Jungmann mit 25 Jahren: Meinung von Frauen (Teil 2)

CnoppNer


Das ist der Punkt, den ich immer nicht verstehe, und du bist ja da nicht der Einzige. Wie kann jemand zum Ein und Alles werden, bevor man überhaupt weiß, wie diejenige zu einem steht? Also so vor sich hinlieben ohne klare Rückmeldungen? Ohne Erwiderung?

Tja, man kann ja niemanden zu irgendwas zwingen... vor diesem Hintergrund läßt sich aber schön träumen. Ich bin ziemlich idealistisch gewesen in dieser Beziehung, hab mich verliebt, ohne daß Gegenseitigkeit vorhanden ist. Ein bißchen "Pragmatik" bzw. Realismus ist aber vonnöten, so seltsam das klingt.

Ich denk mal, zu hohe Ansprüche sind die Ursache... man kann sie selbst kaum erfüllen, deswegen bleibts bei Träumerei.

M`oni\ka65


Copper

Zu hohe Ansprüche? Hm, interessant, das würde bedeuten, man will gar nicht wirklich mit dem konkreten Menschen dahinter zu tun haben. Ist das immer so?

Ich für meinen Teil verliebe mich nicht unsterblich, wenn ich keine Rückmeldung erhalte, das ernüchtert mich dann eher wieder. Verliebtheit muss bei mir schon Nahrung bekommen. Einsam vor mich hingeschwärmt habe ich in meiner Jugend ausgiebig, aber das waren immer unerreichbare Promis aus der Muskszene ;-)

Ganz im Ernst, mir ist das schon öfter aufgefallen, ich verstehe dieses Phänomen nicht.

LVaOlxa


@Monika65

Ich kann jetzt nur für mich sprechen und ich hoffe, dass du halbwegs verstehst, was ich meine ;-). Dieses Verlieben, obwohl man das Gegenüber gar nicht kennt, entsteht bei mir folgendermaßen: ich lerne jemanden flüchtig kennen, er gefällt mir (rein oberflächlich, die "Eckdaten" stimmen) und dann fange ich an mir vorzustellen, wie es wäre, dieser Person näher zu kommen, usw. Das heißt, ich verenne mich in eine Traumwelt und verliebe mich dabei, nicht in den Menschen, den ich ja kaum kenne, sondern eher in meine eigenen Wunschvorstellungen.

Aber statt vor mir selbst zuzugeben, dass es keinen Sinn hat, steigere ich mich in diese Verliebtheit hinein, einfach nur, um etwas/jemanden zu haben, an den ich denken kann. Und um wenigstens ein paar eingeredete positive Gedanken im Kopf zu haben. Und ich halte ewig daran fest, um nicht vor mir selbst zugeben zu müssen, dass ich schon wieder gescheitert bin. Ich will mir nicht eingestehen müssen wie hoffnungs- und sinnlos alles ist.

Einsam vor mich hingeschwärmt habe ich in meiner Jugend ausgiebig

Bingo. Und irgendwann hast du dann positive Resonanz bekommen und hattest diese Schwärmereien nicht mehr nötig - weil du sie real ausleben konntest.

Wenn man diese Möglichkeit nicht hat, hält man sich eben an seinen Wunschvorstellungen fest.

Ansonsten wäre ich - und ich denke, ich kann für einige andere auch sprechen - wahrscheinlich schon verzweifelt.

Ich spreche in Rätseln, oder? @:)

KPwak


@Monika65

Das ist der Punkt, den ich immer nicht verstehe, und du bist ja da nicht der Einzige. Wie kann jemand zum Ein und Alles werden, bevor man überhaupt weiß, wie diejenige zu einem steht? Also so vor sich hinlieben ohne klare Rückmeldungen? Ohne Erwiderung?

Da hat man das Problem seine Fantasie nicht unter Kontrolle zu haben. Mir ging es mal so ähnlich aber scheinbar nicht so drastisch. Es war nicht so, dass ich sie als mein Ein und Alles bezeichnet hätte aber ich war doch sehr auf sie fixiert.

Ich stellte mir ständig vor wie wunderschön es sein wird mit ihr zusammen zu sein. Ich dachte ich muss nur eine Möglichkeit finden sie wissen zu lassem, dass ich sie als Freundin haben will. So ging es einige Wochen. Als ich erfuhr, dass sie einen Freund hat traf mich fast der Schlag. Sie hat nie geahnt was ich für sie empfunden habe und weiß auch bis heute von nichts.

Nach dieser Erfahrung habe ich mir vorgenommen in Zukunft realistischer zu sein und meine Fantasie unter Kontrolle zu halten um mir nichts in den schönsten Farben auszumalen was dann doch nicht eintritt. Das fällt manchmal schwer aber es hilft eine große Enttäuschung zu vermeiden oder wenigstens zu verkleinern.

K)waxk


Einsam vor mich hingeschwärmt habe ich in meiner Jugend ausgiebig, aber das waren immer unerreichbare Promis aus der Muskszene

Das könnte mir nicht passieren. Ich kann mich nur verlieben wenn ich merke sie ist ein liebenswertes Wesen. Das geht nicht wenn ich jemanden nur im Fernsehen oder auf Fotos sehe. Dazu muss ich sie direkt sehen und wenigsten ein par Worte mit ihr reden.

hGerrA kocxh


monika

ist natürlich nicht ganz wortwörtlich zu verstehen ...

wär ja absurd, wenn man nur einseitig liebt.

aber wenns mir gut geht, wenn sie dabei ist, wenn ich fröhlich bin, wenn ich an sie denk, dann ist mir diese person schon ziemlich wichtig ...

und heute schien sie mir noch viel hübscher als sonst ... und auch herzlicher ...

hach verdammt :°(

MtonikWax65


LaOla

Danke, nein, du sprichst nicht in Rätseln, ich verstehe schon, wie du das meinst.

Das heißt, ich verenne mich in eine Traumwelt und verliebe mich dabei, nicht in den Menschen, den ich ja kaum kenne, sondern eher in meine eigenen Wunschvorstellungen.

Das kenne ich auch ein bisschen, ist mir auch schon passiert mit einem ganz realen Menschen, mit dem ziemlich schnell wieder Schluss war. Ich habe dann nicht wirklich um ihn getrauert, sondern um das, was er in mir ausgelöst hatte, um diese Gefühle etc. Er selber wäre eigentlich austauschbar gewesen, ich kannte ihn ja auch noch nicht wirklich gut.

Aber dass es soweit kommt, muss bei mir zumindest etwas gelaufen sein, das passiert mir normalerweise nicht mit einem Menschen, dem ich nicht nahe kommen kann. Gut, man soll nie nie sagen...

Und um wenigstens ein paar eingeredete positive Gedanken im Kopf zu haben. Und ich halte ewig daran fest, um nicht vor mir selbst zugeben zu müssen, dass ich schon wieder gescheitert bin.

Das klingt verdammt traurig. Danke, dass du so offen bist.

Bingo. Und irgendwann hast du dann positive Resonanz bekommen und hattest diese Schwärmereien nicht mehr nötig - weil du sie real ausleben konntest.

Witizigerweise hatte ich jahrelang diese Schwärmereien, obwohl ich reale Freunde hatte. Ich habe gar nicht erwartet, dass sie diesem Bild entsprechen, irgendwie waren das total getrennte Welten. Es war eher so wie bewusstes Träumen.

Übrigens, so ganz nebenbei, ich habe mal nachgeforscht, was aus diesen Idolen geworden ist. Sie haben sich total verändert, sind furchtbar aus dem Leim gegangen... Tja, so ist das.

M:ontika6x5


kwak

Nach dieser Erfahrung habe ich mir vorgenommen in Zukunft realistischer zu sein und meine Fantasie unter Kontrolle zu halten um mir nichts in den schönsten Farben auszumalen was dann doch nicht eintritt.

Das finde ich gut. So hart es klingt, aber gerade beim Verlieben sollte man nüchtern bleiben, realistisch. Man muss einen gewissen Selbstschutz aufbauen.

Ich kann mich nur verlieben wenn ich merke sie ist ein liebenswertes Wesen. Das geht nicht wenn ich jemanden nur im Fernsehen oder auf Fotos sehe.

Das ging bei mir super, im Nachhinein betrachtet war das richtig toll, denn ich hatte mit diesen Schwärmereien nie irgendwelchen echten Kummer, aber Gefühle und Fantasien. Ich weiß noch, mit 9 Jahren verliebte ich mich in ein Bild von Louis 17.. naja, das war ein ganz neues Gefühl für mich. :-D

M{on/ika6x5


herr koch

Deine Situation ist wirklich nicht ganz einfach, weil sie eine Kollegin ist und es natürlich nicht so leicht ist, "nüchtern" zu bleiben, wenn man öfter zusammen ist. Schwierig, auch jetzt.

hrerr k?ocxh


im umgang damit hab ich wenigstens erfahrung ... ums positiv zu sehn :-/

CXopp(er


LaOla hat die Traumschwärmerei gut beschrieben! So ist das bei mir eigentlich auch gewesen.

Zu hohe Ansprüche?

Die Ansprüche an den Menschen sind schon Recht hoch, bei mir konkret ists so, daß ich vom ersten Blick an schon was fühlen will, dazu muß sie äußerlich ziemlich genau in mein Schema passen ;-D

Aber das paßt schon oft genug.

Problematischer sind die Ansprüche an mich selbst, ich wills gut machen und vor allem nicht abgelehnt werden... sowas bremst dann gewaltig die eigene Aktivität. Eine unkomplizierte, erwartungslose Haltung zu Beginn des Kennenlernens würde das natürlich vereinfachen, das bekomme ich allmählich auch hin.

Hm, interessant, das würde bedeuten, man will gar nicht wirklich mit dem konkreten Menschen dahinter zu tun haben. Ist das immer so?

[/]

Das kann man durchaus so sehen. Hab ja schon mal beschrieben, daß mir bisher oft der direkte sexuelle Antrieb gefehlt hat, der eher durch nen platonischen Liebeswunsch ersetzt wurde. Das ist dann wieder die Schwärmerei für einen Wunschzustand, völlig losgelöst von der Realität. Perfektionistische Romantik, irgendwie so... nicht im Sinn von Kerzenschein und Sonnenuntergang, sondern von ner Gegenseitigkeit, die es nicht gibt.

Ist aber auch ne selbstbezogene Sache, denn in diesen Träumereien ist sie MEINE Freundin und mag MICH. Während ich mir selbst also sage, daß ICH sie ja schon mag, meinen Teil getan habe und darauf warte, daß sie reagiert, nehme ich es gar nicht richtig wahr, daß ich im Grunde völlig passiv geblieben bin. Ist rollenmäßig eigentlich verkehrte Welt. Man möchte gefallen und nicht, wie es sich für nen richtigen Kerl gehört, erobern.

Ceoppcer


Man möchte gefallen und nicht, wie es sich für nen richtigen Kerl gehört, erobern.

Ich hab gelesen und beobachtet, daß die Frauen Signale aussenden, die die Männer empfangen und daraufhin aktiv werden. So muß es laufen... demnach ist mein Flirtprogramm irgendwie ziemlich weiblich. Mal abgesehen davon, daß ich auf Frauen abziele ;-D

Warum ich das normale männliche Programm abgelehnt hab? Hmm... aus Unsicherheit wollte ich es früher allen recht machen. Wenn man aber die eigenen Wünsche und Bedürfnisse im Kopf hat, macht man es sich vor allem selbst recht. So bereitet Eigeninitiative also ein Problem. Dazu kommt, daß ich Flirten früher als "An- und Ranmachen", also irgendwie negativ und billig aufgenommen hab. Sowas wollte ich natürlich nicht. Daraus hat sich dann wahrscheinlich diese saubere, platonische und irgendwie unsexuelle Träumerei entwickelt.

C"oppEedr


Das Zitat ging daneben ;-)

Und irgendwie wollte mein Nachtrag sich nicht eintragen lassen... also nochmal.

Ist rollenmäßig eigentlich verkehrte Welt. Man möchte gefallen und nicht, wie es sich für nen richtigen Kerl gehört, erobern.

Frauen senden Signale aus und besten Fall bemerken die Männer das oder werden einfach so aktiv. So muß es sein.

Mein Flirtverhalten ist eigentlich ziemlich weiblich, nur, daß ich auf Frauen abziele ;-D

Liegt wohl daran, daß ich es in früherer Unsicherheit allen Recht machen und niemandem zu nahe treten wollte... auch zum Selbstschutz. Das bremst Eigeninitiative in Sachen Zwischenmenschlichkeit aus.

Außerdem war Flirten für mich früher nur "An- und Ranmachen", also irgendwie negativ und billig, das wollte ich nicht. Dieses Bild wollte ich nicht abgeben. So hat sich wahrscheinlich diese saubere, platonische und unsexuelle Träumerei herausgebildet.

C3oppFer


Toll, jetzt stehts ja doch zwei mal drin. Fast indentisch ;-D

Naja, vielleicht wirds dadurch verständlicher ...

M|on7ik$a65


Copper

Wow, das hast du ja intensiv für dich analysiert. Das hier

Während ich mir selbst also sage, daß ICH sie ja schon mag, meinen Teil getan habe und darauf warte, daß sie reagiert, nehme ich es gar nicht richtig wahr, daß ich im Grunde völlig passiv geblieben bin.

ist schon sehr interessant, denn es ist ein faszinierender Winkelzug der Seele, da sich an dem Punkt die Traumwelt mit der realen trifft und vermischt. Das ist mir durch meine Schwärmereien für unerreichbare Männer erspart geblieben. Aber hochinteressante Sache, hab was dazu gelernt.

Eine unkomplizierte, erwartungslose Haltung zu Beginn des Kennenlernens würde das natürlich vereinfachen, das bekomme ich allmählich auch hin.

Naja, das ist ja auch ein bisschen die Quadratur den Kreises, wenn man Wünsche hat, die kann man ja nicht einfach vergessen. Ich rette mich in so einem Fall mit einer gewissen Schicksalsergebenheit.. Ich denke mir einfach, ich mach, was geht und wenns nicht klappt, dann solls einfach nicht sein, bleibt mir vieles erspart etc. Das macht mich lockerer, nicht, dass ich mir vorbete, ich möge locker sein. ;-) Es ist vielleicht auch nützlich für einen Mann, wenn er sich klarmacht, dass auch Frauen nicht aus einer gottgegebenen Gelassenheit heraus agieren, wenn sie Erwartungen und Wünsche haben, wir sind nicht so viel anders wie ihr Männer. Nur natürlich oft in einer etwas anderen Rolle.

Das meine ich:

Ich hab gelesen und beobachtet, daß die Frauen Signale aussenden, die die Männer empfangen und daraufhin aktiv werden. So muß es laufen... demnach ist mein Flirtprogramm irgendwie ziemlich weiblich.

Ja, so mache ich es auch. Ich versuche, dem Mann zu signalisieren, dass er im Prinzip willkommen ist. Das ist aber nicht zu verwechseln mit höflicher und sympathiebekundender Freundlichkeit, das passiert leider öfter. Vollkommen klar, denn Gedankenlesen können wir alle nicht.

Man könnte dein Flirtprogramm als weiblich einstufen, das stimmt, ist aber auch kein Problem, wenn du dich nicht gerade in die Disco stellst damit. Wenn man in einem normalen Umfeld miteinander ins Gespräch kommt, reicht in den meisten Fällen die hoffentlich vorhandene Tatsache, dass BEIDE aneinander interessiert sind, aus. Der Mann muss nicht immer in dieser Eroberrolle sein, ich bin auch schon aktiver gewesen, so ist das nicht. Wichtig ist nur, dass zwei aufeinander treffen, die gegenseitig in ihr Beuteschema passen. Und beim letzteren, fürchte ich, gibts die häufigsten Probleme.

Außerdem war Flirten für mich früher nur "An- und Ranmachen", also irgendwie negativ und billig, das wollte ich nicht. Dieses Bild wollte ich nicht abgeben. So hat sich wahrscheinlich diese saubere, platonische und unsexuelle Träumerei herausgebildet

Irgendwie ist es ja auch unsauber, das "Ranmachen". Wie siehst du Sex jetzt? Sex an sich hat was Animalisches, man sollte vielleicht gerade nicht den Fehler machen, das zu sehr zu verklären. Sondern eher das Animalische in sich entdecken..

Danke, Copper, für deine ausführlichen Antworten.

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