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Empörung über gewisse Praktiken bei Jugendlichen

Pyumuckxl_65


@Liq

Es mag für dich zutreffen, dass du einige spezielle Techniken auch ohne Vorlage für dich entdeckt hast... Aber ich denke, da bist du (wie mach anderen Dingen auch) nicht Durchschnitt (das ist in keiner Weise negativ gemeint @:))

Für die meisten Jugendlichen, denke ich, sind es Internet und auch doofe Talkshows, die sie mit neuen Praktiken überhäufen (und auch überfordern). Und kaum ein Jugendlicher hat heute den Mut hinzustehen und vor seinen Kollegen eine eigene (andere als die Gruppe) Meinung zu vertreten... Und noch weniger wird ein Jugendlicher zugeben, dass das oder jenes (wovon er gehört oder gelesen hat) noch nichts für ihn ist, da noch zu jung...

Das Problem nennt sich Gruppendruck und Herdenverhalten und ist sehr verbreitet... Ich behaupte mal, dass vielleicht 2 von 100 Jugendlichen sich trauen, ihre ureigene Meinung zu vertreten, egal was die Masse denkt

Lxila-WMädlxe


pumuckl65, Theoriephilister

Natürlich kann man auch von allein auf solche Ideen (z. B. Analsex oder Oralsex ...) kommen. Die Frage ist doch aber, haben die Jugendlichen diese Chance heute überhaupt noch? Von allein auf eine Idee zu kommen und die dann auch in die Tat umzusetzen, und zwar dann, wenn sie sich wirklich mit dem Gedanken angefreundet haben und sich reif dafür fühlen? Ich fürchte, nein.

Aber ich hoffe doch sehr, dass es ein paar mehr als nur 2 % sind, die sich getrauen, eine eigene Meinung zu haben und zu vertreten, d. h. zu äußern.

Was den Austausch über Sex geht: Ja, ich bin der Meinung, das muss nicht so in der Öffentlichkeit geschehen. Weil das nämlich die Gefahr birgt, dass genau der Gruppendruck entsteht, von dem pumuckl schrieb. Aufschneiderei, und am Ende getraut sich keiner mehr, einen Rückzieher zu machen, obwohl sie vielleicht alle Schiss vor der eigenen (gespielten) Courage haben ...

lxiq


Pumuckl_65

Aber ich denke, da bist du (wie mach anderen Dingen auch) nicht Durchschnitt

ja - da stimme ich dir durchaus zu. Deshalb schrieb ich auch extra:

Ich kann und will an der Stelle nur für mich sprechen

und

natürlich kann man das nicht auf alle Jugendlichen übertragen - und viele kommen durch Foren/Pornos/sonstwas evtl. erst auf die Idee, gewisse Dinge auszuprobieren.

@:)


wobei wir aber wieder am Anfang wären: wenn wir nun annehmen, dass die Jugendlichen sehr früh mit all diesen Themen in Berührung kommen und gar nicht mehr die Chance bekommen, sie selbst für sich (ganz individuell und auf die eigene Reife abgestimmt) zu entdecken - wie sollten wir ihren Anfragen begegnen? Der Kontakt Kinder/Sex findet statt - es kommen Fragen auf. Wegwischen mit "dafür bist du zu jung" klappt nicht - und so schließt sich der Kreis ;-D: explizite Aufklärung, kein Scharren an der Oberfläche - auf die Kinder/Jugendliche eingehen!

skchliMmm\er Fxinger


Hi liq,

also Du machst es mir nicht leicht. Musst ständig an mir rumnörgeln ;-).

Ich gebs ja zu, so ein bisschen wollte ich all den 14jährigen, die meinen alles jetzt sofort erleben zu müssen schon auf die Füsse treten. Aber nur ganz leicht, und barfuss!!

Ich gönn ihnen ja den Spass. Ich gönn ihnen ja ein befriedigendes Sexualleben. Sex ist ja schliesslich etwas wunderschönes, aber darf sich so ein Sexleben nicht langsam entwickeln?? Muss ich als 14jährige beim Erstbesten direkt "Alles" geben, mich total offenbaren?? Ist der gute, alte, traditionelle Sex (vaginal, in der Missionars-Stellung) gerade am Anfang einer Beziehung nicht aufregend genug?? Meiner Erfahrung nach wird Sex in einer langjährigen Beziehung (oder Ehe) immer besser: man vertraut sich blind, ist bereit sich total fallen oder auch gehen zu lassen, entdeckt gemeinsam neue Vorlieben... Das ist viel aufregender als irgendwelche ausgefallenen Praktiken auszuprobieren, nur weil man im Internet davon gelesen, oder es in einem Porno gesehen hat!! Nun, das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber kann die besagte 14jährige bereits die Konsequenzen ihres Handelns absehen?? Was ist, wenn ihr Partner bei seinen Kumpels tratscht, und sie dann in der Schule als "Anal-Schlampe" abgestempelt wird?? Und, kann man einer durchschnittlich entwickelten 14jährigen zutrauen, das sie sich konsequent vor Geschlechtskrankheiten schützt?? Ich kenn so manchen 30jährigen, der zu doof oder zu bequem ist, ein Kondom zu verwenden...

Du hast mich mal gefragt, was mein erster Beitrag zu diesem Thema wohl in einer 14jährigen auslöst. Nun, ich hoffe, dass sie in Grübeln kommt. Ich hoffe, dass sie über ihren Ruf, über Geschlechtskrankheiten und ungewollte Schwangerschaften (Analsex ist keine 100%ige Empfängnisverhütung, da manchmal etwas Sperma über den Damm in die Scheide läuft) nachdenkt. Und ich hoffe, dass der Sex wirklich einvernehmlich ist, und sie gewisse Praktiken nicht nur mitmacht, weil ihr (älterer??) Partner das erwartet.

P4umuck]l_6x5


@Liq

auf die Kinder/Jugendliche eingehen

Gute Idee Liq, mach du es ruhig... Mit meinen eigenen pubertären Kids zu Hause ist mir die Lust darauf etwas vergangen... Im übrigen glaube ich, wir sind in groben Zügen ähnlicher Meinung. Und wo Differenzen bestehen, können wir beide damit umgehen @:)

Gute Nacht, für mich wird's Zeit zu gehen...

TUheorie#philisxter


Es mag für dich zutreffen, dass du einige spezielle Techniken auch ohne Vorlage für dich entdeckt hast... Aber ich denke, da bist du (wie mach anderen Dingen auch) nicht Durchschnitt (das ist in keiner Weise negativ gemeint )

Ich kann mich liq nur anschließen. Die allermeisten Dinge und Sexualpraktiken, die ich heute mag, existierten in meinem Kopf schon ehe ich wusste was Sex überhaupt ist. Natürlich in anderer Form, aber dennoch.

Für die meisten Jugendlichen, denke ich, sind es Internet und auch doofe Talkshows, die sie mit neuen Praktiken überhäufen (und auch überfordern). Und kaum ein Jugendlicher hat heute den Mut hinzustehen und vor seinen Kollegen eine eigene (andere als die Gruppe) Meinung zu vertreten...

tut mir leid, aber das ist absolut nicht meine Erfahrung.

Und noch weniger wird ein Jugendlicher zugeben, dass das oder jenes (wovon er gehört oder gelesen hat) noch nichts für ihn ist, da noch zu jung...

Wer sollte das in dieser Form auch zugeben? "Ich find Analsex toll, aber möchte noch 5 Jahre warten" oder wie stellst du dir das vor?

Nein, aber nach meiner Erfahrung kann jeder Jugendliche völlig problemlos äußern, dass er persönlich kein Interesse/keine Lust oder eine Abneigung gegen Analsex hat und niemand wird ihn deshalb schief anschauen. Im übrigen frage ich, welche Sexualpraktiken eigentlich gruppendruckgefördert sind? Ist es nicht eher so, dass der sog. Gruppendruck eher zur Verschwiegenheit anhält? Wer gibt in der Schule schon offen zu, bi zu sein, auf SM zu stehen, NS zu mögen, zoophil zu sein, auf Dicke zu stehen oder was weiß ich?

Das Problem nennt sich Gruppendruck und Herdenverhalten und ist sehr verbreitet... Ich behaupte mal, dass vielleicht 2 von 100 Jugendlichen sich trauen, ihre ureigene Meinung zu vertreten, egal was die Masse denkt

Auch wenn ich das bestreite. Selbst wenn. Die eigene Meinung ("ich stehe auf Anpieseln" z.b.) nicht offen zu vertreten und das eigene Privatleben an der Massenmeinung anzupassen (Analsex haben, obwohl noch keine Lust), sind nochmal zwei paar Schuhe.

LjovHiuxs


schlimmer Finger schrieb:

sie gewisse Praktiken nicht nur mitmacht, weil ihr (älterer??) Partner das erwartet.

erinnert mich daran, dass da noch eine Frage offen ist, über die du, liq, nachdenken wolltest: Wann ist man zu alt, um mit einer/m zu jungen...straffrei...? Hab' auch keine Antwort, bin gespannt, was dir hierzu noch einfällt ???

Zwischenzeitlich noch ein Gedanke, der hier noch nicht gefallen ist, aber die Diskussion vielleicht zusammenfasst.

Statt Alter = Reife, was niemand hier so platt gelten lässt:

Alter x Entwicklung = Reife

Das Gesetz setzt aber irgendwo Grenzen für die Reife im Alter fest, in Ermangelung eines besseren Verfahrens. Entwicklung passiert demnach "irgendwie" von alleine, mit einer gewissen Variation oder Streubreite ("Gauß-Kurve"). Was es gar nicht mehr gibt, sind soziale Formen, die die Entwicklung kanalisieren und z.B. mit einem Ritual die Aufnahme in die Erwachsenenwelt besiegeln. Klar, es gibt Konfirmation, Kommunion, Firmung, Abitur ("Reifeprüfung")... Aber das ist wohl alles nichts, was hier zählen würde. Dennoch scheint mir der Gedanke an Abschieds- und Aufnahmerituale mit vorangegangener "Prüfung" hier weiterzuführen. Oder ist das nur Gott-sei-Dank längst überwundener archaischer Schnickschnack?

Wie denk ihr dazu?

J&üFrgenx M


öffentliche Diskussion

Ich halte die öffentliche Diskussion der Sexualität im Fernsehen und den Medien eigentlich für nicht so schlecht. Natürlich kann darurch sicherlich die Neugier geweckt werden. Aber auf der abderen Seite wird auch nicht ein schlechtes Gewissen vermittelt. Früher war es sicherlich üblich, dass viele, die AV praktiziert haben, sich für Pervers gehalten haben. Damit ist doch ein Genissen der eigenen Sexualität kaum möglich.

Wenn es nicht zu verhindern ist, dass Jugentliche gewisse Praktiken machen, sollen sie es verantwortungsbewußt und lustvoll tun. Für mich ist die Sexualität auch ein Teil, der zum erwachsen werden gehört.

Eine Idee, wie das Verantwortungsbewußtsein gebiltet und geprüft werden kann, hab' ich leider immer noch nicht :-(.

Jürgen

LdovRHuxs


öffentliche Diskussion

Es geht ja heute nicht mehr so sehr darum, zu diskutieren, was richtig und was falsch ist, sondern in möglichst großer Breite zu zeigen, was möglich ist.

Wär halt schön wenn das nicht immer so quotengerecht sensationslüstern daher käme und die bekannten "Risiken- und Nebenwirkungen" ebenfalls ausreichend zur aufklärenden Sprache kämen.

L/ilaX-Mxädle


LovHus :)^

Wär halt schön wenn das nicht immer so quotengerecht sensationslüstern daher käme und die bekannten "Risiken- und Nebenwirkungen" ebenfalls ausreichend zur aufklärenden Sprache kämen.

Das ist es.

J(ü\rgeinx M


öffentliche Diskussion

Es stimmt schon. In den meisten Fällen fehlt einfach eine Bewertung des im Fernsehen gezeigten. Es geht einfach um Quoten und nicht um Bildung.

Das gleiche Problem besteht bei der Gewaltdarstellung. Heranwachsende sind nicht unbedingt in der Lage das gezeigte zu bewerten und ahmen es einfach nach. Man gewöhnt sich einfach an Dinge, die allgegenwärting sind und sieht sie als normal an.

Jürgen

oxros-xlan


vielleicht

probieren jugendliche gewisse praktiken -über die ~ältere~ nur nachgedacht haben- einfach nur 'gleich' aus = alleine vom reden, wird man nicht klug . . .

JIürgBen M


Probieren?

Probieren ist ein gutes Stichwort. Ich habe mich damals langsam herangetastet. Na gut, die Hauptursache war wohl, dass mir die damaligen Partnerinnen klare Grenzen gesetzt haben. Aber immerhin kann man durch langsames Herantasten die eigen Grenzen besser ausloten und sich über jede neue KLeinigkeit freuen. Küssen hat nie wieder so viel Spass gemacht, wie mit der ersten Freundin x:).

Mehr als einmal habe ich hier im Forum von Mädchen gelesen, die mit 13 das 1. Mal GV ausprobiert haben und es als Fehler bezeichnet haben. Wenn jemand ungebremst alles auf einmal ausprobiert ist es leicht möglich, dass er die eigene Scham- oder Ekelgrenzen weit überschreitet.

leiq


LovHus

Danke für die Erinnerung. Ich werde es bald posten :-)

u$om|o an"z2iano


liq

Sorry, dass ich das jetzt nochmals aufwärme @:) - aber da ich in der vergangenen Woche unterwegs war, hab ich erst jetzt Gelegenheit, zu antworten:

woran will es eine 19jährige festmachen? Eine 22jährige? Einmal ist immer das erste Mal. Wie will eine 25jährige wissen, ob sie nun wirklich reif dafür ist oder sich "nur" reif dafür fühlt? Ab wann ist man reif dafür?

An den (allgemeinen wie auch sexuellen) Erfahrungen, die sie in den zusätzlichen (Lebens-) Jahren machen durfte vielleicht?

Lassen wir einmal die selbst nach heutigen Maßstäben extremen Ausnahmen aussen vor - dann hat ein 14-jährige vielleicht 5 oder 6 Monate Erfahrung mit sexueller Aktivität, die vermutlich eher vereinzelt, jedenfalls nicht zwangsläufig wirklich kontinuierlich und regelmäßig stattfindet - richtig?

Was genau sollte sie dabei wirklich drängen, AV, NS oder ähnliches ausprobieren zu wollen, wenn nicht Druck von dritter Seite: medien, Freund, Gruppenzwang durch die Clique oder dergleichen?

Entscheidend für mich ist dabei ganz simpel die Überlegung, dass man mit 14 einfach aus praktischen, zeitlichen Gründen persönlich noch nicht genug Erfahrung sammeln konnte, um wirklich beurteilen und wissen zu können, was richtig und was falsch - bzw.: sinnvoll oder überflüssig - ist?

Nochmal zu fiktiven Altersgrenzen: warum soll eine 16-Jährige nicht zumindest kommunal wählen dürfen, obwohl sie selbst betroffen ist ... oder warum darf ein 15-Jähriger nicht schon den Motorrad-Führerschein machen, obwohl er seit Jahren mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnimmt und vielleicht mit seiner Crossmaschine bereits Rennen fährt?

ERinfach deshalb, weil man unterstellt, dass im Durchschnitt einfach nicht genug Erfahrung und Bewußtsein vorhanden ist, um konkret entscheiden (also auch mögliche Risiken, Folgen und Konsequenzen abwägen) zu können.

Es geht doch in erster Linie einmal darum, Jugendliche vor Dritten zu schützen, die deren Unkenntnis, unzureichendes Urteilsvermögen, Gutgläubigkeit und mangelnde Erfahrung ansonsten u.U. noch leichter ausnützen könnten.

mich interessiert in dem Zusammenhang aber auch nochmal, wie das mit der SB aussieht. Die ist ja vom Gesetzgeber unabhängig. Jeder 8jährige darf sich eine Kerze in den Po schieben, wenn er das möchte.

wenn jetzt ein 12jähriger erkennt, dass sein Anus sehr empfindlich ist - sollte er es dann dennoch unterlassen, ihn mit seinem Finger zu penetrieren? Ja? Nein?

Wieso "dennoch" ... dieser causal-Zusammenhang ist mir nicht klar?

Wenn das unangenehm ist, dann lässt man das halt ... mit 8, 12, 22 oder 52 Jahren!:-o

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