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Bigamie? Wieso nicht?

Kzlexio


Yoseff mit Tarnkappe

Ebene doch: sie schränken die wahl meines eigenen lebensstils nicht mehr über Verbote ein. Ich kann also machen, was ich will. Ich werde nicht mehr dafür geächtet, dass ich nicht verheiratet bin. Es gab Zeiten, da galt man als Unverheirateter nicht einmal als vollständiger Erwachsener. Das ist heute nicht mehr so. Und darin liegt ein Fortschritt. Und wenn die Leute dann doch Freude an der Ehe haben, hindert sie nun auch keiner (auch nicht die immer wieder für schuldig erklärten 68er...)

Hättest Du aber 5 Freundinnen und die würden alle von Dir Kinder haben, dann würde Dich die uneheliche Beziehung auch nicht vor der Verantwortung für die Kinder bzw. deren Mütter bewahren. ;-) ;-D

Y oseff mitr Tar+nkappxe


Unschuldsengel

Ich verstehe Deine Position, ich halte sie nur für fehlgeleitet. Wer auch immer dafür verantwortlich sei... Keinerlei Romantik? Alles kalt und nüchtern mir Berechung und Vollkaskoversicherung?

Warum hängt Romantik bei Dir mit Kirche, Zeremonie, Papieren und dem Vollzug einer amtlichen Handlung (= der Trauung) zusammen? Also Romantik ergibt sich aus dem Augenblick, nicht aus dem Ritual. Für Romatik bedarf es keiner gesetzestreuen Beziehung, Romantik kann auch im Seitensprung vorkommen, sie sucht sich ihre Zeit selbst und lässt sich nicht planen wie ein Hochzeitstermin.

Außerdem hast Du selber weniger romatiksinnige Argumente vorgebracht: es geht Dir um die bekämpfung eines Auswuches, einer Fehlentwicklung. Der Staat solle die nicht Fortpflanzungswilligen mit bestimmten sanktionen belangen. Wer abe r nun heiratet, weil es für das leben im Staate genehmer ist, der scheint mir nun auch kein Romantiker zu sein. Sondern eher als ich derjenige, der sich mit Vollkaskomentalität absichert, indem er seine Beziehung auch noch in den Status eines Rechtsstandes.

KgleSio


m a r v i n

Darum geht es ja. Die Ein-Ehe und vor allem das Verbot der Ein-Ehe sind Regeln, die an menschlichen Gefuehlen einiger Personen vorbeigehen. Also: Weg damit.

Das sehe ich absolut nicht so. Diese moralischen Regeln, die es gibt, die haben sich doch erst aus den moralischen Bedürfnissen der gesellschaftlichen Mehrheit herausgebildet und nicht umgekehrt.

YposefFf mitP Tar7nkap[pe


Kleio

Hättest Du aber 5 Freundinnen und die würden alle von Dir Kinder haben, dann würde Dich die uneheliche Beziehung auch nicht vor der Verantwortung für die Kinder bzw. deren Mütter bewahren.

Das ist ja auch gut so. verantwortung für die Kinder muss schon sein.

K:lexio


Josper

Kann man nicht erst einmal den privaten, menschlichen Aspekt vom staatlich, moralischen, gesetzgeberischen trennen?

Wie machst Du das ???

Meiner Meinung nach ist ein Mensch zugleich privat, politisch, moralisch, usw. usw. Du gehst doch auch wahrscheinlich wählen und trittst dadurch für Deine privaten moralischen Werte ein und bist zugleich auch politisch und daran beteiligt, welche Gesetze es geben wird oder nicht. :-D

wIiEeaudchixmmer


m a r v i n

auch ich lasse mich sehr gern von meinen emotionen kontrollieren - aber was soll ich tun, wenn ich mich in mehr als eine person verliebe und diese liebe auch erwidert wird?

Dann such dir eine Frau, die das ebenso sieht und kein Problem damit hat. Diese Freiheit hast du doch. Oder wirst du dann von staatswegen verfolgt? Also wo ist das Problem? Aber deshalb nun als neues Dogma einzuführen, dass man gefälligst nicht mehr eifersüchtig sein darf, so wie es in den 68´gern in gewissen Kreisen zum Dogma erhoben wurde...:

"...gemeinsam wohnen, arbeiten und gemeinsame "freie" Sexualität statt Zweierbeziehung. Dies war ein bewußtes Kontraprogramm, ein Kampfmittel gegen die alten Formen der Zweierbeziehung, Ehe und Kleinfamilie. So wurde die "freie" Sexualität als plumpe Antithese zur bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Normen programmatisch verordnet..."

...das isses wohl nicht.

Ich sehe nicht, dass du heutzutage unter einem gesellschaftlich moralischem Druck stehst, dass du dir deine Beziehungsform nicht selbst wählen kannst, aber eben auf Basis der Einigung mit dem oder den Partner/n. Aber die Ehe und Treue hier als Dogma zu stilisieren, gegen die ein neues gegenteiliges Dogma installiert werden muss, das halte ich für realitätsfern. Niemand verbietet dir, in einer Dreiecksbeziehung zu leben, oder ständig wechselnde Partner zu haben. Die Freiheit hast du. Da ich eben nicht sehe, inwiefern dir von staatlicher Seite die Freiheit genommen wird, so zu leben, wie du willst, habe ich aber den Eindruck, du willst das eine gegen das andere (längst nicht mehr vorhandene) Dogma ersetzen.

wBiea2uchixmmer


m a r v i n

Die Ein-Ehe und vor allem das Verbot der Ein-Ehe sind Regeln, die an menschlichen Gefuehlen einiger Personen vorbeigehen. Also: Weg damit.

Welche Regeln? Wer verbietet dir das? Über die Gründe, wieso es nicht ratsam ist, die Mehrehe staatlich abzusegnen, weil dies ein noch größeres Durcheinander mit Pflichten, Rechten, Kindern und Scheidung zur Folge hätte, wofür der Staar letztlich aufkommen muss, hatten wir hier genug geschrieben. Ich weiß nicht, in welchem katholisch geprägtem Kleinkleckersdorf die lebst. Ich lebe in einer katholisch geprägten Großstadt und hier wäre es kein Problem, genausowenig wie hier Homosexualität ein Problem ist. Eine Freundin von mir hat ihre Frau sogar bei der Bundeswehr geheiratet. Kein Problem. Also wo ist eigentlich dein Problem?

wxiea,uchximmer


Unschuldsengel

Ich würde noch weitergehen, wer nur heiratet, aber keine Kinder bekommt verliert den Steuervorteil wieder. Übliche Ausnahmen ausgenommen.

So sehe ich das auch, bzw. könnte man auch sagen, dass alle die einen Steuervorteil bekommen, die anderen finanziell mit durchziehen. Das kann ein Partner sein, Kinder oder auch die Eltern mit der geringen Rente.

KpleiAo


Mich würde es aber immer noch interessieren, WIE man sich diese Polygamie praktisch vorstellt und eben mit der dazugehörigen Verantwortung und nicht nur im Sinne "das Männchen schaut, dass es sich so oft wie möglich reproduziert"??? ;-D Wenn sich dann auch noch "Weibchen" dazu gesellt und genauso gehabt ;-D , was ist dann mit den aus diesen Beziehungen entstandenen Kindern ??? Ich hoffe doch nicht, dass jemand Polygamie so versteht, dass diese nur auf Männer bezogen wäre und Frauen nicht mehr gleichberechtigt wären, denn es gibt ja genauso Frauen, die polygam sind. Das wiederum hieße ja logischerweise, dass sie genauso mehrere Partner hätten. Wie aber sollte das aussehen?

m% a }r v ix n


wieauchimmer

Dann such dir eine Frau, die das ebenso sieht und kein Problem damit hat. Diese Freiheit hast du doch. Oder wirst du dann von staatswegen verfolgt?

Ja. Zumindest dann, wenn ich beide heirate und in der Ehe liegen ungerechtfertigterweise Vorteile, die ich ohne Trauschein nicht habe (Zeugnisverweigerungsrecht, Ehegattensplitting usw.usf.).

Aber deshalb nun als neues Dogma einzuführen, dass man gefälligst nicht mehr eifersüchtig sein darf

Habe ich nicht und werde ich nicht.

so wie es in den 68´gern in gewissen Kreisen zum Dogma erhoben wurde...

oh bitte, ich bin zu jung, um 68er zu sein...

Kleio

Diese moralischen Regeln, die es gibt, die haben sich doch erst aus den moralischen Bedürfnissen der gesellschaftlichen Mehrheit herausgebildet und nicht umgekehrt.

Nun ja, einerseits hat sich die Eheregelung(wie auch das Zoelibat) in erster Linie aus oekonomischen Interessen gebildet und nicht so sehr aus moralischen - andererseits spielt's auch keine Rolle: Es geht ja nicht darum, die Ehe zu verbieten, sondern neben der Ehe gleichberechtigte Partnerschaften zuzulassen. Nennen wir es einfach[[http://www.derkanon.de/romane/roman_wahlverwandt.html Wahlverwandschaften]], setzen die von Christina Schenk erarbeiteten Vorschlaege einfach um(ich finde die PDS sonst grausam, aber dieses Konzept ist richtig gut) und nennen eine Wahlverwandschaft mit nur einer Person einfach "Ehe". Dann koennen alle, egal ob sie die Ehe wollen oder mehr, alle Rechte und Pflichten einer vor dem Staat erklaerten Partnerschaft geniessen. Der Gerechtigkeit halber machen wir das Steuerrecht tatsaechlich von der Existenz von Kindern abhaengig - egal ob es sich dabei um erklaerte oder wilde Partenerschaften handelt, ganz so wie Unschuldsengel es vorschlaegt. Das waere mal eine nette Massnahme...

Aber in der jetzigen Form werden polygam Lebende einfach ausgegrenzt.

wCieau5chim%mexr


m a r v i n

Ja. Zumindest dann, wenn ich beide heirate und in der Ehe liegen ungerechtfertigterweise Vorteile, die ich ohne Trauschein nicht habe (Zeugnisverweigerungsrecht, Ehegattensplitting usw. usf.).

Das wird heute so extrem nicht mehr gehandhabt, dass dies der Rede Wert wäre. Ehegattensplitting ist eh hinfällig, weil es eigentlich um die Kinder geht und wird m.E. auch sicher irgendwann abgeschafft. Die Probleme, die sich dadurch rechtlich ergeben, wenn es irgendwann ein Ehedurcheinander gibt (denn wer sollte es deinen Frauen verbieten, auch noch andere Männer zu heiraten, die dann wiederum mit anderen Frauen verheiratet sind, etc.?) wurden hier bereits anschaulich von Kleio dargestellt. Außerdem heiraten heute viele nicht, weil es vor allem Versorgungsnachteile hat, z.B. bei Arbeitslosigkeit. Deine Argumente leuchten mir also gar nicht ein.

Kileixo


m a r v i n

Aber in der jetzigen Form werden polygam Lebende einfach ausgegrenzt.

Nööö. Es wäre tatsächlich einmal interessant jemandem zu begegnen, der zu seiner Polygamie steht, sprich alle seine Partnerinnen und deren Partner wissen voneinander. Warum sollte man diesen jemanden ausgrenzen, wenn er mit seinen Partnerinnen und diese wiederum mit ihren auftreten und sie das alle so wollen?? Vielleich mit allen Kindern im Schlepptau - das wäre ein ganzer Clan und ein sehr interessanter Auftritt, das ich nur zu gerne einmal erleben würde. Interessantweise messen gerade die meisten Polygamieverfechter mit zweierlei Maß - für sich die Polygamie einfordernd, aber ihren Partnern verwehrend. So kann es nicht funktionieren. Von mir aus soll jeder leben wie er will, monogam oder polygam. Ich habe auch nichts gegen die Homosexuellenehe, denn es gibt ja auch homosexuelle Polygame. Das einzige was mich stört ist Doppelmoral, sprich Ungerechtigkeit, die eben in einer Demokratie punkto Ehe nicht funktionierten sollte und auch nicht geschlechtsabhängig sein sollte.

mm a r lv ix n


Kleio

Es wäre tatsächlich einmal interessant jemandem zu begegnen, der zu seiner Polygamie steht, sprich alle seine Partnerinnen und deren Partner wissen voneinander.

Gibt es in meinem Bekanntenkreis: Drei Jungs die zusammen leben und so gluecklich verliebt sind, dass es immer wieder eine wahre Freude ist, in ihrer Naehe zu sein... selbst wenn man die homo-ehe in der jetzigen form wollte [erstens ist es keine ehe und zweitens ist das wirklich wichtige(die Rechte) nicht geregelt: es gab einen vorstoss der fdp: abgelehnt von rotgruen im bundestag und es gab das lebenspartnerschaftsergaenzungsgesetz auf antrag von rotgruen, welches von der cdu/csu im bundesrart gekippt wurde - bisher enthaelt das gesetz nur pflichten. wenn eine der beiden personen arbeitet, so bleibt dieser zum beispiel in der steuerklasse 1, aber der/die lebenspartner/in hat keinen anspruch auf staatliche unterstuetzung, wenn er/sie pflegebeduerftig ist und/oder aus anderen gruenden nicht arbeitet], wuesste ja keiner von ihnen, mit welchem er sich verlebenspartnern sollte.

Es gab noch andere polygame Bekanntschaften - drei frauen und ein paerchen frau-mann-mann, zu den ersteren habe ich aber keinen kontakt mehr, und die letzteren haben sich von der frau getrennt - an den Realitaeten vorbei geht das Gesetz also ganz sicher.

Schlimmer wird es nur noch durch das Verbot - fuer das ich bisher immer noch keine Begruendung gehoert habe, die ich nachvollziehbar finden kann.

wdieaubcghi{mmfer


m a r v i n

fuer das ich bisher immer noch keine Begruendung gehoert habe, die ich nachvollziehbar finden kann.

Dann versuch dir vielleicht mal vorzustellen, dass man z.B. einem Mann, der mit einem anderen Mann und einer Frau zusammen lebt, nicht verbieten kann, auch noch eine weitere Frau oder Mann zu heiraten, sonst ist es nämlich wieder Diskriminierung. Dieser andere ist dann wieder mit anderen verheiratet. Willst du da im Scheidungsfall auseinanderklamüsern, wer da nun wem, wieviel Unterhalt bezahlen muss, wer wieviele Rentenansprüche von wem erhält, usw.? Oder wenn sich die beiden Ehepartner z.B. bei einer Patientenverfügung nicht einig sind.

m6 a nr vv i n


re: wieauchimmer

Eine weitere heirat geht natuerlich mit einverstaendnis aller. Ich bezweifele, dass dies quasi ohne Grenze genutzt wird, aber moeglich sollte es aus meiner Sicht sein.

Willst du da im Scheidungsfall auseinanderklamüsern, wer da nun wem, wieviel Unterhalt bezahlen muss, wer wieviele Rentenansprüche von wem erhält, usw.?

Dies hielt ich schon immer fuer nicht notwendig. Ich finde, dass man in der Ehe eine kommunenhafte Verteilung der Finanzen praktizieren sollte, aber die Rentenvorsorge sollte schon jeder selbst treffen(natuerlich mit Unterstuetzung der anderen, wenn's knapp wird). Wenn zwei oder mehr der Ehepartner eine ueber die Ehe hinausgehende Zugewinngemeinschaft haben wollen, koennen sie jederzeit eine Gesellschaft gruenden... wobei ich glaube, dass diese beiden sich dann auch nicht scheiden lassen wuerden. Ich mache Ehe eben mehr an Zeugnisverweigerungsrechten, Besuchsrechten im Krankheitsfall, Mietrechten und aehnlichem, z.B. auch Vormundsrechten fest wobei du hier Recht hast:

Oder wenn sich die beiden Ehepartner z.B. bei einer Patientenverfügung nicht einig sind.

Dies ist ein ernstes Problem. Ich muss nachdenken.

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