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Empörung über gewisse Praktiken bei Jugendlichen

Siier"va oAng!elixna


Teil 1

Hallo,

auch wenn die Frage nicht an mich ging, gebe ich auch hier mal meinen Senf dazu:

auch auf die Gefahr hin, dass ich mit dieser Frage nerve, aber auch an dich: wieso zählt AV zu den "härteren" Sachen? Wieso ist die eine Körperöffnung (Vagina) "ok" und darf penetriert werden - für die andere (Anus) erfordert es aber plötzlich mehr Reife?

Ich denke, in einer Weise haben diejenigen recht, die sagen, der Anus ist nunmal verletzlicher als die Vagina (Vereinfacht ausgedrückt, aber ich glaube Du verstehst was ich meine - der Schließmuskel ist ziemlich schnell verletzt, die Vagina erholt sich einfach schneller selbst wenn sie mal verletzt wurde)

Was die Empfindlichkeit gegenüber NS betrifft verstehe ich sie ehrlich gesagt nicht wirklich, da es sich da wirklich um etwas handelt, das Partner zwischen sich abmachen müssen und das eben nichts mit *körperlicher* Erfahrung zu tun hat denn es kann zwar verletzen aber nur wenn es seelisch verletzt.

Da kommt es dann vollständig auf die Beziehung an und darauf, ob es beide als gut empfinden und es eben keinem schadet. Und wenn zwei Jugendliche das schön finden... was *bitte* ist denn daran irgendwie schädlich ???

Außer, dass es althergebrachte Moralvorstellungen von der "Unschuld der Jugend" widerspricht -und bei den meisten auch den eigenen Erfahrungen?

Und SM? - Ich beziehe das jetzt mal auf den gesamten Bereich: *BDSM*, nicht SM.

Und ich gebe Brief und Siegel darauf, dass es Sex ohne BDSM für mich niemals geben hätte können. In keinem Alter.

Und da ist es egal, völlig egal, wie das für Außenstehende hätte aussehen können: Total zärtlich, total blümchenmäßig...

Ich *fühle* mich dominiert, sobald eine Penetration stattfindet - sobald auch nur ein zärtliches Streicheln durch einen Mann da ist!

Das ist Fakt. Ich habe mich immer dominiert gefühlt sobald überhaupt *annähernd* eine Sexualität stattgefunden hat, auch als Teenager und mit einem Partner der keine Ahnung von BDSM hatte.

Es ist Augenwischerei, wenn man sagt, es gäbe ein "Grundalter" für BDSM.

Für mich *ist* Sexualität BDSM weil ich *demütig* werde und Respekt entwickle gegenüber jemandem mit dem ich Sex habe.

Geschlechtsverkehr und sexuelle Berührungen fühlen sich wie Unterwerfungen an. Und das war schon immer so.

Ich werde demütig, wenn ich mit jemandem schlafe.

Ich wurde demütig, wenn mich jemand gar per Petting zum Orgasmus brachte. Ganz unwillkürlich.

Für BDSM braucht man keine Peitsche und nichtmal einen Partner der genauso empfindet.

Es braucht bloß inneres Empfinden, das völlig unabhängig ist vom *Wissen*.

Wissen hätte mich nur davor geschützt, dass dem falschen Mann zu geben. Wobei ich sagen muss: Ich habe sogar noch Glück gehabt, denn er war im Sexuellen auf keinen Fall brutal oder rücksichtslos... bei allen Problemen die wir hatten, war er nie sexuell gewalttätig.

Denn als ich das erste mal dachte "Ich gehöre ihm" - und das erste Mal das Bedürfnis hatte die Hand eines Mannes zu küssen in einem Ausbruch von Demut, nachdem es sexuellen Kontakt gegeben hatte - da kannte ich das Internet nicht, da kannte ich nicht den Begriff BDSM, da habe ich nur nach meinen Gefühlen gehandelt oder handeln wollen.

Gefährlich ist, wenn man aus Unwissenheit oder Ungeduld heraus verletzt. Egal in welchem Alter... und bei manchen Praktiken sind die Verletzungen gefährlicher...

Nur: Ich glaube nicht, dass es da auf das Alter ankommt, sondern darauf, wie *einfühlsam* ein Partner ist... und Menschen werden nicht notwendiger mit dem Alter einfühlsamer, manchmal ist es eher glatt das Gegenteil!

***

zweiter Teil folgt

Suier3va Anfgelxina


Teil 2

wie "entstehen" sadomasochistische (und devot/dominante) Neigungen? Sind das wirklich "Praktiken" oder geht's hier bei nicht vielleicht um eine ähnliche Sache/Neigung (whatever), wie Homosexualität?

Für mich ist es eine Mischung...

Jeder Mensch hat denke ich verschieden stark ausgeprägte Charakterzüge schon von Geburt an. Das weiß jeder der mal mit Säuglingen zu tun hatte - das schon so ein Knirps eine Persönlichkeit hat.

Ich glaube, Prägung kann einiges bewirken. Neigungen stärken oder schwächen. Oder auch nur die Bereitschaft stärken oder schwächen, sich überhaupt darauf einzulassen, eine Neigung *zuzulassen* - sie sich erstmal überhaupt selbst einzugestehen.

Wobei sich Prägung auch unter Geschwistern völlig verschieden auswirken kann... einmal wegen der grundsätzlich verschiedenen Persönlichkeit, und dann auch, weil es so ist, wie man sagt, das jedes Geschwisterkind doch irgendwie in eine andere Familie hineingeboren wird als das andere...

Ich bin auf jeden Fall schon von der Persönlichkeit her eher jemand, der "gefallen" will. Zugleich habe ich einen sehr starken Willen und bin eben *kein* Mitläufercharakter, wie das Submissiven so oft und gerne unterstellt wird...

Ich würde zum Beispiel niemals eine Meinung von mir geben die nicht wirklich die meine ist - und mein Herr würde das nie von mir verlangen.

Er meinte vor kurzem mal wieder "Deine Gedanken sind frei, und ich möchte Deine Meinung hören - ich kann Dir die Meinungs*äußerung* verbieten aber niemals Deine Gedanken". Und selbst das tut er nicht - er verbietet mir die Meinungsäußerungen nicht, und manchmal diskutieren wir relativ heftig :-)

Was ich meine ist: Jeder Mensch hat seine Persönlichkeit. Ich bin der Überzeugung, dass ich weil ich als Kind positive, liebevolle Dominanz von Seiten meines Vaters erlebt habe - ohne Einschüchterung, ohne Machtmissbrauch wie ich ihn bei anderen Familien gesehen habe - und auch seine Achtung vor meiner devoten, aber willensstarken Mutter erleben durfte - ich mich eher darauf *einlassen* konnte, dass ich ähnlich bin wie sie...

Zugleich bin ich nicht "gleich" - denn dazu ist mein Temperament zu explosiv. Mein Verstand will "unterworfen" werden... meine Mutter hat sich einfach untergeordnet, ich fühle mich gleichberechtigt in dem Sinne, dass ich meinem Herrn deutlich sage, wenn ich glaube, es sei ein Fehler etwas zu machen. Ich würde niemals sagen, dass er in allem der Klügere, Bessere ist als ich. Er ist älter und erfahrener und hat deshalb in vielen Bereichen mehr Lebenserfahrung. Aber das lässt ihn nicht mehr wert sein als ich.

Und das... das ist das, was mir in "traditionellen" Beziehungen nicht schmeckt. Das es doch oft auf ein "sie ist nur Frau" herausläuft. Bei meinen Eltern war das nur ansatzweise so, ich bin auch der Überzeugung, dass mein Vater das nie so gesehen hat... Meine Mutter dagegen schon.

Zugleich habe ich viele sehr emanzipierte Schwestern - und Brüder - die ein ganz anderes Lebenskonzept leben (insgesamt 7 Geschwister, alle deutlich älter als ich - zwischen 10 und 20 Jahren älter - und sie haben mich im Endeffekt erzogen)

Von ihnen habe ich dann gelernt, das man "heute" gleichberechtigt lebt. Ich habe das "versucht" indem ich mich verstellt habe...

Heute ist es mir wichtig zu sagen, dass ich zwar devot bin und mich deshalb unterwerfe, aber nicht weil ich Frau bin. Und wenn ich merken würde, mein Partner (denn er ist mein Herr und *Partner*!!!) sieht mich irgendwie minderwertig, könnte ich mich auch nicht auf ihn einlassen... dann würde mein Respekt vor ihm einfach unwillkürlich wegbröckeln, denn gerade dass er mich trotz all der Dinge - und wegen all der Dinge - die ich für ihn tue und zulassen - so hoch achtet, ist für mich einer der wichtigsten Punkte an der Beziehung...

Zugleich, warum es mir leicht fällt zu mir zu stehen: Ich komme aus einem streng religiösen aber nicht frömmlerischen Elternhaus. Das heißt mein Vater war Pfarrer - und während bei uns durchaus streng geglaubt wurde, gab es bei ihnen nicht diese klischeehaften sexualfeindlichen Ansichten die oft damit in Verbindung stehen.

Im Gegenteil: Ich habe als Kind in so einem Elternhaus gelernt, dass der Wert eines Menschen in ihm selbst liegt und *niemals* in seinem *Status*. Der Bankdirektor ist nicht mehr wert als ein betrunkener Bettler auf der Straße!!! Das ist bei mir ganz tief verwurzelt.

Und ich habe gelernt, dass es absolut nichts erniedrigendes hat, wenn man sich unterordnet unter jemanden, den man besonders achtet... solange man dabei seinen Verstand nicht ausschaltet und nur dem dient, der sich wirklichen Respekt verdient hat.

Denn gedankenloses Mitläufertum ist nicht gut, niemals.

Soll heißen, ob nun ich knie, oder er... ist in Sachen "Würde eines Menschen" egal, solange wir uns beide genauso sehen wie wir sind: Als wertvolle, gleichwertige Menschen

Was das mit der Frage nach der Herkunft der Neigung zu tun hat? - Nun, ich bin der Überzeugung, das Neigungen wie die zu BDSM durchaus auch angeboren sind, aber dass sie eben durch äußere Einflüsse gestärkt oder geschwächt werden können.

Das allerdings kann man meines Erachtens nicht gezielt verursachen, wie man an meinen Geschwistern sieht. Wir sind alle völlig unterschiedlich...

Was mir aber ganz bewusst ist: Die Tatsache, dass ich voller Stolz und ganz und gar nicht entwürdigt dienen kann, liegt vor allem darin begründet (neben der Tatsache, dass mich der, dem ich diene achtet!!!), dass mir ein tiefes Gefühl der Achtung vor jedem *Leben* und vor allem vor menschlichem Leben vermittelt worden bin.

Und das... das menschliche Leben... das ist wertvoll... Würde hat nichts damit zu tun ob ich jetzt ihm diene, oder er mir. Wir geben uns doch gegenseitig nur was wir brauchen, wir sind Ying&Yang :-)

Und einen Dominanten, der nicht eine gewisse Demut vor menschlichem Leben empfinden kann und vor höheren Mächten - die nicht Gott heißen müssen, sondern egal wie - Demut kennt... mit dem könnte ich nicht umgehen.

Weil ich doch immer Angst vor einem "Höhenflug" bei ihm bekäme... weil es mir wichtig ist, dass er Demut nicht als etwas ihm Fremdes sieht, sondern sie auch ein wenig nachfühlen kann - und sei es die Demut gegenüber der Natur, künstlerischem Genie, dem Schicksal oder Gott.... Demut ist mir wichtig.

Die Fähigkeit und Bereitschaft zur Demut ist für mich wichtig - und zwar nicht nur bei mir, auch bei einem Partner dem ich mich unterordne. Ich finde, Demut gegenüber Natur und Leben ist etwas das heute vielen Menschen einfach *fehlt*. Leider.

Denn jemand der sich wirklich demütig fühlen kann gegenüber dem Wunder des Lebens, der verachtet dann auch keinen Menschen nur weil der vor ihm kniet und sich ihm schenkt. Entwürdigung des anderen empfindet man nur, wenn man nicht nachvollziehen kann, dass sich ein Mensch gerade in seiner Demut gewürdigt fühlt...

Es gibt die Menschen die BDSM als sexuelle Praktiken leben und auch sagen, sie hätten sich dafür "entschieden". Ich kann das so nicht. Für mich ist eine glückliche Partnerschaft ausschließlich so möglich weil für mich Sexualität zu Demut führt und Demut führt dazu, dass ich mich einem Partner instinktiv unterordnen möchte...

Und ich wüsste auch keinen Grund, warum ich das unter einen liebevollen und intelligenten Mann nicht auch tun sollte x:)

Ich weiß zumindest von all den Frauen in meinem Bekanntenkreis (50+), dass sie ihre devoten und/oder masochistischen (sowie die dominanten und/oder sadistischen) Neigungen bereits seit frühster Kindheit kennen.

Zumindest ansatzweise beschreiben das viele Menschen - Frauen und Männer. Das stimmt. Interessant sind dann die Statements vieler zum Thema "Räuber-und Gendarm" - oder "Cowboy-und Indianer"-Spiele die fließend in Fesselspielchen übergehen... Das beschreiben wirklich viele.

LG

Angelina

E@h/emal9iger Nu:tzer <(#699x28)


Ich habe nicht alles gelesen und beziehe mich vor allem auf den Eingangsbeitrag, ich hoffe ich habe deswegen keinen für dich wichtigen Aspekt vergessen. :-)

Üblicherweise bin ich niemand, der nach dem Alter urteilt, insbesondere was sexuelle Dinge angeht. BDSM nimmt für mich jedoch eine Sonderstellung ein. Meiner Schätzung nach beschränkt sich der Großteil der Paare nicht auf sadistische und masochistische Spielchen. Es geht oft um ein Machtgefälle, das sehr tief in die Psyche eingreifen kann. Das kann in der Tat gefährlich werden. Den Vergleich mit dem Beruf finde ich nicht passend. Man kann den Beruf wechseln. Wenn einem Analsex nicht gefällt, kann man es lassen. Steckt man hingegen in einem Machtgefälle, kann viel bei einem kaputt gehen - oder man zerstört eigenhändig etwas.

Auch ich habe sehr früh angefangen und ja, auch ich habe als aktiver Part etwas kaputt gemacht, wenn man es so ausdrücken will. Für mich war diese Verantwortung oder Macht in so frühen Jahren zu viel. Ich will nicht sagen, dass es allen sehr jungen Leuten so gehen muss. Aber ich halte die Chance für höher, dass man mit sechzehn damit nicht umgehen kann, als mit fünfundzwanzig. Ganz gefeit ist man davor natürlich nie und eine fixe Altersgrenze kann man sicher auch nicht für alle ziehen. Dennoch hinterlässt die Kombination von Teenager und BDSM bei mir oft kein gutes Gefühl. BDSM erzeugt oft eine große Verwundbarkeit und Narben in der Seele bleiben.

EChemaHliger NAutzerk (#699x28)


Verzeihung, der Beitrag ging natürlich an liq. |-o

ttob9i8x1


re

@ liq

Anal ist schon anders zu sehen wie Vaginal. Letzteres ist halt zur Fortpflanzung notwendig. Für Anal braucht es darüberhinaus, wobei wir wieder bei der geistigen Reife wären, etwas mehr an Vorbereitung, Vorsicht, Verständnis und Einsicht bzw. Nachsicht. Auch ist die Verletzungsgefahr größer wenn man z.B. den Schließmuskel verletzt. Ein weiterer Punkt ist sicher das Mann oder Frau halt zum Partner oft viel mehr Vertrauen haben müssen um sich so zu entspannen, dass in den After eingedrungen werden kann. Ob diese Punkte bei einem 13,14,15,16 Jahre alten Menschen schon zusammen kommen ist sicher individuell verschieden. Das Anal als "härterer" Sex bekannt ist, liegt sicher an unserer Gesellschaft bzw. Sozialisation. Vielleicht kommt es aber auch daher, dass es eine schmutzigere Art des Sex ist...kann ja mal was mitkommen, dran hängen bleiben...

Wäre Anal von Anfang an als normale Praktik akzeptiert, würde sich diese Frage nicht stellen. Da sie das aber nicht war/ist, bleibt ihr der Beisatz das sie eine härter Praktik sei.

wie "entstehen" sadomasochistische (und devot/dominante) Neigungen? Sind das wirklich "Praktiken" oder geht's hier bei nicht vielleicht um eine ähnliche Sache/Neigung (whatever), wie Homosexualität?

Also ich denke das SM Neigungen nichts mit Homosexualität zu tun haben. Da fehlt mir der Zusammenhang. Ein schwuler Mann bzw. lesbische Frau hat ja nichts mit sadomasochistischen Praktiken zu tun.

Ich würde lieber folgende These dagegen halten.

Für mich sind SM Praktiken (also einem anderen Schmerzen zufügen bzw. selber Lust am eigenen Schmerz) ein abweichendes Verhalten. Vielleicht liegt ein psychisches Problem vor. Ich denke vor dem Hintergrund, dass der Mensch von Natur aus alles versucht um schmerzfrei zu leben (=die Norm) ist alles was sich diesem Naturbedürnis des Menschen wiedersetzt ein abnormales Verhalten (=genuss am eigenen schmerz) Gipfeln tut dieses abnormale Verhatlen im Sadist der anderen schmerzen zufügt. Hier liegt auf jeden Fall ein psychisches Problem vor, da ein solches ein Verhalten der Natur des Menschen (und gerade des zivilisierten Menschen samt seiner Gesellschaft) widerspricht. Ob jemand damit leben kann/will ist natürlich seine Sache.

Genau wie meine Meinung darüber :-)

lqiq


Lancis

Aber ich halte die Chance für höher, dass man mit sechzehn damit nicht umgehen kann, als mit fünfundzwanzig. Ganz gefeit ist man davor natürlich nie und eine fixe Altersgrenze kann man sicher auch nicht für alle ziehen

ich halte die Chance auch für höher, dass man mit 16 weniger "Reife" besitzt, als mit 25. Nur du sagst ja selbst: eine fixe Altersgrenze kann man nicht ziehen. Deshalb würde ich mir einfach mehr Nachfragen, die Intention betreffend, wünschen.

wenn mir eine 16jährige sagt, dass sie seit 2 Jahren in einer stabilen Beziehung zu ihrem Freund lebt und sie nun gemerkt hat, dass es ihr gefällt, wenn er ihren Po fester anfasst oder ihr mal einen Klapps verpasst, dann habe ich bei Ratschlägen in dieser Richtung weitaus weniger Bedenken, als wenn mir eine 30jährige per PN schreibt, dass ihr Mann sagt, die Frau habe sich unterzuordnen und deshalb müsse sie ihm wenigstens einen blasen, wenn sie schon nicht die Beine breit macht :-|

natürlich ist das jetzt ein "Extrem" - aber ich fände es einfach falsch die interessierte 16jährige mit dem Satz "für Machtspielchen beim Sex bist du zu jung" alleine zu lassen, statt differenziert darauf einzugehen.


tobi81

Also ich denke das SM Neigungen nichts mit Homosexualität zu tun haben. Da fehlt mir der Zusammenhang. Ein schwuler Mann bzw. lesbische Frau hat ja nichts mit sadomasochistischen Praktiken zu tun.

da liegt vielleicht ein Missverständnis vor. Ich meinte nicht, dass BDSM-Neigungen gekoppelt sein müssen. Ich fragte mich nur, "woher" diese Neigungen stammen und verglich es deshalb mit Homosexualität.

also: ein 14jähriger Junge merkt, dass er am eigenen Geschlecht interessiert ist. Ich würde ihm immer raten, diese Gefühle nicht zu unterdrücken. Genauso würde ich einer 14jährigen, die seit vielen Jahren schon weiß, dass ihr Schmerzen Lust bereiten, aber auch nicht pauschal an den Kopf knallen "dafür bist du doch zu jung".

daher meine These/Frage: sind BDSM-Neigungen wirklich mit "Techniken/Praktiken" gleichzusetzen, die man unterlassen/ausprobieren kann oder sind das tiefsitzende (erbliche?) "Strukturen", die eben einfach existieren. Ähnlich wie Homosexualität.

lWiq


* Ich meinte nicht, dass BDSM-Neigungen automatisch mit Homosexualität gekoppelt sind.

E/hemaYligeMr Nutz#er (#659928x)


natürlich ist das jetzt ein "Extrem" - aber ich fände es einfach falsch die interessierte 16jährige mit dem Satz "für Machtspielchen beim Sex bist du zu jung" alleine zu lassen, statt differenziert darauf einzugehen.

Finde ich auch. Und zwar gerade deswegen, weil ein Machtgefälle unter Umständen übel ausgehen kann. Die Neigung ist vorhanden und man kann sie nicht mit einem "Du bist zu jung!" vom Tisch wischen. Gerade da halte ich Informationen und Rückfragen für notwendig. Man soll seine Bedürfnisse nicht unterdrücken, aber manchmal sollte man behutsam mit ihnen umgehen.

Ich wollte damit nur sagen, dass ich einfach im Durchschnitt zu mehr Vorsicht und Selbstanalyse raten würde als bei jemanden, der in der selben Situation, aber fünfzehn Jahre älter ist. Bei vielen sind die ersten Erfahrungen nicht reibungslos und die Chance, damit umgehen zu können, steigt mit zunehmenden Alter. Letztlich muss aber jeder selbst entscheiden, ob er sich gefestigt und seiner Selbst bewusst fühlt, diese Entscheidung kann einen immerhin niemand abnehmen. Auch nicht eine fixe Altersgrenze.

lxixq


Lancis

Die Neigung ist vorhanden und man kann sie nicht mit einem "Du bist zu jung!" vom Tisch wischen.

eben :)^

Gerade da halte ich Informationen und Rückfragen für notwendig. Man soll seine Bedürfnisse nicht unterdrücken, aber manchmal sollte man behutsam mit ihnen umgehen.

absolut richtig.

Bei vielen sind die ersten Erfahrungen nicht reibungslos und die Chance, damit umgehen zu können, steigt mit zunehmenden Alter. Letztlich muss aber jeder selbst entscheiden, ob er sich gefestigt und seiner Selbst bewusst fühlt, diese Entscheidung kann einen immerhin niemand abnehmen. Auch nicht eine fixe Altersgrenze.

Zustimmung @:)

k4uckuckXsbolumxe


liq,

du schlägst ja vor auf den jeweiligen fall einzugehen, zuhören, die umstände erfragen..

Nur du sagst ja selbst: eine fixe Altersgrenze kann man nicht ziehen. Deshalb würde ich mir einfach mehr Nachfragen, die Intention betreffend, wünschen.

aber ist es nicht so, dass man immer bei reaktionen eine art voreinschätzung macht?

einfach um sich schon einmal grob anzunähern, meine ich. wäre man nicht total überfordert, wenn man wirklich VOLLKOMMEN unvoreingenommen jeden fall als totalen einzelfall behandeln würde?

ist es nicht ein ganz automatischer vorgang, dass man die leute in gruppen einteilt um eine schnelle voreinschätzung zu bekommen und um überhaupt auf eine neue geschichte eingehen zu können?

also wenn jemand zum beispiel zwei bier trinkt und dann autofahren möchte, dann werde ich als schnelle voreinschätzung mir denken "moment, achtung - das könnte gefährlich werden" und dann frage ich ihn aufgrund dieses schnellen gedankens ob er sich wirklich fahrtauglich fühlt. dann erklärt er mir vielleicht, dass er mit dieser biermenge weit unter 0.5 promille hat und dass ich mir unnötig sorgen gemacht habe.

wenn eine 14 jährige sagt, dass sie analsex machen will, dann fällt mir als erste grobe annäherung gleich ein "moment, das könnte zu früh sein" und dann frage ich genauer nach aber im bewußtsein, dass ich mich irren kann.

du schlägst aber vor diese voreinschätzungen GANZ wegzulassen und das kommt mir fast unmöglich vor.

lxiq


kuckucksblume

du schlägst aber vor diese voreinschätzungen GANZ wegzulassen

nein - das hat sich vielleicht ein bisschen radikal angehört in diesem Faden, aber ich sagte ja bereits, dass ich durchaus einsehe, dass die Chance einer überforderten 14jährigen bei AV wesentlich größer ist, als bei einer 25jährigen.

so wie du das beschreibst:

also wenn jemand zum beispiel zwei bier trinkt und dann autofahren möchte, dann werde ich als schnelle voreinschätzung mir denken "moment, achtung - das könnte gefährlich werden" und dann frage ich ihn aufgrund dieses schnellen gedankens ob er sich wirklich fahrtauglich fühlt. dann erklärt er mir vielleicht, dass er mit dieser biermenge weit unter 0.5 promille hat und dass ich mir unnötig sorgen gemacht habe.

und

wenn eine 14 jährige sagt, dass sie analsex machen will, dann fällt mir als erste grobe annäherung gleich ein "moment, das könnte zu früh sein" und dann frage ich genauer nach aber im bewußtsein, dass ich mich irren kann.

finde ich es absolut in Ordnung :)^

mich stört nicht die grobe Schnelleinschätzung, die in der Tat jeder instinktiv (auf Grund der eigenen Erfahrung) machen wird (auch ich) - mich "stört" es nur, wenn man es bei einem radikalen "dafür bist du zu jung" %-| belässt und glaubt, dass man damit immer 100% richtig liegt.

lhiq


kuckucksblume

ich finde eine grobe Einschätzung auf Grund irgendwelcher Eckdaten sogar legitim. Du hast vollkommen Recht, wenn du sagst, dass dies elementar wichtig ist, um überhaupt irgendwie auf die spezielle Situation eingehen zu können.

kruckuc\ksblumxe


liq

mich stört nicht die grobe Schnelleinschätzung, die in der Tat jeder instinktiv (auf Grund der eigenen Erfahrung) machen wird (auch ich)

ah, dann hab ich dir da was unterstellt was gar nicht gestimmt hat.

mich "stört" es nur, wenn man es bei einem radikalen "dafür bist du zu jung" belässt und glaubt, dass man damit immer 100% richtig liegt.

ok, jetzt verstehe ich dich gut!

@:)

tPhoxvo


Spannendes Thema

Ich bin erst jetzt drauf gestossen und habe den Faden nur überflogen. Zu einem Punkt aber etwas aus meiner Sicht:

Ich war in meiner Pubertät ein grosser Onanierer vor dem Herrn. Und ohne dass damals schon Pornos etc. so präsent waren, kann ich mich gut an viele anale und (leichte) Selbstfesselspiele erinnern - zwar immer mit grossem katholischem Schuldbewusstsein (was aber wohl auch einen Teil zur Erregung beitrug). Zwar waren die analen Penetrationen mit einem, maximal zwei Fingern oder nur dünnen Objekten (z.B. Zahnbürstenstiel...) vom Umfang her nicht mit einem Penis zu vergleichen - aber ich hätte dickere Objekte sicher nicht verschmäht, wenn das sorgfältig abgelaufen wäre (ich hatte damals allerdings die Technik des Entspannens nicht so recht raus, konnte mir irgendwie gar nicht vorstellen, dass auch dickere Sachen ohne Probleme rein gehen können).

Von daher sehe ich keinen Grund, wieso jemand egal welchen Alters solche Praktiken nicht ausüben sollte - solange sie dem wahren "freien" Willen entsprechen. Dass ich selber solchen Sex mit Frauen lange nicht hatte, war vor allem in meiner Scham begründet, irgendwie "daneben" und peinlich zu sein bzw. die Partnerin zu brüskieren oder sie sogar abzuschrecken, weil sie mich für pervers halten könnte - oder um sie (z.B. mit dem Wunsch nach Analverkehr) nicht zu "vergewaltigen", da ich diese Praxis halt doch irgendwie als schmutzig und entwürdigend empfand.

Aber wenn man sowieso Sex hat und seine Wünsche äussern kann und dann Anal oder andere aussergewöhnlichen Techniken dazu gehören - dann denke ich, ist man irgendwie auch reif dafür, egal ob jetzt eine 1 oder eine 2 vorne am Alter steht.

Natürlich ist der Einfluss von Internet und der alltäglichen Pornographisierung der Medien nicht zu unterschätzen, und auch der Gruppendruck etc. Aber sogar dann: wenn jetzt eine junge Frau, weil sie unbedingt dazugehören will oder aus welchen Motiven auch immer, sich anal penetrieren lassen will - wie schlimm ist das wirklich? Ich will nichts beschönigen - unsachgemässer Analsex kann schrecklich und schmerzhaft sein und die ganze Sexualität auf lange Zeit hinaus beeinträchtigen. Aber wenn jetzt die gleiche Frau sich endlich "nur" normal entjungfern lassen will, weil sie meint, mit 15 sei es einfach höchste Zeit dafür, und sie dann eine schlechte Erfahrung macht: kommt dann auch das Argument: dafür bist du noch zu jung?

Sie ist doch nicht für eine bestimmte Praktik oder Technik zu jung, sondern offensichtlich als Persönlichkeit noch nicht reif genug - und das kann dann Analsex, ein GangBang, Rauschtrinken, Extasy schmeissen oder H drücken sein... Aber all das ist dann auch nicht das Ende des Lebens, sondern halt einer der vielen Stolpersteine und Missgeschicke, die das Leben eines Teenagers prägen, oder nicht?

Und die einen kommen nie darüber hinweg, dass sie sich mit 16 beim Schulball öffentlich blamiert haben; andere finden sogar aus Depressionen, überlebtem Suizidversuch und Drogenabhängigkeit irgendwann wieder zu einem guten Leben - um jetzt mal zwei Extrembeispiele zu zeigen.

"Niedriger hängen" sag ich dazu.

Gruss

k-uckucuksbluxme


thovo, endlich!!

das passt jetzt zwar überhaupt nicht hierher (liq verzeih) aber du wirst ganz DRINGEND gebraucht, es gibt einen faden von mon cherie da gehts ums porno schauen und ich hab dich üüüüberall gesucht und konnte dich aber nirgends entdecken!

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