Jungmann mit 25 Jahren: Meinung von Frauen (Teil 2)

DJorpag7on


Das ist sowieso das A und O. Schlechte Sachen unter den Tisch kehren, gute stärker heraustellen und Sachen so formulieren, dass sie positiv klingen

C?oppexr


@ kwak

Trotzdem spreche ich nicht gerne darüber. Es ist nichts worauf ich stolz bin und so behalte ich es lieber für mich.

Klar, muß ja nicht jeder alles wissen.

Aber ich weiß nicht... wenn man jemanden richtig gut kennenlernen möchte, dann ist so ein Ballast, der einen bei persönlichen Gesprächen hemmt, doch ne ziemlich hinderliche Sache. Und wenn du sagst, daß dir das schon bei ner Vorstellungsrunde im Seminar negativ vorkommt...?

Ich meine, solche Sachen wirken ja nicht nur negativ, wenn sie angesprochen werden (obwohl das nicht mal so sein muß... die meisten haben irgendwas unrühmliches vorzuweisen), sondern anscheinend auch insofern, daß man versucht, bestimmte Themen zu vermeiden, damit man das weitere nicht ansprechen muß. Und das kann dann recht seltsam beim Gesprächspartner ankommen, wenn man sich um solche Themen anscheinend grundlos herumwindet.

Ich denk zum Beispiel, daß es besser ist, bei entsprechender Situation im Gespräch (mit ner netten Frau, die man gerne besser kennenlernen würde) zuzugeben, daß man noch keine Freundin hatte (das hab ich mir beim letzten Mal nicht getraut), als irgendwie rumzudrucksen, um dann zu meinen, daß die letzte Partnerschaft laaaange zurückliegt... aber man nicht mehr als das zum Thema beiträgt.

Ich denk im Moment, daß es wirklich ne Identifikation auch mit den eigenen, schlechten Seiten braucht, um zufrieden zu werden. Beziehungsweise ne andere Sicht auf vermeintlich schlechte Seiten. Die Leichen im Keller sind aktiver als man denkt ;-)

jIens7x0


Angst vor persönlichen Gesprächen

(...) diese Unsicherheit bei Gesprächen mit persönlicheren Themen ist mir nicht so fremd.

Aber wie willst du zufriedener werden und andere Menschen für dich gewinnen, wenn du mit dir selbst nicht im Reinen bist und gewissermaßen vor dir wegläufst? Du wirst nicht drum kommen, dich selbst und deinen Lebenslauf zu akzeptieren... sofern du zufriedener werden möchtest, wie gesagt.

Copper

Hallo Copper,

dem, was Du geschrieben hast, kann ich im wesentlichen zustimmen. Ich denke, um Menschen oder Frauen kennenzulernen und persönliche Kontakte zu knüpfen, wird man sich ein Stück weit öffnen müssen. Wenn man dies nicht tut, bleiben die Kontakte oberflächlich und sozusagen geschäftlich, aber werden nicht privat. Sehr überspitzt formuliert, ein Mensch, der sich gar nicht öffnet, erscheint seinen Mitmenschen nicht wie ein Mensch (der auch freundschaftliche oder romantische Kontakte sucht), sondern wie ein Fahrkarten-Automat, der nur für bestimmte Funktionen (Lerngruppen-Partner, Tanzpartner) gut ist.

Ich glaube, die wenigsten Menschen haben die Engelsgeduld, sich mit Menschen zu befassen, die persönliche Dinge wiederholt abblocken, sich abschotten und einigeln. Man muß seinen Mitmenschen auch eine faire Chance geben, einen kennenlernen zu können.

Nun ist es ziemlich schwierig sich zu öffnen, wenn man als JM glaubt, einen Makel mit sich herumzutragen, der nur darauf wartet, von den Mitmenschen entdeckt, verhöhnt und verspottet zu werden.

Man muß sich frei machen von den Gedanken, dass die Mitmenschen allesamt nur darauf warten, eine vermeintliche Schwäche an einem zu entdecken und auszunutzen. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, besonders, wenn man durch z.B. Mobbingerfahrung in der Pubertät sein gesamtes Sozialverhalten daraufhin trainiert hat oder lernen musste, sich zu verteidigen.

Wenn man jedoch nicht sein gesamtes zukünftiges Leben darunter leiden will, wird man sich von seinen negativen Gedanken befreien müssen. Das geht möglicherweise dann gut im Selbsttraining zu schaffen, wenn man einige Erfolgserfahrungen sammeln kann.

Jenachdem, wie tief man im Problem steckt und wo man auf dem Weg ist, kann man z.B. anfangen, seine Nachbarn zu grüßen. Wenigstens die Mehrheit bis auf die elendigen Stoffel wird zurückgrüßen. Später kann man ein paar Worte übers Wetter austauschen, oder sie um kleine Gefallen bitten, z.B. mal zu schauen, ob am Auto noch alle Bremsleuchten gehen. Ich glaube, meistens werden die Menschen helfen, und wenn sie grad keine Zeit haben, werden sie höflich absagen.

Damit ist man natürlich noch nicht bei persönlichen Gesprächen angelangt, aber man lernt doch, dass Menschen einem positiv begegnen.

Ich habe kein Rezept, wie man lernen könnte, zu persönlichen Gesprächen oder tiefen Freundschaften zu kommen.

Ich hatte das Glück, mit 28 eine lesbische Kumpelfreundin zu finden. Ich hatte das Glück, diese Sache nicht zu vermasseln. Wir haben eine langjährige tiefe Freundschaft gepflegt. Ein wesentlicher Aspekt war wohl, dass sie nicht aus meinem Studiums- oder Arbeitsumfeld stammte. (Dadurch habe ich auch andere Seiten des Lebens kennengelernt, Schwulen- und Lesbendiscos und -Cafes, Freude an den profanen, "niveaulosen" Dingen wie Disco, Tanzen in Discos oder "Baggerschuppen", aber auch Menschen aus ganz anderen "Schichten" als Akademiker, z.B. AkkordarbeiterInnen, was ich als sehr bereichernd empfinde.) Im Laufe der Freundschaft hatten wir auch persönliche Gespräche; wir haben uns aus unserem Leben erzählt und gefragt. Sie wusste dann auch, dass ich noch jungfräulich war. Ich glaube, wenn wir nicht so offen miteinander geredet hätten, wenn ich mich ihr gegenüber nicht schrittweise geöffnet hätte (und sie sich mir), hätten wir niemals eine so tiefe Freundschaft haben können. Und selbst wenn die Feundschaft jetzt am einschlafen ist, bin ich doch froh, das sie gewesen ist.

Einmal war eine Hetero-Freundin bei ihr zu Besuch und das Thema kam irgendwie darauf, dass ich noch jungfräulich war. Ihre Freundin meinte, das könne sie nicht glauben, da ich ja schon fast 30 sei. Das war mir auch etwas unangenehm, und ich fühlte mich auch etwas in die Enge getrieben, aber ich hatte keine Lust, irgendwie auszuweichen, und ich habe wohl etwas unwirsch geantwortet, "dann glaubst du es halt nicht, aber es ist so." Jedenfalls hat sie mich weder ausgelacht noch sonstwie heruntergeputzt. Sie hatte es einfach geschluckt. Irgendwie befreiend war es auch, "das" zuzugeben. Wir, also meine Freundin, ihre Freundin und ich sind auch danach noch gemeinsam auf Feste gegangen oder haben Ausflüge gemacht.

Was ich damit sagen möchte ist, dass man sehr viel gewinnen kann, wenn man sich seinen Mitmenschen gegenüber - Schritt für Schritt, Vertrauen gegen Vertrauen, und mit Vorschußvertrauen - öffnet. Auch "zuzugeben", zu "gestehen", dass man noch jungfräulich ist, schadet im persönlichen Umfeld nicht, ganz im Gegenteil. Natürlich bindet man seinen Mitmenschen zutiefst private oder intime Dinge nicht gleich schon beim Kennenlernen auf die Nase, und im Arbeitsumfeld würde ich derartige Fragen als indiskret abweisen und nicht beantworten, aber im persönlichen Umfeld würde ich auch da nicht abblocken oder mich verschließen.

Beste Grüße

jhenpsx70


@Doragon

Das ist sowieso das A und O. Schlechte Sachen unter den Tisch kehren, gute stärker heraustellen und Sachen so formulieren, dass sie positiv klingen

Doragon

Hallo Doragon,

das halte jetzt mal ich für völlig weltfremd. Persönliche tiefe Freundschaften bekommst du nicht, wenn du dich wie ein Blender beim Bewerbungsgespräch verhältst.

N.B., und ich warte immer noch auf Deine fundierten praxisnahen Vorschläge, wie man denn eine Frau, die das auch will, für einen ONS oder eine Affaire kennenlernt. ;-)

Beste Grüße

z:odniac10x10


I-Börsen

Also ich habe einige wenige Bekanntschaften über derartige Kontaktbörsen gemacht. Leider, war noch nicht die Richtige dabei. Einmal zu jung, einmal zu alt, einmal passt das optische nicht. Was solls ich geb mal meinen Eifer nicht ab und such halt einfach weiter. Vieleicht ist ja wirklich mal die Richtige dabei.

Die Hoffnung stirbt tatsächlich zuletzt.

E8ul^er8x6


Jens, bist du eigentlich noch JM?

jjenxs70


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Jens, bist du eigentlich noch JM?

Euler86

Hallo Euler86,

warum möchtest Du das wissen?

Beste Grüße

Cwoppxer


Ich habe kein Rezept, wie man lernen könnte, zu persönlichen Gesprächen oder tiefen Freundschaften zu kommen.

Es ist eigentlich nicht so schwer, ich würd sagen, man muß sich aus dem gewohnten sozialen Umfeld rauswagen. Damit mein ich nicht, Hals über Kopf die Stadt zu verlassen oder so, sondern Kontakte neuer Art zu schließen. Damit man überhaupt merkt, was Freundschaft, Kumpelei, Schwärmen oder Verliebtsein heißt. Dann lernt man auch, wie man damit umzugehen hat.

In Gesprächen kommts natürlich auf Ehrlichkeit an. Vertrauen darin, daß eigene Ansichten, Meinungen und Gefühle ne Rolle spielen. Der Rest tut sich eigentlich von selbst, aber wenn man den anderen alles persönliche vorenthält, dann bleibt man fremd.

Ich hab jetzt mit meiner "kleinen" Cousine auch so eine "Kumpelfreundin", wir machen oft die Stadt unsicher. Durch sie bekomm ich ne ganz andere Sicht auf mich selbst und erfahre nebenbei, daß etwa gleichaltrige Frauen zumindest keine allzu fremden Lebewesen sind ;-) Und durch ihr "Mitfiebern" (so nenn ichs mal) bei meiner Partnersuche hab ich auch bemerkt, wie selbstverständlich das für mich ist - warum sollte ICH keine Freundin haben können? Weil ich bisher keine hatte? Schwachsinn! Ich hab mir das doch selbst eingebrockt... und jetzt mach ichs eben anders.

hNerr3 koUcxh


frauen werden ganz rasch ganz interessiert, wenn man sie einweiht ... als ich schnügi gefragt hab, wie ich meiner angebeteten die rose geben soll, war sie feuer und flamme, alles zu erfahren ... und auch heute hat sie mich so nebenbei wieder gefragt, ob ich sie wiedergesehen hätte. es ist so ... auch "wir" dürfen. niemand ausser uns selbst hat ein "was, du?" im kopf, wenns darum geht.

K]w8ak


@Copper

Die Themen die mir bei persönlichen Gesprächen unangenehm sind haben nichts mit meiner Unerfahrenheit mit Frauen zu tun. Ich gehe offen damit um keine Freundin zu haben und weiter hat auch noch nie jemand gefragt.

Mein Problem ist, dass es einige Jahre gab in denen einfach alles schief ging. Ich habe in dieser Zeit nichts vorzeigbares erreicht. Das versuche ich so gut wie möglich zu verdecken.

K;waxk


Die Leichen im Keller sind aktiver als man denkt

Ja, es gibt immer wieder Situationen durch die man an die Vergangenheit an die man ungern denkt erinnert wird.

C&oppxer


@ kwak

Damit verhält es sich doch nicht anders. Das mit der Unerfahrenheit ist doch nur das Beispiel, das wir hier gemeinsam haben.

C%o/ppevr


@kwak

Die Leichen im Keller sind aktiver als man denkt

Ja, es gibt immer wieder Situationen durch die man an die Vergangenheit an die man ungern denkt erinnert wird.

Um mal dabei zu bleiben... man sollte sich mit denen etwas besser arrangieren, wenn man sich schon dasselbe Oberstübchen teilt. Sonst gibts nur Streit. Ist wie in ner WG ;-D

(Obwohl ich zugegebenermaßen mit WGs keine Erfahrung hab)

jZens7x0


Hallo Copper,

so ähnlich war es ja auch bei mir. Ich hatte damals meine Lebensumstände geändert: Eigene Wohnung, bezahlter Job, eigenes Auto. Dadurch hatte sich mein Selbstbewusstsein gestärkt, und ich war generell offener für andere Menschen und Situationen. Neue Situationen hatte ich also nicht mehr hauptsächlich in Abwehrhaltung erlebt, sondern mit Neugier.

Das habe ich allerdings nicht bewusst getan, um etwas zu bewirken oder zu erreichen, sondern zufällig und unbewusst. Das ist vieleicht sowieso das beste, weil man dann nicht nachgrübelt, ob man es "wert" ist, dass sich andere Menschen mit einem anfreunden, oder was sich daraus ergibt, oder ob man irgendwas investieren soll; sondern man erlebt es einfach, ist neugierig, was sich denn noch alles ergibt, und ist offen für neue Erfahrungen. Man lebt einfach in der Gegenwart, kurz: man lebt.

Von daher wüsste ich nicht, wie man seine Einstellung aus einem eingefahren Alltagstrott heraus bewusst und mit Absicht ändert, um Neuem mit Neugier zu begegnen. Für mich stellt es sich als Zufall dar, der mir passiert ist.

Wenn man aber solche Erfahrungen erstmal gemacht hat, fällt es leichter, sich aus einem Tief heraus aufzuraffen. Weil man z.B. Zurückweisungen durch andere Menschen nicht mehr als persönliche Niederlage, als Scheitern des ganzen eigenen Lebens begreift, sondern eben als Zurückweisung durch einzelne Menschen. Aber nicht als persönliche grundsätzliche Charakterschwäche, oder sowas. Vieleicht habe ich mich in der entsprechenden Situation falsch verhalten, aber das empfinde ich dann nicht als Infragestellung meiner gesamten Persönlichkeit, sondern eben nur als punktelles Fehlverhalten (das man durch Gespräche auch wieder geraderücken kann), oder auch einfach nur als Inkompatibilität zwischen mir und den entsprechenden Menschen. Ich muß ja nicht jedem sympathisch sein, und ich muß es nicht jedem recht machen.

Ich glaube auch, es ist wichtig, dass man seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche als wichtiger fühlt und begreift als die Wünsche und Erwartungen seiner Mitmenschen.

Eine persönliche Frage, darf ich fragen, wie alt Du bist?

Beste Grüße

jiens7x0


@kwak

Zitat:

Die Leichen im Keller sind aktiver als man denkt

Zitat:

Ja, es gibt immer wieder Situationen durch die man an die Vergangenheit an die man ungern denkt erinnert wird.

Um mal dabei zu bleiben... man sollte sich mit denen etwas besser arrangieren, wenn man sich

schon dasselbe Oberstübchen teilt. Sonst gibts nur Streit. Ist wie in ner WG

(Obwohl ich zugegebenermaßen mit WGs keine Erfahrung hab)

Copper

Hallo Kwak und Copper,

ich habe mir diesbezüglich eine kleine Privatphilosophie gebastelt, die da lehrt, dass meine Entscheidungen in der Vergangenheit die besten waren, die ich mit meinen damaligen Kenntnissen und Erfahrungshorizonten treffen konnte.

Rückblickend denke ich manchmal, ich hätte Dinge anders machen sollen, aber andererseits: wie war ich denn damals überhaupt drauf? Hätten andere Entscheidungen denn überhaupt etwas besseres gebracht? Ich denke, meistens nicht. Weil ich z.B. nicht in der Lage gewesen wäre, die Konsequenzen anderer, vermeintlich besserer Entscheidungen zu verkraften oder zu handlen. Vieleicht aber doch, denn man wächst ja auch mit den Herausforderungen. Aber egal, was geschehen ist, ist vergangen. Besser ist es, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren.

Beste Grüße

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