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Wie groß ist euer Schamgefühl?

Pnro%theuxs


Es ist wohl tatsächlich ein natürliches Schamgefühl

Vergesst dieses Märchen

"Scham ist eine ... menschliche Unlustreaktion (sog. Schamgefühl), die sich häufig auf die Verletzung der Intimsphäre bezieht, daneben aber auch andere soziale Bereiche (Ansehen, Geltung, Erfolg, usw.) betreffen kann. Grundlage der Scham ist das Bewußtsein, durch bestimmte Handlungen oder Äußerungen sozialen Erwartungen nicht entsprochen bzw. gegen wichtige Normen und Wertvorstellungen verstoßen zu haben."

(Erwin Straus 1960: Die Scham als historiologisches Problem)

Da soziale Erwartungen und wichtige Normen erst erlernt werden, kann also auch das Schamgefühl nicht angeboren sein

zvue6ndsStofxf


Denn obwohl wir Eltern eigentlich recht offen und ungezwungen mit unserer Nacktheit umgehen, sind alle unsere Kinder ab einem bestimmten Alter nicht mehr zum FKK mitgekommen (bzw. zogen sich immer eine Badehose/Badeanzug an), sie schämten sich ihrer Nacktheit auch zu Hause im Bad... (wir akzeptierten aber die Scham unserer Kinder).

Diese Reaktion der heranwachsenden Kinder ist absolut natürlich und entwicklungspsychologisch nachvollziehbar und darum unbedingt zu akzeptieren. Ab beginnender Pubertät ist Abgrenzung von den Oldies das beherrschende und notwendige Thema, um persönliche Identität zu entwickeln und kein Klon der Eltern zu werden. Darum ist das, was die Eltern machen, per se peinlich: der 50er-Jahre-Daddy, der mit Schrotflinte unterm Bett und Bandmaß zum Messen der unbedingt einzuhaltenden Mindestrocklänge über die Tugend der Tochter wacht, genauso wie der Nudistenpapa, der mit wippendem Zipfelchen durch die Bude rennt und sich für oberbefreit hält.

"Schamgefühl": Der Begriff ist m.E. nicht richtig, weil er automatisch interpretiert. Es gibt 100 und mehr Motive, sich nicht nackt zu zeigen bzw. bestimmte Verhaltensweisen der Intimsphäre vorzubehalten, Befangenheit wegen der eigenen körperlichen Exponiertheit ist zur einer davon.

Fakt ist, dass es zum evolutionären Erbe zählt, sich für bestimmte Tätigkeiten wie z.B. längere Verdauungsabschlussakte oder auch Sex zurückzuziehen, denn während dieser Akte war/ist der Mensch abgelenkt und weniger wehrhaft gegenüber möglichen Angriffen. "Scham" ist in diesen Fällen absolut sinnvoll.

Kleidung dürfte einen ähnlichen Sinn haben, sie bietet auch heute noch Schutz und trägt dadurch zum Gefühl der persönlichen Sicherheit bei. Ganz zu schweigen davon, dass sie sinnliches Vergnügen liefern kann und dem Spieltrieb dient.

Wer Kleidung so unbequem findet, dass er sie sooft wie möglich ablegen muss, trägt wahrscheinlich die falschen Klamotten. 8-)

PbroGtheSus


für bestimmte Tätigkeiten wie z.B. längere Verdauungsabschlussakte

Kannst du ein "Scheisserchen" auch noch komplizierter Umschreiben?

BoellGad>onxna87


Oh Mann, deine Gehirnwindungen möchte ich nicht geschenkt haben.

Wenn ich durch deine Beiträge auf deine Gehirnwindungen schließe, bin ich froh dass ich meine habe, danke!

Fakt ist, dass es zum evolutionären Erbe zählt, sich für bestimmte Tätigkeiten wie z.B. längere Verdauungsabschlussakte oder auch Sex zurückzuziehen, denn während dieser Akte war/ist der Mensch abgelenkt und weniger wehrhaft gegenüber möglichen Angriffen. "Scham" ist in diesen Fällen absolut sinnvoll.

Kleidung dürfte einen ähnlichen Sinn haben, sie bietet auch heute noch Schutz und trägt dadurch zum Gefühl der persönlichen Sicherheit bei.

Das habe ich ja auch schon gesagt: Scham ist ein natürlicher Schutzmechanismus!

Bwella>donn(a87


Wie bitte sollte das möglich sein, wenn Scham angeboren wäre

Es gibt immer Normabweichungen. Wenn jemand "vor Publikum poppt", wie du sagst, ist das jedenfalls nicht normal.

Hbanni4bIal-x1


Fakt ist, dass es zum evolutionären Erbe zählt, sich für bestimmte Tätigkeiten wie z.B. längere Verdauungsabschlussakte oder auch Sex zurückzuziehen, denn während dieser Akte war/ist der Mensch abgelenkt und weniger wehrhaft gegenüber möglichen Angriffen. "Scham" ist in diesen Fällen absolut sinnvoll.

zuendstoff

;-D ;-D ;-D ;-D ;-D ;-D ;-D

Wenn ich mir Toiletten in so manch antiken Stätten anschaue, kann das mit Evolution nicht so ganz hinhauen.

[[http://mainzauber.de/blog09/wp-content/uploads/2009/11/kloantik.jpg]]

[[http://www.traveljournals.net/pictures/l/1/16352-ancient-toilet-ephesus-turkey.jpg]]

Haanni5bal-1


Es gibt immer Normabweichungen. Wenn jemand "vor Publikum poppt", wie du sagst, ist das jedenfalls nicht normal.

Belladonna87

Andere Völker andere Sitten. In unseren breiten mag das nicht normal sein, ein großer Teil der Bevölkerung hat wohl heimlich diesen Wunsch.

In anderen Völkern sah das schon ganz anders aus.

HZannGibalx-1


Es gab keine öffentliche Toiletten, und es galt im Mittelalter durchaus nicht als unstatthaft, seine Notdurft in aller Öffentlichkeit zu verrichten.

[[http://www.viennatouristguide.at/Altstadt/Mittelalter/Teil_07/alltagma07.htm]]

Und man denke an den Donnerbalken, aber da können unsere Damen ja nicht mitreden.

Die Vorreiter der Antike

Die Griechen und die Römer waren auf diesem Gebiet – so wie auch auf vielen anderen – Vorreiter. Die Griechen bauten vor etwa 2.500 Jahren Toiletten und Abwassersysteme, und auch die Römer kannten Latrinen. Die Abflüsse mündeten in großen Kloaken. Zum Abwischen wurden Stofffetzen oder Schwämmchen verwendet. Die heutige Privatheit kannten die Menschen dabei früher nicht. Für sie war es ganz normal, sich in geselliger Runde zu entleeren. Dabei wurden sogar wichtige Geschäfte gemacht, daher auch der Ausdruck "ein Geschäft machen".

Mittelalter und Renaissance

Die fortschrittlichen Abwassersysteme gerieten mit dem Untergang der Antike in Vergessenheit. Die Europäer des Mittelalters und der Renaissance kannten keine Klosetts. Sie verrichteten ihre Notdurft im Freien oder kippten den Inhalt ihrer Nachttöpfe auf die Straße. Außerdem gab es sogenannte Abtritterker. Dies waren Erker mit Bodenöffnungen, welche direkt ins Freie führten.

Vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen: Die Geschichte der Toilette: Vom Donnerbalken zum Hightech-WC [[http://geschichte-westeuropa.suite101.de/article.cfm/die_geschichte_der_toilette#ixzz0kR8cSUFD]]

[[http://geschichte-westeuropa.suite101.de/article.cfm/die_geschichte_der_toilette]]

Die Bademode im Mittelalter spielte sich hauptsächlich auf dem Kopfe der Badenden ab. Vor allem die badefreudigen Damen übertrumpften sich gegenseitig mit den ausgefallensten Kopfbedeckungen. Und die sonstige Badebekleidung? - Die gab es nicht. Aus dem moralischen und religiösen Selbstverständnis heraus war eine Bekleidung im Bade auch unnötig. Nacktbaden, ohne Bekleidungsregeln und hindernder Moral, entsprach den sinnesfreudigen Auffassungen des Mittelalters. Zum fröhlichen Schwatz, zu Schmaus und Trunk, zum Lautenspiel, Gesang und anschließenden Lustbarkeiten trafen sich Badende beiden Geschlechts im Mittelalter (14./15. Jahrhundert) im Badehaus der Stadt. Das Baden im selben Zuber galt als normal. In der Mitte lag ein Serviertisch über den Bottich, überladen mit Essen und Trinken.

[[http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:LZhThTCbBnsJ:[[www.id-e-e.de/rudolf-edinger/dateien/publikationen/geschwb2.htm+nackt+baden%2Bmittelalter&cd=4&hl=de&ct=clnk&gl=de]]]]

sFensiHbelbman


Da soziale Erwartungen und wichtige Normen erst erlernt werden, kann also auch das Schamgefühl nicht angeboren sein

...und woher kommen die sozialen Erwartungen? Fallen die vom Himmel?

syensXiKbelxman


Vergesst dieses Märchen

eigene Erlebnisse sind keine Märchen. Nimm es einfach zur Kenntnis, dass es eben nicht so trivial gesagt werden kann, dass das Schamgefühl anerzogen ist.

Erstens rede ich nicht nur vom Freundeskreis, sondern vom Bekanntenkreis, inkl. Schule und Freizeit. Dazu gehören dutzende von Personen, die du nicht kennst und folglich auch nicht einordnen kannst.

Auch wenn du den Bekanntenkreis meiner Kinder in Zweifel ziehst ...ich würde ihn nicht genug kennen...- ich behaupte nach wie vor, dass der Bekanntenkreis eher keinen wesentlichen Einfluss bezüglich des Schamgefühls auf meine Kinder hatte. Meine eigene persönliche Entwicklung kenne ich am besten- die kann mir keiner in Abrede stellen. Schamgefühl ist nicht zwingend anerzogen.

Im Übrigen habe ich durch das Erleben meiner eigenen Kinder (auch im Zusammenhang mit meinem eigenen Erleben) so manche meiner früher akzeptierten Theorien über den Haufen geworfen: dazu zählt z.B. auch die Theorie, Jungen würden auch gerne und in gleicher Weise wie Mädchen mit Puppen spielen, wenn man sie nur ließe ...

Ich muss heute einsehen, dass beim Menschen mehr genetisch veranlagt ist, als wir manchmal eingestehen wollen.

Aber: Immerhin ist Mensch trotz seiner Veranlagung "umlernbar" ;-D.

PKrothxeus


...und woher kommen die sozialen Erwartungen? Fallen die vom Himmel?

Nein, die werden vom (ganzen) Umfeld geprägt, sind aber definitiv NICHT angeboren ;-)

eigene Erlebnisse sind keine Märchen

Theoretisch nicht :)z aber manche Menschen zählen es auch zu ihren "Erlebnissen" von Ausserirdischen entführt worden zu sein :)D "Erlebnisse" scheinen in der Praxis also sehr subjektiv

die Theorie, Jungen würden auch gerne und in gleicher Weise wie Mädchen mit Puppen spielen, wenn man sie nur ließe ...

Halte ich auch für Quatsch, mein Junge widerlegt diese These völlig

B`ellazdonnax87


Meine eigene persönliche Entwicklung kenne ich am besten- die kann mir keiner in Abrede stellen. Schamgefühl ist nicht zwingend anerzogen.

Völlig richtig. Mein Schamgefühl prägte sich von ganz allein aus, obwohl meine Eltern alles andere als prüde sind.

Ich muss heute einsehen, dass beim Menschen mehr genetisch veranlagt ist, als wir manchmal eingestehen wollen.

Wieder mal hast du völlig Recht, sensibelman. Vieles ist angeboren, viele Gesten sind in die Wiege gelegt. Auf der ganzen Welt sind Nicken und Kopfschütteln für Ja und Nein und das Hochrecken der Faust für Sieg verständlich, diese Dinge müssen wir nicht erlernen. Mit dem Schamgefühl ist es ähnlich, ab der Pubertät weiß man fast instinktiv, was bedeckt werden muss.

Ganz ehrlich: Mich würde es echt interessieren, wie FKKler das schaffen, sich gar nicht zu schämen, vor Fremden nackt zu sein. Ist fast bewundernswert ;-)

Haanniybalx-1


Auf der ganzen Welt sind Nicken und Kopfschütteln für Ja und Nein und das Hochrecken der Faust für Sieg verständlich, diese Dinge müssen wir nicht erlernen.

Belladonna87

Mann du bist so kleingeistig, weißt noch nichts von der Welt kannst aber alles erklären.

In Bulgarien bedeutet Kopfnicken "Nein" und Kopfwackeln "Ja". In welchen Ländern ist dies auch so?

Antworten

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In anderen Kulturen kann die Bedeutung der Geste abweichen. In Bulgarien, Albanien, Griechenland oder Indien z. B. wird Nicken genau entgegen unserer Verwendung, zur Ablehnung oder Verneinung gebraucht

Und langsam bin ich es leid, für deine Allgemeinbildung zu sorgen.

BgelladonMn7a87


Und langsam bin ich es leid, für deine Allgemeinbildung zu sorgen.

Seit wann sorgst du denn für meine Allgemeinbildung? *lachmichweg* Wirst du dafür bezahlt? Kümmer dich erst mal um deine eigene %-| Die hochgereckte Faust für Sieg gibts in allen Kulturen, das kannst du überall im Web nachlesen. Und nicken und Kopfschütteln gibt es in den meisten Kulturen. So und jetzt bin ich es leid mich von dir nerven zu lassen...

PTrothexus


Mein Schamgefühl prägte sich von ganz allein aus, obwohl meine Eltern alles andere als prüde sind

Von ganz allein durch die Einwirkung deiner Umwelt ;-) wären da alle nackt durch die Gegend gelaufen, dann wärs auch für dich das Normalste der Welt

viele Gesten sind in die Wiege gelegt

Ein Baby kann lächeln oder weinen ohne es zu lernen, aber alle Siegeszeichen und dergleichen sind ganz klar erlernt und nicht angeboren

Mich würde es echt interessieren, wie FKKler das schaffen, sich gar nicht zu schämen, vor Fremden nackt zu sein. Ist fast bewundernswert

Was sollte es da zu schämen geben ???

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