/

Habe ich mein wahres Ich gefunden im Puff? Nein, genauso wie du dich in der Kunstakademie nicht gefunden hast. Nicht als ganzes. Aber ein Stück davon. Jeder spielt sein eigenes Puzzle des Lebens, das niemand jemals fertigstellt, und dieses Teil war zentral für mich, denn es zeigte mir, dass eine sexuelle Passion in mir existiert, auch wenn ich sie nur kurz angekitzelt habe. Vielleicht bin ich jetzt angefixt, aber der ‚Rausch’ im Sinne einer selbstbewusstseinsfördernden Bestätigung bleibt nachhaltig, auch wenn er andere, sich zwiespältig äussernde Bedürfnisse aufgeweckt hat (Beziehung <-> Einsamkeit). Aber das wollte ich ja auch. Besser das als weiter ein Untoter.

Etwas off-topic: Im Rahmen von 'eigenständig sein' und 'machen, was man eigentlich will' hast du noch Bücher schreiben und deine taxifahrenden Bekannten erwähnt. Letzteres stimmte mich nostalgisch, weil ich ein paar Jahre Taxifahrer war, um meinen zweiten Bildungsweg zu finanzieren. Es war tatsächlich eine meiner liebsten Beschäftigungen bis jetzt. Mit allen möglichen Leuten plaudern, kein echter Stress (lag an der gemütlichen Stadt), und wenn man nichts zu tun hat, Bücher lesen. Schade, dass man so gut wie gar nichts verdient dort, sonst würde ich das wahrscheinlich weiter tun (und dabei persönlich völlig zerlaufen - als Taxifahrer entwickelst du nicht wirklich Profil, höchstens eine gewisse Kauzigkeit - oder meinst du auch das mit Profil?).

Und ein Buch zu schreiben, ist tatsächlich ein Lebensziel von mir, weil ich so nicht ganz ersetzbar bin und meiner Existenz einen gewissen Sinn verliehen habe dadurch, dass ich etwas niederschreibe, was nur ich genau so erlebt und verarbeitet oder erfunden haben konnte, selbst wenn oder obwohl es niemanden interessiert. Blöderweise braucht man dazu zündende Inspirationen. Und diese kommen bei mir vor allem dann gerne, wenn man teilweise frustriert den nüchternen Alltag hinter sich bringt und nach einer Woche Abschalten plötzlich der Kreativitätsmotor einsetzt. Etwas leiden hilft. Grundsätzlich sehr starke Emotionen, auch positive. In meinen verliebten Phasen war ich auch kreativer. Schon bin ich wieder beim Problem: Immer noch Beziehungs-Jungmann. Nie in einer Liebes-Symbiose gelebt. Warum höre ich nun nicht auf die Tips von wegen in erster Linie einzigartig sein und zu machen, was man will, sich zu profilieren, sondern behaupte, dass man das bürgerliche Leben auch erlebt haben sollte? Weil es dem Standard entspricht und man diesen definieren können sollte, bevor man im Nicht-Standard sinnvolle Ziele finden kann. Und weil ich versuche, mich im Leben weiterzubringen, um nicht abgehängt zu werden und irgendwann in einer Anstalt zu enden. Um den ‚Marktwert’, auch wenn er nur für oberflächlichere Frauen zählen mag, aufrecht zu erhalten. Erfolg, auch im Standardbereich, macht attraktiv. Ich habe mir auch schon ausgemalt, bei einer reichen Single-Frau oder anderen Geldgebern anzuklopfen und sie zu überzeugen, mir eine erfolglose Karriere als Schriftsteller zu finanzieren. Geht irgendwie nicht. Und die zündende Idee, das überwältigende Talent für etwas Selbstständiges habe ich, wie schätzungsweise 5.99 Milliarden andere Menschen, nicht. Und ich bin zu faul, etwas Halbgares zu versuchen. (Dein Sohn ist mir übrigens sympathisch, genau dieses 'Talent' habe ich auch. Tip für die Erziehung aus eigener Erfahrung: erziehe ihn so früh wie möglich zu selbstständigem Verhalten, auch wenn es vielleicht mal ein bisschen weh tut. Sonst wird er sein Leben lang Verantwortung abschieben, wenn möglich. Man kann das perfektionieren. Hilfst du ihm nicht schon früh, zu lernen, selber zu entscheiden, schreibt er in zwanzig Jahren vielleicht in einem solchen Forum).

Fazit: Ich bin sexuell nicht sozialisiert worden, aber mittlerweile angefixt, habe kein grosses nützliches Talent und zuwenig Profil im Sinne von Entscheidungsfreudigkeit im Bewusstsein möglicher negativer Konsequenzen, und ich bin faul - ernüchternd. Ich lasse das mal setzen und schaue, was ich daraus lerne.

A{naixs


Wüstensohn

sondern behaupte, dass man das bürgerliche Leben auch erlebt haben sollte? Weil es dem Standard entspricht und man diesen definieren können sollte, bevor man im Nicht-Standard sinnvolle Ziele finden kann.

Wüstensohn, es kommt dabei einfach darauf an, warum Du ein bürgerliches Leben führst! Das ist doch nicht per se schlecht! Die Frage ist ganz einfach: Lebst Du ein bürgerliches Leben, weil es für Dich richtig ist, weil Du so einen festen Rahmen brauchst, weil Du Dich dabei sauwohl fühlst? Oder lebst Du ein bürgerliches Standardleben, nur weil Du Dich nicht traust anders zu leben? Presst Du Dich damit also nur ein Schema um nicht aufzufallen und anzuecken? Hier liegt der Knackpunkt! Es geht darum heruaszufinden, was man im Innern wirklich will und das dann zu leben und ein evtl. Stirnrunzeln oder auch offene Ablehnung der Umgebung deshalb auszuhalten und sein Ding durchzuziehn

A}naxis


Nachtrag

Ich lebe (teilweise) auch ein stinknormales, bürgerliches Leben. Erstens verlangt das mein Job, zweitens bin ich Mutter und bin der Meinung, dass Kinder eine gewisse bürgerliche Regelmässigkeit und einen festen Rahmen brauchen. Für meine Vermieter bin ich als Alleinerziehende bzw wir als Patchwork, die an den kinderfreien WE um 3 Uhr nachts heimkommt und bis 13 Uhr schläft ;-D schon suspekt ;-) Aber das ist mir völlig wurscht, solls ie doch denken, was sie will 8-)

MLarv^in67


Kommunikationskurse? Ja, im geschickten Umgang mit Geschäftspartnern / im Job beinahe ein Muß.

Aber privat? Leute, wollt ihr eine Geschäftsbeziehung oder eine Liebesbeziehung mit einer Frau?

Das interessante an diesem Seminar war ja, das es ganz unten auf der psychologischen Ebene ansetzt. Wie funktioniert Kommunikation? Was zeichnet ein konstruktives Gespräch aus und warum hängt man manchmal in Grabenkämpfen fest. Es geht um Beziehungen, um Systeme. Den anderen Abschätzen, sich ein Bild von ihm bilden, auch auf die Gefahr hin, das es falsch ist. Man übt dort, was man oft schon unterschwellig macht. Das man mit "recht haben" oft nicht weiter kommt, egal ob im Meeting in der Firma, oder einfach abends mit dem Partner, habe ich schon öfters festgestelt. Ich habe öfters mit meinen Eltern Streit, weil jeder einfach nur recht haben wollte und die Meinung des anderen nicht akzeptieren konnte. Dieses Seminar setzt so tief an der Basis der Kommunikation an, daß man die Erkenntnisse in allen Lebenslagen anwenden kann. Da geht es nicht um NLP oder anderes Beeinflussungstechniken. Es geht einfach um typisches Verhalten des Menschen. Sekundäre Bedürfnisse, Systeme, Beziehungen usw.

Wenn man sich an den Grundregeln hält, ergibt sich viel häufiger ein e konstruktive Kommunikation, wo jeder als Gewinner herraus geht und keiner übervorteilt wurde.

Aber auch ich ertappe mich bei des Missachtung der Regeln. Es ist manchmal hart, wenn man Meinungen über sich hört, die einem weh tun. Aber meistens ist es konstruktiver, nicht offensiv gegen dieses Bild zu kämpfen. Man hängt dann eventuell in ewigen Rechtfertigungen fest. Es oft bringt nichts.

wSiYeaNuchimxmer


Wüstensohn

Habe ich mein wahres Ich gefunden im Puff? Nein, genauso wie du dich in der Kunstakademie nicht gefunden hast.

Da seh ich mal einen Unterschied. So wie du deine Erfahrung im Puff beschrieben hast, hat sie dir nur das gebracht, dass du jetzt weisst, das dir Puff für dein Problem, Frauen näher kennen zu lernen, eben nix gebracht hat. Es hat dich zwar angefixt, aber auf dem Weg zum Erfolg nicht weiter gebracht. Es war also eine Erfahrung, die nur einen Irrtum aufgedeckt hat. Muss man so einen Irrtum selber begehen in Anbetracht aller problematischen Dinge, die hier zum Thema Prostitutionsgewerbe gesagt wurden? Die Kunstakademie hingegen hat mich in meiner Entwicklung positiv weiter gebracht. Sowohl in meiner persönlichen Entwicklung, als auch in meiner beruflichen. Also hinkt der Vergleich.

Was nun, wenn du mal eine Frau kennen lernst, der du dich wirklich nah fühlst und ihr nicht weniger aus deinem Leben anvertrauen willst, als uns hier im Forum? Sie ist aber eine Frau, die es abstoßend findet, wenn Männer ins Bordell gehen. Dann hast du dir durch diese Aktion mit dem Bordell, die soo viel nicht gebracht hat, eine gute Chance vermasselt. Es ist also ein Abwägen von Nutzen und Schaden und damit meine ich auch den Schaden, der an Frauen, die sich prostituieren aus Notlage, oder weil sie schon kaputt sind oder dazu gezwungen werden, angerichtet wird. Was nützt ein Bordellbesuch und was schadet er und hier habe nicht nur ich, sondern andere Frauen auch, deutlich gemacht, inwieweit es der Attraktivität schadet. Wiegt das der Nutzen auf?

als Taxifahrer entwickelst du nicht wirklich Profil, höchstens eine gewisse Kauzigkeit - oder meinst du auch das mit Profil?

Grundsätzlich gehört Kauzigkeit auch zum Profil. Allerdings gibt es eine Art von Kauzigkeit, die auf andere abweisend wirkt.

Warum höre ich nun nicht auf die Tips von wegen in erster Linie einzigartig sein und zu machen, was man will, sich zu profilieren, sondern behaupte, dass man das bürgerliche Leben auch erlebt haben sollte? Weil es dem Standard entspricht und man diesen definieren können sollte, bevor man im Nicht-Standard sinnvolle Ziele finden kann.

Du musst auch nicht auf die Tipps hören. Allerdings wenn es so, wie du bisher bist, nicht zum Erfolg führt, lohnt es sich immer, wenigstens über Tipps nachzudenken. Dass hier aber einige JM´s nicht einmal drüber nachdenken, zeigt sich dadurch, dass man ihnen Tipps gibt und sie dann wieder darum bitten: "Gib mir doch mal einen Tipp", so als wäre das, was man zuvor geschrieben hat, unsichtbar für sie.

Interessant fand ich da Folgendes: Seitenlang erzähle ich und andere Frauen über "eigene Persönlichkeit" etc. Niemand versteht es, oder nimmt es wirklich ernst. Alle dementieren, dass sie dieses Problem überhaupt haben oder es darauf ankommen würde und behaupten stattdessen immer wieder, dass ein schickes Auto viel wichtiger ist. Dann sagt der Psychologe von Marvin, er zeige zu wenig Profil. Ach! Ist das nicht dasselbe, was ich seitenweise versuche klar zu machen? So als hätte ich es nie erwähnt, wird es wieder zum Thema, um dann aber wieder Streitpunkt zu werden.

Erfolg, auch im Standardbereich, macht attraktiv.

Kann ja sein, aber hast du mit dieser Strategie Erfolg, oder nicht? In deinem eigenem Fall müsste dir dein obiger Satz doch wie ein Mythos erscheinen. Mythen anzuhängen bringt aber nicht weiter.

wjieauIchi?mmer


Anais, Wüstensohn

lebst Du ein bürgerliches Leben, weil es für Dich richtig ist, weil Du so einen festen Rahmen brauchst, weil Du Dich dabei sauwohl fühlst? Oder lebst Du ein bürgerliches Standardleben, nur weil Du Dich nicht traust anders zu leben?

Ganz genau.

Was übrigens witzig war: Mein Professor an der Kunstakademie war der Prototyp eines Kleinbürgers. Er lebte mit seiner Familie in einem biederen Einfamilienhaus in Schwaben. Er sah wie ein biederer Mann aus. Er war mal Tischler gewesen und seine Kunst war aber das ad Absurdum Führen des Kleinbürgerlichen. Er nannte es selber doppelten Salto. Seine Kunst war so übertrieben kleinbürgerlich, dass sie gerade dadurch das Kleinbürgerliche extrem in Frage stellte. Was ich bei ihm ebenfalls gelernt hatte. Er lehnte es ab, ein schickes, aufgesetztes Kunstwerk zu kreieren, was nichts anderes will, als nur ein schickes Kunstwerk zu sein. Dann solle man doch lieber einen soliden Tisch bauen, denn der hätte wenigstens einen Wert durch seinen Nutzen. Sein Kunstansatz war übrigens ein sehr moderner, Richtung Beuyes.

Ihm ar es also wichtig, dass unsere Kunst autentisch war und nicht "geschauspielert", sondern wir uns mit Dingen auseinandersetzten, die uns wirklich beschäftigen, selbst wenn das Ergebnis gar nicht wie ein Kunstwerk aussah, sondern wie eine Statistik, wie ein Stuhl, oder man es gar nicht sehen konnte, weil die Kunst darin bestand, etwas zu verstecken (einer hat mal unser Fenster im Atelier zugemauert, sodass man schon wissen musste, dass dort mal ein Fenster war, um das Kunstwerk zu erkennen).

Das hat mich sehr geprägt, denn ich war nun gezwungen, da mein Professor auch nicht zimperlich war und zu nicht autentischen Kunstwerken ein abwertendes "Was soll das denn sein?" von sich gab, mich damit auseinanderzusetzen, was mich wirklich beschäftigt. Ich hab es dann gefunden und die Kunst bekam für mich einen anderen Sinn, nämlich den Sinn, nicht einfach Kunst zu sein, Ästhetik, sondern eine Form der bildlich-philosophischen Auseinandersetzung mit dem Leben zu sein.

Wie du also siehst, Wüstensohn, habe ich in meinem Kunststudium sehr viel gelernt, um mich selbst zu finden und es mit einem Bordellbesuch zu vergleichen, ist wohl keinesfalls angemessen.

wQieau7chviammexr


Anais

Ich lebe (teilweise) auch ein stinknormales, bürgerliches Leben.

Ich putz sogar alle zwei Wochen den Hausflur, hab ne Lebensversicherung und denke an die Rente (aber eher mit Schrecken).

Erstens verlangt das mein Job, zweitens bin ich Mutter und bin der Meinung, dass Kinder eine gewisse bürgerliche Regelmässigkeit und einen festen Rahmen brauchen.

Ganz genau. Gerade wegen meines Sohnes passe ich mich mehr an, als früher, weil ich denke, er muss die Chance haben, selbst zu entscheiden, was für ein Leben er will und wenn ich ihm ein völliges Außenseiterleben zumute, dann kann er das nicht. Er muss aber auch in manchen Dingen damit leben, dass er keine "normale" Mutter hat, denn meine Persönlichkeit völlig verbiegen, das bringt ihm auch nichts. Was ich aber in meiner Freizeit mache und vor allem, was ich so denke, das ist sicher nicht bürgerlich. Immerhin hat aber auch das einen positiven Einfluß. Aufgrund meiner politischen Interessen und dass ich auch mit meinem Sohn drüber rede, besteht eine Gefahr bei ihm schonmal nicht: Dass er mal zu einem Neonazi wird. Außerdem lernt er von mir, dass Improvisiertalent nicht das Schlechteste ist. Zimmer aufräumen lernt er allerdings nicht von mir. Waschmaschine bedienen und kochen kann er aber schon selber, weil ich es eben auch schonmal verschlampe.

wlieapuchimxmer


Marvin67

Man übt dort, was man oft schon unterschwellig macht.

Ich hab nicht nur ein Kommunikationsseminar gehabt, sondern auch Rhethorik und Bücher von P. Watzlawik (sehr empfelenswert für euch Jungmänner: "Anleitung zum Unglücklichsein") gelesen, der Kommunikationsforscher ist. Am Anfang des Rhethorikkurses sollten wir uns selber einschätzen, was für Fehler wir machen. Ich habe fünf Punkte aufgeführt und genau diese fünf Punkte trafen auch aus der Perspektive der anderen zu. Ich konnte mich also gut selbst einschätzen. Wenn ich nun geschäftliche Gespräche führe, achte ich auch auf meine Fehler. Meine Freunde kennen und mögen mich aber so wie ich bin, mit meinen Fehlern und daher sehe ich keinen Sinn darin, der perfekte Kommunikationsroboter zu werden.

Ich habe öfters mit meinen Eltern Streit, weil jeder einfach nur recht haben wollte und die Meinung des anderen nicht akzeptieren konnte.

Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber ich streite mich selten mit Freunden und auch mit meiner Beziehung nicht, weil ich es akzeptiere, wie sie leben. Wenn es aber um Diskussionen geht, um Meinungsaustausch, dann muss man mich schon überzeugen und das ist nicht so einfach. Ich bringe aber dafür andere dazu, ihre eigene Argumentation zu verbessern. Würde ich immer sagen: "Ja, jeder wie er meint", welchen Sinn hätte dann eine Diskussion überhaupt?

wo jeder als Gewinner herraus geht und keiner übervorteilt wurde.

Wie langweilig!

Wenn es um Ideenfindung im Team geht, dann hast du mit deiner Strategie Recht, denn es ist besser, wenn jeder dort zum Zuge kommt und wieso sollte jemand, der eher ruhig ist, keine guten Ideen haben? Um an diese Ideen dranzukommen, müssen sich die anderen, die eher vorlaut sind, zurückhalten. Eine Diskussion ist für mich aber was anderes. Da bringen oft Provokationen gerade, dass die eigentlichen Themen mal auf den Tisch kommen und nicht die ganze Zeit freundlich um den heißen Brei herumgeredet wird.

Eines muss man mir ja wohl lassen. Ich bringe Schwung in eine Diskussion und spreche Themen und wunde Punkte an, die andere lieber verschwiegen hätten.

M:arv'in67


wai, bitte verlasse diesen Faden. Du bist unerträglich.

Ich habe nichts gegen Meinungen, aber Beleidigungen und Unterstellungen sind kein guter Kommunikationsstil.

Deine Thesen teile ich grösstenteils nicht und deine so genannten "wunden Punkte" sind oft nur Diffamierungen. Du willst es aber nicht akzeptieren, daß du die Menschen dadurch verletzt und beleidigst. Du bist nicht ein funken einfühlsam.

W8üsteXns{ohn


@anais, wieauchimmer

Oder lebst Du ein bürgerliches Standardleben, nur weil Du Dich nicht traust anders zu leben?

Ein bürgerliches Standardleben führe ich eigentlich gar nicht, ich habe im Gegenteil schon viele unterschiedliche Sachen ausprobiert, bin jedesmal aber nicht ganz glücklich dabei geworden. Bezüglich anders leben glaube ich, dass es mehr meine Vernunft als fehlender Mut ist, die verhindert, alles zu ändern. Ich bin schon genug Aussenseiter.

Es war also eine Erfahrung, die nur einen Irrtum aufgedeckt hat.

Nein, sie hat mich eben AUFGEWECKT. Ich kann das Problem nicht weiter verdrängen, sondern ich muss mich damit konfrontieren. Spät zwar, aber unweigerlich.

Was nun, wenn du mal eine Frau kennen lernst, der du dich wirklich nah fühlst und ihr nicht weniger aus deinem Leben anvertrauen willst, als uns hier im Forum?

Alles will ich ihr sicher nicht anvertrauen. Dass ich hier vielleicht etwas zuviel über mich erzähle, liegt an der Anonymität. Niemand kennt mich. Und an der hohen Verfallsrate von Gedanken in diesem Forum. Sowie daran, dass das eigentliche Äussern und etwas auf den Punkt bringen von Gedanken deutlich mehr bringt, als das oft zu wankelmütige Selbstgespräch. Am Schluss ziehe ich die relevanten Aspekte heraus und kann diese in entschärfter Form auch mit Freunden im richtigen Leben diskutieren.

Sie ist aber eine Frau, die es abstoßend findet, wenn Männer ins Bordell gehen.

Muss nicht sein. Einige Bekannte sind zufrieden liiert und waren auch schon im Puff. Ich muss es ihr auch nicht erzählen, und wenn, werde ich anfügen, dass das ein (Mit-)Grund war, wieso wir überhaupt zusammen sind.

Es ist also ein Abwägen von Nutzen und Schaden und damit meine ich auch den Schaden, der an Frauen, die sich prostituieren aus Notlage, oder weil sie schon kaputt sind oder dazu gezwungen werden, angerichtet wird.

Den einzigen Schaden, den ich als schüchterner Kunde angerichtet habe, ist, dass ihr Zuhälter sich daran bereichern konnte. Ich hätte das Geld gerne ausschliesslich für sie bezahlt. Abgesehen davon ist es lächerlich, einem Jungmann im Puff Ausnützen und Erniedrigung vorzuwerfen. Sie wollte mir erst gar nicht glauben, noch JM zu sein und meinte nachher etwas baff, ich sei 'ja nett'.

Erfolg, auch im Standardbereich, macht attraktiv.

In deinem eigenem Fall müsste dir dein obiger Satz doch wie ein Mythos erscheinen.

In meinem Fall ist es so, dass sich Frauen bei Gesprächen immer dann aufmerksam zeigen, wenn ich etwas vorweisen kann, irgendein spezielles Erlebnis, einen beruflichen Erfolg, eine originelle Geschichte, Humor. Etwas halt, das nicht jeder einfach so auch kann. Das hast du ja auch schon geschrieben. Dass es in 'meinem Fall' noch nicht zu mehr geführt hat, liegt an meiner fehlenden sexuellen Erfahrung und Selbstsicherheit. Simpel.

Wie du also siehst, Wüstensohn, habe ich in meinem Kunststudium sehr viel gelernt, um mich selbst zu finden und es mit einem Bordellbesuch zu vergleichen, ist wohl keinesfalls angemessen.

Ich habe von einem 'Puzzle-Spiel des Lebens' geredet. Du hast vielleicht ein helleres Stück gefunden, meines ist ein etwas dunkleres (...).

Eines muss man mir ja wohl lassen. Ich bringe Schwung in eine Diskussion und spreche Themen und wunde Punkte an, die andere lieber verschwiegen hätten.

Dafür änderst du deine Meinung um keinen Bruchteil und vergleichst gerne JM-Aepfel mit 'Böser Freier'-Birnen. Interessant an dir ist, dass jedesmal eine Antwort zurückkommt.

wnieanucehimmxer


Marvin67

Du bist nicht ein funken einfühlsam.

Tut mir ja Leid, dass ich eure Opfergejammer- Idylle mit meinem miesen Einfühlungsvermögen störe. Wenn du mich hier allerdings aus dem Faden rauswerfen willst, dann musst du dich schon an den Admin wenden. Komischer Weise ist es mir nämlich noch nie "gelungen", dass auch nur ein einziges Wort von mir in Quarantäne kam.

w-ieauchi&mmer


Wüstensohn

und vergleichst gerne JM-Aepfel mit 'Böser Freier'-Birnen.[7z]

Wer eine vergleichbare Handlung ausführt, der ist auch vergleichbar. Wie er das gemeint hat, ist zweitrangig. Ob ich im zivilen Leben jemanden umbringe, oder als Soldat, ist ja vielleicht ein Unterschied, aber nicht für den Toten, denn der ist in beiden Fällen gleich tot.

W*üsLtensxohn


Ob ich im zivilen Leben jemanden umbringe, oder als Soldat, ist ja vielleicht ein Unterschied, aber nicht für den Toten, denn der ist in beiden Fällen gleich tot.

JM töten gar nichts. Sie lassen den entwaffneten 'Feind' am Leben. Genau das meinte ich (und der grösste Teil der anderen Forenteilnehmer, das sind mehr als drei Frauen) mit 'du änderst deine Meinung kein bisschen': Kannst du nicht differenzieren zwischen einem schüchternen 'ich dreh bald durch'-JM, der es kaum zur Prostituierten schafft, und einem menschenverachtenden A-loch, der sich drei Mal pro Woche 'an einem lebendigen Objekt befriedigt'? Das kann doch nicht so schwierig sein? Und durch den einmaligen Besuch einer Prostituierten hält der JM keinen Markt am Leben. Diese Tatsache ist unabhängig von der Wertung dieses Angebotes. :-|

wJieauc`himmxer


Wüstensohn

Kannst du nicht differenzieren zwischen einem schüchternen 'ich dreh bald durch'-JM, der es kaum zur Prostituierten schafft,

Du hast mein Beispiel nicht verstanden. Für einen Toten ist es egal, ob er im Krieg durch einen Soldaten, der das ja gar nicht wollte, aber musste, gestorben ist, oder kaltblütig ermordet wurde. Für eine Prostituierte ist es auch kein Unterschied, ob sie ein schüchterner JM benutzt oder ein versierter Bordellgänger. Sie wird in beiden Fällen benutzt.

und dieses Teil war zentral für mich, denn es zeigte mir, dass eine sexuelle Passion in mir existiert, auch wenn ich sie nur kurz angekitzelt habe.

Was soll sexuelle Passion heissen? Was war daran Leidenschaft, die du nun meinst, entdeckt zu haben und der Wunsch nach Sex war doch schon vorher da. Einmal reinstecken dürfen und abspritzen, wie kommst du da auf den Begriff "Passion"? Da stelle ich mir jede reine Phantasie passionierter vor.

KNwak


JM töten gar nichts.

Richtig ! JM sind wirklich völlig ungefährlich. Sie sind sogar zu brav und zu zurückhaltend.

Und durch den einmaligen Besuch einer Prostituierten hält der JM keinen Markt am Leben.

Wenn ab jetzt sofort alle Huren nur noch JM als Kunden hätten würden sie am Montag vor dem Arbeitsamt Schlange stehen.

Für eine Prostituierte ist es auch kein Unterschied, ob sie ein schüchterner JM benutzt oder ein versierter Bordellgänger. Sie wird in beiden Fällen benutzt.

Dazu wollte ich eigentlich nichts mehr sagen. Aber trotzdem: Es gibt Huren die es freiwillig tun.

Zum Thema benutzt: Ein Taxifahrer wird dazu benutzt um von A nach B zu kommen. 40 Jahre lang täglich 8 Stunden im Auto zu sitzen ist auch nicht sehr gesund.

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