Jungmann mit 25 Jahren: Meinung von Frauen (Teil 2)

VHitalAboy


und wer es nie mit anderen menschen zu tun hat, wer nie in einen sozialen kontext eingebunden wird, wird zu einer art "tier". siehe den fall kaspar hauser. es ist auch so, daß sich dann die für identität und soziale interaktion wichtigen hirnareale weniger ausprägen.

den menschen unterscheidet nämlich gerade dieses identitätsgefühl vom tier.

warum ich das schreibe: mir gehen hier die ewigen "selbst schuld" bzw. "jeder ist seines eigenen glückes schmied"-tiraden auf die nerven. hab ja schon davon geschrieben.

-RFleKur-


Vitalboy

So gesehen ist jeder Mensch eine Kombination aus den eigenen Genen und dem Umfeld. Zumindest in Europa kann ein Mensch mMn sehr wohl beeinflussen, mit wem er/sie sich abgibt und auf welche Art. Aber man kann es auch so sehen, dass man ein Produkt der Gesellschaft und der Eltern ist und keinen Einfluss darauf hat.

Du kannst also auch sagen/denken, dass andere an deiner Situation schuld sind - wenn es sie für dich leichter macht...

V~ita^lbo{y


-Fleur-

moment mal. das eine schließt das andere nicht aus. es geht viel mehr um ein gleichgewicht aus beiden ebenen. es ging mir nicht darum, genau das gegenteil von "selbst schuld" zu behaupten, nein, ich möchte viel mehr darauf aufmerksam machen, daß die individuelle situation eben nicht nur ein produkt der eigenen verhaltensweisen ist.

ich kann aber gerade zu gegenwärtigen zeiten erkennen, daß ein selbstbestimmtes leben das absolute optimum sei. seltsamerweise bekommt man das stets von leuten zu hören, bei denen sozial alles im lot ist bzw. war.

womit wir wieder beim alten lied angekommen wären: ein problem ist für einen menschen, der dieses niemals selbst erlebt hat bzw. gegenwärtig erlebt, schwer bis gar nicht nachzuvollziehen.

wer einen liierten mann mit freundeskreis als "optimalfall", als "idol" für ein selbstbestimmtes leben angibt, heuchelt meiner meinung nach. denn wie würde dieser mann drauf sein, wenn man ihm partnerin und freundeskreis wegnehmen würde? hier ist ein blick über den tellerrand gefragt.

-eFl/euxr-


Wieso und wer soll diesem Mann das wegnehmen? Er hat doch eine Partnerin bzw. einen Freundeskreis, weil er so ist, wie er ist, und weil ihn diese Menschen dafür mögen.

Aber du hast schon Recht damit, dass man natürlich nicht ganz selbstbestimmt lebt. Man bekommt auch was genetisch und gesellschaftlich "in die Wiege gelegt". Aber wenn man sich auf diesen Teil konzentriert, anstatt daran zu arbeiten, was man ändern kann, dann verliert man doch völlig die Kontrolle über das eigene Leben.

V,it.alboxy


-Fleur-

Wieso und wer soll diesem Mann das wegnehmen? Er hat doch eine Partnerin bzw. einen Freundeskreis, weil er so ist, wie er ist, und weil ihn diese Menschen dafür mögen.

hm. warum soll der mann schon vorher "so gewesen" sein? das ist der entscheidende punkt. wenn man jetzt davon ausgeht, daß der mensch eben durch soziale interaktionen, durch soziales eingebundensein zum individuum wird kommt man irgendwann auf die frage, ob nun "erst die henne da war oder erst das ei".

Aber du hast schon Recht damit, dass man natürlich nicht ganz selbstbestimmt lebt. Man bekommt auch was genetisch und gesellschaftlich "in die Wiege gelegt". Aber wenn man sich auf diesen Teil konzentriert, anstatt daran zu arbeiten, was man ändern kann, dann verliert man doch völlig die Kontrolle über das eigene Leben.

nun kann man aber eben nicht alles selbst ändern. natürlich bringt es für den persönlichen erfolg nichts, den fehler bei anderen zu finden. aber ich finde es unfair, zu behaupten, daß erfolgreiche menschen eben alles richtig gemacht haben, daß sie richtig "geschmiedet" haben, weil eben jeder "seines eigenen glückes schmied" ist. der auffassung, der ich eben widerspreche.

fazit: es stört mich, daß sowohl erfolgreichen als auch nicht erfolgreichen menschen stets zu 100 prozent selbst für ihren erfolg oder eben mißerfolg verantwortlich sein sollen.

das ist falsch. siehe z.b. [[http://de.wikipedia.org/wiki/Attribution_%28Sozialpsychologie%29]]

Attribution bezeichnet in der Sozialpsychologie die Zuschreibung von Ursachen für ein bestimmtes Verhalten bzw. für Erfolg und Misserfolg. Diese kann internal sein, wobei auf dispositionale Ursachen der Person, also z.B. der Eigenschaften, Einstellungen Motive, attribuiert wird. Sie kann auch external sein, wobei auf äußere, situative Einflüsse attribuiert wird. Oft begehen Menschen den sogenannten Fundamentalen Attributionsfehler.

dieser "fundamentale attributionsfehler" ist, daß man stark dazu neigt, bei anderen menschen dispositionale ursachen der person für ihren erfolg oder mißerfolg verantwortlich zu machen.

V.itGalxboy


konkret auf den faden hier bezogen heißt das, daß wenn ein typ hier von seinem mißerfolg bzw. seiner schwierigen situation erzählt, eigentlich immer gleich die "selbst schuld"-keule gezückt wird (von personen, die nicht von der gleichen situation betroffen sind). es wird also begehen diejenigen den fundamentalen attributionsfehler. nicht im geringsten wird berücksichtigt, daß man einfach an die falschen leute geraten, in die falschen situationen geraten sein kann usw.

das wollte ich hier einfach erwähnt haben, darum ging es mir mit meinen postings.

Vti|talb]oxy


und @fleur, wenn du jetzt schreibst:

Er hat doch eine Partnerin bzw. einen Freundeskreis, weil er so ist, wie er ist, und weil ihn diese Menschen dafür mögen.

begehst du auch diesen attributionsfehler (in dem fall im "positiven" sinne), denn woher will man wissen, daß der erfolg dieses mannes allein in seinen eigenen handlungen begründet ist und keinerlei externale/situative einflüsse vorhanden sind bzw. waren?

-MFlenu^r-


Vitalboy

Da du dich anscheinend auch auf meinen Eingangsposting beziehst, ich sehe nicht, wo ich da geschrieben habe, dass ihr selbst schuld seid, dass es dazu gekommen ist, dass ihr seid, wie ihr seid :-) Und das ist für mich davor gar nicht der Diskussionspunkt gewesen.

Mein Beitrag (am Anfang) hat sich eher darauf bezogen, was ich denke dazu führt, dass ihr aus eurer Situation nicht herauskommt und auf eure mMn falsche Erwartungshaltung. Und daran kann man mMn sehr wohl was ändern, abgesehen von der Vorgeschichte. Es ist also nicht die Frage, wieso es dazu gekommen ist, dass unser Beispielsmann seine Parterin und Freunde hat, sondern was wäre wenn er in New York neu anfangen würde, ohne seine Partnerin und Freunde mitzunehmen.

V4ital;boxy


-Fleur-

diese "kritik des reinen 'selbst schuld'" war ja nicht speziell auf dich bezogen. habe ich ja auch vermerkt ("personen, die eine solche situation nicht kenne").

darauf bezogen, was ich denke dazu führt, dass ihr aus eurer Situation nicht herauskommt und auf eure mMn falsche Erwartungshaltung. Und daran kann man mMn sehr wohl was ändern, abgesehen von der Vorgeschichte. Es ist also nicht die Frage, wieso es dazu gekommen ist, dass unser Beispielsmann seine Parterin und Freunde hat, sondern was wäre wenn er in New York neu anfangen würde, ohne seine Partnerin und Freunde mitzunehmen.

das ist ja auch eine art von "selbst schuld" ;-) na gut, das sind fundamentale sachen. meiner meinung nach ist es nämlich NICHT so, daß man alleine durch die "richtige" erwartungshaltung den erfolg im leben bekommen kann. es handelt sich viel mehr um ein zusammenspiel von internalen und externalen faktoren und einflüssen.

-0Fle!ur-


Ich habe auch nicht geschrieben, dass es allein durch die richtige Erwartungshaltung zu ändern ist. Musss jetzt weg sorry :-)

VJitalb+o!y


außerdem ist man hier im faden sehr selektiv bei der auswahl der punkte aus beiträgen, auf die man eingehen möchte. stichhaltige argumente werden gar nicht beachtet, während man auf etwas schwammig formulierte zusammenhänge natürlich gerne eingeht. schließlich sind diese leichter zu widerlegen.

tWam


@ Kwak:

Hab heute eine Status SMS bekommen, dass die SMS nicht gesendet worden ist. Hab mal versucht anzurufen. Es geht jedoch niemand dran und ihr Profil hat sie gelöscht. Naja egal.

Hab mir heute beim RedBull Flugtag nen guten Sonnenbrand geholt, aber es war lustig :-)

C)oppexr


@ vitalboy

hm. warum soll der mann schon vorher "so gewesen" sein? das ist der entscheidende punkt. wenn man jetzt davon ausgeht, daß der mensch eben durch soziale interaktionen, durch soziales eingebundensein zum individuum wird kommt man irgendwann auf die frage, ob nun "erst die henne da war oder erst das ei".

Da wären wir schon wieder beim altbekannten Teufelskreis... ganz ohne Wikipedia. Dem einen gehts gut, er läuft zufrieden durch die Welt, was ihm wiederum Sympathien von anderen einbringt.

Der andere hats aber nicht so gut, ist traurig, das schreckt die Mitmenschen eher ab, was ihn noch trauriger macht.

Wenn ich die Beweggründe deiner Argumentation richtig verstanden hab: Was bringts dir, die "Schuld", um mal diesen Begriff zu verwenden, auf die Gesellschaft abzuwälzen? Das einzige, was mir einfällt, ist positive Selbst-Anerkennung... in welcher Situation auch immer. Wenn du das so meinst, dann sind wir einer Meinung ;-) Es hilft allerdings nicht, sich vor Veränderungen zu verschließen, indem man Probleme ungünstiger Angewohnheiten mit der Intoleranz anderer erklärt.

Es muß ne beiderseitige Annäherung geben... klar muß man sich selbst auch mit gewissen Defiziten anerkennen... aber man muß diese Defizite nicht noch kultivieren.

@fleur

Ich glaube eher nicht, daß wir sozial inkompetente, jämmerliche Stubenhocker sind. Hier im Forum kann man sich nur eben mal ausheulen. Und wie schon jemand gesagt hat, es gibt unterschiedlichste Charaktere in Partnerschaften, nicht nur Partygänger und Strahlemänner.

Natürlich bin ich nicht vollständig zufrieden mit meinem Leben, das liegt eher daran, daß ich ne Menge vom Leben und mir selbst erwarte. Stichwort Durchschnittlichkeit... damit komm ich überhaupt nicht klar.

Das allerwichtigste, was so selbstverständlich scheint und anderen zufliegt, klappt einfach nicht... das is doof.

Sgteff7i 83


Vitalboy

diese "kritik des reinen 'selbst schuld'" war ja nicht speziell auf dich bezogen. habe ich ja auch vermerkt ("personen, die eine solche situation nicht kenne").

Ich kann mich nicht erinnern, dass hier jemals einer "selbst Schuld" gesagt hat, ohne ganz konkrete Anhaltspunkte, was falsch gemacht wurde. Dann hat man zumindest teilweise auch selbst schuld.

Und wer sind Personen, die die Situation nicht kennen? Du kennst sie doch selbst nicht.

Vuit0a(lxboy


@Copper

jubb, kann dem zustimmen. es gibt sowohl "teufels"- aber auch "glückskreise" im leben. für beide ist man aber längst nicht zu 100% selbst verantwortlich. auch wenn andere menschen das sehr oft so sehen. siehe "attributionsfehler".

natürlich bringt es mir nix für das thema "erfolg beim anderen geschlecht", wenn ich erkenne bzw. belegen kann, daß die ursache nicht nur bei mir selbst liegt. aber es bringt mir was für meinen "seelenfrieden", und das is ja auch wichtig. ;-)

@ steffi:

klar kenne ich diese situation - und im moment mache ich sie ja wieder durch.

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