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Fremdgehen?

w[ieauchximmer


Monika65

Es ist egoistisch, wahrscheinlich aus Verlustangst.

Verlustangst würde ich nicht gelich als egoistisch bezeichnen, denn Ängste entstehen zunächst einfach und man kann nichts gegen machen und für Ängste, die mich ja selber quälen und kein absichtlich berechnendes Mittel zum Zweck sind, Egoismus vorgeworfen zu bekommen, wäre schonmal der erste Fehler, der ein Gespräch hin zur offenen Beziehung unmöglich macht. Aufgabe des Partners ist es, mir diese Ängste so gut wie möglich zu nehmen. Das kann er, indem er mir keinen Zweifel daran lässt, wie wichtig ich ihm bin und die Nr. 1 bin, indem er mich die Vorschläge machen lässt, wie das konkret aussehen könnte, indem man vielleicht erstmal vorsichtig mit einem Seitensprung anfängt und indem er mir eine "Probezeit" gewährt, während dieser ich immer noch ein Veto einlegen kann, u.s.w. Wenn er mich und meine Ängste ernst nimmt, ist das schon ein erstes Zeichen, wie wichtig ich ihm bin. Dass er die offene, ehrliche Auseinandersetzung mit mir gesucht hat, ist ein zweites Zeichen, wie wichtig ich ihm bin.

Finde ich aber heraus, dass er fremdgeht, hat sich das mit Vertrauen und mich wichtig für ihn fühlen ein für alle Mal erledigt, denn meine Meinung interessiert ihn ja nicht.

Das zwingt den Partner fast zur Lüge,

Das sehe ich anders, denn niemand, bei dem nicht Leben und Tod auf dem Spiel steht, ist gezwungen, zu lügen. Ich wäre auch nicht bereit, mich selber in ein Doppelleben zu stürzen, denn erstens will ich mich nicht spalten müssen und zweitens ist damit die Beziehung bereits heftig angeknackst, denn auch zur Vertrauensbasis gehören zwei und wenn da nur einer aussteigt, kann man nicht mehr von Vertrauen reden. Für mich kann eine Beziehung, was die Aufmerksamkeit füreinader angeht, auch nicht mehr intakt sein, wenn man unmerklich mit so einer Lüge lebt, wenn derjenige, der betrügt, dem anderen trotzdem noch aufrecht in die Augen schauen kann (während er beim Mogeln bei der Steuererklärung ein schlechtes Gewissen hat), kann wohl nicht mehr die Rede davon sein, dass die Beziehung von Nähe und Einfühlungsvermögen geprägt ist.

Menschen sind in ihrem Alltag bereit oder haben die inneren Reserven dafür, Beziehungsstress regelrecht einzuladen.

Wenn mir das eine gute Beziehung nicht Wert ist, was ist sie dann überhaupt Wert? Gemütlichkeit?

wDieaucbhixmmer


Monika65

Für mich ist Ehrlichkeit keine heilige Kuh.

Für mich hat sich allerdings der Spruch: "Ehrlich wehrt am längsten" als richtig herausgestellt. Auch mache ich zumehmend gute Erfahrungen damit, offen zu sein. Die Ängste, die man davor hat, was es für Konsequenzen hat immer sofort und frei heraus ehrlich zu sein, sind nämlich nach meiner Erfahrung unberechtigt. Die meisten Menschen honorieren es eher positiv und die, die es nicht tun, mit denen will ich auch nichts zutun haben.

Die Ängste hingegen, die sich auf die Konsequenzen der Aufdeckung einer Lüge beziehen, sind absolut berechtigt, denn je länger man eine Lüge aufrechterhalten muss, um so mehr weitere Lügen muss man erfinden, um die Lüge plausibel zu halten. Man sollte seine nonverbale Kommunikation (und auch das nervöse Augenzucken) gut unter Kontrolle haben und irgendwann ergibt sich dann die Frage, wieviel Selbstkontrolle man sich auferlegt hat, weil man sich durch eine Lüge mehr Freiheit schaffen wollte. Es wird also paradox.

Man sollte immer auf den Inhalt seine Jackentaschen achten. Die Ehefrau muss ja gar nicht die Absicht haben, in den Taschen zu spionieren, sondern einfach nur die Absicht, die Jacke waschen zu wollen und nach Münzen zu suchen, damit sie nicht das Flusensieb verstopfen. Das Finden einer angebrochenen Kondompackung, einer Telefonnummer mit Frauenname, das kann schon reichen.

Man muss aber auch aufpassen, dass man mit seiner Affaire nicht von Bekannten gesehen wird und wo man ganz zufällig Bekannte treffen kann, wo man im Leben nie mit gerechnet hat, das habe ich schon oft erlebt.

Entweder, man ist total abgebrüht, aber so jemandem traue ich auch nicht zu, überhaupt fähig zu sein, einen anderen zu lieben, oder man muss ständig aufpassen. Viele Fremdgehgeschichten werden dann doch aufgedeckt und dann ist alles vorbei. Man bürdet sich also leichtfertig etwas auf, was sich schließlich als etwas herausstellt, wovor man viel mehr Angst haben muss, als davor, sich offen und ehrlich auseinanderzusetzen. Lügen haben eben kurze Beine.

kIleen3erx-dd


@WAI

...Ehrlichkeit...

oder sage ich mal Frauen, die lustlos sind - das nicht können.

(und der Gerechtigkeit halber - auch einige Männer.)

Es ist nunmal so, wie Monika65 schreibt.

Wenn Du in der Lage bist, Dein Leben mit stählernernen (oder besser: Stahl mit Titannitrid beschichtet ;-) ) Grundlagen "durchzuziehen", kannst Du stolz sein, aber solltest immer noch die Einsicht haben, daß jeder Mensch die Prioritäten anders abwägt - Selbstbehauptung oder Selbstvernichtung is irreal! Der Mensch denkt selten dual - eher rational.

Gründe, eine (langjährige) Ehe aufzulösen, gibt es theoretisch viele, aber im allgemeinen wird dieser Schritt sehr gut abgewogen (denke ich mal) - zu einschneidend ist das meist für das Leben Beider (und ihrer Kinder).

Es bedeutet meist ziemlich lange schweren Streß - Anwalt/Ämter/Versicherungen/Vermögensteilung/Zukunftsängste undundund und der Mensch ist in der Lage Kompromisse zu schließen: ist es das wert ?

Und das muß Jeder mit sich selbst abmachen - meist so rational wie möglich. Selbstzerstörung wegen Verletzung einer Grundlage halte ich für meist irrational ;-)

kHljeTeneyr-\dd


PS:

Wenn ich MEINEN Streß hinter mir habe, werde ich wohl kaum nochmal eine EHE eingehen - ist jedenfalls mein DERZEITIGER Standpunkt. Eine "ehelose" Beziehung läßt sich rational "ehrlicher" handhaben ;-) .

Cdlauxdsi(a


Kleener, ganz genau, endlich mal kann ich dir wieder voll zustimmen ;-)

Sex ist nur eine Facette, nur ein Teil. Ich schmeiß nicht die ganze Ladung über Bord, nur die verdorbene. Die gute Ware lass ich geschäftstüchtig im Schiff.

Wiederhole ich mich eigentlich?

Zu einer Ehe gehört eben viel mehr als Sex.

k0leenWer-xdd


Na danke, Claudi ;-)

Ich habe meine Ehe auch nicht nur wegen fehlendem Sex über Bord geworfen - die Geschichte würde aber echt den Rahmen hier sprengen.

w}ieauBchimxmer


kleener-dd

Ehe aufzulösen, gibt es theoretisch viele, aber im allgemeinen wird dieser Schritt sehr gut abgewogen (denke ich mal) - zu einschneidend ist das meist für das Leben Beider (und ihrer Kinder).

Aber es geht beide etwas an, diese Entscheidung abzuwiegen und in dem Moment, wo ich mich fürs heimliche Fremdgehen entscheide, habe ich bereits die Entscheidung getroffen, einen Teil der Ehe aufzulösen, aber ohne es meinem Ehepartner mitzuteilen. Das hat nichts mehr mit partnerschaftlicher Kooperation zutun, denn diese ist dann bereits zerstört. Der Partner hats nur noch nicht gemerkt. Das Vertrauen ist bereits zerstört, der Partner weiß es nur noch nicht. Was ist da also noch an Partnerschaftlichkeit übrig geblieben, was mehr als nur eine Illusion ist und sich lohnt, zu erhalten? Zugunsten fadenscheinigem Vorschieben des Wohls der Kinder, des Erhalts des gemeinsam geschaffenen Eigentums, der Bequemlichkeit, wird die Partnerschaft doch längst in dem Moment geopfert, wo man sich durch das Hintergehen nicht mehr partnerschaftlich verhält.

Selbstzerstörung wegen Verletzung einer Grundlage halte ich für meist irrational

Es IST schon kaputt, man tut nur so, als wäre es noch heile.

w_i_ea1uchimxmer


Claudsia

Ich schmeiß nicht die ganze Ladung über Bord, nur die verdorbene. Die gute Ware lass ich geschäftstüchtig im Schiff.

In einer Partnerschaft sollten doch wohl beide entscheiden, welche Ladung verdorben ist und welche gut. Anderenfalls hat das nichts mehr mit Partnerschaft zutun.

kyleenaer-dd


Das hat nichts mehr mit partnerschaftlicher Kooperation zutun, denn diese ist dann bereits zerstört.

In MEINEM Fall schon lange, da schon lange keine konstruktive Kommunikation mehr möglich war - ich habe ausgeharrt aus rationalen Gründen und SIE vermutlich auch.

Im hier zu behandelnden Fall von Frankinho sehe ICH die partnerschaftliche Kooperation von seiner Frau gestört - so wie ich das verstanden habe, läßt sie über DIE eine Sache nicht mit sich reden (hatten wir schon), alles Andere in der Beziehung/Ehe scheint ja Okay. Seine rationale Entscheidung...

NUR Frankinho weiß/kann vermuten, was die Reaktion seiner Frau gewesen wäre, hätte er sein Ansinnen zur Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse gestellt.

In MEINEM Fall weiß/vermute ich, aus meinem "harmlosen" Spießrutenlauf wäre Folterkammer der Inquisition ohne Aussicht auf's Sterben geworden - das Ergebnis wäre in meinem Fall das Gleiche gewesen; oh nein, nicht das gleiche, meine Frau hätte es noch JEDEM erzählt, daß ich andere Frauen suchen wollte/gemacht habe, um mich noch mehr platt/unmöglich zu machen - pfui-so ein Schwein igitt!

Sie hätte weder JA dazu gesagt noch eine Lösung angeboten...

wJieaucshimxmer


kleener-dd

Im hier zu behandelnden Fall von Frankinho sehe ICH die partnerschaftliche Kooperation von seiner Frau gestört - so wie ich das verstanden habe, läßt sie über DIE eine Sache nicht mit sich reden

Für die Qualität einer Partnerschaft ist die Frage: "Wer hat Schuld" letztendlich irrelevant, weil es nicht darum gehen kann, sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben, sondern aufeinander zuzugehen. Was soll das bringen, wenn die Partnerschaft gestört ist und ich aber sagen kann: "Du bist Schuld!". Das bringt vielleicht etwas für die eigene Genugtuung und die Rechtfertigung von ebenfalls unpartnerschaftlichem Verhalten, aber zur Verbesserung trägt es nicht bei, ganz im Gegenteil, es wird eher zu einer Aufschaukelung eines negativen "Wie du mir, so ich dir".

In MEINEM Fall weiß/vermute ich, aus meinem "harmlosen" Spießrutenlauf wäre Folterkammer der Inquisition ohne Aussicht auf's Sterben geworden

Das hätte dann aber den Vorteil gehabt, dass du vielleicht eher gemerkt hättest, dass du einen Inquisitor geheiratet hast, dich eher getrennt und weniger Zeit mit einer kaputten Beziehung verschwendet hättest, anstatt dir noch länger einzureden, es sei doch alles nicht so schlimm. (Dass Kinder unter einer kaputten Beziehung mehr leiden können, als unter einer Trennung, das Thema hatten wir schon).

k\leenXer-xdd


Oh,...

...ich wußte schon vor langer Zeit, daß ich da einen Inquisitor habe - echt! Eigentlich schon vor so 15 Jahren...

Aber wie gesagt, die rationalen Entscheidungen... ;-)

MconikOa65


Aber es geht beide etwas an, diese Entscheidung abzuwiegen und in dem Moment, wo ich mich fürs heimliche Fremdgehen entscheide, habe ich bereits die Entscheidung getroffen, einen Teil der Ehe aufzulösen, aber ohne es meinem Ehepartner mitzuteilen.

Dieser Teil der Ehe wird doch allmählich im Meer versenkt, wenn ein Partner nicht mehr kann, mag, aber den anderen auf Treue festnagelt. Wer nicht ganz blind durchs Leben geht, weiß doch, was er damit anrichtet und es ist an ihm, dem anderen insoweit entgegen zu kommen, dass Ehrlichkeit überhaupt möglich ist. Ich wage zu sagen, dass die meisten Menschen gar nicht so gern die Wahrheit hören möchten.

COaramvel7x2


@monika65

Ich wage zu sagen, dass die meisten Menschen gar nicht so gern die Wahrheit hören möchten.

Da ist wohl was dran. Manchmal stelle ich mir vor, dass meine Frau über alles Bescheid weiß, aber nicht hinterfragt weil sie sonst "Gefahr" laufen würde, sich die Wahrheit anhören zu müssen.

w.ieaPuchi&mmexr


Monika65

Ich wage zu sagen, dass die meisten Menschen gar nicht so gern die Wahrheit hören möchten.

Dass ist m.E. die blödeste Entschuldigung für Lügen die ich kenne! Wer die Wahrheit nicht hören will, kann ja weghören, aber meinerseits mir anzumaßen, zu entscheiden, dass der andere es ja gar nicht wissen will, ist einfach nur eine faule Ausrede, um seine Feigheit zu rechtfertigen und ich muss nochmal den Begriff "Entmündigung" wiederholen.

Eine Beziehung, in der man die Wahrheit nicht mehr hören will, sondern sich schöne heile Welt vormacht, ist mit Sicherheit keine tiefgründig gute Beziehung mehr, sondern um die Augen zu verschließen, verlangt es ja regelrecht ein oberflächliches aneinander vorbei leben. Ich kann mir nicht vorstellen, mit einem Menschen mein Leben zu teilen, wo die Harmonie nur noch eine Folge von Verdrängung ist, also nur eine Scheinwelt und ich mit vielen anderen Menschen, die mir weniger nah stehen, ehrlicher umgehe, als mit dem, mit dem ich zusammen lebe. Da fällt mir dann wieder nur das Wort "Lebenslüge" zu ein, vor allem, wenn es dann heisst "Unsere Ehe ist bestens". Da macht man sich ja wohl extrem selbst was vor.

wCie!aucuhimmxer


Caramel72

weil sie sonst "Gefahr" laufen würde, sich die Wahrheit anhören zu müssen.

Aber du fühlst dich wohl, dich wie ein Dieb zu verhalten? Wie passt das noch in deine eigene Würde, deinen Stolz? Kannst du überhaupt noch Achtung vor die selbst aufbringen?

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