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Nach 8 Monaten Beziehung noch keinen Sex, und jetzt?

mmcsmo&g_7x7 hat die Diskussion gestartet


Ich versuche mich mal relativ kurz zu fassen:

Also, ich bin jetzt schon seit gut 8 Monaten mit meiner Freundin zusammen. Ich bin 29 Jahre uns sie ist 22. Wir haben uns im Urlaub kennen gelernt und irgendwie sofort verstanden, obwohl ich ja eigentlich gar keine Freundin wollte sondern nur Urlaub machen. Wir sehen uns nur am WE, da wir ca. 70 Km auseinander wohnen.

Nunja, und seit dem ist jetzt ja einige Zeit ins Land gegangen, und wir haben bis jetzt so gut wie keinen Sex gehabt. 1x haben wir es probiert und sie war einfach zu verkrampft. Das macht ja nichts, wir haben es dann erstmal sein gelassen und uns drauf geeinigt das langsamer anzufangen. Sie hatte schon schlechte Erfahrungen mit vorherigen Beziehungen gemacht, (die Kerle wollten nur das eine oder stellten sich einfach blöd an) und sie ist noch Jungfrau. Seit dem hat sie mich 2x befriedigt und sonst ist sexuell so gut wie NICHTS gelaufen.

Ich stellte fest das sie bei zärtlichen Berührungen und streicheln irgendwie keine Gefühle hat beziehungsweise sich dagegen etwas wehrt. Denn wenn es etwas "ernster" wurde, dann hatte sie plötzlich immer irgendwas (Kopfschmerzen, zu viele Gedanken, Magenprobleme, gerade keine lust, ihre Tage, es ist zu warm, es ist zu kalt, alles kitzelt etc. etc.). Das machte mich doch stutzig, aber nach einem Gespräch sagte sie, das wäre die mangelnde Erfahrung und angst was falsch zu machen. Meine Therapeutin meinte, vielleicht hatte sie mal ein unschönes Sexuelles Erlebnis (sprich übergriff in der Familie oder so ähnlich). Nach langem zögern und überlegen sprach ich sie drauf an, sie verneinte, war sich aber nicht so wirklich sicher!

Nach langem hin und her hab ich mir ein Herz gefasst und sie direkt mit allem konfrontiert und gesagt das mir Sex auch wichtig ist in einer Beziehung und ohne ist eine Beziehung einfach nichts, eher wie Bruder und Schwester nur mit mehr küssen. Das hat mich viel Überwindung gekostet. Wir haben dann lang und breit drüber geredet und ausgemacht das wir jetzt jedes WE ein wenig weiter gehen. Hatte auch erstmal gut geklappt, aber ich wollte auch mal schauen ob sie von sich aus da wirklich auch weiterkommen will. Ist nicht der Fall, es passiert dann außer küssen und ein paar kurze Berührungen nichts. Auch wenn ich dann anfange sie zu streicheln habe ich eher das gefühl sie lässt es über sich ergehen, denn bei ihr passiert so gar nichts wenn ich ihre Brüste streichele oder in Richtung schritt gehe (allerdings mit Höschen, wollte es ja nicht gleich übertreiben). Es löst aber irgendwie bei ihr gar nichts aus. Aus meinen vorherigen Beziehungen kenne ich das anders. Nachdem man sich gegeseitig ein wenig gestreichelt hatte wollte man einfach mehr. Ihr ist es glaube ich nur läßtig.

Doch jetzt gab es plötzlich wieder was neues,sie sagte mir das sie vor einigen Jahren von einem Mann an einer Bushaltestelle zwischen die Beine gegrapscht worden ist. Zum Glück war noch eine Frau da, die hat ihr dann geholfen. Ist ihr jetzt plötzlich eingefallen als sie den Kerl wieder gesehen hat!

Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Sex ist mir in einer Beziehung auch wichtig, und ich bin zu "alt" um da noch Jahrelang in eine Beziehung zu investieren in der ich irgendwie keine Zukunft sehe, denn so ist es für mich gar nichts. Außerdem fängt sie an, in ihrem Verhalten meiner ersten Freundin stark zu ähneln, und das macht mir am meisten Kopfschmerzen.

Hat da jemand mal ein paar Tipps für mich wie ich jetzt damit umgehen soll ??? ??? ?

Wäre sehr dankbar dafür, weiß nämlich gerade nicht weiter.

Mist doch etwas lang geworden :-). Danke fürs lesen.

Lg

Mc

Antworten
EOrbsen8schälxer


sorry, aber mir liegt die Vermutung nahe, das es so weitergeht , wie es angefangen hat. Also kein Kurswechsel...

Duas Crarmelxion


vergiss es. selbst wenn sie mit dir irgendwann schläft, lässt sie es nur über sich ergehen. der funke scheint nicht da zu sein. ich bin eine "geschädigte" also in der kindheit und so... und auch ich habe,wenn ich mich verliebt habe, sex gehabt! denn nur weil man schlechte sachen erlebt, hat man trotzdem gefühle! und nach 8 monaten sollte man keine angst mehr haben,sondern vertrauen!!!

mfg

v0aniglxia86


Ich denke auch, dass tiefes Vertrauen fehlt...was nicht Deine Schuld sein muss.

Ist sie denn in Behandlung ?

mqcsm@og_x77


Guten morgen

Na das sind ja nicht wirklich aufbauende Worte, obwohl ich da eigentlich zu dem gleichen Schluß komme wir ihr.

@Das Carmelion

vergiss es. selbst wenn sie mit dir irgendwann schläft, lässt sie es nur über sich ergehen.

Genau das Gefühl habe ich auch. Und das behagt mir garnicht. Als wir zusammen kamen war ich fast 2 Jahre ohne Freundin und auch in Therapie. Ich hatte am Anfang eine leidenschaft die ich schon sehr lange nicht mehr gespürt habe und total klasse fand. Doch durch ihr verhalten bekam ich jedesmal einen "Dämpfer". Mit der Zeit ging diese Leidenschaft völlig verloren, und ich habe so gut wie keine Lust mehr. Es hat sehr lange gedauert an sie ranzukommen. Wir haben zwar geredet, aber sie hielt (und hält heute auch noch) einiges hinterm Berg. Ich weiß auch nicht.

Interessant ist auch folgendes: Durch all das habe ich immer weniger Lust, mich ihr mitzuteilen und wir schwiegen uns oft auch einfach nur an. Das ist ätzend. Aber am WE habe ich wieder festgestellt, das anscheinend für sie alles in Ordnung ist, denn sie beschwert sich nicht. Sie findet es so wie es ist sogar total toll und sagt mir ständig wie lieb sie mich hat und das wir immer zusammen bleiben und so. Konnte ich da leider nicht mit : ich will das auch ihr entgegnen. Hat sie zwar stutzig gemacht, aber sonst nichts.

Am Sonntag hat sie mich dann doch "befriedigt". Aber das ist irgendwie nichts. Sie findet Sperma irgendwie ekelig und behandelt IHN komisch. So richtig anfassen ist nicht so toll scheint es mir. Und sie macht das eher zum Spielchen das sich ewig lang hinzieht (was ja nicht schlecht ist) aber auf so eine kindliche art.

@vaniglia86

Ich denke auch, dass tiefes Vertrauen fehlt... was nicht Deine Schuld sein muss.

Ist sie denn in Behandlung ?

Das ist ja interessant. Sie ist in Therapie und ihr Therapeut sagte, in einem anderen zusammenhang, das ihr das Urvertrauen wohl völlig fehlt. Ich galube auch, das sie mit dem therapeuten nicht wirklich über ihr sex Problem redet, denn für sie scheint es kein Thema zu sein. Sie findet es ja anscheinend so in Ordnung. Sie scheint gar kein verlangen nach sex zu haben. Und alleine das macht mir schon sorgen.

Lg

Snchn/üffz


Wozu sollte sie auch etws ändern wollen

wenn keine Veranlassung dazu da ist??

Du läßt ihr ihr Verhalten durchgehen, der Therapeut auch...also? Wo liegt euer Problem?

Laßt sie so, wie sie sich verhält und sie ist glücklich!:-/

Erst wenn sie sich ändern muß, ihr Verhalten unter die Lupe nehmen muß, sich ihrem Agieren stellen muß wird sie etwas verändern.

Bis dahin?

Nein, nie. Ist antrengend, tut emonotial weh, ist lästig, sie muß nachdenken...nein, wird sie nicht machen.

Du hast genau eine Möglichkeit, um selbst gücklich zu werden: Sich von ihr trennen.

Wer etwas ändern will, muß bei sich selbst anfangen.

DPas^ Carmfelion


@mcsmog_77...also ich will ja nicht neugierig sein,aber warum ist sie in therapie? wenn nicht wegen ihrer sexunlust....hast du schon mal deinen therapeuten gefragt was du machen sollst?

mfg

S'i'l8keK.


Hallo

So schlimm, wie es sich auch anhören mag, aber auch schließe mich der Meinung meiner "Vorredner/Vorschreiber" ;-D an. Eine Trennung scheint die einzige Lösung des Problems zu sein.

Ich finde es absolut bewundernswert, mit wieviel Geduld und Einfühlungsvermögen Du in den letzten Monaten versucht hast, Dich Deiner Freundin zu nähern (Andere Männer hätten schon lange Schluß gemacht). Auch wenn Ihr Euch nur am WE seht und Deine Freundin evtl. schlechte Erfahrungen mit männlichen Wesen gemacht hat, so sollte sie nach dieser Zeit doch schon ein gewisses Vertrauen zu Dir aufgebaut haben.

Du gibst Ihr alle Zeit der Welt, lässt jede ihrer Ablehnungen gegenüber Sex zu und stehst immer wieder zurück, um sie nicht zu bedrängen und in jeder Weise Rücksicht auf sie zu nehmen.

All das ist sehr fürsorglich und lobenswert, aber Du darfst Dich selbst dabei nicht vergessen. Dass man in einer Beziehung jederzeit auch ein "NEIN" des Partners akzeptieren sollte, ist in Ordnung, aber man darf die eigenen Bedürfnisse nicht verdrängen. Sex dient schließlich nicht nur zur Befriedigung der Lust, sondern ist auch eine supertolle Sache, dem Partner oder der Partnerin ganz ganz nah zu sein und ihn/sie ganz zu spüren.

Und seien wir doch mal ehrlich: Wenn man jemanden wirklich mag und schon einige Monate zusammen ist, so hat man doch irgendwann das Bedürfnis, den anderen auch körperlich mehr und mehr kennenzulernen. Nur so wie Du es beschreibst, wenn sie Dich "befriedigt", so scheint es für sie ein Pflichtprogramm zu sein, dass sie abruft, um Dich zufrieden zu stellen und dann wieder für einige Zeit ihre Ruhe zu haben.

Du bist sehr fürsorglich und rücksichtsvoll !!! Das ist super, aber Du darfst Dich in einer Beziehung nie vergessen, denn nur wenn sich beide absolut wohl fühlen, hat eine Beziehung auch ihren Sinn.

Überlege Dir, ob es auf längere Sicht nicht besser ist, sich zu trennen und irgendwann mit einem lieben Mädel eine neue Beziehung zu starten, in dem auch Du bekommst, wonach Du Dich sehnst.

Ich hoffe, dass Du für Dich die richtige Entscheidung triffst und wünsche Dir alles Gute!

c|onn


Ganz ehrlich, ich finde es wirklich mehr als bewundernswert, dass Du in all der Zeit so souverän geblieben bist und sie zu nichts genötigt hast. Das gibt´s nicht oft. Kompliment.

Deine Situation ist natürlich schon recht schwierig. Ich denke aber, dass es mit Sicherheit nicht besser wird. Wo immer auch ihr Problem am Ende liegen mag, ändern wird sich nach acht Monaten dran nicht mehr viel. Zumindest nicht für Dich. Falls Du Dich also aus der Beziehung lösen willst, ist es genehmigt ;-) und einen eventuellen Vorwurf Marke "Du willst nur das Eine" kann sie Dir nicht machen (naja, Du wolltest zwar aber hast ja nicht). Dafür hast Du Ihr ja im Grunde genügend zeit gelassen.

m;csImog_x77


Guten Morgen

@all

Erstmal vielen Dank für die sehr offenen und ehrlichen Beiträge.

Sie stützen genau die Überlegungen die ich auch habe, und die ich tief in mir auch mit mir rumschleppe. Ich bin (leider) eher jemand der sehr "leidensfähig" ist, und etwas schwieriges auch sehr lange durchhalten kann auch wenn es mir nicht gut tut.

Aber wie Schnüffz *:) schon schrieb:

Wer etwas ändern will, muß bei sich selbst anfangen.

Und ich muß mich dahingehend ändern sonst gehe ich am Ende zu Grunde und vernachlässige (wie so oft) meine eigenen Bedürfnisse.

Ich habe gestern noch mit meinem besten Freund das Thema besprochen, da er sie kennt (wir waren zusammen im Urlaub und er ist jetzt mit ihrer Freundin zusammen die auch mit im Urlaub war ;-D). Er denkt auch das es so keinesfalls eine Zukunft hat.

Tief im inneren weiß ich es auch, dennoch fällt es schwer, ich möchte doch niemanden vor den kopf stoßen und unglücklich machen. Dennoch komme ich einfach nicht drumrum fürchte ich.

@ Das Carmelion

...also ich will ja nicht neugierig sein, aber warum ist sie in therapie? wenn nicht wegen ihrer sexunlust... hast du schon mal deinen therapeuten gefragt was du machen sollst?

Leider wurde meine Therapie frühzeitig ende Dezember 2006 durch meine Therapeutin beendet. Sie hat das Nebenberuflich gemacht und muß jetzt in ihrem Job im Krankenhaus mehr stunden pro Woche machen. Eine andere Therapeutin der Praxis ist kurz vorher wegen Schwangerschaft in Auszeit. Deshalb kann ich da keine Therapie weitermachen. Hab mich schon Ende November um was neues bemüht, Antwort der Praxen: 6-8 Monate Wartezeit !

Nun zu deiner Frage. Sie ist wegen Ängsten (Menschenmengen, Alltägliche Situationen) und auch der Familären Situation (wird fast garnicht geredet zu Hause, schon garnicht über Gefühle etc. und ich würd sagen anfang von Depressionen in Behandlung. Ich kenne das alles und bin selbst seit fast 3 Jahren deshalb in behandlung. Aber dadurch auch entscheidende Schritte weiter.

@SilkeK.

Wie ich gerade sehe sind wir der gleiche Jahrgang ;-D

Nun ja, ich denke ich habe alles getan was ich konnte, dennoch frage ich mich oft, ob ich nicht doch etwas zu aufdringlich war oder doch zu wenig zartfühlend, oder doch zu viel wert auf Sex lege. Aber das bin nunmal ich, und es sind meine Bedürfnisse. Ich finde es nur irgendwie hart zu sagen: "Ich fühle mich unwohl und sehe keine zukunft da du nicht meine Bedürfnisse erfüllst".

Dass man in einer Beziehung jederzeit auch ein "NEIN" des Partners akzeptieren sollte, ist in Ordnung, aber man darf die eigenen Bedürfnisse nicht verdrängen.

Wir hatten uns in den Gesprächen drauf geeinigt das jeder jederzeit stop sagen kann und der andere dadurch dann die Grenze weiß und akzeptiert.

Und seien wir doch mal ehrlich: Wenn man jemanden wirklich mag und schon einige Monate zusammen ist, so hat man doch irgendwann das Bedürfnis, den anderen auch körperlich mehr und mehr kennenzulernen.

Genau so sehe ich es auch. Deshalb bin ich ja etwas verwirrt. ich kenne es auch nur so. Auf der einen seite sagt sie mir das sie so froh ist das es mich gibt und sie mich über alles liebt. Auf der anderen Seite ist sie auf der Körperlichen Seite keinesfalls bereit sich hinzugeben und vertrauen zu schenken.

Du bist sehr fürsorglich und rücksichtsvoll!!! Das ist super, aber Du darfst Dich in einer Beziehung nie vergessen, denn nur wenn sich beide absolut wohl fühlen, hat eine Beziehung auch ihren Sinn.

Danke. Wie mein bester Freund schon sagte:"Du bist einfach zu lieb!"

Nachdem ich mir gestern noch den Kopf zermartert habe wieviel Sinn eine Beziehung wirklich macht und was ich jetzt tun muß/soll (für mich), werde ich heute mir ihr telefonieren und sie auf jeden Fall damit konfrontieren. Es geht einfach nicht anders. Hoffe das ich die richtigen Worte finde......

Lg

mc

d7tmlxg


Meine eigene Erfahrung sag dazu: Lass es sein! Es wird wirklich nichts und du leidest nur! Klingt hart aber ist sicher nicht unreal!

L)ekiM


Oh je...

Mir kommt deine Situation leider nur zu bekannt vor. Ich bin wohl auch jemand, der - so wie du dich selbst beschreibst - über überdurchschnittliche Leidensfähigkeit und eine ebenso überdurchschnittliche Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen verfügt. Ist nicht hilfreich beim Glücklichwerden.

Vielleicht hilft dir meine Geschichte ein bisschen weiter bei der Entscheidung:

Meine erste richtige Freundin mit 14 hat dieses Spielchen etwa eineinhalb Jahre mit mir gespielt (bzw. ich habe es mit mir spielen lassen...). Ich hatte in dem Alter schon Herzklopfen bei dem kühnen Gedanken , ein Mädchen nur zu küssen. Mit Zunge und so. Undenkbar. Sie hingegen hatte als 13jährige schon einen 18jährigen Freund gehabt und schon wirklich allerlei ausprobiert sexuell. Nach den ersten paar Wochen unserer Beziehung, in denen sie irgendwie ständig Petting mit mir betrieben hat, war ich scharf wie Nachbars Lumpi. Und dann kam der tote Punkt. Sie erklärte mir, sie könne einfach keinen "richtigen" Sex mit mir haben. Sie wisse auch nicht, wieso. Mit ihren anderen Freunden wäre sie immer ganz wild danach gewesen. Eineinhalb Jahre können eine verdammt lange Zeit sein. Wir haben es immer wieder versucht, ich habe sie umgarnt, ich habe ihr Geschenke gemacht, ich habe mit ihr geredet - es nützte alles nichts. Nach eineinhalb Jahren machte sie Schluss, und ich erfuhr wenig später von meinen "Freunden", dass sie während unserer Partnerschaft scheinbar mit ihrem halben Dorf rumgevögelt hatte. Ich wünschte heute, ich hätte mir das niemals angetan. Ich war jahrelang von totalen sexuellen Minderwertigkeitsgefühlen gezeichnet, kam mir wie ein totales Monster vor. In der Schule dachten später mehrere Bekannte von mir (unabhängig voneinander), ich wäre schwul - weil ich solche Minderwertigkeitsgefühle entwickelt hatte, dass ich es kaum noch wagte, Mädchen überhaupt anzuschauen. Wahrscheinlich würden sie gleich denken, dass ich mit ihnen schlafen will und sich übergeben, wie ein derartig widerliches Stückchen menschlichen Abschaums... naja, undsoweiter.

Mit 17 hatte ich dann das Glück, eine andere Erfahrung zu machen: Ich rutschte in eine Beziehung, die auf emotionaler Ebene irgendwie total leer war, in der es sexuell aber wirklich rund ging. Sie war ein wirklich hübsches Mädchen, ich in sie vernarrt ohne sie zu lieben, wir hatten uns praktisch nichts zu sagen, aber trieben es ständig, und ich war wohl auch der erste Mann, mit dem sie zum Orgasmus kam. Auf die Dauer wäre daraus durch die fehlenden Emotionen und geistigen Gemeinsamkeiten wahrscheinlich auch ein absoluter Alptraum geworden, ganz klar. Aber immerhin zeigten mir die eineinhalb Monate in dieser Beziehung: Ich darf Sex haben! Ich bin kein Monstrum! Eine Frau kann mit mir im Bett Spaß haben!

Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich wie ein sexuelles Wesen - auch, nachdem unsere Beziehung sich dann (zum Glück) auflöste.

Aber dann kam alles nochmal viel dicker. Ich verliebte mich richtig. So wie noch nie vorher. Ich war mit dem Mädchen schon ein Jahr sehr eng befreundet, bevor ich mich traute, ihr einen Antrag zu machen. Wir kamen zusammen. Ich hatte nicht gewusst, dass es so etwas gibt: Wir waren uns total nah, konnten uns stundenlang unterhalten, hatten den gleichen Humor. Ich konnte zum ersten Mal in meinem Leben in einer Partnerschaft dem anderen wirklich vertrauen. Sie war ein absolut großartiges Mädchen und ist es auch heute noch, nachdem wir nun über 10 Jahre zusammen sind.

Aber:

Es klappte sexuell eigentlich von Anfang an nicht. Gut - ich war ihr erster "richtiger" Freund (mit immerhin 19 Jahren), also beschloss ich, zu warten. Wir hatten gelegentlich Petting, ab und zu versuchten wir es mal "richtig", aber es tat ihr immer furchtbar weh und sie wollte es dann immer erstmal lange nicht mehr versuchen. Ich geduldete mich - mehr als 3 (in Worten: drei) Jahre. Ich hatte zwischenzeitlich irgendwann so komische sexuelle Alpträume, aber die verschwanden auch wieder. Ich hielt mir immer vor: Ich liebe sie, also muss es auch irgendwann klappen.

Nach drei Jahren klappte es mit dem Geschtsverkehr erstmals. Ich dachte, ich hätte die Probleme hinter mir. Es war immer noch alles schwierig, es tat ihr oft weh, sie war verkrampft, aber es hat ab und zu geklappt. Ich dachte, wenn ich mich nur genug ins Zeug hänge, mir genug einfallen lasse, werde ich es schon schaffen, sie aufzutauen. In den folgenden Jahren probierte ich wirklich alles mögliche: Ich lernte Massagetechniken, las mit ihr erotische Romane, probierte exotische Düfte, verwöhnte sie in stundenlangen Vorspielen, verführte sie an ungewöhnlichen Orten, verband ihr die Augen und umschmeichtelte sie mit Seide und Pelz, ließ Sandkörner über ihren Körper strömen, streichelte sie mit weichen Federn und und und. Der Erfolg hielt sich in Grenzen: Wir sahen uns wenig, da wir an verschiedenen Orten studierten, und sie stand durch ihr sehr hartes Studium unter großem Stress. Wir starteten unsere Versuche vielleicht jedes zweite, dritte Wochenende mal. Oft mussten wir abbrechen, weil es ihr wehtat. Oder sie brach ab, weil sie sagte, mit dem Kopf im Moment nicht frei zu sein. Ich dachte, gut, irgendwann ist das Studium auch vorbei, der Stress lässt nach. Und vielleicht muss ich es ja auch nur noch ein bisschen besser machen... Ich lernte schließlich, meinen Körper so weit zu kontrollieren, dass ich fast auf Kommando kommen konnte. Diese Nummer, wie Pornodarsteller sie bringen, von zehn runterzählen können und dann abspritzen könne, so ungefähr. Es schien besser zu werden: Wir hatten öfter "erfolgreich" Sex, schließlich schien es über ein, zwei Jahre so zu laufen, dass wir fast immer - durch meine Selbstkontrolle - zusammen zum Orgasmus kamen. Mittlerweile war die Sache für mich fast zum Leistungssport geworden. Aber dann, als ich irgendwie dachte, alles liefe nun so, wie man sich das vorstellt, offenbarte sie mir, dass sie eigentlich nie richtig los lassen könne, wenn wir Sex haben, und dass es ihr eigentlich immer weh tut. Scheinbar hatte sie also nur mir zuliebe so getan, als wäre alles in Butter.

Es folgte der Zusammenbruch: Ich bekam Potenzprobleme, litt unter zunehmenden furchtbaren sexuellen Alpträumen (die mich heute noch, aber nun immerhin seltener, verfolgen). Der Satz "Ich kann mit Dir einfach nicht loslassen" war mir schon bekannt. Meine Freundin mit 14 hatte ihn immer gesagt. Ich versuchte gar nichts mehr in sexueller Hinsicht. Wir sind heute immer noch zusammen, und ich liebe sie als einen wunderbaren Menschen. Aber wir haben seit fast 4 Jahren nicht mehr miteinander geschlafen. Ich kann einfach irgendwie nicht mehr. Ich schmuse immer noch gerne mit ihr und wünsche mir sogar, öfter von ihr in den Arm genommen zu werden, aber wenn wir zusammen im Bett liegen, und ich merke, dass ihre Küsse mehr verlangen könnten, zuckt alles in mir zusammen und ich gehe auf Distanz. Der Druck ist zu hoch geworden.

Ich kann heute weder sie noch mich selbst als legitimerweise sexuelles Wesen wahrnehmen. Ich habe Gefühl, Sex ist einfach etwas, das nur andern Leuten zusteht, nicht mir. Wenn ich junge Frauen auf der STraße lachen höre, denke ich immer, sie lachen mich aus. Ich kann mich dunkel erinnern, dass ich mit 19 noch dachte, es sei natürlich, dass ich Sex habe, es sei natürlich, dass jemand Sex mit mir haben möchte, dass ich dachte, Sex sei was tolles, auf das man sich freuen kann, das einen glücklich macht. Ich kann nur all das nicht mehr fühlen. Sex habe ich jahrelang nur in Verbindung mit Schmerzen, die ich jemandem zufüge und mit Ablehnung kennen gelernt. Ich hoffe, dass ich das noch wieder irgendwie verlernen kann.

Natürlich hat jeder seine eigene Geschichte, und meine Freundinnen sind natürlich nicht deine Freundin. Was ich dir aber damit nur zeigen möchte ist: Du bringst dein Selbstwertgefühl in eine gefährliche Situation, wenn du jemanden liebst, der einen wichtigen Teil von dir - dein sexuelles Wesen, dein Verlangen etc. - vollkommen ablehnt.

Unwohl wurde mir bei deinem Bericht von der Erzählung deiner Freundin, sie sei angegrapscht worden und habe sich aber erst wieder erinnert, als sie den Typen gesehen habe usw., weil mich diese Behauptung an so viele Ausreden erinnert hat, die ich in meiner ersten sexuell traumatisierenden Beziehung mit 14 immer und immer wieder hören musste und immer und immer wieder geglaubt habe. Natürlich: Ich kenne sie nicht, und sie kann natürlich durchaus die Wahrheit sagen. Aber entgegen der Weitverbreiteten Meinung, es sei die absolute Regel, dass sich jemand nach sexuellem Missbrauch NICHT an das Geschehene erinnern kann, ist eine solche vollständige Verdrängung die Ausnahme: In der Regel erinnern sich die Beteiligten sehr wohl an das Geschehen. Ich habe den bösen Verdacht (der natürlich auch falsch sein kann), dass das möglicherweise ein vorgeschobener Grund sein könnte.

Deine Entscheidung musst Du selbst treffen. Ich bitte dich nur, besser auf dich und deine eigenen Bedürfnisse acht zu geben, als ich das getan habe - denn nach 10 Jahren mit jemandem zusammen zu leben, den du immer noch wirklich liebst, mit dem du aber körperlich einfach nicht auf einen sexuellen Nenner kommst und der (bzw. die) dich 10 Jahre lang gelehrt hat, dass Sex etwas Trauriges, Schlimmes ist, ist eine Zwickmühle, die ich keinem wünsche.

Ich wünsche dir alles gute dafür, dass es bei dir in Zukunft besser läuft - wie auch immer du dich entscheidest :-)

K&estxra


mcsmog_77

Tief im inneren weiß ich es auch, dennoch fällt es schwer, ich möchte doch niemanden vor den kopf stoßen und unglücklich machen.

Du machst Du Dich selbst unglücklich, wenn Du auf Dauer Deine Bedürfnisse hintenan stellst, mcsmog_77

jHaAkxki


Mir kommt deine Situation leider nur zu bekannt vor. Ich bin wohl auch jemand, der - so wie du dich selbst beschreibst - über überdurchschnittliche Leidensfähigkeit und eine ebenso überdurchschnittliche Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen verfügt. Ist nicht hilfreich beim Glücklichwerden.

Vielleicht hilft dir meine Geschichte ein bisschen weiter bei der Entscheidung:

Meine erste richtige Freundin mit 14 hat dieses Spielchen etwa eineinhalb Jahre mit mir gespielt (bzw. ich habe es mit mir spielen lassen...).

Diese Aussage kann ich nur bestätigen. Ich habe 2 Jahre auf Sex verzichtet, weil der Kerl vorher eine Vorhautverengung hatte und es ihm weh tat. Ich durfte weder anfassen noch einen blasen. Nach 2 Jahren setzte ich ihm dann die Pistole auf die Brust, weil ich nur noch unzufrieden war.

Wir taten es ... und es war echt nur bescheiden. Er konnte zwar megalange (aber bitte nur in einer Stellung, denn beim Stellungswechsel schrumpfte er wieder), aber meinte nun, dass man auf's Vorspiel verzichten könne (er jedenfalls) und versuchte dies auch durchzusetzen. Nach einem halben Jahr weiteren Leidensweg, hab ich es dann beendet. Weil nun auch meinte er, ein Recht auf Sex zu haben und mir Vorwürfe zu machen, wenn ich keine Lust hatte ... aber wer sich 3 Tage lang nicht geduscht hat und auch keine Zähne geputzt hat (und darin auch keinen Sinn sah), der kriegt auch keinen Sex.

Schlußendlich war es so, dass ich absolut null Bock mehr auf Sex hatte!!! Da war nichts mehr, aber auch rein gar nichts mehr ...

Nach einem Jahr hatte ich dann jemanden kennengelernt ... und ... wow, bei ihm durfte ich mich zum ersten Mal wieder voll ausleben. Anfassen, rubbeln, blasen, kraulen :p> ... und riesig war er auch noch ;-D ... danach wollte ich nur noch Sex haben ;-D (was etwas schwierig war, da kein Partner vorhanden und ich von einer festen Beziehung sowas von die Schnauze voll hatte).

Mein Ex hat währenddessen den Sammler gespielt und alles aufgelesen, was sich ihm breitbeinig vor die Füße geschmissen hat ... Aussehen, Intelligenz, Alter war ihm egal ... naja, jetzt wird er Vater (nein, Kondome wollte er nie benutzen) :=o

Szchqnüfxfz


mcsmog77

Nun ja, ich denke ich habe alles getan was ich konnte, dennoch frage ich mich oft, ob ich nicht doch etwas zu aufdringlich war oder doch zu wenig zartfühlend, oder doch zu viel wert auf Sex lege. Aber das bin nunmal ich, und es sind meine Bedürfnisse.

Na Toll!

Du gibst dir die Schuld an ihrem blöden Verhalten! Klasse.

Mach nur weiter so, dann wirst du auch eines Tages denken, du bist die Ursache!:-/

Mensch Junge; wer sooo viel Rücksicht genommen hat, sooo viel Verständnis aufbrachte wie du...der sollte sich wahrhaftig nicht noch den Schuh anziehen: Ich bin wohl doch zu fordend gewesen.

NEIN!

Bist du nicht. SIE ist unfähig, etwas an SICH SELBST zu verändern. Will es wohl auch nicht.

Wem du mit weiterer Rücksichtnahme und Abwarten schadest...das bist du selbst!

Mach nen Punkt.

Den hättest du schon längst machen sollen, aber es ehrt dich sehr, daß du es nicht getan hast. Doch weiter warten hilft niemandem, ihr nicht und dir am allerwenigsten!

@:)

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