Jungmann mit 25 Jahren: Meinung von Frauen (Teil 2)

KAwaBk


Hallo

Danke für eure Antworten @:)

du bräuchtest mal kleine Erfolgserlebnisse, da würde auch das Studium dazugehören.

Ja, ein Erfolgserlebnis könnte ich gut gebrauchen. Aber im Moment sehe ich jede Menge Probleme vor mir. Das hindert mich auch daran mich über positives zu freuen.

Kurzum "Freude empfinden" also auch mehr lachen ud einfach endlich Leben!

Der Gedanke endlich mal zu leben beschäftigt mich auch. Wenn ich zurück blicke frage ich mich was ich eigentlich schon in all den Jahren gemacht habe. Leider habe ich nicht viel hinbekommen.

Es ist eigentlich eher ein Zeichen, dass du ausbebrannt bist.

Ausgebrannt trifft es gut. Mir fehlt völlig die Energie.

h#err kroch


wenns so wär, wär ich schon lang keiner mehr. zu spitzenzeiten war ich in 5 vereinen oder so ;-)

K}wak


Ich kann Dir ebenfalls nur empfehlen, was Dir andere schon empfohlen haben: Gehe damit zum Arzt, lass Dir helfen.

Ich glaube darüber muss ich langsam wirklich nachdenken. So schlecht wie jetzt ging es mir schon lange nicht mehr.

Ich fühle mich ständig müde und kraftlos. Mir fehlt die Energie. Ich schlafe schlecht, früher hatte ich da nie Probleme. Aber jetzt habe ich Abends oft Probleme einzuschlafen und wache Nachts einfach auf. Morgens bin ich dann müde und nich erholt. Was mir am meisten Sorgen macht ist meine Konzentrationsfähigkeit. Ich kann mir kaum noch was merken. Ich habe in den letzten Tagen mit Entsetzen festgestellt an wie wenig aus dem letzten Semester ich mich erinnern kann. Ich weiß fast nichts mehr davon. Früher hatte ich ein gutes Gedächtnis. Aber jetzt :-o Ich habe keine Ahnung wie ich am Ende von diesem Semester die Prüfung schaffen soll. Mir fällt nichts mehr ein. Und wenn ich jetzt versuche etwas zu lernen sitze ich vor dem Buch und kriege nichts in meinen Kopf. Es ist fürchterlich.

K0wak


Nur zu welchem Arzt gehe ich am besten? Bis jetzt bin ich nur zum Arzt gegangen wenn ich wirklich krank war. Und gegenüber Psychoöogen empfinde ich ein gewisses Mißtrauen und habe da auch schon ein par Gruselgeschichten gehört.

Mnonikkax65


Kwak

Seh ich auch so, wär mal wirklich ein Arztbesuch angesagt. Es kann letztlich eine Depression sein, aber auch körperliche Ursachen sind möglich.

K$waxk


Psychologen sollte es heißen.

M/o&nikta6x5


Kwak

Ich würde erstmal zu einem Allgemeinmediziner gehen.

hwerr! kocxh


ernährst du dich anders? hast du genug vitamine? könnte auch sowas sein ... zu deiner stimmung dazu.

KEwak


An meiner Ernährung habe ich seit Jahren nichts verändert.

Ein Allgemeinmediziner wäre eine Möglichkeit. Aber ein Problem ist, dass siese Ärzte meist wenig Zeit haben, weil sie viele Patienten haben.

MPonik1a765


Momentan gehts, es ist jetzt nicht Hochkonjunktur bei diesen Ärzten.

h%erRr kocxh


dann gehst du halt ein zweites mal.

KHwxak


Ich muss mal überlegen was ich am besten unternehme. Ist leider nicht einfach.

Gehe jetzt erstmal zzz

Gute Nacht. *:)

h[ersr kxoch


schlaf gut *:)

SScryiabixn


Lebensmeldung

Nach langer Forenabstinenz (ich hieß früher Raskolnikov) melde ich mich mal wieder mit einer kurzen Bilanz und nehme dafür diesen alten Thread, in dem ich ja schon meine ganze Problematik geschildert habe. Tja, nächsten Monat werde ich 20, und ereignet hat sich nach wie vor nichts, ich war immer noch nicht einmal in der Nähe irgendeiner Liebes- oder Sexualerfahrung. Zugegebenermaßen, ein winziges Ereignis hat es gegeben: Unser Jahrgang veranstaltet regelmäßig Parties, um mit den Einnahmen den Abiball zu finanzieren, und auf der ersten dieser Parties Ende Februar war auch ich für eine Schicht in der Garderobe eingeteilt. Ich hatte wenig Lust, mich unter hunderte alkoholisierte, laute und schreiende Jugendliche zu begeben und von dröhnendem HipHop-Gekreisch beschallt zu werden, aber ich hatte den Jahrgangsvertrag schon unterzeichnet und musste wohl oder übel hin. Nach dem Ende meiner Schicht wusste ich wie immer auf gesellschaftlichen Veranstaltungen jeder Art nicht, was ich nun eigentlich mit mir anfangen sollte. Planlos wanderte ich durch die Halle, setzte mich mal hier, mal dort schweigend auf eine Bank und sah der Sache aus der Distanz etwas belustigt und etwas befremdet zu. Plötzlich aber, als ich auf dem Freigelände umherwanderte, sprach mich ein sehr attraktives Mädchen an und begann eine längere Unterhaltung mit mir. Ich kannte sie aus meinem alten Jahrgang, obwohl wir niemals einen gemeinsamen Kurs belegt hatten, hatte sie sich immer wieder etwas mit mir unterhalten, mich gegrüßt oder mir zum Geburtstag gratuliert. Wir verbrachten einige Stunden zusammen, gingen hinein in die Tanzfläche, und schließlich kam es sogar zu andeutungsweisem Körperkontakt. Doch in den darauffolgenden Tagen sah ich sie entweder nicht in der Schule oder sie war immer von Freundinnen umringt, sodass ich kein Gespräch beginnen konnte. Vor einigen Wochen nun hat sie ihr Abitur abgelegt und die Schule verlassen, weder kenne ich ihre Telefonnummer noch ihre Mailadresse. Eine gewisse Chance, sie noch einmal zu sehen, bestand bei der nächsten von unserem Jahrgang organisierten Party. Doch sie kam nicht, nichts geschah. Ich muss mich wohl damit abfinden, dass ein neues Verliebtsein wie immer in meinem Leben wieder in neuer Enttäuschung und Leere mündet. Meine Chancen, dass sich daran jemals etwas ändert, dürften mit zunehmendem Alter auch mehr und mehr den Bach hinuntergehen. Ich denke mal, das dürfte es so ungefähr gewesen sein. Leider ist es vermutlich nicht einmal das Aussehen, das mir die Existenz eines Liebes- oder Sexuallebens verwehrt. Zwar halte ich mich nicht für besonders attraktiv, aber auch nicht für abstoßend hässlich - ich bin 1,94m groß, sehr schlank, gepflegt und sauber gekleidet, habe keine Behinderungen und keine entstellenden Krankheiten. Nein, es ist etwas, das man viel weniger kaschieren kann - meine absolute Inkompetenz, was Kommunikation und soziale Mechanismen angeht. Nie hatte ich die Gelegenheit, den sicheren Umgang mit menschlicher Kommunikation zu erlernen, ich bin extremer Einzelgänger, soweit ich zurückdenken kann. Nun ist es aber auch nicht so, dass ich früher unter dieser Isolation gelitten hätte - ich wünsche mir durchaus keinen Freundeskreis oder das,. was man als normales soziales Umfeld bezeichnen würde. Im Gegenteil, dadurch würde ich mich eingeengt und belästigt fühlen. Das einzige, was mir fehlt und was mich zerstört ist die aus denselben Gründen resultierende Unmöglichkeit, jemals ein Liebes- oder Sexualleben zu haben.

Vor einigen Tagen habe ich übrigens wieder den Versuch unternommen, nach Frankfurt zu fahren, um endlich einmal zu einer Prostituierten zu gehen, aber wie immer war ich dann doch zu unentschlossen und habe es sein lassen. Warum, kann ich nicht sagen. Ich empfände absolut nichts Demütigendes oder Erniedrigendes daran, meinen ersten Sexualkontakt mit einer Prostituierten zu erleben, damit akzeptiere ich nur die Sachlage. In dieser Hinsicht bin ich Pragmatiker - wenn ich für Sexualität zahlen muss, bin ich eben bereit, das zu tun. Übrigens ist das wohl der einzige Aspekt des Liebes- und Sexuallebens, in dem Männer privilegiert sind: Ein extrem introvertierter Mann hat zwar keine Chance auf freiwillige Sexualität, aber er hat immerhin stets die Möglichkeit, für relativ wenig Geld körperliche Befriedigung kaufen zu können. Eine Frau dagegen, die bspw. wegen starkem Übergewicht oder anderen körperlichen Einschränkungen keine freiwilligen Sexualpartner findet, hat kaum Möglichkeiten, anderweitig Befriedigung zu finden - der Markt für männliche Prostituierte ist zumindest in Europa lächerlich gering entwickelt.

Momentan lenke ich mich von meiner Situation vor allem durch meine Leidenschaft für klassische Musik und Literatur ab - meine CD-Sammlung ist binnen drei Jahren von etwa zehn auf rund 350 CDs gewachsen, täglich höre ich mindestens 2-3 Stunden. Außerdem bin ich einer Theatergruppe beigetreten, lese regelmäßig, habe auch begonnen, wieder gelegentlich zu schreiben. Solange ich die Disziplin habe, diese Beschäftigungen immer auszuführen, kann man auch ohne soziales Umfeld und ein Liebesleben oder die Aussicht darauf meistens ganz erträglich leben. Schmerzhaft ist es eigentlich nur, wenn ich mit anderen Menschen zusammentreffen muss und gezwungen bin, zu sehen, wie selbstverständlich alles, was in meinem Leben niemals auch nur ansatzweise vorhanden war, normalen Menschen zufliegt. Jeden Tag in der Schule Gespräche darüber zu hören, wer gerade seine hundertste Beziehung mit wem beendet oder begonnen hat, tut schon ziemlich weh, es wirkt wie aus einem Paralleluniversum. Mir fällt es schwer, zu glauben, dass es tatsächlich Menschen gibt, für die ein Liebes- und Sexualleben keine phantastische Traumvorstellung, sondern alltägliche Realität ist, etwas völlig Normales, das ihnen wie Luft und Wasser ihr ganzes Leben lang mühelos zufallen wird. Und es ist ja nicht einmal eine kleine Elite, die diesen Luxus genießt, sondern nahezu die gesamte Menschheit, auch bei weitem hässlichere, bei weitem langweiligere, bei weitem aggressivere und brutalere Menschen als ich. Ob diese Leute sich vorstellen können, dass es Menschen wie mich gibt, deren Leben vollständig ohne Liebes- oder Sexualerfahrungen verläuft? Wahrscheinlich kaum - auch in den Medien wird die Existenz solcher Menschen vollständig ignoriert. Es ist unmöglich, einen Film zu sehen, einen Roman zu lesen oder eine Zeitschrift durchzublättern, ohne auf massenhaft Geschichten über Beziehungsprobleme anderer Menschen zu stoßen. Dass es auch Leute gibt, die niemals die Chance haben, Beziehungsprobleme haben zu können, wird nicht wahrgenommen. Sogar die pessimistischsten Autoren trauen sich nicht, literarische Gestalten darzustellen, die ihr Leben vollkommen ohne Beziehungs- oder Sexualerlebnisse verbringen. Außer Michel Houellebecq kenne ich keinen zeitgenössischen Schriftsteller, der den Mut hatte, die Existenz dieses Phänomens in seinem Werk einzugestehen. Wenn man das in den Medien verbreitete gängige Bild betrachtet, dass wir in einer sexuell befreiten Zeit leben, in der das Problem nicht mehr darin besteht, sexuelle Befriedigung zu finden, sondern nur noch darin, mit dieser Möglichkeit verantwortungsbewusst umzugehen - dann kommt man zum Schluss, dass wir unfreiwillig Asexuellen Menschen sind, die es eigentlich nicht geben dürfte, lebende Widerlegungen des angeblichen Zeitgeistes. Ich muss immer schmunzeln und manchmal laut lachen, wenn ich Artikel über die sexuelle "Verwahrlosung" von Jugendlichen und über die angebliche Sexualisierung des europäischen Alltagslebens lese. Ja, an der sexuellen Verwahrlosung würde ich auch gerne ein bisschen teilnehmen, wenn sie denn tatsächlich stattfände. Immerhin bietet meine Situation aber auch Vorteile: Über die Risiken von AIDS und Geschlechtskrankheiten sowie Potenzprobleme werde ich mir niemals Sorgen machen müssen.

Wenn ein Film oder ein Roman nun gar angibt, von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen zu handeln, kann man sicher sein, dass die Handlung sich zu 85% um das Sexualleben und die Beziehungsprobleme der Protagonisten drehen wird, als seien "Jugend" und "sexueller Überfluss" eine logisch zusammenhängende Begriffsverknüpfung. Das eigentlich Seltsame daran ist nun aber, dass diese Ansicht sogar zu stimmen scheint, wenn ich mir andere junge Menschen ansehe, bei denen das tatsächlich fast ausnahmslos zutrifft.

S criaebin


Anmerkung

Eine kleine Korrektur: Ich werde nicht in einem Monat 20, sondern bin es schon seit knapp einem Monat - ich hatte den Text schon vor einigen Wochen geschrieben und vergessen, ihn anzupassen.

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