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Fremdgehen und Betrügen: Wer tut's ohne schlechtes Gewissen?

LmovHuxs


Striptease

gut aussehen vor sich selbst. das ist das wichtigste

und ganz leicht, solange wir klare Überzeugungen davon haben, was in diesem Sinne "gut" ist und

wenn ich mit meinen überzeugungen im einklang lebe

Was aber, wenn dieser Einklang Misstöne bekommt? Sei es, weil ich mich zuwider verhalten habe (egal ob "gewollt" oder "passiert"), sei es, weil die Überzeugungen selber eine Knacks bekommen und das ehemals klare "gut" verschwimmt?

Da setzt dann leicht ein Rechtfertigungsgeeiere ein, das Gut-Aussehen wird eine immer mühsamer aufrechterhaltene Fassade. Richtig wäre dann doch, ehrlich zu sich zu sein, vor sich selber zuzugeben, dass man nun aber gar nicht gut aussieht und sich auf den Weg zu machen, herauszufinden, was da passiert ist, warum (die Gründe) und was das für die Zukunft (der Überzeugungen, des Verhaltens) bedeutet. Wir sind dann anschließend vielleicht weniger "fertig" und "wertvoll", wie wir dachten, und erkennt, wie "fragmentiert" wir sind, aber dafür kriegt man "Fragmente" nie über, wie du in deinem Motto schreibst ;-).

S.uzixeQ


4-Cookies

LoveHus hat es ja schon erklärt und so wurde es hier mehrfach gesagt, jemand, der in dieser Beziehung betrügt, kann auch sonst kein vertrauenswürdiger Mensch sein.

@ LoveHus dein Zitat

Zumindest muss jeder die Verantwortung für sein Handeln übernehmen, als wäre es eine bewusste Entscheidung gewesen.

Aber es ist schon so, dass bewusste Entscheidungen eine viel kleinere Rolle in unserem Verhalten spielen, als wir es gerne hätten - das Bewusstsein rechtfertigt eher im Nachhinein ein Verhalten als bewusste Entscheidung.

da gebe ich dir vollkommen recht. Ich für mich sprach immer von einem ganz bewussten Fremdgehen, sorgfältig geplant, nichts mit dem ich mich rausreden oder jemand anders die Schuld geben könnte. Ich habe meinen Partner betrogen. Bewusst. Und rechtfertige das nicht hinterher. Das ist ja gerade der Punkt, ich hab nicht das Gefühl mich rechtfertigen oder erklären zu müssen.

Es ist für mich gar kein Widerspruch, zu allgemeinen Überzeugungen was richtig ist zu kommen und trotzdem in manchen Situationen das kleinere Übel zu wählen.

EjhemaliCger Nut0zern (#11590o6)


LovHus

Wir sind dann anschließend vielleicht weniger "fertig" und "wertvoll", wie wir dachten, und erkennt, wie "fragmentiert" wir sind, aber dafür kriegt man "Fragmente" nie über, wie du in deinem Motto schreibst

ein mensch, der etwas "wert" ist, ist nur noch eine statue seiner selbst und deshalb langweilig. weil er diesen wert erhalten will. dann passiert, was du sagst... man hat angst seine fehler vor sich selbst einzugestehen um seinen "wert" zu erhalten. dass es nicht dein ding ist und auch nicht meins, ist nun klar. aber diese feststellung ist nur philosophisch wichtig, als eine art erkenntnis für uns selbst. erkenntnis des "so nicht".

zu meinen überzeugungen gehört auch, dass ich fehler machen kann. ich werde mir nicht dadurch untreu, dass ich diese fehler mache, sondern dadurch, dass ich meine überzeugungen danach so anpasse, dass es keine fehler werden. mich selbst also belüge. dann bin ich weniger "wertvoll" in meinen augen. nichts ist erbärmlicher als selbstbetrug.

ELhem^alig5er ANut)zer (#x115906)


LovHus

Was aber, wenn dieser Einklang Misstöne bekommt? Sei es, weil ich mich zuwider verhalten habe (egal ob "gewollt" oder "passiert"), sei es, weil die Überzeugungen selber eine Knacks bekommen und das ehemals klare "gut" verschwimmt?

letzteres ist eine gute frage. ich denke, überzeugungen kommen nicht von selbst. nicht erst - überzeugung, dann - emotion nach einem bestimmten verhalten.

umgekehrt. ich denke A ist richtig und handle aber nach B. dann fühle ich mich aber nicht schlecht, obwohl ich es sollte, nicht schuldig, obwohl ich es sollte... dann zeigen mir meine emotionen, was meine innere überzeugung ist, obwohl ich mir dessen vielleicht noch gar nicht so bewusst war.

das problem ist, dass es uns nicht ausreicht nur innere überzeugungen zu haben. wir müssen alles formulieren, allem eine form geben, eine terminologie, regeln. dann hören wir auf auf uns zu hören und hören nur noch auf diese regeln und formulierungen, die aber nicht flexibel sind. sobald wir etwas in worte packen und formulieren, verliert es an emotionaler wahrheit. denn unser innen-leben und die vielfalt dieser welt erlauben gar keine fest-formulierten überzeugungen für das beurteilen des verhaltens.

4[-cooOkFiexs


SuzieQ

so wurde es hier mehrfach gesagt, jemand, der in dieser Beziehung betrügt, kann auch sonst kein vertrauenswürdiger Mensch sein

Ich versteh´s trotzdem nicht.

Ich definiere "Vertrauenswürdigkeit" doch nicht damit, ob jemand fremd geht oder nicht %-| Und nur wenn etwas häufig genug wiederholt wurde muss es ja noch lange nicht richtig sein ;-)

Auch wenn er/sie in einer Beziehung jemand anderen nebenher "haben" sagt es doch per se nichts über das ansonstige Verhalten innerhalb der Beziehung aus ...

Ob der Seitensprung moralisch zu rechtfertigen ist, steht doch auf einem ganz anderen Blatt! Und hängt nicht zuletzt - und wir erleben es hier ja auch - von der Wertevorstellungen der Beteiligten ab.

L#ovH#uxs


nichts ist erbärmlicher als selbstbetrug.

Und weniges ist Größer als die Einsicht in die eigene Erbärmlichkeit.

LVov&Hus


Striptease

denn unser innen-leben und die vielfalt dieser welt erlauben gar keine fest-formulierten überzeugungen für das beurteilen des verhaltens.

Wunderbar!

Da ist ein Mensch mit der fest-formulierten Überzeugung, nicht fremdzugehen. Und dann "passiert" das Verhalten des Fremdgehens.

Dann hat der Mensch was zu kauen.

Oder der Mensch mit der fest-formulierten Überzeugung, jedem seine sexuelle Freiheit. Und dann geht der Partner fremd und er spürt die Eifersucht.

Überzeugungen, Emotionen, Verhalten. Man spürt förmlich, wie das Bewusstsein seine liebe Not hat, das alles zusammenzuhalten. :°_ :-D

E(hemaligeer NuctLzer (#1159x06)


die einsicht in die eigene erbärmlichkeit ist ein paradoxon. wer sich selbst treu bleibt und seine eigenen diskrepanzen zwischen den eigenen überzeugungen und dem verhalten erkennt, ist niemals erbärmlich.

Elhemalig9er Nutzewr (#1159x06)


Überzeugungen, Emotionen, Verhalten. Man spürt förmlich, wie das Bewusstsein seine liebe Not hat, das alles zusammenzuhalten.

grenzen sind leichter. es ist, wie glaube... wenn ich weiß, dass ich keine situation auf dieser welt vorhersehen kann. dass ich keine erschöpfende antworten habe, dass die zukunft unklar ist, dann ist es unsicher. für mich persönlich ist es einfach das leben, mir fällt es nicht schwer zu erkennen, dass es keinen sinn hat regeln für immer aufzustellen. ich habe nur reflektionen. ich reflektiere für heute und hier, was sich für mich falsch anfühlt und was richtig.

aber viele kommen mit der ungewissheit nicht klar. man formuliert also regeln der eigenen reaktion für die situation XY und fühlt sich sicher... "komme was wolle, ich weiß, was ich tun würde.. ich muss mich dann also nicht mit neuen emotionalen fragen beschäftigen!"...

L"o+vHus


SuzieQ

jemand, der in dieser Beziehung betrügt, kann auch sonst kein vertrauenswürdiger Mensch sein.

So allgemein würde ich es nicht sagen. Er hat es aber sicher schwer, seine Vertrauenswürdigkeit glaubwürdig zu machen, so dass andere ihm vertrauen. Außerdem hängt Vertrauen in einer Hinsicht nur sehr locker mit Vertrauen in anderer Hinsicht zusammen.

Wirklich schwierig wird es mit dem Vertrauen aber, wenn ich von einem Menschen weiß, dass er Lügen in Kauf nimmt, um seine Weste weiß scheinen zu lassen.

E:hemalliger GNudtjzer _(#11590x6)


SuzieQ

jemand, der in dieser Beziehung betrügt, kann auch sonst kein vertrauenswürdiger Mensch sein.

bezieht sich ein "dieser" auf eine bestimmte beziehung? ansonsten ist dieser satz vielleicht oft gesagt worden, aber genauso oft wurde dem widersprochen :-)

SUuzi$exQ


striptease

bezieht sich ein "dieser" auf eine bestimmte beziehung?

ja, logisch. Wer fremdgeht und seinen Partner betrügt, also in dieser Beziehung nicht vertrauenswürdig ist, ist es sonst auch nicht. So ein allgemeiner Tenor in vielen Äußerungen hier.

EEhe"mali,gerg NutEzer (M#115x906)


Suzie

verstehe :-)

"vertrauenswürdig" im sinne der treue - ist wohl selbstverständlich so. einstellung bleibt einstellung. aber verallgemeinern kann man das nicht.

4v-cyoo!kixes


ich verstehe nicht

Nur weil ich fremd gehe, kann ich doch trotzdem innerhalb der Beziehung Verläßlichkeit zeigen:

- Pflege des Gartens

- Einhalten von Verabredungen

- gemeinsames Kümmern um die Kinder

.

.

.

usw.

Die Diskussion ist mir deutlich zu abgehoben - ich komm da nicht mit (liegt aber an mir, sry) ...

SyuziexQ


mit den philosophischen Diskursen von LoveHus und striptease komm ich auch nicht mit. Und ich bin nicht der Meinung, dass ein Mensch der fremdgeht zwangsläufig auch in anderen Dingen nicht vertrauenswürdig ist. Es las sich für mich aus vielen Posts hier heraus. Nur um das ebenklarzustellen.

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