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Ich möchte niemals so werden (Pädophilie)

M/onic 6x9


DANKEEEEEE!!!!!!!!!

@:) @:) @:) @:) @:) @:)

k#ylwe


thovo

in diesem Fall ging mir doch der Hut hoch: die Anklage fordert ganze 24 Monate, die Verteidigung, soviel ich mich erinnere, 21. Im übrigen ist im Bericht von einer möglichen Verwahrung oder ähnlichen Massnahmen nicht die Rede; es wird anscheinend noch darum gefeilscht, ob eine Therapie begleitend oder anstelle des Strafvollzugs stehen solle...

(...) ein Mensch, bei dem die Anzeichen derart eindeutig auf zukünftige Rückfälle hinweist, sollte m.E. lebenslänglich verwahrt werden, egal wie traurig im einzelnen seine Lebensgeschichte sein mag, die ihn dahin geführt hat.

Auf den ersten Blick magst Du ja richtig liegen. Betrachtet man aber die Entwicklung der Therapieangebote und den Prozess des Umdenkens auf diesem Gebiet, ist es eher erfreulich, dass das Gericht hier nicht mit "Lebenslänglich" das Problem beheben will, sondern die Therapie in den Vordergrund stellt.

Ich denke nicht, dass der Mann einfach nur eine Anweisung zur Therapie bekommt und dann heimgeschickt wird. Wie eng hier Justiz und Therapeuten zusammenarbeiten, wird wohl nur jemand aus der Branche beantworten können. Ich vermute aber, dass hier mittlerweile schon eine ganze Reihe von Konzepten umgesetzt wurden, so dass speziell der Mann im vorliegenden Fall sicher für die nächsten Jahre unter genauerer Beobachtung von Therapeuten und staatlichen Stellen stehen wird. Und eine Therapie begleitend zum Strafvollzug ist generell schon schwierig - bei Pädophilie aber erst recht, da in dem Bereich noch immer nach geeigneten Behandlungsmethoden geforscht wird.

Sollte dieses Urteil aufgrund der genannten Hintergründe gesprochen worden sein, wäre das ein Schritt in die richige Richtung. Wenn überhaupt, eignen sich Pornokonsumenten, die selbst keine Täter sind, am ehesten, wenn es um Evaluierung von neuen Behandlungskonzepten im Bereich der Pädophilie geht.

Sollte das Urteil aber nur aus rein juristischen Überlegungen und aus Wohlwollen dem Angeklagten gegenüber zustande gekommen sein, dann kann man sich natürlich drüber aufregen.

Vueeb


kyle

Ich rege mich über das Urteil nicht auf, auch nicht über die Resozialisierungsversuche. Aber ich lehne eine Freilassung des Täters vor abgeschlossener Therapie ab. Und danach sollte der Täter auch noch eingeschränkt "frei" sein. Er hat in diesem Fall zwar noch keine direkte Straftat gegen die Gesundheit, auch die seelische, oder gar das Leben eines Kindes begangen, aber die extreme Sammlung von Kinderpornographie lässt Schlimmes befürchten! Es gab schon mehrere Fälle von Entlassungen augrund von "Unbedenklichkeitsbescheinigungen" von Therapeuten - und wenig später einen Sexualmord an einem Kind von eben diesem "unbedenklichen" Täter. Da kommt mir alles hoch!!!

Was mich deshalb aufregt: Wann wird endlich soviel Mühe auf die Opfer verwandt wie auf die Täter ?? Die kommen in den "Genuss" einer unentgeltlichen Therapie, während es dem Staat nicht einfällt, sich an den Therapiekosten für die missbrauchten Opfer auch nur zu beteiligen. Ergo: Die Freiheit eines Täters wird höher bewertet, als die Unversehrtheit bzw. seelische Heilung eines kindlichen Opfers, wohl weil die Verwahrung eines solchen Täters noch teurer ist, als eine zeitlich begrenzte und unsichere Therapie. Da kommt mir wirklich das große Grausen (um es regelkonform auszudrücken). Mir stellt sich dabei die Frage, was das eigentlich für ein Staat ist, in dem wir leben? Setzt er falsche Prioritäten (gleich welche Partei(en) gerade regieren)? Leider ja!!

D^anie=l Jg.S19x67


@Veeb

Man kann nicht alles in einen Topf werfen. Der Besitz von Kinderpornographie einerseits und ein Sexualmord andererseits haben höchst unterschiedliche Hintergründe und beinhalten höchst unterscheidliche Gefährdungspotentiale.

Bei einem Sexualmörder liegt eine psychopatholgische Störung zugrunde, ein Impulskontrollstörung, eine sadistische oder aggressive Motivlage oder eine antisoziale Persönlichkeitsstruktur auf der Grundlage mangelnder Empathiefähigkeit.

Bei einem exzessiven Sammler von Kinderpornographie liegt vermutlich primär eine pädophile Neigung zugrunde. Gerade bei Pädophilen halte ich aber nicht viel von Heilserwartungen gegenüber "Therapie". Eine pädophile Orientierung bleibt lebenslang und ist keiner Therapie zugänglich. Gesellschaftlich akzeptierte, alternative Quellen sexueller Befriedigung, die in einer Therapie vermittelbar wären, gibt es für pädophile Menschen grundsätzlich nicht. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein pädophil strukturierter Mensch eine Straftat begeht bleibt also lebenslang groß. Ihre Rückfallwahrscheinlichkeit ist übrigens erheblich größer als diejenige von Mördern.

Ich bin selbst auf Minderjährige Jungen hin ausgerichtet und hatte bereits eine größere Anzahl von Strafverfahren wegen Sexualdelikten. Das letzte wegen des sexuellen Mißbrauchs eines 17-jährigen Schutzbefohlenen vor einigen Jahren.

tuhoxvo


@Daniel, Veeb, Kyle

Im Grundsatz gebe ich dir, Kyle, ja recht.

Aber in diesem Fall und aufgrund der beschriebenen Umstände eben nicht. Na gut, ihr habt ja den Artikel nicht gelesen - ich habe ihn jetzt nochmals durchgelesen.

Deshalb erst noch ein paar Ergänzungen/Präzisierungen:

- die Datenmenge war noch viel grösser, als ich beschrieben hatte - die hochgerechnet 50'000 A4-Seiten Material stammten von einer 120 GB-Harddisk; gesamthaft hatte der Mann aber über 800 GB auf verschiedenen HDs gespeichert. Ich vermute, ausser vor dem PC zu sitzen, hat er wohl nicht viel anderes mehr mit seinem Leben unternommen.

- der Antrag der Verteidigung war nicht 21 Monate, sondern eine Strafe unter 18 Monaten, die noch den bedingten Vollzug ermöglicht hätte; die 21 Monate waren der Antrag des Staatsanwalts, das Gericht hatte auch eine Strafe von 24 Monaten ins Auge gefasst, stimmte dann aber dem Antrag des Staatsanwalts zu

- der Eventualantrag der Verteidigung war, dass, wenn eine unbedingte Strafe ausgesprochen würde, diese zu Gunsten einer ambulanten Therapie aufgeschoben werden solle - dieser Eventualantrag wurde aber abgelehnt, d.h. die Therapie wurde begleitend zur unbedingten Strafe von 21 Monaten angeordnet

Dies einfach zur Bereinigung der Faktenlage.

Wieso ich bei diesem Fall kein Verständnis hatte:

- der Mann wird im Zeitungsbericht als im Prinzip uneinsichtig geschildert, meinte z.B. auf eine frühere Aussage von ihm bezogen, wonach er sich sexuell zu Knaben hingezogen fühle, das würde er so nicht bestätigen; er zeugte keine Anzeichen von Reue oder wirklichem Schuldbewusstsein; eine frühere Therapie hat er aus Geldmangel abgebrochen (bzw. die Prioritäten verlagert... Geld wäre schon da gewesen).

- er wurde bereits zweimal wegen sexuellen Kontakten verurteilt, vor 10 und vor 4 Jahren; ob er neben seinem exzessiven Pornokonsum nicht auch weitere Straftaten begangen hat, erscheint daher nicht ausgeschlossen, zumal ihm die früheren Verurteilungen, immer gemäss seinem Verhalten vor Gericht, wenig Eindruck gemacht zu haben scheinen

- ein psychologisches Gutachten bescheinigt bezüglich Porno-Konsum eine hohe, bezüglich realem Missbrauch eine mittlere Rückfallwahrscheinlichkeit, ausserdem eine tendenziell schizoide Persönlichkeitsstruktur

- eine wirkliche Empathie war nicht feststellbar; dass hinter den konsumierten Bildern ein Missbrauch steht, scheint dem Angeklagten nicht wirklich bewusst geworden zu sein

- wenn die Strafe verbüsst ist, ist der Mann frei und kann im Prinzip tun und lassen, was er will; rechtlich hat er dann auch keine Therapieverpflichtung oder ähnliches mehr, er ist ja nicht bevormundet; und wenn er die Strafe vollumfänglich absitzt, sind ja auch keine "Bewährungsauflagen" möglich - er hat ja seine Tat gesühnt... Ich weiss jetzt nicht, wie die Rechtslage in der BRD bezüglich Therapieauflagen o.ä. ist; aber hier kann dem Mann rechtlich keine Auflage gemacht werden; und inwieweit er danach unter Beobachtung von Therapeuten und staatlichen Stellen stehen wird, bleibt offen - auf welcher Rechtsgrundlage sollte eine solche erfolgen, insbesondere falls er den Wohnort wechseln würde; das wäre alles auf freiwilliger Basis des Angeklagten und ohne rechtliche Handhabe

Eine Therapie unter diesen Umständen sehe ich ehrlich gesagt als herausgeworfenes Geld an - denn eine Therapie bedingt doch in erster Linie und als Grundvoraussetzung die Einsicht in die Therapienotwendigkeit, oder nicht?

Was mich bei dem Strafmass auch sehr stört, ist, dass (auch jetzt in euren drei Beiträgen) der Pornokonsum so deutlich von "realen" Handlungen abgegrenzt wird, obwohl bei dieser Menge von Material ja in keiner Weise mehr von einem Gelegenheits-Konsum gesprochen werden kann - wer über Jahre hinaus aktiv solches Material abspeichert, macht sich m.E. der Mittäterschaft bzw. der Anstiftung schuldig und nicht "nur" des Konsums; allerdings ist diese Kausalkette vom Konsumenten zum Anbieter juristisch natürlich nicht so zu beweisen, wie wenn jemand z.B. direkt einem Menschenhändler einen Auftrag gibt; aber dem Sinn nach besteht für mich bei einem solchen Konsum eine Mithaftung an den Taten.

Gruss

V4eaexb


thovo

Es war nie meine Absicht, den Konsum von realem Missbrauch völlig abzugrenzen. Im Gegenteil, ich sehe die große Gefahr, dass dieser Täter auf DIREKTEN realen Missbrauch übergeht, weil ihm der Massenkonsum nicht mehr genügt.

Ich stimme dir vollkommen zu, dass ein solcher Massenkonsum, juristisch sanktionierbar oder nicht, einer Anstiftung oder Mittäterschaft praktisch gleich kommt!

tjhovxo


@Veeb

Okay, ich hab da vielleicht ein bisschen pauschal reagiert. Für mich scheint einfach schon aufgrund des massiven Konsums eine "reale" Straftat gegen Kinder vorzuliegen - das wollte ich einfach noch bekräftigen. Und dein Satz hierEr hat in diesem Fall zwar noch keine direkte Straftat gegen die Gesundheit, auch die seelische, oder gar das Leben eines Kindes begangenwar halt für mich der Anlass, auch deinen Beitrag mitzumeinen. Im übrigen hatte ich ja schon im ersten Beitrag geschrieben, dass er bereits zweimal wegen sexueller Kontakte verurteilt wurde - und egal, welcher Art diese Kontakte waren, sind wir uns ja glaube ich einig, dass dies auf jeden Fall ein Übergriff ist.

Von dem her ist dein Schluss "weil ihm der Massenkonsum nicht mehr genügt" auch nicht ganz korrekt. Man weiss nur nicht, ob er nicht auch real sexuelle Kontakte hatte - in der Vergangenheit gab es sie ja.

Gruss

t^hovxo


Nachtrag

Ich gebe Daniel insofern recht, dass es nicht eine "Steigerung" geben muss und dass wir nicht wissen, ob der Täter in irgend einer Art sadistisch veranlagt ist und also gegen Leib und Leben eines Kindes tätlich würde.

Da geht aus dem Gerichtsbericht nichts hervor, was dafür oder dagegen spricht - ebensowenig ist die Natur des Materials näher beschrieben. Im Prinzip finde ich das auch gut so, um nicht noch eine zusätzliche mediale Sensationshascherei nach dem Motto "Unmensch-Monster-Ungeheuer" zu befeuern. Und ich beanstande hier nur die Gerichtspraxis - keinesfalls hege ich "Rachegedanken" gegen den Täter; jede Massnahme hätte natürlich unter humanen Bedingungen zu erfolgen, auch eine allfällige Verwahrung.

Gruss

k|yxle


thovo

Was ich bei meinem vorigen Beitrag gar nicht beachtet hatte:

In Deutschland betrug bis 2003 die Höchststrafe für den Besitz von KiPo 2 Jahre. Heute beträgt die Höchststrafe 5 Jahre. Es ist gut möglich, dass die erwähnten 24 Monate in der Schweiz die derzeitge Höchststrafe darstellen.

In dem Zusammenhang habe ich auch selbst etwas unsinnig dahergeredet, als ich von "Lebenslänglich" schrieb. Man muss hier ja die Verhältnisse wahren und man sollte auch im Hinterkopf behalten, welche Aufgabe und Kompetenz das Strafrecht hier überhaupt hat.

In erster Linie wird ein Angeklagter für eine spezielle Tat bestraft, die er begangen hat. Hier denke ich, dass die 5 Jahre Höchststrafe in Deutschland schon das mögliche Maximum darstellen. Diese 5 Jahre beinhalten dabei auch sicherlich die Überlegungen, dass eine Form der "Mittäterschaft" vorliegt, wie Du es auch siehst, denn anders kann ich mir diese vergleichsweise hohe Strafe nicht erklären.

Auf der anderen Seite gibt es die Sicherheitsverwahrung für Sexualstraftäter. Man könnte jetzt auf die Idee kommen (auch wegen den früher begangenen Taten in diesem Fall), den Mann in die SV zu nehmen, weil er jetzt durch ein weiteres Delikt aufgefallen ist.

Ich muss aber sagen, dass ich diese Überlegung - und die daraus folgenden Konsequenzen - gefährlich und beängstigend finde. Auf lange Sicht würde dadurch die Differenzierung zwischen Missbrauchstäter und KiPo-Konsument aufgelöst. Auf die Überlegung, dass ein KiPo-Konsument ja als nächstes einen Missbrauch begehen könnte, folgt der logische Schluss, dass ja ein Pädophiler generell zum KiPo-Konsumenten werden könnte und daraufhin zum Missbrauchstäter. Diese Überlegungen sind zwar völlig korrekt, aber das so erkannte Problem lässt sich nicht mehr mit Mitteln der Gesetzgebung handhaben. Es liefe darauf hinaus, jeden Pädophilen, egal wie er sich zu erkennen gibt, in die Sicherheitsverwahrung zu nehmen. Das wäre einfach nicht möglich. Zumindest nicht in der heutigen Zeit. An dieser Stelle sei mir der Vergleich mit dem dritten Reich erlaubt, da es wirklich darauf hinauslaufen würde, jeden Pädophilen allein wegen seiner Sexualausrichtung einzusperren.

Ich weiss dass Du hier berechtigte Gründe siehst, weshalb in genau diesem Fall irgendwas geschehen muss. Es ist aber wie erwähnt irgendwo die Kompetenzgrenze der Richter und des Strafrechts erreicht. Alle diese verschärften Gesetze aus den letzten 15 Jahren können das Problem der Pädophilie nicht lösen, wohl aber die Gesellschaft auf dieses Problem aufmerksam machen. Denn es ist nunmal so, dass viele strafbewährte Handlungen hier auf die Pädophilie als Ursache zurückzuführen sind. Und gegen "Pädophilie" wird es nunmal keine Gesetze geben, egal wie oft hier noch reformiert wird. Auch wenn sich die Gesellschaft noch davor sträubt: Sie muss sich andere Lösungen für das Problem überlegen, als nur schärfere Gesetze zu fordern. Und in diesem Fall aus der Schweiz wird das sehr deutlich, dass allein das Gesetz ab einem gewissen Punkt nicht mehr viel tun kann. Hier müsste es irgendwelche Projekte und Institutionen geben, die sich auf sozialer Basis mit solchen Menschen beschäftigt, ohne dass es dabei um richterlichte Auflagen geht.

t*hovxo


@Kyle

Grundsätzlich und wie du aus meinen Beiträgen in anderen Fäden weisst, stimme ich deinen Überlegungen völlig zu.

Und ich bin ein erbitterter Gegner von Gesinnungs- oder Neigungs-Strafbarkeit - es soll nach wie vor einzig die Tat bestraft werden. In diesem Sinne hast du natürlich auch recht (und ich muss meinen Erst-Beitrag zum Thema etwas relativieren), dass ein höheres Strafmass und überhaupt die Strafgesetzgebung hier das Problem nicht lösen können. Denn wenn jetzt statt 24 Monate 48 Monate rausgekommen wären, klingt das zwar ein bisschen "gerechter" (auch in Anbetracht, dass z.B. auf einfachen Diebstahl durchaus höhere Strafen stehen können), aber nach diesen 48 Monaten sind wir wieder gleich weit.

Ja, schwierige Sache - aber irgendwie ist das doch schon ein bisschen schizophren: es gibt etliche Kleinkriminelle, die aufgrund fortgesetzter, jedoch relativ geringer Verbrechen verwahrt werden (sog. "Gewohnheitsverbrecher-Paragraph"), auch wenn sie dabei nie jemanden an Leib und Leben geschadet haben - einfach weil sie der Gesellschaft offenbar nicht mehr zuzumuten sind. Aber hier, wo die Rückfallgefahr, zusammen mit einer Persönlichkeitsstörung, sogar schon diagnostiziert wurde, ist ausser einer Gefängnisstrafe keine weitere Massnahme möglich? Immerhin sollte doch eine Auflage möglich sein, dass der Täter sich auch nach der Verbüssung der Strafe in irgend eine eng begleitete Form von Aufsicht oder Beistandschaft begeben müsste - wie z.B. Überwachung von Internetzugang, Auflagen bezüglich finanzieller Mittelverwendung oder ähnliches - um wenigstens die Gefahr eines Rückfalls in Grenzen zu halten.

Übrigens: strafrechtlich gilt Kinderpornographie in der Schweiz nur als "Vergehen", d.h. kann nur mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft werden. Während z.B. schon einfacher Diebstahl als "Verbrechen" gilt, das mit Gefängnis bzw. Zuchthaus bis zu fünf Jahren, wenn es gewerbsmässig erfolgt oder er eine Waffe mit sich führt (auch wenn er sie nicht einmal zückt - weil dann wäre es Raub), sogar bis zu zehn Jahren bestraft werden kann. Raub hat sogar keine obere Strafgrenze - theoretisch ist dafür die Höchststrafe von 20 Jahren möglich, auch wenn dabei niemand körperlich zu Schaden kommt .Natürlich wird diese Höchststrafe kaum je verhängt.

Bei sexuellen Handlungen mit Kindern dagegen ist die Höchststrafe auf fünf Jahre begrenzt!! Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung oder Schändung, egal welchen Alters das Opfer ist, kennt eine Höchststrafe von zehn Jahren. Und auch diese Höchststrafe wird kaum je ausgesprochen.

Tendenziell wird also eine Verletzung der sexuellen Integrität weniger stark gewichtet als eine Verletzung des Eigentumsrechts. Und dies, obwohl zusätzlich zum Strafrecht bei Eigentumsdelikten das entwendete Gut auf dem Zivilweg zurückgefordert werden kann, d.h. im besten Falle hat der Geschädigte keinen bleibenden Verlust. Das ritzt mein Gerechtigkeitsempfinden halt schon ein bisschen...

Gruss

Dya[nieNl GJg.?196x7


Rechtslage in Deutschland

In Deutschland betrug bis 2003 die Höchststrafe für den Besitz von KiPo 2 Jahre. Heute beträgt die Höchststrafe 5 Jahre[(z]

Der Strafrahmen für den Besitz von Kinderpornographie beträgt nach §184a Abs. 4 StGB Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe. Der Strafrahmen wurde im Jahre 2004 angehoben. Bis dahin galt für den Besitz eine Höchststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe. Bis 1994 war der bloße Besitz sogar erlaubt.

Der höhere Strafrahmen bis 5 Jahre Freiheitsstrafe gilt für denjenigen der Kinderpornographie verbreitet, herstellt u.ä.

tMhovo


Auch noch was zur Schweizer Rechtslage

Das heutige Gesetz stammt aus dem Jahre 2002. Vorher war die Regelung teils liberaler, was "harte" Pornographie betrifft; auf der anderen Seite gab es unter dem alten Gesetz aber auch immer mal wieder Fälle, wo schon leichtere Pornographie als strafbar eingestuft wurde. Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als in den Zürcher Pornokinos Samenergüsse jeweils durch Zensurbalken abgedeckt wurden oder der Film im entscheidenden Moment abrupt geschnitten und auf das erlöst daliegende Darstellerpaar übergeblendet wurde... Trotzdem konnte man in Videoshops auch Piss-Magazine und eindeutige Sado-Maso-Magazine mit Praktiken wie Zunähen von Körperöffnungen, Klistierspiele, Nadelspiele, Gewichtsspiele... offen erhalten, was heute alles nicht mehr möglich ist.

Kinderpornographie wird übrigens im gleichen Artikel wie die Pornographie mit Tieren, mit Gewaltdarstellungen (worunter offensichtlich die oben erwähnten SM-Spielarten fallen) und mit menschlichen Ausscheidungen behandelt und daher auch vom Strafrahmen her gleich betrachtet.

Konkret wird der Erwerb, die elektronische oder anderweitige Beschaffung und der Besitz mit bis zu einem Jahr, die Herstellung, Einführung, Lagerung, in-Verkehr-Bringung oder Überlassung etc. mit bis zu drei Jahren bestraft. Auch wenn dies erwerbsmässig geschieht, ist das Strafmass nicht höher.

Bei Kinderpornografie müsste also sogar einem Produzenten und Dealer zusätzlich nachgewiesen werden, dass ein Verstoss gegen den Artikel bezüglich sexueller Handlungen mit Kindern vorliegt, damit dies als Verbrechen und nicht nur als Vergehen betrachtet wird. Es könnte also der Fall eintreten, dass jemandem der erwerbsmässige Vertrieb von Kinderpornografie nachgewiesen wird; wenn nicht gleichzeitig nachgewiesen wird, dass der Täter die Kinder dazu selber sexuell missbraucht hat, wird er nur nach dem Pornographie-Paragraphen und nicht nach dem Missbrauchs-Paragraphen bestraft.

Mir geht es dabei wie gesagt nicht in erster Linie ums Strafmass, sondern um die rechtliche Würdigung des Tatbestandes. Juristisch ist jemand, der seinem Kollegen ein Pissvideo über e-mail zuschickt (= in Verkehr bringt), der gleichen Strafstat schuldig wie jemand, der wie im obigen Fall hunderttausende von kinderpornographischen Bildern auf seinem PC speichert - oder eben sogar wie jemand, der solche Filme z.B. auf dem Schwarzmarkt einkauft und weiterverdealt. Natürlich wird das Strafmass im zweiten Fall aufgrund der Schwere der Tat höher ausfallen - ich finde es dennoch stossend, dass der Konsum oder Verkauf einer anzunehmenderweise einvernehmlichen Handlung von Erwachsenen, wie es bei einem Pissvideo der Fall wäre, in die gleiche Kategorie fällt wie Kinder- oder Brutalo-Pornographie, wo man annehmen kann, dass dahinter eine Verletzung der persönlichen Integrität einer Person steht. Im obigen Fall hat das Gericht die Abspeicherung auf dem Computer offensichtlich als "Lagerung" verstanden und nicht bloss als "Beschaffung und Besitz", da im zweiten Fall ja nur eine Höchststrafe von einem Jahr möglich gewesen wäre.

Im übrigen wird mit der Bestimmung "wer Gegenstände oder Vorführungen ... erwirbt, sich über elektronische Mittel oder sonstwie beschafft oder besitzt", beabsichtigt, dass der reine, gelegentliche oder zufällige Konsum m.E. richtigerweise straffrei bleibt - wer also beim Internet-Klicken auf eine verbotene Seite gerät und diese zwar anschaut, aber nicht gezielt danach sucht ("beschafft"), macht sich nicht strafbar. Allerdings dürfte es schon als "Beschaffung" gelten, wenn ich via Google-Suchbegriffe nach einer bestimmten Kategorie von verbotenen Bildern suche, wie z.B. Piss-Videos, insbesondere wenn ich diese oder den Link zu diesen bewusst abspeichere. In diesem Sinne habe ich mich allerdings wohl auch schon mehrfach strafbar gemacht... um so mehr, als ich noch aus der früheren Zeit solche Bilder in Form von damals frei erhältlichen Magazinen lagere... In der Realität wird die Justiz allerdings, dem Opportunitäts-Prinzip folgend, solche Fälle nicht von sich aus verfolgen - bei Anzeigen müsste sie jedoch tätig werden (also etwa wenn nach Beziehungskrächen aus Rache eine solche Anzeige erfolgte - deshalb achte ich immer darauf, dass Beziehungen einvernehmlich aufgelöst werden ;-) - in jedem Fall dann, wenn der Partnerin mein diesbezüglicher Pornokonsum bekannt ist :-D).

Im übrigen finde ich etwas seltsam, dass die pornographische Darstellung von "menschlichen Ausscheidungen" strafbar ist, auch wenn sie einvernehmlich erfolgen sollte - und auch, dass unter "menschlicher Ausscheidung" offensichtlich nur Kot und Urin, nicht aber Sperma oder Speichel verstanden wird (ob es schon einen Pilot-Prozess zum Bereich "Roman Shower", sprich Erbrechen in Pornos, gibt, entzieht sich meiner Kenntnis; ebenso, wo die Grenze Gewalt/Nichtgewalt gezogen wird; Bondage-Videos und -Magazine sind jedenfalls weiterhin frei erhältlich, hingegen offensichtlich alles, was Hautverletzungen beinhaltet, nicht mehr.). Hier scheint mir mehr der "wääki - Pfui!" Reflex in die Rechtsprechung eingegangen zu sein als der wirkliche Schutz von Rechtsgütern...

Naja, ich bin jetzt ein bisschen in die allgemeine Porno-Thematik abgedriftet, hoffe aber, dass dies nicht als allzu "off topic" verstanden wird.

Gruss

J.oVxoHo


Hallo Zusammen.

Also, als erstes möchte ich mal einen Eindruck wiedergeben hier: in letzter Zeit sind extrem viele unter 18jährige hier, was ja erstmal kein problem ist.

merkwürdig finde ich nur, was sie hier so schreiben. nun denn.

wollen wir uns mal nichts denken dabei.

nun zum eigentlichen thema:

ich möchte abstand nehmen von äußerungen wie: ist ja nur eine phase, oder: noch ist ja nichts passiert.

ich möchte andereseits aber auch nicht unnötig dramatisieren.

ich möchte denen raten, die aus reiner geilheit an diesem forum teilnehmen: nehmt ausnahmsweise mal eine sache ernst und postet nicht irgendwelche "das find ich geil!" geschichten.

ich halte die neigung schon für gefährlich, und Anonymozz sollte sich meiner meinung nach schnellstens in die hände eines psychologen, oder einer slebsthilfegruppe begeben.

aus eigener erfahrung weiß ich, dass irgendwann gedanken in die tat umgesetzt werden können, auch wenn man es eigentlich nicht will. und davor sollte man sich selber - und vor allen dingen, und das halte ich für viel wichtiger - die kinder schützen!

nun nochmal zu meinem eindruck vom anfang: ich spreche mich hier offen für eine altersbegrenzung aus!

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